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Heimliche Berührungsangst

cVhe)mtoxb


Ich kann deine Empfindungen nachvollziehen.

Was ich kenne, das ist ein zunehmendes Gefühl von Fremdheit, sobald sich Jemand für mich interessiert und es könnten Berührungen bevorstehen. Ich fühle hinter einer Berührung nur sehr selten etwas und reagiere auf Umarmungen meistens mechanisch. Eben weil man das so tut. Da habe ich meine Ruhe. Oft fühle ich bei Berührungen auch nicht mich gemeint. Anfassen, Umarmen etc halte ich oft für den 'Anfang vom Ende', eine Flutwelle, die ich nicht stoppen kann und in der ich um mein Leben kämpfen muss.

n\orm{brechxer


Zuerst einmal vielen Dank für eure hoffnungsvollen Antworten, sie erleichtern den Umgang mit dem Thema für mich sehr.

@ chemtob:

vor einiger Zeit ging es mir sehr ähnlich. Allerdings wird mir zunehmend klar, was für liebenswerte Menschen hinter diesen Berührungen stecken und dass sich zweifellos größte Mühe lohnt, um diese besser kennen zu lernen. Eine Berührung kann somit auch als ein Meer unausgesprochener Worte von großer Schönheit und Bedeutsamkeit gesehen werden. Intimität, Nähe – das Geheimnis, einen anderen Menschen durch eine Berührung zu kennen. Etwas, das vielleicht durch Worte nicht in Erfahrung zu bringen ist.

Außerdem kann eine Berührung unheimlich nützlich sein, um zu zeigen, dass wir für andere da sind, wenn es ihnen schlecht ergeht und sie von Trauer ergriffen werden. Die Umarmung verspricht, dass unser Beistand nicht nur so dahin gesagt ist und die Wärme und Kraft eines anderen Körpers zu spüren, kann helfen, sich der eigenen Stärke und der Verlässlichkeit unserer Liebsten bewusst zu werden.

Vielleicht macht das auch verständlicher, wie es sich hinter einer Wand aus Glas lebt und welche Sehnsucht nach Berührung in einem Menschen heranwächst. Im Laufe der Jahre wurde mir klar, welche Eigenschaften ich an mir schätze und wobei ich mir im Leben sicher sein kann.

Nur Berührungen bereiten mir Probleme. Ich will nicht länger Menschen abweisen müssen oder nicht für andere da sein können, die eine Umarmung bitter nötig hätten.

Zudem wurde mir klar, dass ich wohl auch Angst davor habe, dass eine Frau mein Problem nicht verstehen und sich abwenden würde. Sicher, wenn ich diesen Schritt nicht gehe, werde ich das nie herausfinden – aber der Gedanke ist hinderlich. Die einzigen beiden Menschen, denen ich davon erzählen wollte, begannen ungläubig zu lachen und nahmen mein Anliegen nicht ernst.

Ich werde mich in den kommenden Tagen damit auseinandersetzen, mein Verhalten etwas konkreter zu machen. Mehr von dem 15-jährigen zeigen. Ein bisschen mehr von dem zeigen, der wirklich in mir steckt – in der Hoffnung, dass der Widerhall dieser Gefühle in einem anderen Menschen erfolgt und die Wand aus Glas bald eine Wand aus Erinnerungen an die Vergangenheit sein wird. :-)

r^edm7uffixn


Hey!!!

Oh man, ich bin gerade richtig froh, jemanden gefunden zu haben (in gewisser Weise), der mich versteht! :D

Mir geht es HAARGENAUSO! Wirklich, der Text hätte von mir sein können. Ich bi 17 Jahre alt und stehe vor genau dem gleichen Problem. Das heißt, ich bin zwar etwas jünger und habe aus deiner Sicht vielleicht auch 'noch etwas Zeit für Veränderungen', aber da es mir schon von klein auf genauso geht wie dir, wirst du vielleicht auch verstehen, dass ich nicht denke, dass sich da in absehbarer Zeit viel ändern wird.

Ich könnte jetzt expliziter beschreiben, was mein Problem ist, aber das hast du ja fast schon alles übernommen.

Ich bin weiblich, groß, schlank, blond, gute Körperproportionen und sehe nicht unbedingt schlecht aus (ohne angeberisch klingen zu wollen).

Ich werde sehr oft angeflirtet und wenn ich mal auf Partys gehe, kommt es nicht selten vor, dass ich vier Handynummern mehr habe. Soll heißen: Flirten klappt. Da ergreife ich auch gerne mal selber die Initiative.

Auch sonst knüpfe ich schnell neue Kontakte, bin beliebt und offen und rede gerne. Ich habe eine gute Menschenkenntnis, bin selbstbewusst, mache demnächst mein Abitur und lache gerne.

Nun ist es für mich auch kein Problem andere Leute zu umarmen, das 'lasse ich sozusagen über mich ergehen.'

Auf Partys tanze ich eng und lasse mich von hinten (auch länger) umarmen etc. Das sind dann immer irgendwelche Flirts, nichts weiter. Oft lasse ich auch hier 'die Berührungen über mich ergehen', aber so richtig Spaß habe ich dabei nicht wirklich. Hin und wieder ist es ganz schön, aber oft wird es mir auch zu viel.

So, nun ist es aber so, dass es bei mir auch so ist, dass ich mit keinem Jungen alleine sein kann, der mehr als Freundschaft will. Leider haben sich alle Kumpels, die ich je hatte, immer in mich verliebt, also habe ich nach der Nummer 10 einen Deal eingeführt: Kein Verlieben unter Freunden, sollte es doch vorkommen wird es bestmöglich ignoriert. So will ich vor allem den 'Berührungsattacken' meine männlichen Freunde ausweichen, die leider etwas von mir wollen. So ist es also so, dass rein freundschaftliche Berührungen kein Problem sind, 'andere ' Berührungen aber schon, sofern ich von der betreffenden Person nichts will. Einen Jungen gibt es, der mir seit längerer Zeit gefällt, aber es ist mir unmöglich, ihn zu küssen oder Händchen zu halten oder so. Wenn er mich umarmt, versucht er immer, mich etwas länger zu umarmen und ich will es auch, aber ich laufe trotzdem davon. Das ist so frustrierend! Und wenn er mich dann nach Hause bringt und wir alleine sind, setzt bei mir alles aus. Es ist ungefähr so, wie die Glaswand, die du beschreibst, aber doch irgendwie anders. Ich stehe zum Beispiel vor ihm und denke nur: "Tu was, tu was! Irgendwann musst du es doch mal tun!" Aber stattdessen umarme ich ihn schnell und stehe im nächsten Moment an der Haustür ohne recht zu wissen, wie das so schnell passieren konnte. Wenn ich mich dann umdrehe, fährt er schon weg. Mein Denken schaltet wohl irgendwie auf Schnelldurchlauf und ich bekomme gar nicht richtig mit, was mein Körper macht und dann ist der Moment vorbei und ich wundere mich, wie das so schnell passieren konnte. Sobald ich mit ihm alleine bin, werde ich total nervös, allerdings nur, wenn er mir körperlich auf nur im Entferntesten nahe ist. Wenn ich mit ihm an einem Tisch sitze oder wir Fahrrad fahren bin ich normal, aber sobald er mir auch nur näher steht, geht nichts mehr und ich weiche automatisch zurück. Wenn mich bisher Jungs versucht haben zu küssen oder im Begriff waren, mir auf diese Weise näher zu kommen, habe ich immer Panik bekommen. Ich weiche dann automatisch zurück und fühle mich total bedrängt (auch auf Partys, wenn etwas aufs Küssen hinauslaufen ‚soll’ (aus der Sicht des Jungen)). Wenn ER (also der Junge, den ich mag) näher kommt, dann ist es keine starke Panik (vielleicht weil ich ihm vertraue), aber wie beschrieben, laufe ich trotzdem weg. Ich überlege oft, was ich tun würde, wenn ER versuchen würde, mich zu küssen. Er würde es leider nie versuchen, weil er unglaublich schüchtern ist (außer es geht um Freunde, Fußball oder Männerabend *augenroll*) und manchmal denke ich, es könnte ihm leider ähnlich gehen wie mir. Wie auch immer, wenn er versuchen würde, mich zu küssen, würde ich wahrscheinlich zurück weichen. Ich rede mir gerne ein, dass ich es nicht tun würde, aber ich würde es wahrscheinlich tun…Vielleicht würde ich auch stillhalten, aber wie gesagt: Ich kann das in solchen Momenten nicht mehr kontrollieren ob ich weglaufe oder nicht und deswegen werde ich wohl weglaufen. Da er mich aber sowieso nicht küssen wird, werde ich es tun müssen (ich weiß ja, dass er mich mag). Aber wie? Genau das ist die Frage.

Bei meinen Freundinnen und Freunden stoße ich damit übrigens auf völliges Unverständnis. Es heißt immer nur, ich ‚solle mich einfach überwinden’ und ‚einfach machen’.

Tja, ich würde vieles dafür geben um das zu können. Ich will es ja…

Übrigens habe ich einmal etwas versucht, um dagegen anzukommen. Ich wollte mich hocharbeiten und habe mir gesagt, dass ich mit Händchen halten anfangen könnte. Meine Testperson war mein (sehr überraschter) bester Freund. Ich habe ihn bei einem Spaziergang gefragt, ob er meine Hand nehmen kann, weil meine Hände so kalt wären (ich war nicht in der Lage es einfach zu machen, also habe ich versucht, ihm zu sagen, was er machen soll…es hat etwas gedauert, bis er verstanden hatte, was ich von ihm wollt =D). Nun ja…es war…wie immer. Da er ‚nur’ mein bester Freund war, hatte die Berührung für mich keine Bedeutung (für ihn leider schon – upps!), also war es quasi so, dass ich es gebilligt habe, aber es war kein besonderes Gefühl. Ich wäre natürlich lieber alleine gegangen, aber es war eben auch nicht schlimm. Jedenfalls wollte ich das öfter machen, damit es vielleicht ‚normaler’ für mich werden würde, damit ich das dann bei IHM auch einfach machen könnte. Leider hatte sich das mit meinem besten Freund erledigt, weil er wieder zu meinem hartnäckigsten Verehrer wurde und ich wusste, dass er versuchen würde, mich noch näher zu kommen, sollte ich das ‚Händchen halten weiter üben wollen. Da niemand anderes in Frage kam (mit anderen Jungen bin ich nicht so vertraut, dass ich von ihnen sagen würde, sie sind ‚wie ein Bruder für mich’ und da kommt wieder die Zweisamkeitssache), habe ich es aufgegeben…Es hätte eh nichts gebracht, denn Berührungen sind nicht ‚übertragbar’. Es kommt darauf an, wie nahe dir die Person steht. Wirklich anfassen dürfen mich also nur meine Schwester, mein bester Freund (mal mehr, mal weniger, je nachdem, wie sehr er mich gerade ‚verehrt’ *augenroll*) und meine Mutter (gezwungenermaßen) - Umarmungen zum Abschied ausgenommen - und das auch nicht immer, denn Berührungen werden mir leicht zu viel. Partys zähle ich übrigens nicht mit, das ist was anderes.

Nun ja…nun kennst du meine Sicht der Dinge.

Bei mir wird es seine Gründe haben, die zum Teil bei meinen Eltern liegen, die sich nie geküsst oder auch nur umarmt haben und eine dementsprechend wenig partnerschaftliche Beziehung geführt haben, und zum Teil in den dreisten Annäherungsversuchen, die einige Jungen bei mir gewagt haben.

Dennoch: Ich würde mich freuen von dir zu hören und zu wissen, ob sich bei dir bisher etwas geändert hat.

Lg Lalill *:)

P.S. Ach ja, falls es dich interessiert: Körperkontakt mit Mädchen ist mir immer noch sehr viel unangenehmer als der Körperkontakt mit Jungen, wobei ich auch mit keiner meiner Freundinnen so viel körperlichen Kontakt habe, wie mit meinen männlichen Freunden. Was Körperkontakt mit weiblichen Personen angeht, halte ich mich einfach sehr zurück.

JTonnyx_P


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