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Zwangsgedanken und Zwangsbefürchtungen

WfindBowmaxn hat die Diskussion gestartet


Ich bin 17 und ich habe oft Phasen, in denen ich über das ich besonders stark nachdenke, was mir am meisten Angst einjagt. Ich habe z.B. Angst, dass ich schwul sein könnte, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich es nicht bin. Oder ich habe Angst, dass ich psychisch krank bin und verrückt werde. Mir ist zwar klar, dass diese Gedanken sinnlos sind, trotzdem quälen sie mich und ich steigere mich (fast) jedes Mal hinein. Das kommt so weit, dass ich Angst habe, dass jemand denken könnte, ich sei schwul und ich beobachte mich genau, ob ich mich schwul verhalte usw. Des Weiteren kommt bei mir bei diesen Gedanken ein Gefühl der Panik auf, die mitunter verhindert, dass ich aufhören kann, darüber nachzudenken. Ich bin schon immer ein Mensch gewesen, der viel nachgedacht hat und dem wichtig ist, was andere über mich denken, aber durch die Angst, die dazugekommen ist und immer stärker bei solchen Gedanken wurde, kann man sagen, hat sich meine Lebensqualität leicht eingeschränkt. Manchmal ist es sogar so, dass ich darüber nachdenke und mir geht es schlecht und plötzlich denke ich mir, ist doch eigentlich scheiß egal und ich fühle mich frei und froh, doch das kann sich auch wieder schlagartig ändern. Ich finde es nicht schlimm darüber nachzudenken, aber ich kann mich dann einfach nicht mehr von den Gedanken lösen wie andere Menschen vielleicht. Mir ist aufgefallen, sobald ich beschäftigt bin (Schule, Videospiele, Sport, Kontakt mit anderen Menschen, Partys) machen mir die Gedanken so gut wie gar nichts... so bald ich aber öfter allein bin (Ferien, vorm Einschlafen, ...) sind die Gedanken stärker und können mir eher was anhaben. Nun kann ich natürlich möglichst viel unternehmen und mich ablenken, aber im Unterbewusstsein sind die schlimmen Gedanken sozusagen abgespeichert und sobald ich nur daran erinnert werde kommen sie wieder. Ich mache auch schon länger eine Therapie, vor allem wegen meinem niedrigen Selbstvertrauen bzw. Selbstwertgefühl. Dazu muss ich sagen, dass sich dies schon sehr verbessert hat im Bezug auf Schule, mehr Freunde und mehr Selbstvertrauen eben, worauf ich sehr stolz bin und auch stolz sein kann. Ich weiß, ich sollte (wie meine Therapeutin meint), nicht so viel darüber nachdenken und auch einen Gedankenstopp in Betracht ziehen, jedoch wird die Angst und die innere Unruhe umso stärker je länger ich es durchhalte nicht über meine Ängste nachzudenken. Ich habe jetzt statt 1mal in der Woche eine Sitzung nur noch 1mal im Monat eine Sitzung und beim Gedanken, dass ich nur noch ein halbes Jahr bzw. 6 Sitzungen habe, bekomme ich Angst. Damit will ich sagen, wenn ich daran denke, macht sich bei mir ein Gefühl der Panik breit, zwar nicht stark, aber trotzdem nicht angenehm. Oft habe ich das Gefühl, dass ich nicht genügend Kraft habe, die "Zwangsgedanken" zu verdrängen. Einen großen Anteil, wenn nicht fast den ganzen, dass ich Angst habe, verrückt zu werden (bzw. die Kontrolle zu verlieren) macht ziemlich sicher das Internet aus, aus dem ich oft Informationen bezüglich psychischer Krankheiten durchgelesen habe. Ich begann dabei an mir zu zweifeln, Symptome an mir zu suchen, die ich natürlich auch hatte, wenn ich lange genug darüber nachgedacht habe, was mich wiederum zutiefst einschüchterte. Heute zum Beispiel ist wieder so ein Tag, an dem mein Vater sich abfallend über Schwule geäußert hat und ich habe ja im Allgemeinen nichts dagegen, solange ich nicht davon betroffen bin, aber bei dem Thema kommt bei mir jedes Mal der Gedanke auf: "Was wäre wenn du schwul wärst?" Ich weiß, dass nichts Schlimmes dabei ist und ich bin mir auch bewusst, dass das Verhalten meines Vaters falsch ist. Das "Problem" ist nur, ich bin nicht schwul und steigere micht trotzdem sehr stark hinein, es zu sein / sein zu können. Höre ich dann von Männern, die erst mit 40 oder so merken, dass sie schwul sind und davor Frau und Kinder hatten, stell ich mir die Frage: "Was wäre wenn dir das passiert?" Das ewige Gedankenspiel "Was wäre wenn..." macht mich noch krank...

Sorry für den langen Text, aber ich musste das mal wieder loswerden...

Bin für jeden hilfreichen Rat bzw. Tipps dankbar :)^

Antworten
s:tür.mcPhen


Also erstens glaub ich nicht, dass man mit 40 noch schwul wird, oder das dann erst entdeckt. Eher gibt es Leute, die sich und anderen es erst spät eingestehen. Und zweitens hab ich mir in den ersten Sätzen deines Textes schon gedacht, dass dein Vater dahintersteckt, dass du solche Angst hast schwul zu sein. Dabei geht es letztendlich auch gar nicht um das schwulsein, sondern die tief verwurzelte Angst deinem Vater nicht gut genug zu sein. Mann, dieser Mann muss dich echt ganz schön verunsichert haben in deinem Selbstwertgefühl. Dabei ist es sich hilfreich vorzustellen, warum dein Vater sich so verhalten muss. Er selbst muss eine wahnsinnige Panik vorm Schwulsein haben, bzw. vor der Andersartigkeit, nicht der Norm zu entsprechen, oder nicht den Vorstellugnen anderer zu entsprechen. Wie ist denn dein Opa? Wie hat er deinen Vater behandelt? Oft zieht sich so ein Konflikt durch ganze Generationen. Nicht missverstehen: ich will keine Lanze für deinen Vater brechen oder der Elternversteher sein. Es hilft einem jedoch zu wissen, dass man selbst mit den psychischen Problemen der Eltern eigentlich nichts zu tun hat, und sie nicht anders können als sich so bescheuert zu verhalten.

Schade, dass du nur noch so selten Therapie hast. Du bist wohl noch nicht bereit dafür. Sag es deiner Therapeutin, dass es dich so in Panik versetzt und dass du, auch wenn du oberflächlich gesehen schon viel selbstbewusster geworden bist, doch noch mehr Unterstützung brauchst. Ich find es toll, dass du die Therapie machst. Du kümmerst dich schon ziemlich gut um dein Problem und um deinen Selbstwert. Du machst alles richtig! :)z

Wri>ndo-wman


Mein Vater hat mal erwähnt, dass er eigentlich nichts gegen Schwule hatte, aber das er dann öfter mal von einem angemacht wurde und er bei seiner Arbeit (Polizei) öfter damit zu tun hatte und er dort seine abneigung gegen diese bekommen hat. Außerdem trägt natürlich auch die Religion ein bisschen dazu bei, da dort ja immer noch Homosexualität verurteilt wird. Ich finde auch, dass Homosexualität eigentlich nicht ganz normal ist... Wenn ich nicht Angst davor hätte würde sie mir auch ziemlich egal sein und ich würde nicht darüber nachdenken^^

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