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Erster Arztbesuch wegen Depression

d-ieAUSwcanderixn83 hat die Diskussion gestartet


Seit längerer Zeit leide ich schon unter Depressionen, konnte mich bisher aber nie dazu durchringen einen Arzt aufzusuchen. So...morgen ist es nun soweit. Der Termin steht - und die Angst wird immer größer.

Was soll man denn dem erzählen? Also, was sagt man am besten, wie fängt man an? Was folgt dann? Gleich eine Untersuchung oder Überweisung oder neuer Termin?

Würd mich freuen, wenn ihr ein paar Tips habt oder über eure Erfahrungen berichtet.

Danke :-)

Antworten
Z'wa ck4x4


Kein Grund zur Panik: Einfach wie bei jedem Arztbesuch beschreibst Du die Symptome. Außerdem interessiert den Arzt vielleicht "wie lange schon?", "gibt es für Dich einen erkennbaren Zusammenhang zwischen einem traumatischen Erlebnis und Deinen Beschwerden?", "bist Du ständig "down", nur bei bestimmten Anlässen oder wird eine depressive Phase gar durch "himmelhoch jauchzende" Phasen unterbrochen?"

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit der medikamentösen Behandlung und der Psychotherapie. Für eine Psychotherapie brauchst Du eine Überweisung (Vorsicht: meist sehr lange Wartezeiten), aber auch eine medikamentöse Behandlung durch den HA halte ich für problematisch. Ein geeigneterer Ansprechpartner wäre da ein Psychiater (Überweisung!), weil er auf diesem Gebiet mehr Erfahrung hat. Ich vermute also, dass Du morgen mit einer Überweisung aus der HA-Praxis gehst und Dich verzweifelt fragst, warum Du Dir Sorgen gemacht hast.

dGieAU5SGwand^erixn83


Danke für deine Antwort, Zwack!

Naja, ich hab halt zuvor noch nie wirklich mit jemandem über die Depression gesprochen und vermutlich bring ich das Wort schon mal gar nicht raus. |-o

Ich denk mir immer, dass die anderen zu dem Arzt gehen weil sie "wirklich" krank sind man mir ja nix ansieht. Und ich deshalb irgendwie nicht ernstgenommen werd. Ich weiß, dass es eigentlich Blödsinn ist. Weiß auch nicht wie "alltäglich" das beim HA ist. ???

Hab gehört, dass der Arzt (denke mal HA) auch Untersuchungen durchführen muss um andere (körperliche) Ursachen der Depression auszuschließen. Oder wird das erst gemacht, nachdem der Psychiater die Depression festgestellt und "bescheinigt" hat?

Z&wackP44


Erstens ist die Zahl depressiver Patienten ständig am Steigen, und ihre erste Anlaufstelle dürfte in der Regel der HA schon deshalb sein, weil viele ja selbst ihren Zustand gar nicht als Depression erkennen (ging mir auch so). Zweitens haben Ärzte wohl schon viel mehr erlebt als sich die meisten Patienten vorstellen können. Dabei mußt Du Dich von der Vorstellung frei machen, dass Depression etwas Peinliches ist und es ist ja auch noch gar nicht ausgemacht, was Du wirklich hast. Du kannst das Wort sehr gut vermeiden und brauchst, wie schon gesagt, Deine Symptome schildern.

Ob Dein HA, ein Internist oder Psychiater die Untersuchung auf körperliche Ursachen vornimmt, dürfte im Prinzip egal sein. Als gebranntes Kind möchte ich nur auf die Schilddrüse hinweisen, aber es gibt sicherlich jede Menge andere körperliche Ursachen.

pmapabaerTchxen


Hiho.

Zwack hat völlig recht, du brauchst keine Angst zu haben.

Ich selber habe etwa 4 Monate gebraucht um zum arzt zu gehen. Auch immer mit dem Gefühl "Ich bin ja nicht krank, nur schlecht drauf". Es war nicht leicht dem Arzt zu sagen das ich ein Problem mit Depressionen habe vor allem weil ich mir nichtmal sicher war ob es wirklich welche sind.

Aber es ist besser nicht um den heißen Brei zu reden sondern dem Arzt direkt zu sagen was du vermutest und was dich beschäftigt. Er will dir nur helfen.

Mein Hausarzt hat sich sehr viel zeit genommen mir zuzuhören. Er hat auch ein paar Fragen gestellt aber eher um rauszufinden wie schlimm es ist und nicht woher es kommt. "Untersuchungen" hat er nicht gemacht, nur einen Bluttest ob Köperlich/Hormonell alles passt (depressionen können auch wegen eines gestörten Hormaonhaushaltes kommen).

Der nächste Schritt war zur Neurologin um dort alles abzuklären, der Termin hat aber nur 10 minuten gedauert.

Dann war ich beim Therapeuten. 1.5 Jahre lang.

Aber bis dahin dauert es bei dir ja noch ein bischen, habe beim Therapeuten übrigens sofort einen Termin bekommen.

Im nachhinein bin ich fest davon überzeugt das es das richtige war den ersten schritt zu machen und jemand davon zu erzählen. Und im nachhinein war es gar nicht so schwer. Ärzte haben für solche sachen sehr, sehr viel verständniss und nehmen es sehr ernst.

Ich wünsch dir alles gute und alles Liebe.

w}ifs[eman8x6


habe beim Therapeuten übrigens sofort einen Termin bekommen.

privatpatient?? xD

n&ajan8agut


Hab gehört, dass der Arzt (denke mal HA) auch Untersuchungen durchführen muss um andere (körperliche) Ursachen der Depression auszuschließen.

"Müssen" ist eine harte Formulierung. Es ist einfach sinnvoll, erst mal rein organische Dinge zu untersuchen. Typische "Kandidaten" sind die Schilddrüse, die kann Depressionen verursachen, aber auch Eisenmangel kann zu Antriebslosigkeit führen. Das sind Fragen, die sich durch einmaliges Blutabnehmen leicht klären lassen.

Falls du Antidepressiva bekommen sollst, würde ich dir raten, die Einstellung von einem Psychiater machen zu lassen. Das ist für die tägliche Arbeit, sie haben meistens mehr Erfahrung als ein Hausarzt, damit kann man sich einiges ersparen.

Trau dich, es lohnt sich :°_

djieXAUSw^anjderixn83


Erstmal DANKE für eure Antworten! :)^

Bin mal gespannt wie es dann morgen wird. Werde dann nochmal berichten wie es mir erging. *:)

pYapabaIercxhen


privatpatient?? xD

Nö.

Von Antidepressiva würde ich total abraten. Die bewirken nicht das du besser drauf bist sondern das dir alles egal ist. Ich habe mal welche getestet und bin nur wie ein Zombie rumgelaufen. Das soll zwar nur die ersten ein bis zwei wichen so krass sein, aber das war einfach zu heftig. Klar, wenn du Urlaub hättest oder so ist das erträglich aber ich stand mitten im Berufsleben und da war es unmöglich das zu ertragen.

n'ajEanagwut


Das soll zwar nur die ersten ein bis zwei wichen so krass sein

War bei mir genau so. Zwei Wochen wars schlimmer als vorher, aber danach war ich wieder ich selbst, so wie vor der Depression.

Natürlich ist diese Übergangszeit Mist, aber sie ist definitiv kein Grund, komplett von AD abzuraten.

ZAwacTk4x4


papabaerchen, in einem Fall wie Deinem frage ich immer: Und hast Du das Deinem Psychiater erzählt? Hast Du mit ihm über eine niedrigere Dosis, einen Medikamentenwechsel, eine Kombination mit einem oder zwei anderen Mitteln diskutiert? Wieviele ADs hast Du ausprobiert? Was in Deinem Beitrag stört, ist die Verallgemeinerung Deiner persönlichen schlechten Erfahrung. Ich bezweifle, dass man Dich nicht besser hätte behandeln können.

pAapabarerbchexn


@ Zwack.

Sorry aber eine andere Erfahrung als die meine kann ich nicht schreiben weil ich nur die eine habe. Ich habe nur ein Medikament probiert, klar habe ich meinem Arzt von den Nebenwirkungen erzählt und der meinst es ist bei alles gleich. Von der Dosierung habe ich mit einer viertel Tablette angefangen und sollte dann nach einer Woche auf eine Halbe, dann auf eine ganze Dosieren. Schon die viertel Tablette war Zombie-Like.

Da ich aber sofort einen Therapieplatz bekommen habe war die medikamentation kein Thema mehr. Wir konnten uns auf anderer Art und Weise meinen Depressionen nähern.

Ich Bleibe bei der Meinung: Therapie :)^ Medikamente :(v

Meine Erfahrung und ich habe nur dieses eine Leben.

Z(wacik4x4


papabaerchen, Du hast mich leider nicht verstanden: Wenn Dein Beitrag den medikamentösen Mißerfolg als Dein persönliches Erlebnis charakterisiert hätte, wäre das OK gewesen. Das Unseriöse an Deinem Beitrag war die Vorhersage

Die bewirken nicht das du besser drauf bist sondern das dir alles egal ist.

Das hat für Dich gegolten (vielleicht nur, weil Du einen unfähigen Arzt hattest, was ich daraus "... und der meinst es ist bei alles gleich" schließe), muß aber nicht für andere richtig sein. Und genau das war mein Punkt.

d;ieA\USw=ande<rinx83


Also, der Arztbesuch war nichts großartiges. Hatte mich zwar unwohl gefühlt und mir war es ziemlich peinlich der Ärztin meinen Verdacht zu sagen aber die Sache war schnell (in 5 Minuten) erledigt. Ihre Stimme wurde dann etwas leiser, so als ob ihr das jetzt selber unangenehm ist, mich darüber aufzuklären dass ich in diesem Fall einen Psychiater aufsuchen soll. Usw usf. Mehr hatte sie aber auch nicht gefragt. Ich bekam dann ne Überweisung ausgestellt, die ich mir am Empfang abholen sollte. Hatte den Eindruck dass das Mädel am Empfang irgendwie doof/erstaunt geguckt hatte, als sie darauf las "Psychiatrie". :-) Ich krallte mir die Überweisung und dampfte schnell ab. Omg...warum muss einem das alles so peinlich sein? :-/ Die Ärztin selber konnte mir keine Empfehlung für einen Psycho-Doc geben weil sie noch nicht so lange in München ist und die Mädels am Empfang hab ich mich nicht getraut zu fragen.

Und jetzt muss ich mich erstmal im Netz schlau machen welche Praxen es hier so gibt. Hat einer einen Tip in München?

Wobei...jetzt wo "es langsam ernst wird" frag ich mich wieder ständig, ob ich denn das wirklich alles brauche oder ob ich nur selber zu faul/doof bin mein Leben auf die Reihe zu kriegen. Im Grunde hängt da tatsächlich mehr dran (Angststörung wahrscheinlich) aber ich denke immer "soo schlimm ists doch auch nicht", das ist alles noch nicht Grund genug nen Psycho-Doc aufzusuchen und ne Therapie zu machen. Dieses ewige Grübeln macht mich echt noch wahnsinnig...

Ging es euch so?

(Das mit den Depris hab ich nun schon seit 2 Jahren etwa so krass, bin dann für ne Zeit ins Ausland "geflüchtet", hat aber auch nix gebracht, hatte mich dort auch dauer-mies gefühlt und mir häufig gewünscht zu sterben.)

M$enscNhenhkiyndcVhe$n


Hallo liebe Auswanderin.

Ich finde deinen Beitrag sehr interessant und würde mich freuen, wenn du uns (mich) weiter auf dem Laufenden hältst.

Bei "uns" ist es mein Ehemann, der unter Depressionen leidet. Und er ist eben leider auch noch nicht zu einem Arzt gegangen. Und gerade als jemand, der nicht selbst diese Krankheit hat, fragt man sich natürlich, wie und ob ein Arzt helfen könnte. Denn diesbezüglich hört man ja eher Negatives.

Also würde ich mich wie gesagt über weitere Erfahrungsberichte freuen und wünsche dir auf jeden Fall *wie auch immer* gute Besserung.

Liebe Grüße

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