» »

Ordentlicher Mensch gefangen im Körper von unordentlichem Mensch

au.fixsh hat die Diskussion gestartet


..en.

So komme ich mir vor. Aber ich weiß nicht, ob ich mich nur in schmeichelhaftem Licht sehe, deshalb dieser Thread hier.

Mein Mann und ich renovieren gerade ein Zimmer. Dazu brauchen wir ziemlich viel verschiedenes Werkzeug, was in diesem Zimmer herumliegt, weil ich die letzte Woche größtenteils allein dort herumgewerkelt habe.

Heute nachdem wir beschlossen hatten, erstmal Schluss zu machen – fertig sind wir noch lange nicht, weiterarbeiten werden wir morgen – bat mein Mann mich darum, mit ihm zusammen aufzuräumen. Ich das Werkzeug, er die Baustoffe.

Ich sagte: "Aber das brauchen wir doch alles noch." Er antwortete: "Richtig, deshalb räumen wir es jetzt ordentlich weg." Ich dachte: 'Welchen Sinn macht es, Zeug von dem Ort wegzuräumen, an dem man es braucht?' – sagte aber nichts, weil wir uns an diesem Punkt nie einig werden. Mit derselben Begründung mache ich nie das Bett. Es widerstrebt mir aus tiefster Seele, das Bett ordentlich zu machen, da es ja sowieso wieder unordentlich gemacht wird. Ich empfinde das als ungemein frustrierend; wenn ich etwas ordne, tue ich das mit Bedacht und Mühe und dann soll es auch so bleiben. Das Ergebnis ist ein dauerhaft unordentliches Bett, aber doch nur, weil ich Ordnung einen sehr hohen Stellenwert einräume?

Also machte ich mich daran das Werkzeug zu ordnen. Das Zimmer sah ziemlich chaotisch aus und ich konnte keinen Anfang finden. Das ist ein weiteres Problem: weitläufige Unordnung erschlägt mich. Anstatt grob alles zu ordnen, konzentriere ich mich auf einen kleinen Bereich und mache diesen extrem ordentlich. So auch diesmal: ich griff mir etwas Kleines – es war der Behälter für die Kreisaufsätze für den Bohrer. Was genau das ist, ist egal, wichtig ist, dass da nicht jeder Aufsatz an seinem Platz steckte und dass es eine ziemliche Fummelei ist, sie an die richtigen Plätze zu stecken. Das richtige Einordnen nahm also einige Zeit in Anspruch. Zwischenzeitlich kam mein Mann zurück ins Zimmer und schnarrte, ich hätte ja noch gar nichts gemacht. Das fuchste mich, hatte ich doch jede Sekunde seit der Aufforderung aufzuräumen, tatsächlich mit Aufräumen verbracht. Er nahm mir den Behälter aus der Hand, warf ihn in eine Ecke und meinte, das müsste ich nicht einsortieren, sondern nur auf einen Haufen legen. Ich dachte: 'Welchen Sinn macht es, aufzuräumen, wenn man es dann doch nicht macht?' Der nicht korrekt eingeordnete Behälter auf einem Haufen stellt in meinem Gefühl eine ebenso große Unordnung dar als wäre sein Inhalt im ganzen Raum verteilt.

Aber gut, so ist man ja nicht. Also machte ich mich dann doch daran das große Werkzeug zu ordnen.

Am Anfang jeder Ordnung steht die Frage nach dem Ordnungsprinzip. Alphabetisch, mechanisch, systematisch? Während ich noch überlegte, also mich gedanklich sehr wohl voll auf Aufräumen konzentrierte, kommentierte der Mann meines Herzens zunehmend ungehalten: "Steh da nicht so rum."

Welch Missverständnis – ich stand nicht rum, ich räumte auf. Fast. Also, bald. Gleichsofort. Unter dem Druck etwas Sichtbares tun zu müssen, entschied ich mich für eine thematische Ordnung. Logische Haufen: Sägen zu Sägen, Hämmer zu Hämmer. Tja, natürlich die falsche Entscheidung. An der geraden Kante der Wand aufgereiht sah das einfach scheiße aus – mechanisch nach Größe wäre weitaus besser gewesen. Also fing ich nach der Hälfte(motivatorisch dem Tiefpunkt nahe) an, noch einmal umzuräumen. Ich wollte es ja richtig machen.

Meinem Mann wurde es da aber zu bunt und er fing recht ruppig an, die Sachen einfach an der Wand aufzuhäufen – ohne jede Ordnung! Und meine machte er auch noch kaputt!

Das Ende vom Lied: mein Mann genervt, weil ich seiner Meinung nach nichts getan hatte. Ich genervt, weil das Zimmer in meinen Augen exakt genauso unordentlich aussah wie vorher und der ganze Stress völlig umsonst gewesen war.

Und eine dicke fette Kommunikationsbarriere, weil er nicht kapiert, was ich fühle und ich nicht nachfühlen kann, was er denkt.

Bin ich besonders ordentlich oder besonders unordentlich? Und wie kann ich meine geistige Auflösung verstellen, sodass ich nicht nur entweder DIE GANZE WELT IM CHAOS oder den winzigen Mikrokosmos sehe?

Antworten
jkunixper


;-D

Helfen kann ich da nicht, aber ich erkenne mich wieder, in dem was du da schreibst. Ich werde mal mitlesen.

ag.fixsh


Na wenigstens schon ein Leidensgenosse! Haben Deine Mitmenschen Verständnis oder gibt es da auch Probleme?

H%oot|en


Und wie kann ich meine geistige Auflösung verstellen, sodass ich nicht nur entweder DIE GANZE WELT IM CHAOS oder den winzigen Mikrokosmos sehe?

Geh zum Bund! Hat mir auch gut getan. ;-)

War früher nicht gaaaanz so extrem wie Du und noch heute verspüre ich oftmals die Lustlosigkeit mich mit dem Aufräumen zu beschäftigen, denn irgendwann ist eh alles wieder dreckig. ;-D

Bestimmte Dinge tue ich somit ganz automatisch, ohne darüber nachzudenken, ob sie sinnig oder unsinnig sind, denn manche Dinge müssen einfach getan werden.

Bei großen Aufräum-Aktionen weiß ich zuhause auch nie so richtig, womit/wie ich anfangen soll, gleichzeitig habe ich aber woanders keine Probleme irgendwas mit anzupacken oder Ordnung zu halten.

Wie es so schön im Volksmund heißt: "Ordnung ist das halbe Leben, ich lebe in der anderen Hälfte." :-p

a~.fixsh


Geh zum Bund!

Ohne Witz: das sagt mein Mann auch immer. |-o Da würde man mir meine Umstandskrämerei austreiben.

noch heute verspüre ich oftmals die Lustlosigkeit mich mit dem Aufräumen zu beschäftigen, denn irgendwann ist eh alles wieder dreckig.

Ganz so ist es ja nicht. In überschaubaren Bereichen und dort, wo ich weiß, dass die Ordnung länger bestehen bleibt, habe ich sogar große Lust aufzuräumen. Mein Schreibtisch z.B. ist blitzeblank sauber, alles was darauf liegt hat seinen Platz und ist im rechten Winkel an der Tischkante und/oder dem daneben liegenden Objekt ausgerichtet. Die Futterdosen meiner Katzen sind nach Sorten, Geschmacksrichtung und Haltbarkeit geordnet. Ebenso das Gewürzregal – eben leider immer nur so kleine Bereiche. Drumrum das Chaos, aber ich bürste den Teppich in eine einheitliche Richtung, weil das so unordentlich aussieht, wenn einige Bereiche gegen den Strich stehen. Den Müllberg auf dem Teppich seh ich nicht (also, den hypothetischen Müllberg, ganz so schlimm ist es bei uns Zuhause dann doch noch nicht).

Wenn ich darauf hingewiesen werde, fällt mir das dann auch auf und ich schäme mich/ärgere mich über mich selbst, aber vorher – blinder Fleck, keine Chance.

lno[ko


das könnt mein Thread sein,ich hab nur jetzt gerade keine Zeit ,aber ich werd später bestimmt noch was schreiben

HVo+otexn


Ohne Witz: das sagt mein Mann auch immer. |-o Da würde man mir meine Umstandskrämerei austreiben.

Dein Mann ist ein waiser Mann. :)^

Wenn ich darauf hingewiesen werde, fällt mir das dann auch auf und ich schäme mich/ärgere mich über mich selbst, aber vorher – blinder Fleck, keine Chance.

Sind wir dann doch unterschiedlich gepolt. Mir ist's dann einfach egal und kann's nicht ab, wenn man mir in meiner Wohnung sagt, wie ich sie zu halten habe. Räume ich mein Schreibtisch auf, ist er nach 24h eh wieder eingesaut. ;-D

Richtig aufräumen tue ich eigentlich nur, wenn ich Besuch erwarte. :=o

Was aber geil ist:

Drumrum das Chaos, aber ich bürste den Teppich in eine einheitliche Richtung, weil das so unordentlich aussieht, wenn einige Bereiche gegen den Strich stehen.

Das erinnert mich einwenig an Jack Nicholson in "Besser geht's nicht". ]:D

a6.fixsh


Mit Jack Nicholson lasse ich mich immer gern vergleichen. ;-D

Unordnung stört mich dann, wenn ich sie als solche empfinde – wenn es aber seinen Sinn hat, dass alles drunter und drüber liegt (wie das Werkzeug, was wir ja noch brauchten), dann finde ich das halt nicht unordentlich.

NKovemOberx66


a.fish ;-D :)_ ich kenne dich aus dem Lamättafaden ;-)

macht dich sehr symphatisch wie du es beschreibst! :)=

ab.fisxh


@:) Danke.

N=ove7mbexr66


Gibt es oft Streit deswegen mit dir und deinem Mann?

d>ememtehr


:-D :-D :-D Nun ja liebe a.fish, entschuldige, aber ich musste doch lachen bei Deinem Beitrag. die liebe Ordnung. Es gibt ja ein Sprichwort: Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum suchen. ;-)

Aber im Ernst: Jeder hat seine eigene Einstellung zur Ordnung. Meist passt diese nicht zu der des Partners. Also heißt es Kompromisse finden. Entweder er räumt alleine grob auf und du machst den Rest oder so , eben in die Richtung. Ansonsten ist Ärger immer wieder vorprogrammiert. Alles ist eben relativ aus den Augen des Betrachters. Versucht einen Weg zur Einigung zu finden beim Aufräumen. Redet darüber..... vielleicht ärgerst Du dich ja mehr darüber als Dein Mann.

Bei mir ist es mittlerweile so, dass ich eine gesunde Unordnung halte und mich damit wohl fühle. Andere fühlen sich damit sicher gar nicht wohl, aber hey, es ist mein Leben. Früher war das anders, ich habe mir viel Stress gemacht und meist nur für andere.... was ich damit sagen will ist, lebt, wie Ihr es möchtet, aber redet darüber. Wenn ihr doch heute weiterwerkelt, hätte ich sicher gar nicht aufgeräumt, außer ein paar Pinsel vielleidht saubergemacht... du siehst, es ist so unterschiedlich.... versucht eine Lösung für euch beide zu finden, sonst ärgert Ihr euch immer wieder. Alles Gute *:)

a).f#imsxh


Gibt es oft Streit deswegen mit dir und deinem Mann?

Streit gibt es nicht oft, aber es ist öfter mal ein Thema. Bei dem wir uns für gewöhnlich einmütig über den anderen den Kopf schüttelnd auf ein agree-to-disagree einigen.

demeter,

Redet darüber..... vielleicht ärgerst Du dich ja mehr darüber als Dein Mann.

Das bezweifele ich. :-D Aber Du hast recht, solange ich mein Verhalten noch nicht ändern kann, brauchen wir wohl einen Kompromis. Dass er erst das grobe und ich dann die Feinheiten mache, klingt für mich ganz gut. Ob er sich darauf einließe, wo er doch meistens nur die Notwendigkeit der groben Ordnung sieht (und diese ja, wenn ich ehrlich bin, meistens auch gegeben ist), weiß ich nicht. Die Detailordnung ist ja im Grunde nur für meine Psychohygiene wichtig, reell wäre man mit einem schnell und nur grob geordneten Zimmer effektiver bedient.

Ich selber ja auch! Ich bin ja unzufrieden mit mir selbst.

p8ink1nic o7x5


Mein Schreibtisch z.B. ist blitzeblank sauber, alles was darauf liegt hat seinen Platz und ist im rechten Winkel an der Tischkante und/oder dem daneben liegenden Objekt ausgerichtet. Die Futterdosen meiner Katzen sind nach Sorten, Geschmacksrichtung und Haltbarkeit geordnet. Ebenso das Gewürzregal – eben leider immer nur so kleine Bereiche. Drumrum das Chaos, aber ich bürste den Teppich in eine einheitliche Richtung, weil das so unordentlich aussieht, wenn einige Bereiche gegen den Strich stehen.

Das hört sich ja schon fast nach einem zwanghaften Verhalten an ":/

a6.fi>sh


Ach nein, gezwungen fühle ich mich nicht. Ich beiße auch niemandem die Nase ab, wenn er einen Stift an die "falsche" Stelle legt. Aber ja, ein Platz für alles und alles an seinem Platz ;-D So habe ich das gern – nur dass die Platzwahl und das System dahinter eben leider für Aueßnstehende anscheinend schwierig nachzuvollziehen sind.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH