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Sohn (15) hat seit Nov. eine Angststörung: Stationäre Aufnahme?

T$inacLandnshut


War mal der Kater

Ich glaube auch, dass mein Sohn da wieder rauskommt. Er hat genaue Vorstellungen, was seine Zukunft betrifft. Und das ist heutzutage selten geworden...

Er war immer ein positiver Mensch, immer aufgeweckt, immer draußen zum Kicken und Spielen. Auf all das zu verzichten, setzt ihm momentan am meisten zu. Aber ein Teil seines Sonnenscheingemüts ist auf jeden Fall noch da und das wird er sich auch bewahren.

Aber auch ich sehe nur die Möglichkeit einer stationären Aufnahme.

Da ich mich mit Medikamenten dieser Art nicht auskenne: Meint ihr, mit Atosil ist es ihm möglich, weitere Fahrten ohne Symptome durchzustehen?

W}ar mFal derw Katxer


Tina

das muss man ausprobieren. Atosil dämpft schon ganz gut, es macht halt auch müde. Für eine einmalige Sache finde ich ein Benzodiazepin besser, aber wenn es mehrmals sein soll ist Atosil schon ganz gut. Völlig symptomfrei macht Atosil auch nicht, dein Sohn wird müde sein, etwas matschig. Aber für Autofahrten wird es sicher gehen.

Wenn er gekickt hat, kann man nicht gaaanz langsam versuchen das mit ihm zu machen ? Mal kurz vor die Tür, versuchen auszuhalten, dann wieder rein. Und das versuchen zu steigern..schwierig ich weiss. Oder wenigstens drinnen irgendwas sportliches veranstalten. Lass ihn abwaschen, beteilige ihn am Haushalt, immer in Bewegung halten, reden...

tvhe3 shamdowgixrl


Die Angststörung hat doch eine Ursache! Und weiterhin: die Angststörung bringt auch einen sogenannten Krankheitsgewinn, nämlich nicht zur Schule zu müssen.

Was will Sohn bezüglich seiner schulischen oder beruflichen Zukunft?

Fangen denn die jungen Leute heute erst mit 20 oder 25 Jahren an darüber nachzudenken, wovon sie sich mal ernähren wollen?

Das klingt, als wenn er sich die Angststörung einredet oder sie gut findet, weil er dadurch nicht zur Schule muss und sich erst später Gedanken ums Berufsleben machen muss *kopfschüttel*

Ich bin von 15 bis 18 auch nur noch sehr selten in der Schule gewesen – wegen einer Angststörung. Aber sicherlich nicht, weil es ja so toll war, nicht zur Schule zu müssen/können. Es war nervig, jeden Tag beim Arzt zu sitzen und sich als Schulschwänzer beschimpfen lassen zu müssen. Und dazu noch meine eigene Sorge, wie es denn weitergehen soll.

Nun bin ich 23 und hole seit 5 1/2 Jahren mein Abi per Fernstudium nach – ja, ich bin mit meiner Ausbildung spät dran. Aber sicherlich nicht aus Spaß!

Tinas Sohn hat eine Angststörung und damit ist nicht zu spaßen. Da kommt man selten mal so einfach gegen an. Wenn er für sich den Schluss zieht, er will gesund werden und geht dafür in eine Klinik, ist es super! Und reicht vorerst!

T$ina0LanYdshnut


Lass ihn abwaschen, beteilige ihn am Haushalt, immer in Bewegung halten, reden...

Das machen wir seit November ununterbrochen. Aber er hat auch schon vorher im Haushalt geholfen. Und jetzt binde ich ihn ab und zu noch mehr ein, damit er nicht immer diese Langeweile entwickelt. Bewegung haben wir eigentlich auch. Ich denke, wir sollten wieder öfter Wii Sports etc. spielen. Das können wir alle zusammen machen und Spaß gibt es auch.

Sohnemann ist jetzt ganz aufgeregt wegen des Medikaments, hat aber auch Angst, dass er es, wenn es gut hilft, immer wieder nehmen möchte. Aber das kann er vergessen, auch wenn es wohl kein Abhängigkeitspotential bietet? Ich habe ihm schon gesagt, dass es Ausnahmen bleiben müssen. Aber trotzdem muss man jetzt abwarten. Im Moment will er einfach nur, dass es weggeht und sieht natürlich in dem Atosil seine große Chance...

T9inaLaandOshut


the shadowgirl

ich kann dich so gut verstehen. Auch ich habe eine nicht unwesentliche Zeit während meiner Ausbildung gefehlt wegen eben dieser Angststörung. Bestanden habe ich meine Prüfung dennoch und eine gute Anstellung bekommen. Zum Spaß macht mein Sohn das tatsächlich nicht. Er war nie jemand, der sich derart zuhause verkriecht. Er lebt momentan, wie War mal der Kater gut vorhergesagt hat, von Bett und Fernseher. Bzw. versucht er, sich mit Wii Spielen abzulenken. Ich hole ihn aber immer wieder in die Realität zurück und nehme ihn mit zum Einkaufen etc. Aber ich merke von Tag zu Tag, dass es immer schlimmer wird. Bei ihm nimmt das beängstigende Formen an, fast noch schlimmer als meine eigenen Anfänge...

W@ar hmal EdPer Kkatexr


Tina

ich möchte die Erwartungen deines Sohnes nicht kaputt machen aber Atosil ist kein Wundermittel und wirklich toll fühlt man sich da auch nicht mit. Also Abhängigkeitsgefahr ist da nicht. Es beruhigt ein wenig, mehr nicht. Benzodiazepine sind da eher ein Risiko.

Wii ist super, immer in Aktion halten. Dieses Zurückziehen ist das Problem, du kennst das ja sicher auch – Vermeidungsverhalten aus Angst vor einer Panikattacke. Ganz wichtig ist Bewegung, nicht tagsüber ins Bett oder vor den Fernseher. Das verstärkt die Angst.

Einkaufen geht ? Dann raus, spazieren, joggen...irgendwas.

Und etwas, das für dich als Mutter wohl schwer ist: Nicht zu sehr darauf eingehen, wenn er Angst hat, versuchen neutral zu bleiben. Die Angst durchaus wahr nehmen und auch bestätigen, dass du es wahrnimmst. Aber nicht zu sehr trösten oder "betüddeln", lieber immer wieder fordern. Aber ich glaube sowas ist unmöglich wenn man sein Kind so sieht.

Nein, versucht erst mal das Atosil und dann immer wieder drängeln auf Aufnahmeplatz. Ich glaube du machst das alles schon ganz gut so, das ist deutlich zu spüren.

T.inaLa:ndsZhudt


Und etwas, das für dich als Mutter wohl schwer ist: Nicht zu sehr darauf eingehen, wenn er Angst hat, versuchen neutral zu bleiben. Die Angst durchaus wahr nehmen und auch bestätigen, dass du es wahrnimmst. Aber nicht zu sehr trösten oder "betüddeln", lieber immer wieder fordern.

Komisch, dass du das ansprichst. Genau so mache ich es auch. Ich nehme das absolut ernst, allein schon, weil ich das Problem selbst kenne. Und ich tröste ihn auch, wenn er weint, aber betüddeln tue ich ihn deswegen nicht. Und ich frage ihn täglich, ob er mit zum Einkaufen etc. kommt. Klappt meistens auch, aber er bekommt in manchen Geschäften dann Panik und rennt raus. Aber ich lasse nicht locker, weil ich ja weiß, dass man stetig "üben" muss, um nicht in diesem Trott unterzugehen...

Scunf1loPw0er_7x3


@ aug:

Meine Güte, jetzt höre doch bitte mal auf mit Krankheitsgewinn und Schulvermeidung! Und die Ursachen werden wir hier auch nicht aufdecken, zumal man bei Angststörungen komplexe Wechselwirungen aus Persönlichkeit, Genetik, Lernerfahrungen/Lebensgeschichte, allg. Stressniveau etc. annimmt; darauf setzt sich dann der typische Angst-Teufelskreis. Wenn alles so einfach wäre, bräuchte man keine Kliniken & Therapeuten mehr.

@ mogwai:

Es gibt etliche Antidepressive, die antriebssteigernd wirken. Da die antidepressive Wirkung aber erst nach einiger Zeit (2-6 Wochen) einsetzt, ist bei arg depressiven Patienten die Antriebssteigerung sehr kritisch zu sehen, weil aufgr. des Wegfalls der depressiven Hemmung vorhandene Suizidgedanken eher in Pläne umgesetzt werden (man ist noch stockdepressiv, kann sich aber wieder aufraffen, irgend etwas zu tun = sich umzubringen). Kein Medikament treibt auf magische Weise in den Selbstmord.

@ Tina:

Bzgl. des Medikaments: Die Angst wird trotzdem da sein, nur etwas aushaltbarer. Und genau wg. der "Aufregung" Deines Sohnes warne ich: Es sollte eine einmalige Gabe für die Fahrt zur Klinik sein. Dein Sohn muss lernen, mit der Angst umzugehen. Nicht, dass nur Medikamente helfen, sonst ist eines Tages die Abhängigkeit da. Und wenn es nur eine rein psychische Abhängigkeit ist (Grundüberzeugung: "Ich kann Situation XYZ nur mit Medikamenten überstehen, ohne also nicht."). Dein Sohn wird vermutlich langfristig anfälliger bleiben für Panikattacken, daher muss er lernen, damit umzugehen und die Überzeugung entwickeln, dass ER es kann. Nicht, dass es nur mit Trick XYZ geht. Mache ihm das bitte vorsichtig deutlich!

Drücke Euch weiterhin die Daumen!

Wichtige Frage:

Bekommt Dein Sohn Besuch von Freunden? Lässt er sich Hausaufgaben bringen und beschäftigt sich damit? Halte ihn auch dazu an, damit eines Tages nicht die Angst zu groß wird, wenn er wieder zur Schule muss und dann Angst hat, weil er zu viel verpasst hat!


Ich komme aus einer großen dt. Universitätsstadt (ca. 260.000 Einwohner), mit 2 psychiatrischen Kliniken, zwei Abteilungen für Kinder- & Jugendpsychiatrie (30 und 20 stationäre Plätze!), zig ambulanten Therapeuten, einer statistischen Überversorgung. Und trotzdem gibt es hier Wartezeiten von einigen Wochen auf stationäre Behandlungsplätze. Die Versorgung ist halt nicht überall optimal. Und leider nehmen die Probleme bei Jugendlichen zu statt ab, so dass es effektiv an Plätzen mangelt.

Und die Mutter kann keinen Therapeuten ersetzen. Weil "einfach mal so rausgehen" nicht funktioniert. Klar, man kann und sollte immer wieder motivieren und die Angst nicht belächeln. Aber der Junge hat eine Panikstörung, das erfordert eine gezielte (Verhaltens-)Therapie in kl. sog. Konfrontationsübungen wo man lernt, mit der Angst umzugehen. Dafür muss man aber vorher einiges an Wissen vermittelt bekommen ("Warum soll ich die Angst aushalten?"). Mal eben rausscheuchen bringt nix, schlimmstenfalls eine weitere Traumatisierung. Wenn er sich selber überwinden mag, ist es okay!

WFar m\al dwer Kaatexr


Tina...dann bleibt mir nur zu hoffen, dass die Aufnahme schneller geht als gedacht. Denn eigentlich scheinst du ja auch aus eigener Leidenserfahrung alles Menschenmögliche zu tun :)z . Und ich glaube, dass es für deinen Sohn ein Vorteil ist dass du das auch kennst. Du nimmst das sicher viel ernster und kannst dich besser einfühlen.

Du kannst ja mal berichten wie es jetzt mit dem Atosil weitergeht.

TDinaLa6ndshuxt


Ich werde meinen Sohn morgen noch mal ins Gebet nehmen. Aber die Tropfen am WE ausprobieren werde ich dennoch. Ich muss wissen, ob er sie überhaupt verträgt und sie eine Wirkung zeigen. Die Autofahrt müssen wir schaffen.

T+inaJLand&s+hut


Du kannst ja mal berichten wie es jetzt mit dem Atosil weitergeht.

Das werde ich! Ich werde ihm am WE wie gesagt mal eine mittlere Dosis verabreichen und schauen, wie und ob er es verträgt. Und ihm auch noch mal erklären, dass das keine Dauerlösung sein wird.

Das möchte ich selbst auch nicht.

T7ina_Landxshut


Das Rezept und dann das Atosil habe ich abgeholt. Der Apotheker hat auch noch mit mir gesprochen, was ich sehr nett fand. Mit der Ärztin habe ich auch noch geredet und sie empfahl mir eine Dosis von 10 Tropfen für meinen Sohn. Der Apotheker ebenfalls.

Wir werden es heute Abend erstmals mit einer Dosis versuchen. Vielleicht kann er dann auch endlich mal wieder durchschlafen. Er schläft genauso schlecht wie ich momentan. Vor zwei Nächten hatte er nachts Durchfall, psychisch nehme ich an. Da er keinen Magendarminfekt oder ähnliches hat. Abgenommen hat er auch durch die Angst. Aber heute hat er wieder gefrühstückt und gleich ist auch endlich unser Essen fertig und wir werden es gemeinsam einnehmen.

Morgen berichte ich dann, wie er die Tropfen vertragen hat. *:)

TwinaLannds8huxt


Frage wegen des Atosil.

Muss er das erst mehrere Tage einnehmen, bis eine Wirkung zu spüren ist?

Er ist zwar etwas ruhiger geworden, aber mit dieser einmaligen Dosis von 10 Tropfen könnte ich jetzt mit ihm nicht bis zur Klinik fahren. Der Apotheker sagte 3 mal täglich 10 Tropfen. Ist das nicht zu viel? Wir wollten morgen mal erhöhen auf zwei mal 10 Tropfen und zwar morgens und abends. Was meint ihr dazu? Ich will ihm nicht zu viel geben, aber auch nicht zu wenig, so dass es ohne Wirkung bleibt.

Wqar malY der lKateor


Hallo

bei Atosil tritt die beabsichtigte Wirkung nach einmaliger Gabe ein. Es kann 30 bis 60 Minuten dauern bis die volle Wirkung einsetzt. Wenn bei 10 Tropfen keine spürbare Wirkung eintritt kann die Einzeldosis erhöht werden (nach Absprache mit der Ärztin). Atosil ist eher ein Bedarfsmedikament, da muss nicht erst ein Wirkspiegel aufgebaut werden. Wenn Atosil nichts bringt gäbe es noch als Alternative Dipiperonsaft. Allerdings ist das ein zweischneidiges Schwert. Es handelt sich immerhin um Neuroleptika, die können auch unangenehme Nebenwirkungen haben.

Ich würde mich vorsichtig an eine Dosis herantasten, im Begleitzettel ist i.d.R. eine Dosierungsanweisung enthalten, meist auch für Jugendliche.

T#inaL;anMdshurt


Hallo War mal der Kater

Im Moment ist mein Sohn relativ ruhig und wird wohl bald einschlafen. Er hat um halb sechs vorhin 10 Tropfen eingenommen. Er sagt, er fühlt sich gut, ruhig und runtergefahren. Aber er meint, er könnte trotzdem keine weite Fahrt antreten. :-(

Vielleicht muss man es ja erst ausprobieren, um zu erfahren, ob es hilft. Ob die Angst wirklich aushaltbar durch das Atosil wird?

Lt. Packungsbeilage darf er eine Gesamtdosis von knapp 20 mg/Tropfen einnehmen. Also machen wir morgen früh 8 Tropfen und am Abend 10 Tropfen. Dadurch dass er abgenommen hat und eher klein ist, wiegt er momentan nur 39 kg. 0,5mg pro kg ergibt dann 19,5 mg pro Tag. Und daran werden wir uns auch halten.

Obwohl ich schon ein bisschen Angst habe, dass es bei ihm nicht ausreichend Wirkung zeigen könnte. :-/

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