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Krankschreibung wegen Depressionen: Abgelehnt, und nun?

LMonel ywiooxd hat die Diskussion gestartet


Hi

Ich kann nicht fassen was gerade passiert ist.

Bin in Psychotherapie wegen Depressionen. Wegen verschiedener Ereignisse war ich heute komplett kaputt, aber zufällig hatte ich heute mittag auch Therapie.

Mein Therapeut riet mir, nicht zur Arbeit zu gehen. Sowas habe ich bisher noch nie gemacht...

Krankschreiben könnte er mich nicht, sagte er, da muss ich zu meinem Hausarzt gehen, aber das wird wohl kein Problem sein.

Ein Hausarzt habe ich aber hier in der Stadt aber noch nicht, weil ich erst seit ein paar Monate hier wohne.

Ich bin also zu einer Allgemeinmedizinerin bei mir in der Nähe, und die erklärte mir, das sie mich nicht krankschreiben wird. "Sie kennt mich nicht, wenn dann müsste das auch ohnehin mein Therapeut machen und ausserdem habe ich ja auch die Praxisgebühr nicht dabei gehabt, also dürfte sie mir sowieso gar nichts ausstellen!"

Und jetzt sitz ich hier völlig fassungslos.

Was soll ich morgen bei meinem Arbeitgeber sagen, warum ich heute nicht da war?

Stimmt das, darf sie mir gar nichts ausstellen darf, wenn ich die die Praxisgebühr nicht direkt bezahlt habe?

Und jetzt mal ehrlich, das kann doch alles nicht sein! Wenn das alles so wahr wäre, dann ist dies doch ein Teufelskreis!

Antworten
A6ngOi85


Hallo,

ich habe da jetzt nicht wirklich Fachwissen,aber ich kann schon verstehen,dass die Ärztin so gehandelt hat.Wenn sie dich wirklich nicht kennt und du dann auch noch die 10€ nicht dabei hast und sofort als Erstes von ihr krankgeschrieben werden willst,kann ich ihre Handlung nachvollziehen.Auf Deutsch gesagt:da könnte ja jeder kommen und behaupten,er wäre psychisch krank.

Das meine ich jetzt nicht böse,aber man muss das ja mal realistisch sehen.Und denke bitte nicht,dass ich für dich kein Verständnis habe,ich bin selbst in Therapie und habe eine Angststörung sowie Depressionen.

Es kommt ja auch darauf an,wie gut du mit deinem Chef auskommst.Vielleicht hat er Verständnis...

Nochwas dazu:dein Therapeut hat dir geraten nicht zur Arbeit zu gehen oder?Es war nicht deine Idee?Sorry,aber als du versucht hast eine Krankmeldung zu bekommen und es nicht geklappt hat,warum bist du dann nicht doch zur Arbeit gegangen?Ich habe es bis jetzt toi toi toi immer geschafft zur Arbeit zu gehen,auch wenn es oft hart war...

L.ontelywoxod


@ angi

Gib dir recht, erst mal kann ich auch die Ärztin verstehen. Da könnte ja echt jeder kommen!

Ich mach mir jetzt auch nicht so die Sorgen um meinen Job. Das regel ich schon irgendwie. Ehrlich gesagt habe ich Narrenfreiheit. Komme fast jeden Tag zu spät und meine Statistiken sind auch schlecht. Und trotzdem versucht meine Chefin sich immer bei mir einzuschleimen und nicht umgekehrt wie es eigentlich üblich wäre....aber das ist ja jetzt egal....

Ich mein das auch allgemein. Es kann doch nicht sein, das in meiner Situation es keine Möglichkeit gibt, Krank geschrieben zu werden.

Ausserdem glaub ich nicht, das ein Arzt nichts machen kann, wenn ich die 10 Euro nicht gezahlt habe.

Zur Arbeit bin ich nicht gegangen, weil ich direkt nach der Therapie da hin gemusst hätte. Da mein Termin bei der Thera aber heute mittag war, musste ich warten, bis ich wieder zum Arzt konnte. Und die Ärztin, bei der ich war, machte erst wieder um 17 Uhr auf. Und da ich noch nie ein Problem hatte, ein Krankmeldung zu bekommen, dachte ich, das dies schon irgendwie läuft.

M7ollJiecnchxen


Also ich habe schon von zwei Ärzten Krankschreibungen ohne körperlichen Grund, also wegen seelischen Tiefs bekommen, aber die kannten mich... Da saß ich aber auch jeweils heulend vor denen, weil ich wirklich nicht mehr konnte.

Ein bisschen nachvollziehen kann ich die Reaktion der Ärztin also auch. Vielleicht hat sie irgendwie gespürt oder geahnt, dass Du nicht auf eigene Initiative da warst, sondern mehr oder weniger hingeschickt wurdest...

Vielleicht ist auch das Gespräch unglücklich gelaufen...

LCon=ely[wooxd


Naja, das Gespräch ist tatsächlich unglücklich verlaufen. Als ich ihr zu Begrüßung die Hand hingehalten habe, bekam ich nur ein "Nö" zu hören. Natürlich schon mal ein super Einstieg....

Letztlich lief das Gespräch dann aber auch auf dieser Ebene weiter. Sie sagte nur "nein" zu allem und machte mir Vorwürfe, das ich 10 Euro nicht dabei hatte. Kann zwar verstehen, das dies ein heikles Thema ist, aber ich will einfach nicht glauben, das dies für einen Arzt bedeutet, er darf nichts machen! Hatte ja schließlich meine Krankenkassenkarte vorgezeigt. Sie hatten also eine Adresse uzw.

Heulen hätte ich vielleicht machen sollen. Aber das ist nicht so meine Sache, bin ein sehr sachlicher Typ.

Bin auch nicht wirklich hingeschickt worden. Der Vorschlag war zwar tatsächlich von meinem Therapeut gekommen, aber wenn er damit nicht angefangen hätte, wäre es selbst von mir gekommen.

Hab die ganze Nacht wach gelegen, steh total neben mir, hatte wieder Selbstmordgedanken, das Gefühl das ich mich übergeben muss, das ich in Ohnmacht falle uzw uzw.

Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn ich zur Arbeit gegangen wäre...

EJhema.ligerO NrutzeAr (#41x7903)


Vielleicht solltest du einfach einen zweiten Anlauf nehmen, und zwar folgendermaßen:

Laß dir von deinem Therapeuten Kopien deiner Unterlagen, Berichte über Gespräche und vor allem die Diagnose mitgeben.

Mach einen Termin bei einem Allgemeinarzt aus und gehe dorthin, nimm natürlich die Papiere und auch die Praxisgebühr mit. Erkläre dort, daß du neu in der Stadt bist und einen Hausarzt brauchst, der dich, wenn es nötig ist, auch krankschreiben kann. Dann hast du zumindest für die nächste "Akutphase" eine Anlaufstelle, wo du dann auch deine AU bekommst, wenn es dir so schlecht geht, daß du nicht arbeiten kannst.

Auch wenn du auf der Arbeit Narrenfreiheit hast, solltest du wenigstens kurz Bescheid sagen, daß du nicht kommen kannst.

Es gibt bei einer Depression solche und solche Tage. Daher kann ich das hier

Glaub mir, NIEMAND der mich kennt, würde das von mir glauben. Bin ein (scheinbar) sehr fröhlicher und seriöser Mensch.

Aber in mir sieht es ganz anders aus....

sehr gut nachvollziehen. Manchmal reicht eine winzige Kleinigkeit, und alles läuft aus dem Ruder, auch wenn es nach außen hin gar nicht so dramatisch aussieht.

Hab die ganze Nacht wach gelegen, steh total neben mir, hatte wieder Selbstmordgedanken, das Gefühl das ich mich übergeben muss, das ich in Ohnmacht falle uzw uzw.

Es wäre eine Katastrophe gewesen, wenn ich zur Arbeit gegangen wäre...

Wenn soetwas nochmal vorkommt, kannst du dich auch an ein Krankenhaus wenden, z.B. nachts oder außerhalb der Sprechzeiten. :)*

kgatharUina8{2


Du willst ihr die Hand geben und sie sagt "Nö?" :-o Da würde ich NIE wieder hingehen. Mal abgesehn davon, dass Ärzte eigentlich im Zweifel eher mal einmal zu viel krankschreiben als zu wenig. Tun sie es nichtt und dem Patient entsteht dadurch ein Schaden, machen sie sich strafbar, umgekehrt jedoch nicht. Der Ärztin scheint es jedoch wichtiger gewsen zu sein dich ungefragt zu maßregeln. wenn die dir nicht sofort glaubt, dass du Depressionen hast, hätte sie doch genauer nachfragen können, wie sich das äußert. Im Endeffekt sind psychische Erkrankungen eben nicht immer äußerlich sichtbar, trotzdem muss man doch im Zwifel davon ausgehn, dass der Patient nicht schauspielert. Das war ihr wohl zu viel Mühe, da einfach mal ein paar Fragen zu stellen. praxisgebüht hin oder her, so geht das nicht! Ich hätte versuch noch nen andren Arzt aufzutreiben, notfalls Ambulanz im Krankenhaus/ notaufnahme. Aber gut, wenn du eh Narrenfreiheir bei deiner Chefin hast...

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