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Mitmenschen rauben mir die Kraft...

-^Evit9a- hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

Ich hoffe, ich habe das richtige Unterforum erwischt.

Ich habe ein Problem und zwar stelle ich in letzter Zeit zunehmend fest, dass der Umgang mit anderen Menschen mich auslaugt, mich kraftlos macht und meine Energien frisst.

Ich kann mir das nicht erklären, aber mich strengt es fürchterlich an, wenn ich mit anderen zusammen bin :°(

Gerade jetzt zu den Feiertagen, wenn Familienfeiern und Treffen mit den Liebsten angesagt sind, fühle ich mich den ganzen Tag müde und empfinde es als immense Anstrengung, Unterhaltungen führen oder einfach bloß anwesend sein zu müssen.

Das geht soweit, dass ich mich einfach überlastet fühle, aus heiterem Himmel in Tränen ausbreche oder permanent gereizt bin.

Jede Unterhaltung, jedes Treffen saugt irgendwie meine gesamte Energie aus mir heraus und ich fühle mich danach todmüde.

Manchmal ist es besser, manchmal schlechter. In ganz "schlechten Zeiten" ist es sogar so, dass es mich sehr anstrengt, wenn mein Partner da ist :°( Das belastet mich und unsere Beziehung, auch wenn sie ansonsten glücklich ist.

Ich befinde mich in einem ständigen Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt: auf der einen Seite möchte ich meine Freundschaften pflegen, den Kontakt zu meiner Familie halten und (neue) Bekanntschaften knüpfen und aufrecht erhalten, aber auf der anderen Seite merke ich, dass mir das all' meine Energie raubt.

Derzeit halte ich es so, dass ich ein Mindestmaß an "Umgang mit anderen" einhalte; d.h. ich gehe zu Familienfeiern, treffe mich regelmäßig mit Freunden, gehe ab und an zu Partys und Feiern von Personen, die ich nicht so gut kenne und pflege Hobbies, bei denen ich andere Leute treffe und kennenlerne. Ich mache das gerade so oft, dass die Kontakte nicht abreißen und Freundschaften nicht zerbrechen, aber darüber hinaus geht nichts. Ich habe dafür einfach nicht die Kraft :°(

Ich weiß nicht, woran es liegt oder was ich tun soll.

Kennt das eventuell jemand oder hat jemand Ratschläge, Tipps oder Erfahrungsberichte für mich?

Antworten
Y?angYxin


Vielleicht schlummern in dir konflikte die du unbewusst verdrängst damit andere diese nicht mitbekommen ":/ einfach ein spontaner gedanke von mir

pbercepztio}n


Geht mir leider ganz ähnlich.. Bei mir liegt es mitunter daran, dass meine Familie eben auch sehr anstrengend ist (also meine Eltern & Verwandtschaft – eine eigene Familie habe ich noch nicht). Nur meine Geschwister empfinde ich als überhaupt nicht anstrengend. Treffen mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen empfinde ich als sehr anstrengend und bin davor "schlecht" gelaunt, würde sie am liebsten absagen, habe Kopfweh, bin müde etc. Während der Treffen ist es meist relativ okay, ich gebe mir ja Mühe, die anderen meine Unlust nicht spüren zu lassen, danach allerdings könnte ich aber sofort schlafen gehen bzw. lege mich auf die Coach, habe Appetit als hätte ich sehr viel Energie verloren, mag mich nicht mehr unterhalten, möchte wirklich nur meine Ruhe haben..

Kann es sein, dass du einen sehr stressigen Job hast in dem du schon sehr viel mit anderen Menschen und ihren Anliegen beschäftigt bist? Dann hat man verständlicherweise im Privatleben nicht mehr uneingeschränkt Lust oft und viele Menschen zu treffen, mit ihnen zu reden usw.

Oder kannst du dich generell schlecht entspannen? Also grübelst du immer über alles Mögliche nach, was sehr viel Energie raubt?

Fühlst du dich in Gegenwart anderer Menschen unwohl, weil du mit dir selbst nicht so ganz im Reinen bist, hast du das Gefühl, du würdest im Vergleich zu Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten, Kollegen etc. schlechter abschneiden? Dieses Gefühl prägt sich irgendwann so sehr ein, dass man Zusammentreffen vermeiden will und sich auch körperlich nicht gut fühlt.

Willst du immer alles perfekt machen, im Beruf und privat, insbesondere bevor du andere Menschen triffst? (kostet unglaublich viel Energie).

Falls du eine grundlegende Unzufriedenheit, Müdigkeit, Unkonzentriertheit, Fahrigkeit etc. verspürst, kommen natürlich auch Depressionen infrage.. Oftmals kündigt sich auch ein Burnout so an, dass man an nichts mehr wirklich Freude verspürt und anderen Menschen aus dem Weg gehen will. Man verwendet die Energie, die man noch hat, nur auf eine Sache, wie die Arbeit, mehr bleibt nicht mehr übrig..

Das sind alles nur Gedanken. Ich habe ähnliche Gedanken und Gefühle bei (m)einem Psychotherapeuten/Psychiater geäußert und er hat mir Antidepressiva verschrieben, die ich zwar nicht nehme (aus anderen Gründen) aber die Notwendigkeit wurde vom Arzt festgestellt.

Ich möchte also sagen, dass es durchaus ernst zu nehmen ist und eine Krankheit bedeuten oder einleiten kann, aber natürlich nicht muss. Eventuell hilft einen Umstellung/Verhaltensänderung in anderer Hinsicht (im Job, zu Hause etc.).

Mit lieben Grüßen *:)

Z*imtbJlütxe


hallo,

das klingt wirklich anstrengend..vielleicht wäre es ja schon eine Hilfe, wenn du dir mal bewusst eine Auszeit nimmst und ein paar wochen lang niemanden triffst oder allein in Urlaub fährst oder so? vielleicht käme dann ja wieder sowas wie sehnsucht nach Mitmenschen. was mich etwas wundert, ist, dass du selbst mit deinem Mann dieses Gefühl hast,dich in seier Nähe anzustrengen, oder unwohl zu fühlen. Vielleicht hast du ja das Gefühl, eine Distanz zu deinen Mitmenschen haben zu müssen, als ob du was von dir verstecken müsstest; nicht so sein kannst wie du bist, sonst würden die dich nicht akzeptieren oder so?!

Ist es nicht so, wenn man mal zu jemandem so ein enges Verhältnis hat, dass man auch voreinander aufs klo gehen würde und einander schon total krank und in den schlechtesten launen gesehen hat, dass man sich dann mit dieser person zusammen genauso frei fühlt,wie alleine!?man hat ja nix zu verbergen dann, muss keine maske aufsetzen oder gute laune vorspielen!? vertraust du deinen Leuten nicht so, dass sie dich in allen Launen noch mögen? oder sind es welche, die ständig irgendwas von dir verlangen; zb dein Mann; erwartet er eine bestimmte "Evita" von dir oder ist generell doll auf dich konzentriert statt seinen eigenen kram zu machen !?

Sagst du deinem Mann das eigentlich, wie du dich fühlst? Das wäre ja wieder sowas; wenn dus vor ihm versteckst, ist ja kein Wunder, dass es dich anstrengt..so kann man ja nicht man selbst sein.Ich meine,kannst du dich in Gesellschaft nicht richtig fallenlassen, weil du eben denkst, es sind Erwartungen an dich gestellt, also unausgesprochene? Wenn Gesellschaft zu so ner Pflicht wird, hat sicher keiner Lust drauf, das ist ja nicht der Sinn der Sache.

Mich stressen Menschen auch, wo das Verhältnis irgendwie unklar ist, aber das scheints ja bei dir nicht zu sein..vielleicht brauchst einfach mal Ruhe?:) Oder den Beweis, dass deine mitmenschen dich auch noch mögen, wenn du sie mal ne Weile nicht triffst, sondern dann wieder wenn du Lust hast?Was würde so schlimmes passieren, wenn du Menschen nicht aus Pflicht triffst? Sind nicht Freunde auch noch "da", wenn man sich ewig nicht gesehen hat? Die vergessen einen doch nicht wegen ner Pause, die dir vielleicht guttut.

hmm, also alles Gute jedenfalls:)

-gE+vit{a-


Vielen Dank für eure Beiträge.

Ihr vermutet, dass ich Probleme mit mir selbst habe und mit mir selbst nicht im Reinen bin. Da habt ihr (leider) recht.

Vielleicht schlummern in dir konflikte die du unbewusst verdrängst damit andere diese nicht mitbekommen

Nicht nur unbewusst, sondern auch bewusst. Ich habe viele Probleme mit mir selbst, ich bin beispielsweise sehr unzufrieden mit meinem Äußeren, habe sehr große Ansprüche an mich und meine Leistungen und bin generell sehr perfektionistisch. Ich würde ja vermuten, dass dieser Perfektionismus es auch so anstrengend macht, mit anderen Menschen umzugehen, aber ich habe festgestellt, dass ich in diesem Bereich die Anstrengungen, perfekt zu sein, heruntergefahren habe. Momentan schaffe ich gerade ein Minimalmaß an Höflichkeit und Verbundenheit :-(

Kann es sein, dass du einen sehr stressigen Job hast in dem du schon sehr viel mit anderen Menschen und ihren Anliegen beschäftigt bist?

Im Gegenteil. Ich bin Studentin am Ende des Studiums. Gut, die Abschlussarbeit fordert einiges von mir, aber ich habe subjektiv nicht das Gefühl, unter Stress zu stehen.

Oder kannst du dich generell schlecht entspannen? Also grübelst du immer über alles Mögliche nach, was sehr viel Energie raubt?

Ja, mich zu entspannen fällt mir schwer. Entweder grüble ich über meine Probleme oder versuche sie zu verdrängen, damit sie mir nicht zuviel Energie rauben ":/

Fühlst du dich in Gegenwart anderer Menschen unwohl, weil du mit dir selbst nicht so ganz im Reinen bist, hast du das Gefühl, du würdest im Vergleich zu Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten, Kollegen etc. schlechter abschneiden?

Wenn ich ehrlich bin, dann ja. Ich halte allesamt für hübscher, klüger, glücklicher u.ä. Es stimmt, dass das sehr viel Kraft raubt, da ich mich ständig mit ihnen vergleiche und in meinen Augen schlechter abschneide...

Willst du immer alles perfekt machen, im Beruf und privat, insbesondere bevor du andere Menschen triffst? (kostet unglaublich viel Energie)

Ja, die Forderungen, die ich an mich selbst stelle, sind sehr hoch. Halbe Sachen mache ich nicht, "wenn schon, denn schon".

Depressionen

Leider auch eine Vermutung von mir :-/

...mal bewusst eine Auszeit nimmst und ein paar wochen lang niemanden triffst oder allein in Urlaub fährst oder so?

Diese Auszeiten nehme ich mir schon so gut es geht. Wie erwähnt, pflege ich nur den Minimalkontakt zu anderen Personen. Da kann es gut sein, dass ich tage- oder wochenlang (außer mit meinem Partner) mit niemandem persönlich rede, sondern nur per E-Mail oder SMS Kontakt halte...

...nicht so sein kannst wie du bist, sonst würden die dich nicht akzeptieren oder so?!

Ja, das ist gut möglich. Gerade im näheren Verwandtenkreis kommt das zutage. Meine engste Familie erwartet einfach von mir, dass ich keine Probleme habe bzw. betont oft, dass sie selbst genug Sorgen haben und sich nicht zusätzlich mit meinen belasten wollen oder können.

Zu meinem Partner habe ich ein enges Vertrauensverhältnis. Er ist weitestgehend der Einzige, bei dem ich so sein kann wie ich bin. In seiner Gegenwart fühle ich mich wohl. Einzig die eingangs erwähnten Probleme mit mir selbst trüben die Unbefangenheit zwischen uns etwas. Und ja, er weiß genau, wie ich mich fühle. Wir haben zum Glück ein so solides Vertrauensverhältnis, dass ich ihm sagen kann, wenn mich seine Nähe gerade überfordert. Er zeigt großes Verständnis dafür und geht dann z.B. aus dem Raum, gibt mir Zeit für mich oder nimmt mir Dinge ab.

Sind nicht Freunde auch noch "da", wenn man sich ewig nicht gesehen hat?

Ja, meine Freunde sind noch da, wenn ich mich eine Zeit nicht melde. Aus diesem Grund sind es meine Freunde :-D Leute, die mich ständig sehen und treffen müssen, merken recht schnell, dass ich da abblocke und viel Zeit für mich brauche. Nichtsdestotrotz erfordern Freundschaften, dass man sich ab und an meldet, von sich hören lässt, sich trifft u.ä. Viel können meine Freunde da nicht von mir erwarten, dass wissen sie, aber es ist auch nicht so wenig, dass niemand mich als "Freundin" bezeichnen würde.

Wenn ich mir eure und meine Beiträge durchlese, dann erscheint es mir so, als ob mein Problem mit meinem Mitmenschen zum größten Teil von den Problemen mit mir selbst herrührt ":/ Denn, wie soll man Freude und Entspannung aus der Begegnung mit anderen ziehen, wenn man beides nicht einmal bei/mit sich selbst empfindet :-/

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