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Sohn (15) hat seit Nov. eine Angststörung: Stationäre Aufnahme?

TqiJnasLa<ndshuOt hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Forum,

ich fühl mich grad so allein, hilflos und ratlos. Mein Sohn, der gerade 15 geworden ist, hat im November plötzlich eine Panikattacke bekommen, aus der nun eine ausgewachsene Angststörung geworden ist. :°(

Er kann seit dem nicht mehr in die Schule gehen und kommt kaum noch aus dem Haus.

Ich bin kein Profi und werde allein nicht Herr dieser momentanen ausweglosen Lage.

Wir waren schon bei der Ärztin, einem Psychologen in der Nähe und haben es auch mit der Schule versucht. Aber es wird nicht besser, sondern eher schlimmer. Er hat dann richtiggehende Heulkrämpfe und will nur noch schnell nach Hause. Alle Beteiligten sehen als einzigen Ausweg nur noch eine stationäre Aufnahme in unserem hiesigen Klinikum. Morgen kann ich mir die Einweisung bei der Ärztin abholen. Und ich hoffe von Herzen, dass die dort für solch einen akuten Fall einen Platz frei haben. Wenn es nämlich noch länger dauert mit dem Behandlungsbeginn sehe ich schwarz. Zumal ja auch eine Schulpflicht besteht.

Habt ihr irgendwelche Ratschläge oder Tipps für mich? Ich bin wirklich sehr verzweifelt. :°( Für die Fahrt zum Klinikum brauche ich auch auf jeden Fall ein Medikament für meinen Sohn, da es zu weit weg ist. Das schafft er sonst nicht. Gibt es da Möglichkeiten? Etwas Sanftes, was die Symptome nicht auftreten lässt oder sonst etwas. Weil, irgendwie müssen wir die 10 km ja zurücklegen können. Das ist ein Teufelskreis...

Antworten
Svchlumpfitne-Haymbzurg


Hallo Tina!

Eine Angststörung kann man heutzutage sehr gut medikamentös und mit Hilfe von Medikamenten in den Griff bekommen (ich habe auch eine).

Lass Dir vom Hausarzt ein Beruhigungsmittel für Deinen Sohn geben und weise ihn ein! Eine stationäre Aufnahme kann viel bewirken. Gerade in diesem jungen Alter sollte man der Ursache auf den Grund gehen und diese versuchen zu behandeln. Gerade wenn Dein Sohn stationär behandelt wird, kann man sehr viel machen wie z.B. Psychotherapie. Eine Einweisung in die Kinder- und Jugendpsychatrie seht Dir in Akutfällen zu (und das ist einer!) und sie müssen ihn aufnehmen.

Nur Mut! Bald geht es ihm sicher schon etwas besser.

Und: Toll, dass Du Hilfe annehmen magst und kannst! :)*

T`inaL)and$shxut


Hallo Schlumpfine,

vielen Dank. Du hast mir sehr geholfen. Die Einweisung bekomme ich morgen von der Kinderärztin. Und dann werde ich auch direkt nach einem Beruhigungsmittel für die Fahrt fragen. Hoffentlich klappt alles, wie wir uns das vorstellen.

Übrigens leide ich selbst auch an einer Angstererkrankung, deshalb kann ich das so gut nachempfinden, was in ihm vorgeht. :°(

Allerdings bin ich gegen medikamentöse Behandlung. Ich bevorzuge Psychotherapie und wünsche mir das auch für meinen Sohn. Also können wir guter Hoffnung sein, dass es nächste Woche schon klappt mit der Aufnahme? Wegen der Einweisung meine ich...

FIanta,siex21


Hallo,

falls du gerne liest kann ich dir das Buch: "Vor lauter Sorgen: Hilfe für Betroffene mit Generalisierter Angststörung (GAS) und deren Angehörige" von Eni Becker empfehlen. Dabei geht es allerdings um Generalisierte Angststörung und ich weiß jetzt nicht genau ob es das ist woran dein Sohn leidet oder doch eher Panikattacken, dann wäre es nicht das richtige. Für ein Medikament für die Fahrt zur Klinik würde ich entweder in der Klinik fragen, die kennen sich bestimmt gut aus oder aber den Hausarzt fragen.

Auf jeden Fall finde ich es gut, dass du deinen Sohn einen stationären Aufenthalt machen lässt, so wie sich das anhört hat er massive Probleme. In der Klinik bekommt er bestimmt auch eine Verhaltenstherapie und die soll bei Ängsten sehr gut helfen. Ich denke gerade weil er noch so jung ist habt ihr gute Chancen, dass er es schafft.

Was sagt er denn zu einem Klinikaufenthalt? Kannst du da mit ihm drüber sprechen? Könnt ihr die Fahrt dorthin vorher vielleicht auch besprechen, z.B. wie du es ihm möglichst leicht machen kannst, vielleicht zu einer Zeit fahren, wo nicht so viel Verkehr ist, Lieblingsmusik oder so.

Ich wünsche dir viel Kraft.

Liebe Grüße!

a*ug2x33


Hallo,

in der Not ist man ziemlich schnell ungeduldig. Das ist verständlich. Aber wer soll an dieser Stelle kompetent behilflich sein können? Wenn die Kinderärztin eine Einweisung ausstellt, dann kann sie vielleicht auch bei einer umgehenden Aufnahme behilflich sein.

Wichtig wäre aber auch, dass der eigentlich schon ziemlich herangewachsene Sohn selbst einen Aufenthalt in einem "geschützten Rahmen" für sinnvoll hält oder zumindest als Möglichkeit der Lösung seines Problems ansieht. Wer war denn so freundlich, ihm seit fast zwei Monaten eine Krankschreibung auszustellen, damit die Schule still hält? Da muss doch ein Sinn hinter stecken! Und auch ein Konzept, wie er aus dieser Situation heraus finden kann.

Über die notwendige Therapie mal keine Gedanken machen, das sollte den Fachleuten überlassen werden. 10 Kilometer legen wir hier in einer Viertelstunde zurück – eine solche Zeit hält er nicht aus?

Ich bin weder Psychiater noch Psychotherapeut – aber ein wenig sollten Mutter und Sohn schon sagen können, was eigentlich das Ziel einer Behandlung sein soll. Denn allein die Flucht vor den Anforderungen des Schulbetriebs ist es doch wohl nicht – oder?

Wichtig wäre aber auch, dass Sohn selbst irgendwie aktiv dabei wird!!!

Wqar }mal d[er Kaxter


Hi

na das Ziel ist eine Therapie der wohl sehr stark ausgeprägten Angststörung. Und ja, da kann man auch eine kurze Fahrt oft nicht aushalten.

Stationäre Therapie finde ich eine gute Idee, da wird sozusagen auf allen Kanälen gearbeitet, Schule gibt es da ja auch. Sprich die einweisende Hausärztin an, sie soll die Aufnahmeambulanz vielleicht auf die Dringlichkeit hinweisen. Je schneller so eine massive Panikstörung angegangen wird umso besser.

Medikamente sind da nicht zwingend, manchmal aber für den Anfang hilfreich. Bei Angststörungen werden auch nicht die "Oberhammer" eingesetzt.

Übrigens hoffe ich, dass dein Sohn nicht irgendwelche Horrorvorstellungen von der Klinik hat (Klapse usw), heute sind die Kinder- und Jugendpsychiatrien eigentlich ganz erträglich. Soweit jedenfalls meine Erfahrungen.

Viel Erfolg

G'inaGiQr`ellxi


Hallo, ich kann dich gut verstehen..ich habe eine angststörung und panikatacken seit 8 jahren...für die fahrt ins krankenhaus unbeding beruhigungsmittel besorgen;sonst könnte die fahrt dorthin es nur verschlimmern..(ich kann auch nur soweit von meiner wohnung weg, was ich in 10 min erlaufen kann)

TbinaLkandsxhut


Hallo!

Entschuldigung für meine Ungeduld...

War mal der Kater hat es genau richtig erklärt. Eine Fahrt von ca. 10 km braucht hier je nach Verkehrsaufkommen ca. 20 Minuten. Und mein Sohn ist momentan nicht mal in der Lage, mit zum Tanken zu fahren. Und die Tankstelle kann man von hier aus sehen!!!

Zum Thema Eigeninitiative: Sohnemann will selbst auch in die Klinik. Weil er merkt, dass es ohne eine Rundumbetreuung nicht mehr schaffbar ist. Auch für mich ist das nicht machbar.

Denn ich bin eben nur die Mutter. Ganz wichtig für ihn momentan, aber eben nur die Mutter.

Ein Beruhigungsmittel werde ich auf jeden Fall besorgen müssen, da wir sonst gar nicht erst ins Auto steigen brauchen. :-(

Da ich ja selbst auch Probleme damit habe, ist das auch für mich eine Herausforderung, dort hin zu fahren.

Ich habe mir tierische Vorwürfe gemacht, weil ich dachte, es sei meine Schuld, dass mein Sohn jetzt nun auch damit zu kämpfen hat. Gott sei Dank konnte meine Therapeutin und alle Menschen, mit denen ich zusammen arbeite, mich davon wieder befreien.

Mein Sohn freut sich sogar ein wenig auf den Klinikaufenthalt, weil er dort z. B. auch beschult wird und sich mit anderen seines Alters austauschen kann. Gott sei Dank zieht er da mit uns an einem Strang. Er ist ein sehr vernünftiges Kerlchen. Ein positiver junger Mann, der momentan nicht viel zu lachen hat und sehr oft weint, weil dieser Mist ihm nicht mehr das Leben ermöglicht, was er früher hatte. :°(

SPunfIlower_W73


Das Wichtigste sollte jetzt erstmal eine vernünftige Behandlung sein – lass' Schule Schule sein. Wenn es Deinem Sohn besser geht, wird er auch daran wieder Lust haben.

Auf jeden Fall ist jetzt eine schnelle und vernünftige Behandlung angesagt. V.a. psychotherapeutisch. Medikamente werden evtl. eine Rolle spielen, aber er sollte schnell lernen, sich der Angst zu stellen und sie zu entlarven.

Ein stärkeres Beruhigungsmittel für die Fahrt zur Klinik sollte eine Ausnahme bleiben; bitte verkaufe es Deinem Sohn auch so. Aber ich halte es für sinnvoll. Es gibt das sog. Stress-Schwellen-Modell, wonach das Überschreiten eines gewissen Stress-Levels Panikattacken auslöst. Die Fahrt zur Klinik, das Dableiben-Müssen, sind erhebliche Stressfaktoren für ein ohnehin schon angstkrankes Kind. Man sollte Deinem Sohn diesbzgl. daher entgegenkommen.

Wichtig wird auch Eure Mitarbeit sein:

Selbst wenn Belastungsfaktoren innerhalb der Familie im Rahmen der Therapie aufgedeckt werden... wenn sich herausstellt, dass Euer Sohn mit best. Anforderungen etc. in der Familie Probleme hat: BITTE BITTE werte es nicht als Angriff auf Euch. Seht es nicht als Schuld, die Euch zugeschoben wird. Sondern als Chance, Dinge zu ändern, Missverständnisse zu klären.

Bei Kindern ist es leider so oft so, dass sie mit (nicht mal bös gemeinten!!!) Familienregeln etc. nicht klarkommen- in Verbindung mit anderen Einflussfaktoren.

Wenn sich bei Euch sowas ergibt: Seid willig, Euch zu ändern – statt dicht zu machen und die Therapeuten anzugreifen.

Gleichzeitig:

Nicht jede Kinder- & Jugendpsychiatrie ist gleich gut und geeignet. Man muss ich an das umfeld erstmal gewöhnen, aber wenn ihr über längere Zeit ein schlechtes Gefühl habt und Euer Sohn auch nicht glücklich ist (und das über das Dortsein und die Therapieanforderungen hinausgeht): Nicht scheuen, auch kritisch zu sein!

In einer guten Klinik arbeitet man als Team: Ärzte/Psychologen als diejenigen, die das Fachwissen liefern. Patient und Angehörige als Fachleute für die jeweilige Person.

Und BITTE: Stellt das Thema "Schule" erstmal hintenan. Man kann ein Schuljahr nachholen, aber ein zu später Therapiebeginn lässt sich nicht wiedergutmachen. Ich arbeite in der Erwachsenenpsychiatrie, und da sind viele Patienten, die schon als Jugendlicher erkrankt sind. Sich immer zusammenreißen konnten – aber auch viel Druck hatten nach dem Motto "ach, die drückt sich nur vor der Schule". NEIN. Eine Angststörung und Panik ist viel viel mehr als einfach nur Schulunlust oder Faulheit. Bei zu später Behandlung droht Chronifizierung und lebenslange Einschränkungen. Das kann man gut verhindern!

Alles Gute!

SFunflyo!wer_x73


@ aug232

Das Ziel der Behandlung liegt doch wohl auf der Hand: Ein angstfreier Alltag. Frei rausgehen können, keine Angst vor Supermärkten etc.

Ich habe erwachsene Patienten MIT Therapieerfahrung, die trotzdem schon Panik bekommen, wenn sie ihren Vorgarten betreten sollen. Ich habe Patienten erlebt, die Panikattacken beim Verlassen des Bettes oder Zimmer in ihrer Wohnung hatten.

Wenn ein 15jähriger Junge es nicht mal mehr schafft, das Haus zu verlassen und sich zu in Sichtweite gelegenen Orten zu begeben, hat er NULL normales Leben. Da gibt es keine Treffen mit Freunden mehr, kein draußen spielen & toben, kein Sport. GAR NICHTS. Schule ist da nur ein Aspekt – und noch schwieriger als der nächste Supermarkt etc.: Weil man nicht einfach abhauen kann, weil man sich fürchterlich blamieren könnte mit einer Panikattacke vor coolen Gleichaltrigen, weil Lehrer oft knallhart sind.

Hierbei geht es um viel viel mehr als Vermeidung der ungeliebten Schule!!!

Wvar meal dXer KaGtexr


...ich denke auch nicht, dass es um reine Vermeidung der Schule geht.

Also wenn dein Sohn dazu bereit ist dann ab in die Klinik, dein Sohn hat da wohl ganz realistische Vorstellungen. Also dann gehts noch darum die Aufnahme zu beschleunigen und die Fahrt dahin. Zur Aufnahme hilft oft ein Anruf der behandelnden Ärztin, für die Fahrt wird eine einmalige Gabe eines angstlösenden Medikaments auch nicht schaden.

Eine Angststörung ist schrecklich, in jedem Alter. Aber gerade Jugendliche machen oft gute Fortschritte bei entsprechenden Therapien.

Und mach dir keine Selbstvorwürfe oder Schuldgefühle ;-) . So einfache Ursache-Wirkungs-Erklärungen greifen da nicht, so von wegen ich habs weitergegeben oder vorgelebt. Wichtig ist dass er jetzt Hilfe bekommt, dafür sorgst du und das ist das Beste was du als Mutter tun kannst denke ich.

sbcu^llixe


Es wird tiefere Gruende fuer seine Aengste geben..

Vielleicht wurde er auch noch in der Schule gemoppt..

s+cpu!l|lbie


Vielleicht braeuchte er auch einen Schulwechsel,wenn er es will..

s5cu[l#lixe


Ich wuerde mit ihm auch zu einem Kinder-und Jugendtherapeuten gehen...um herauszufinden,was ihn eigentlch so belastet,was hinter seiner Angststoerung steckt...

WRar msal dmer Ka^ter


Scullie

der Junge geht in eine Klinik ;-) . Das ist bereits das Optimum. Und da wird es weniger darum gehen bestimmte Ursachen rauszustochern, sondern um psychoedukative Verfahren und Verhaltenstherapie und Bewegungstherapie usw.

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