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Schülerin hat sich umgebracht

eUlsk:linxg hat die Diskussion gestartet


Hallo Ihr Lieben...

...also ich glaube ich habe wirklich ein Problem, aber ich beginne mal von vorne.

Ich bin Lehrerin von Beruf und ich hatte eine Schülerin in der Klasse, die mit 16 Selbstmord begangen hat. Das ist nun 4 Wochen her....

Das Mädchen hatte probleme, das hat man auch gesehen, sie hatte Bulimie und auch sonst probleme. Ich habe sie einmal darauf angesprochen und ihr angeboten, wenn irgendetwas ist oder sie reden möchte, dass ich dann für sie da bin. Erst hat sie es abgelehnt, aber circa 2 Wochen vor ihrem Tod kam sie zu mir und fing an zu reden. Sie hat mir erzählt, dass sie Probleme zu Hause hat, dass sie Bulmie hat, sich ritzt und dass sie Angst vorm Leben hat. Ich habe so gut wie ich konnte mit ihr geredet ungefähr eine Stunde lang, habe versucht ihr zu helfen, ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine ist. Anschließend habe ich auch noch ihre Mutter einbestellt und mit ihr geredet, dass sie ihrere Tochter Hilfe vermitteln muss, eventuell sogar eine Klinik und so weiter.

Ja...und 2 Wochen nach dem Gespräch komme ich in die Schule und erfahre, dass sie sich umgebracht hat... :°( ....Gott, dieses Gefühl und das alles...ich werde damit nicht fertig...Ich habe das Gefühl versagt zu haben...sie hatte das Gefühl sich mir anzuvertrauen zu können, doch ich habe kläglich versagt, anscheinend habe ich ihr nicht helfen können. Ich hätte sehen müssen wie es wirklich um sie steht, dass sie so verloren ist um sowas zu tun. Aber ich habe es nicht gesehen...ich kann mir das nicht verzeihen, es ist so schrecklich. Ich will es nur noch vergessen, aber ich kann nicht...sowas bringt einem natürlich auch keiner in der scheiß Uni bei...wie man mit sowas umgehen kann...ich habe versucht mein Bestes zu tun....Natürlich sagen alle, du kannst nichts dafür, fühl dich nicht schuldig, du hast alles getan...wer das tun will, tut es auch...sicher das alles weiß ich auch...aber ich fühle mich so verdammt schuldig, ich habe das Gefühl, ich hätte mehr tun müssen....ich wünschte sie wäre nie zu mir gekommen....Ich muss sagen mein Leben war nicht immer eitel Sonnenschein, habe auch schon einges hinter mir, trotz meiner erst 29 jahren,aber das jetzt :-( ...es ist der absolute Horror.....ich liege abends im Bett und sehe ihre Augen vor mir...Sie hat mir vertraut und ich habe sie enttäuscht, das Gefühl habe ich....schlafen kann ich kaum mehr, manchmal stehe ich sogar nachts wieder auf und trinke noch ein Glas Rotwein um überhaupt schlafen zu können...ich kann machen was ich will, die Gedanken kommen spätestens wenn ich abends alleine im Bett liege....ich wünschte sie wäre nie zu mir gekommen...ich weiß echt nicht wie ich damit umgehen soll...dieser Schmerz und diese Gefühle, absoluter Horror...dort in die Klasse zu kommen, ihren leeren Stuhl zu sehen...die Beerdigung war auch so schlimm...ich weiß nicht, wie soll ich damit umgehen, wer kann mir helfen, wer das verstehen? keiner weiß wie das ist, nur ich...jetzt sind auch noch Ferien, noch mehr Zeit zum nachdenken...grauenhaft....bitte nicht, ich will das nicht, ich ertrag das nicht mehr...was soll ich machen?

Antworten
G&ro)ttig


Du solltest dir psychotherapeutische Hilfe suchen, wenn du alleine nicht damit klarkommst. Da eine richtige Therapie allerdings lange Wartezeiten hat, würde ich es bei einer Beratungsstelle versuchen. Manchmal reichen auch ein paar Gespräche.

F@ix Fun$d FBoxxie


Da stimme ich Grottig zu! :)z Ihr habt doch sicher auch einen Schulpsychologen? Ich weiß jetzt nicht, inwieweit ein Schulpsychologe nur für die Schüler da ist, aber in solchen Fällen muss es doch auch eine Anlaufstelle für Lehrer geben, oder?

Es ist wirklich grauenhaft, was du erlebt hast! :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ :°_ Wir haben einen Suizidfall in der Familie u. da konnte leider auch keiner helfen. Wir haben uns auch Vorwürfe gemacht, weil wir es wohl nicht ernst genug genommen haben. Aber gerade, wer so was vorhat, bekommt kurz vorher meistens nochmal Auftrieb und ist wieder sehr gut drauf – man merkt ihm nichts an. Du kannst nichts dafür, aber ich kann verstehen, dass du dir da Vorwürfe machst. Deshalb ist ganz wichtig, dass du dir so schnell wie möglich psychologische Hilfe suchst. Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit! :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

LG! @:)

HkeliCav 8x0


Liebe Elskling,

Lass dich ersteinmal drücken, ganz fest, denn ich denke das brauchst du jetzt wirklich dringend. :)_ :)_ :)_

Du kannst es wahrscheinlich nicht mehr hören, oder willst es nicht mehr hören, aber DU bist nicht schuldig. Du hast reagiert, du hast das Mädchen angesprochen und ihr auch zugehört als sie zu dir kam. Du hast mit ihrer Mutter gesprochen, wie verlief denn dieses Gespräch? Bekam das Mädchen danach Hilfe?

Und die nächste Frage, konnte/wollte sie diese Hilfe auch annehmen?

Weißt du, als ich 16 war, war ich auch ein "Problemteenager". Ritzen, Drogen und Alkohol. Meinen Eltern war das egal, die kapierten es nicht. Auch vielen anderen entging einfach das es mir schlecht ging uns ich oft an Suizid dachte. Nur eine Lehrerin kam eines Tages auf mich zu, holte mich aus dem Unterricht und wollte mit mir reden. Was mit mir los seie, sie sieht doch das etwas nicht stimmt. Und was sagte ich ihr, das gar nichts ist, alles ok und es gibt nichts zu reden.

Aber weißt du was? Ich habe mich so gefreut das sie das gemacht hat. Das es jemand gab dem ich nicht egal war. Der mir helfen wollte. Ich habe das dieser Lehrerin bis heute nicht vergessen und denke oft daran. Nur konnte ich zu diesem Zeitpunkt ihre Hilfe nicht annehmen.

Und wenn es mir danach noch oft sehr mies ging war ich oft in Versuchung mit ihr zu sprechen. Doch ich habe es nie getan. Weil ich nicht konnte.

Aber du hast ein gutes Werk getan. Das Mädel war sicher genau so froh wie ich damals, als du auf sie zukamst. Doch sie war wohl leider nicht (mehr?) in der Lage deine Hilfe anzunehmen. Ich bin mir sicher das sie dir dankbar war, das zeigt doch auch das sie zu dir gekommen ist und schließlich doch mit dir geredet hat.

Was in deiner Macht als Lehrerin stand, das hast du getan. Du hast es richtig gemacht, du hast versucht einem Mädchen zu helfen. Doch vielleicht wollte sie sich nicht mehr helfen lassen?

Suizid wirft immer die eine Frage auf. Warum? Viele zerbrechen daran, sie zermartern sich ihren Geist auf der Suche nach einer Antwort. Sie zerfleischen sich mit ihren Schuldgefühlen. Doch das alles hilft nichts. Ich glaube das beste wäre für dich eine Gruppe mit der du dich austauschen könntest. Das gibt es doch, oder? Angehörige die Menschen durch Suizid verloren haben und sich gegenseitig Halt geben und sich zuhören. Sie werden dich verstehen.

Laß das Mädchen gehen. Lass sie los. Akzeptiere was sie getan hat, so hart es sich jetzt auch für dich anhören mag. Du hast versucht zu helfen, du hast getan was du in dieser Situation für richtig gehalten hast. Und es war auch richtig von dir mit der Mutter zu reden. Ihr ebenfalls deine Hilfe anzubieten.

Ich wünsche dir erstmal alles Gute! @:) :)_

W<aterxli


Ich habe so gut wie ich konnte mit ihr geredet ungefähr eine Stunde lang, habe versucht ihr zu helfen, ihr das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine ist. Anschließend habe ich auch noch ihre Mutter einbestellt und mit ihr geredet, dass sie ihrere Tochter Hilfe vermitteln muss, eventuell sogar eine Klinik und so weiter.

Damit hast du alles richtig gemacht. Mehr konntest du nicht tun. DU darfst und musstest das Mädchen nicht therapieren: du musst die Eltern einbeziehen und Expertenhilfe vorschlagen. Hast du gemacht. Hier endet deine Verantwortung.

Wenn du dir etwas anderes einredest und dich das belastet, solltest du dir seelischen Beistand holen (z.B. von einem Therapeuten, bei Kollegen, beim Chef usw..)

KWateKrm_3x-8


elskling

Anschließend habe ich auch noch ihre Mutter einbestellt

Erstmal möchte ich Dir mein Beileid ausdrücken. aber daran

kannst du nun nichts mehr ändern, Man kann es das nächstemal nur

besser machen.

darum frage ich, wenn sie schon zu Hause probleme hatte, war es den

Richtig jetzt schon deren Mutter einzubeziehen, kann mir nämlich vorstellen

das danach bei dem Mädchen zu Hause die Hölle los war, den Feinfülligkeit

kannte die Mutter warscheinlich nicht, das sie die Probleme der Tochter nicht

erkannt hat. Du hättest bevor Ihre Mutter eingeschaltet hast den Schulpsychiatrischen

Dienst einschalten müssen .

Aber du musst jetzt stark sein ,es nützt jetzt niemandem wenn du dir

gross Gedanken darüber machst, lass dich nicht herunterziehen.

wünsche Dir schöne Festage. LG @:)

B-enecttoxn


elskling

Du hast versucht zu helfen, mehr kannst Du von Dir selber nicht verlangen.

Du bist weder ausgebildete Psychologin, noch Gott. Nicht jeder Lehrer hätte überhaupt versucht zu helfen, Du solltest Dir wirklich keine Vorwürfe machen.

CDurxran


Ich drück dich auch mal, wenn du magst!

Ich kenne andere Lehrer als dich! Die sehen das Elend vor ihren Augen und schauen weg, weil es sie belasten könnte.

Du hast das toll gemacht, du hast das Richtige gemacht und du solltest stolz auf dich sein! Du hast das Gefühl zu wenig gemacht zu haben, aber das hast du nicht! Du hast mehr getan, als die meisten Menschen es je getan hätten! Wo waren denn deine Kollegen? Wir hatten damals 13 Fächer, das macht außer dir noch 12 weitere Lehrer, die sich nicht gekümmert haben.

Such dir professionelle Hilfe, um darüber zu reden, denn dir können vermutlich 100 Leute sagen, dass du fantastisch gehandelt hast (und das hast du) und du wärst immer noch überzeugt, dass du zu wenig gemacht hast. Vielleicht denkt man das in deiner Situation, aber Fakt ist, dass du ein großes Vorbild bist und auch wenn die Schülerin sich letztendlich doch das Leben genommen hat, hast du deinen Schülern (und sogar Kollegen) gezeigt, dass man sich einsetzen muss und damit hast du ihnen wichtige Werte vermittelt! Durch den Weg, den du gegangen bist, hast du ihnen mehr vermittelt, als es die Bücher in 10 Schuljahren je schaffen könnten, glaub es mir!

Ich wünschte wir hätten damals auch nur eine einzige Lehrerin wie dich an der Schule gehabt, dann würden zwei wundervolle Menschen vielleicht jetzt noch leben!

secuolli<e


:°_ Ich finde es auch gut,dass du geholfen hast.Du kannst nix dafuer..

Fuer die Zukunft :

Wenn man die Eltern miteinbezieht ist es gut danach nochmal mit dem Jugendlichen zu spraechen .

Weil manche Eltern auf ihre Kinder sehr aggressiv reagieren ,wenn sie etwas dem Lehrer erzaehlt haben..

Man kann auch manchmal dem Jugendlichen unabhaengig von den Eltern (und mit dem Jugendamt ) helfen..

s\cuFllixe


Meine Meinung :Es gibt Eltern,die geben ihren Kindern fuer alles die Schuld ,weil sie ihre eigenen Anteile nicht erkennen koennen oder wollen.

Oft neigen manche Eltern auch dazu ihre Kinder abzuwerten...

Dabei haben die Jugendlichen oder Kinder oft keine Schuld.Sie wurden von ihren Eltern gepraegt und sind von ihnen auch emotional sehr abhaengig.Die Kinder orientierten sich an ihnen.

Interessant fand ich den Film Carrie von Stephen King zu dem Thema..

c rowxl


Dass das passiert ist ist sicherlich tragisch, garkeine Frage. Aber es lag einfach nicht in deiner Macht oder Verantwortung.

Wenn du magst, versuche dir mal vorzustellen, wie das Leben dieser Schülerin von anderen Menschen beeinflusst war.

Sieh sie mal als Mittelpunkt.

Dann um sie herum alle Menschen, die mit ihr zu tun hatten und ihr Leben beeinflußt haben.

Zuerst die Eltern, dann Geschwister, Tanten und Onkel, Großeltern, evlt. Cousins und Cousinen. Freunde und Bekannte der Eltern, Nachbarn, Bekannte. Kindergärtnerinnen, Lehrer Klassenkameraden, Freunde etc.

Schau mal wie viele Menschen in ihrem Leben eine Rolle gespielt haben. All die vielen vielen Menschen. Und dann dich dazu.

Glaubst du dann immer noch, es hätte in deiner Macht gelegen, sie zu retten?

pdhil!ip10


.....ohne Worte... :)* :)* :)* :)* :)* :)*

sFcul?lixe


Bei dem Film Carrie geht es auch um das Thema,dass eine Jugendliche ihre Lehrerin um Hilfe bittet,die Lehrerin ihr aber auch letztendlich nicht helfen konnte.Die Lehrerin unterschaetzte die schwierige haeusliche Situation,das schwierige Verhalten ihrer Mutter..

Oft tragen verschiedene Leute(in erster Linie die Eltern ) zu solch einer Krise bei,viele Jugendliche werden nicht wirklich in ihrer Not verstanden..

G|roxttig


Interessant fand ich den Film Carrie von Stephen King zu dem Thema..

Na ja, da steht ja wohl eher Telepathie im Vordergrund.

G6rottxig


Ausserdem hat Carrie nicht Selbstmord begangen, sondern sie hat sich gerächt und die Schule niedergebrannt mit Hilfe von Telepathie.

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