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persönlichkeitsstörung – wie soll ich damit leben??

LFotusnBlume8x7 hat die Diskussion gestartet


hallo forum...

das wird womöglich ein etwas längerer text werden,doch ich hab einfach das bedürfnis mir alles von der seele zu schreiben.vielleicht findet sich ja jemand,der zu dem thema auch etwas zu sagen hat!!

dann fang ich einfach mal von vorne an...

meine kindheit war ziemlich komisch.ich bin in münchen geboren worden und dort eigentlich auch ziemlich gut aufgewachsen,bis mich meine eltern aus heiterem himmel aus meiner gewohnten umgebung gerissen haben und mit mir aufs land gezogen sind.keine ahnung aus welchem grund,denn mein vater hat immernoch in münchen gearbeitet.in der neuen umgebung hab ich mich leider nie wirklich zuhause gefühlt und konnte mich nie richtig anpassen.hatte dort auch keinen freundeskreis,war immer nur auf mich allein gestellt.das lief auch durch die komplette schulzeit so weiter...kaum kontakte zu anderen und keine freunde.

mit 16 hab ich meine mittlere reife gemacht und wollte eigentlich auf die fos,um später mal studieren zu können.doch meine eltern bestanden darauf,dass ich eine ausbildung mache,um zu lernen,eigenes geld zu verdienen.gut und schön...die ausbildung war an sich wirklich toll,nur hatte ich zunehmends probleme mit den kollegen.

ich hab immer mehr gespürt,dass zwischen meinen eltern irgendwas nicht stimmt.als ich in die pubertät kam,hatte ich nicht das gefühl mich meinen eltern anzuvertrauen,weshalb ich angefangen habe,alle probleme in mich reinzufressen.

als ich 17 war,hab ich durch die arbeit einen jungen kennengelernt.er hat mich angehimmelt und mir hat seine aufmerksamkeit sichtlich gut getan.doch ich habe gemerkt,dass sein interesse mehr in eine sexuelle richtung lenkt und hatte angst,da ich selbst noch jungfrau war und es bleiben wollte.doch da ich so froh war,jemanden gefunden zu haben,dem ich anscheinend was bedeute,hab ich mir eingeredet,ich müsse das alles einfach über mich ergehen lassen.das resultat dieser bekanntschaft war,dass er mich zum sex zwingen wollte!!!(ich hab die sache verdrängt und mit niemandem geredet)

danach folgten einige kurzweilige beziehungen,in denen ich mich nur als puppe gefühlt habe.

mit 18 hab ich dann jemanden kennengelernt...er war immer an meiner seite,auch als sich 2006 meine eltern trennten und ich von zuhause ausgezogen bin.meine mutter ist damals abgehaun und hat mich mit knapp 300euro schulden sitzengelassen.mein vater und meine schwester haben mir die schuld an der trennung gegeben und den kontakt zu mir abgebrochen.

ich hab mich daraufhin in therapeutische behandlung begeben,da ich immer wieder krank war und auch ständig mit panikattacken und angstzuständen zu kämpfen hatte.der therapeutin hab ich dann auch zum ersten mal von dem sexuellen missbrauch erzählt und sie meinte,ich hatte davon ein trauma davongetragen.auch die trennung meiner eltern und der plötzliche kontaktabbruch hätten mich in depressionen gestürzt.ich bekam medikamente,doch wirklich besser wurde meine lage nicht.oft hab ich mir einfach eingeredet,mir ginge es gut...doch dann überkam micht wieder eine welle von erinnerungen und ich war wieder am boden.

aufgrund meiner psychischen probleme hatte ich auch probleme in der arbeit und später in der schule.ich war oft krank und ich drohte sogar von der schule zu fliegen.kurz vor dem abitur (hab es nachgemacht,damit ich meinen traum vom studium noch erfüllen kann) hab ich nochmal eine therapie angefangen,wo eine eindeutige diagnose meiner probleme gestellt wurde: posttraumatische depressionen und narzisstische persönlichkeitsstörung

ich hab es trotz allem endlich geschafft im oktober mein studium zu beginnen.obwohl mir die professoren dort wenig erfolg zugesprochen haben,sollte ich meine probleme nicht bald in den griff bekommen.an der uni hat sich für mich irgendwie alles verändert...ich selbst habe mich verändert...ich habe erkannt,dass die beziehung,die ich bis dahin geführt hatte eigentlich garkeine richtige beziehung war.natürlich hab ich ihn geliebt,doch eigentlich war er doch mehr ein ersatz für die familie,die ich verloren hatte.schließlich habe ich mich von ihm getrennt und stand praktisch auf der straße.bin provisorisch bei einem bekannten untergekommen,denn ich hab ja sonst niemanden.ach ja...ich glaube auch eine esstörung zu haben.ich finde mich selbst hässlich und nicht liebenswert und unterdrücke mein hungergefühl.

was mich eigentlich fertig macht ist,dass mich die vergangenheit immer wieder einholt und ich immer wieder in ein tiefes loch falle.manchmal wünschte ich mir,einfach zu sterben,damit das alles einfach ein ende hat...doch dann denk ich mir wieder,ich hab soviel erreicht was ich nicht wegwerfen möchte.außerdem hab ich einen mann kennengelernt,der mir sehr sehr viel bedeutet und ich möchte ihn nicht verlieren.doch da ist das nächste problem: der umgang mit mir kann echt schwierig sein und ich hab schwierigkeiten mit sozialen kontakten umzugehen.kann nicht genau erklären wie das ist...

ähm ja...das war jetz mal meine geschichte...ich weiß nicht,wie ich weiterleben soll/kannsoll/kannsoll/kannich hab angst das was ich mir schwer erarbeitet habe (studium) wegen meiner probleme aufs spiel zu setzenja,ichja,ichja,ich werde wohl wieder eine therapie anfangen müssen,doch dafür müsste ich erstmal einen festen wohnsitz haben...

danke fürs lesen...wer etwas dazu sagen möchte,bitte gern

gruß,LotusBlume

Antworten
wPisMtaxr


Hallo. Ich kann das gut nachvollziehen was du schreibst, da ich momentan ähnliche Probleme habe und auch an einer Persönlichkeitsstörung leide (schizoide Störung).

Ich würde dir raten deine Beziehung weiter zu verfolgen. Auch was soziale Kontakte angeht wird man darin nur besser durch Übung. Du scheinst eine ziemlich negative Einstellung dir selbst gegenüber zu haben. Versuche mal deine postiven Seiten zu sehen und deinen Mitmenschen zu zeigen.

Mehr fällt mir gerade nicht ein... ":/

LwotustBlume8x7


das tut mir leid zu hören,wistar...fühl dich von mir umarmt

tja,leider fällt es mir extrem schwer irgendwas positives an mir selbst zu finden.wenn mir leute sagen,dass ich etwas gut kann oder hübsch bin,dann nehme ich das garnicht wirklich ernst.ich kann auch überhaupt nicht nachvollziehen,wie es möglich ist,dass es menschen gibt,die wirklich etwas mit mir zutun haben wollen!!!

bin der meinung,es würde niemanden stören,wenn ich nicht mehr leben würde...

s9chnattzer%guscxhe


ich hab mich daraufhin in therapeutische behandlung begeben,da ich immer wieder krank war und auch ständig mit panikattacken und angstzuständen zu kämpfen hatte.der therapeutin hab ich dann auch zum ersten mal von dem sexuellen missbrauch erzählt und sie meinte,ich hatte davon ein trauma davongetragen.auch die trennung meiner eltern und der plötzliche kontaktabbruch hätten mich in depressionen gestürzt.ich bekam medikamente,doch wirklich besser wurde meine lage nicht.

kurz vor dem abitur (hab es nachgemacht,damit ich meinen traum vom studium noch erfüllen kann) hab ich nochmal eine therapie angefangen,wo eine eindeutige diagnose meiner probleme gestellt wurde: posttraumatische depressionen und narzisstische persönlichkeitsstörung

Was hat sich während dieser Therapien denn noch so getan? Du wurdest doch sicher nicht einfach mit Medikamenten oder einer Diagnose allein gelassen.

was mich eigentlich fertig macht ist,dass mich die vergangenheit immer wieder einholt und ich immer wieder in ein tiefes loch falle.

Da liegt der wichtigste Ansatz überhaupt! Du kannst die Vergangenheit natürlich nicht verändern. Aber sie holt Dich auch nicht ein. Es scheint nur so. Die Vergangenheit ist vergangen. Was Dich tatsächlich einholt sind die damals geprägten Ängste. Das wird sich so lange wiederholen, bis Du sie nicht mehr verdrängst, sondern aufgelöst hast. Das sollte das Ziel einer Therapie sein.

LGotus{Blfume87


die therapien waren beide nicht von langer dauer (erst wegen meiner arbeit,dann wegen umzug)!!während den sitzungen hab ich eigentlich nur über das,was passiert ist gesprochen.es kam noch nicht wirklich zur sprache,wie man in meinem fall ansetzen könnte,die probleme und ängste zu bewältigen.

sCchnat#tereguscche


Dann kann ich Dir nur empfehlen, die Therapien fortzusetzen.

L$otgusaBlumxe87


bin im moment total überfordert... :°(

sechnaZttergxusche


Versuch, zur Ruhe zu kommen. Manchmal bekommt man Druck von allen Seiten. Dann bringt es nichts, sich noch zusätzlichen Druck selbst zu machen. Mit Geduld abwarten, bis sich die momentane Lage entspannt, führt unterm Strich schneller zum Ziel. :)_

AfzucRena1


Hey LotusBlume,

was für ein hübscher Nick! :) Mit einer Persönlichkeitsstörung kann man leben, es ist bestimmt nicht immer einfach :-/ ...aber wie Schnattergusche dir schon sagte, glaube ich auch, dass du mit deiner Therapie fortfahren solltest! Gibt es an deiner Uni nicht einen Psychologen/Therapeuten zu dem du gehen könntest während du auf einen Theraspieplatz wartest?

LG, A :)*

K!ylixnn


Mir fällt da spontan ein Zitat von Khalil Gibran ein:

"Das Leid brachte die stärksten Seelen hervor. Die aller stärksten Charaktere sind mit Narben übersäht."

Auch ich lebe seit Jahren mit einer Persönlichkeitsstörung (Borderline), mache seit Jahren Therapie. Mit der Zeit wird es leichter und man kommt besser zurecht. Und irgendwann ist man so weit, dass die Diagnosekriterien nicht mehr zutreffen. Das heisst nicht, dass man anders fühlt als vorher. Aber es fällt nach aussen hin nicht mehr so auf, man schafft für sich selbst Mechanismen, sich einhalt zu gebieten, bevor man etwas tut. Man schafft sich "Workarounds". Man lernt mit sich umzugehen.

Und man lernt das Umdenken, gewinnt neue Ansichten und Einsichten. Man lernt, seine "Symptome" als Fähigkeiten zu nutzen. Man lernt mehr über sich, als die meisten anderen Menschen in ihrem Leben. Ich persönlich sehe das für mich als grosses Geschenk an. Aber bis zu dieser Einsicht hat es lange Zeit gedauert... ;-)

Auch wenn du es jetzt noch nicht glauben magst: Es wird besser werden... :)* :)* :)*

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