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Interesse am Menschen

KW:Lx:T hat die Diskussion gestartet


Hab mir jetzt schon öfter Gedanken darüber gemacht, mal über das Thema "Interesse" nachzudenken, aber irgendwie komm ich bei dem Thema nicht weiter. Wollte mal eure Erfahrungen dazu hören!

Ich merke nicht nur nur bei mir, auch bei anderen, dass oft gefragt wird, ohne, dass echtes Interesse besteht. Also dieser echte Hintergedanke "Ich interessiere mich für dich".

In meiner Beziehung, in der es eine Zeit gab, in der nur Telefonkontakt bestand, hat mich glaube ich diese ewige Leier, diese Routine "Wie war dein Tag?", dieses Fragen, obwohl man gar nicht jedes mal auf die Antwort brennt, sondern das einfach ein Satz ist, der routinemäßig kommt auch einiges an heutigem Zusammensein gestört. Heute gibt es kaum mehr Tage an denen wir uns nicht sehen und trotzdem hinkt heute diese "Interessensgeschichte" und ich frage mich ob das möglicherweise noch von damals kommt. Also was ich damit meine, ist, dass wir beide nicht so darauf brennen, vom anderen Neuigkeiten zu erfahren. Aber es ist so, dass weder ich so sehr darauf brenne, noch er. Also es ist jetzt kein Streitthema, weil wir uns ja beide so verhalten.

Oder mit Freundinnen, so dieses wirklich, "ich bin sooo gespannt, was du erlebt hast, erzähl!!" erlebe ich im Moment weder bei mir noch bei anderen.

Ein Moment in der jüngeren Vergangenheit als ich eine Herausforderung hinter mir hatte, wo ich auch sonst immer in einem Ausnahmezustand bin, hab ich mich mit 2 Freundinnen getroffen und ich hatte diese unglaubliche Gier, etwas von ihnen zu erfahren, wie sie WEihnachten feiern, wie sie in der Arbeit vorankommen etc., was ich sonst in meinem Alltag nicht bei mir spüre. Dieses Interesse in dieser Situation war gigantisch und sie kam aus meinem Inneren heraus und war ja eben nicht situativ, dass die beiden jetzt irgendwas besonderes erlebt hätten.

Vielleicht kann mich ja jemand ansatzweise verstehen und mag mir seine eigenen Erfahrungen und Überlegungen zum "Interesse am anderen Menschen" berichten!

Und ja, vielleicht auch noch eine evolutionäre Denkanstoß ( ich seh in Verhaltensweisen gern immer den evolutionären Sinn ;-D ): Wozu dient das Interesse am anderen Menschen? Um eine Bindung aufzubauen, um sie aufrechtuerhalten? Wenn nun andere Dinge diese Beziehung aufrechterhalten, fällt dann das Interesse automtisch weg?

Oder liegt es an der heutigen Zeit, in der alles hektisch ist und der Mensch (oder ich ? ;-D ) sehr egozentrisch und mit sich beschäftigt, dass da einfach gar kein Interesse aufkeimen kann?

Hoffe auf eine rege Diskussion :-)

Antworten
HGootxen


Ich schätze mal, das Interesse geht dadurch flöten, weil der Mensch in der Regel nichts außergewöhnliches erlebt und wenn man von vornerein keine hohen Erwartungen stellt, so bleibt das Interesse schnell auf der Strecke. Es ist so ähnlich, wenn ich täglich die Nachrichten einschalte, da wird dann über teils schreckliche Dinge berichtet, wie Kriege, Unfälle mit Todesfolge, etc, aber dadurch, dass es tagtäglich passiert, nehmen wir es als gegeben bin, stumpfen ab.

Erst wenn etwas unvorhergesehenes passiert, z.B. ein Freund gewinnt im Lotto, rettet jemandem das Leben, horcht man auf und zeigt echtes Interesse.

Ich war letzte Woche auf einer Geburtstagsfeier und dort Leute getroffen, die ich schon seit Monaten nicht mehr gesehen habe, so lose Bekanntschaften, und da war auch die immerzu gestellte Frage "und was machst Du jetzt so" oder "wie geht's Dir so" und dann folgte halt Smalltalk und quasi zum Schluss dieses unausgesprochene "bis zur nächsten Geburtstagsparty". ;-D

Wo es dann tatsächlich was interessantes zu erzählen gibt, dann erzählt man es einfach. So nach dem Motto: "Hey, rate einmal, was ich kürzlich erlebt habe." ;-)

Was das andere Thema betrifft. Der Mensch kann alleine auf Dauer nicht überleben. Es gibt zwar durchaus Einzelfälle, wo es doch klappt, aber ansich braucht er einen "Rudel", ob es nun die allgemeine Gesellschaft ist oder Randgruppen, ist völlig egal, aber irgendwohin passt sich das "Individuum" immer an.

WYildkazter


Hallo,

Denke mal der Mensch ist nicht dazu gemacht allein zu sein. Wir brauchen uns schon gegenseitig !!!

Die heutige Zeit ist sehr schnelllebig und auch scheinheilig. Vielfach wird der eigene Vorteil und die eigene Überlegenheit gesehen.

.

Der Mensch allein ist schwach und anfällig, nur es müssen echte Freunde und eine partnerschaftliche Beziehung sein !!

_dTsunaxmi_


Neugier, Interesse, gar Leidenschaft, kann ich fast immer aufbringen. Am Besten kann ich Interesse für jemanden aufbringen, der interessant ist. Und ob jemand interessant ist oder nicht, das messe ich an mir. ;-D

Obwohl ich nicht wirklich ein Bindungstier bin, sehe ich den evolutionären Sinn darin, Beziehungen aufrechtzuerhalten und zu pflegen, sowie darin, den Erfahrungs-, Wissens- und Kompetenzstand zu erhöhen.

In einem eher metaphysischen Sinn ist vermutlich auch noch das Gefühl des nicht alleine sein, der Verbundenheit bzw. des eins-sein relevant.

Kh:La:TT


Ich schätze mal, das Interesse geht dadurch flöten, weil der Mensch in der Regel nichts außergewöhnliches erlebt und wenn man von vornerein keine hohen Erwartungen stellt, so bleibt das Interesse schnell auf der Strecke. Es ist so ähnlich, wenn ich täglich die Nachrichten einschalte, da wird dann über teils schreckliche Dinge berichtet, wie Kriege, Unfälle mit Todesfolge, etc, aber dadurch, dass es tagtäglich passiert, nehmen wir es als gegeben bin, stumpfen ab.

Erst wenn etwas unvorhergesehenes passiert (...) horcht man auf und zeigt echtes Interesse.

Hmhm... also wir können aus eigener Kraft gar nichts gegen dieses geringer werdende Interesse tun? Die Umwelt ist schuld?

_DTs'una|mi_


Die Umwelt ist daran schuld, dass sie existiert; wir daran, was wir aus ihr machen.

Ich schätze, dass man sich so ziemlich für alles und jeden interessieren kann, wenn man will, es aber auch gleichzeitig ein Schutzmechanismus ist, sich nur selektiv für bestimmte Dinge zu interessieren.

Vermutlich fällt auch die Thematik "Interesse zeigen / kein Interesse zeigen" unter eine Facette von [[de.wikipedia.org/wiki/Komplexit%C3%A4tsreduktion Komplexitätsreduktion]], welche üblicherweise durch Annehmlichkeit bzw. den Weg des geringsten Widerstandes motiviert ist. Vorstellbar ist, dass die "Couch Potato Strategie" allmählich zu einem reduzierten Interessegrad führt, wohingegen ein "über sich hinauswachsen" und sich neuen Herausforderungen stellen den eigenen Interessegrad auf einem aktiven Level hält.

Wenn ich mir meine Mitmenschen so anschaue, dann scheint sich die Korrelation "aktiv/inaktiv – interessiert/desinteressiert" durchaus zu bestätigen.

KUle?io


K:L:T

In meiner Beziehung, in der es eine Zeit gab, in der nur Telefonkontakt bestand, hat mich glaube ich diese ewige Leier, diese Routine "Wie war dein Tag?", dieses Fragen, obwohl man gar nicht jedes mal auf die Antwort brennt, sondern das einfach ein Satz ist, der routinemäßig kommt auch einiges an heutigem Zusammensein gestört. Heute gibt es kaum mehr Tage an denen wir uns nicht sehen und trotzdem hinkt heute diese "Interessensgeschichte" und ich frage mich ob das möglicherweise noch von damals kommt. Also was ich damit meine, ist, dass wir beide nicht so darauf brennen, vom anderen Neuigkeiten zu erfahren. Aber es ist so, dass weder ich so sehr darauf brenne, noch er. Also es ist jetzt kein Streitthema, weil wir uns ja beide so verhalten.

Nun, manche Menschen interessieren sich für ihr Gegenüber, weil er ist, wer er ist, andere wiederum nur dann, wenn sie etwas mit ihnen teilen.

Dieses "immer dasselbe" ist bei vielen Menschen verbreitet. Tatsächlich meinen sie, dass sie immer dasselbe erleben und sie empfinden ihr Leben auch eintönig. Wenn man etwas abwertet, dann ist es für viele natürlich auch nicht mehr so interessant, dass sie danach fragen. Überhaupt, wenn es schon negative Vorurteile gibt, bevor sie überhaupt wissen, was sie für eine Antwort bekommen. Eine wertfreie Neugier würde da schon ganz andere Voraussetzungen bieten.

Oder mit Freundinnen, so dieses wirklich, "ich bin sooo gespannt, was du erlebt hast, erzähl!!" erlebe ich im Moment weder bei mir noch bei anderen.

Ein Moment in der jüngeren Vergangenheit als ich eine Herausforderung hinter mir hatte, wo ich auch sonst immer in einem Ausnahmezustand bin, hab ich mich mit 2 Freundinnen getroffen und ich hatte diese unglaubliche Gier, etwas von ihnen zu erfahren, wie sie WEihnachten feiern, wie sie in der Arbeit vorankommen etc., was ich sonst in meinem Alltag nicht bei mir spüre. Dieses Interesse in dieser Situation war gigantisch und sie kam aus meinem Inneren heraus und war ja eben nicht situativ, dass die beiden jetzt irgendwas besonderes erlebt hätten.

Ich finde, Du hast die Erklärung selbst doch schon sehr schön geliefert. Es sind ähnliche Situationen, denen Du begegnest und einmal bringst Du Interesse auf und einmal nicht. Woran das liegt ist unterschiedlich, ob die Betreffenden zu sehr mit sich oder anderen Dingen beschäftigt sind, auf jeden Fall ist es ihnen nicht wichtig genug.

Oder liegt es an der heutigen Zeit, in der alles hektisch ist und der Mensch (oder ich ? ) sehr egozentrisch und mit sich beschäftigt, dass da einfach gar kein Interesse aufkeimen kann?

Diese Frage wirst nur Du beantworten können und auch, ob Du in Hektik verfällst, etc. ;-)

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