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schweigepflicht gebrochen?

pMlopFp hat die Diskussion gestartet


ich habe mal eine frage. zuerst einen kleinen einblick in die situation:

ich hab bis vor einigen tagen eine ambulante trauma-therapie gemacht bei einer entsprechenden therapeutin. etwas über einem jahr lang.

seit über 4 jahren habe ich eine betreuerin (KEINE gesetzliche!)

so, leider habe ich den therapieplatz vor einigen tagen verloren. :°(

grade rief mich meine betreuerin an und teilte mir mit, dass meine (ehemalige) therapeutin bei ihr auf die mailbox gesprochen hat und ihr mitgeteilt hat, dass ich keine therapie mehr bei ihr mache. auch die gründe wurden meiner betreuerin erzählt.

nun, ich habe KEINE schweigepflichtsentbindung unterschrieben, weder bei meiner betreuerin, noch bei der therapeutin!

ich bin ziemlich sauer und enttäuscht darüber. denn:

sie hat meine betreuerin das einfach erzählt, ohne mich vorher zu fragen/informieren. darf sie das?

ich wollte es meiner betreuerin selber sagen, doch gab es vorher keine gelegenheit, da sie wegen krankheit nicht gearbeitet hatte. ich finde es echt daneben!

ich denke, ich werde das auch noch dieser therapeutin mitteilen. aber vorher möchte ich wissen, ob das überhaupt erlaubt ist?!

ich habe sie bisher eigentlich für kompetent gehalten, auch habe ich ihr sehr vertraut. :-/

Antworten
ZiahnhnoffnPuxng


Ich dachte, eine Betreuerin ist IMMER eine von Rechts wegen eingesetzte?

Wenn es nur irgendeine private Bekannte von Dir ist, die sich einfach privat um Dich kümmert, und keine offiziell eingesetzte Betreuerin, wäre es natürlich ein Bruch der Schweigepflicht. Die Betreuerin müsste Deine GESETZLICHE Vertreterin mit entsprechenden Befugnissen sein, damit der Therapeutin das Recht zustünde, ihr beruflich etwas über Dich zu erzählen.

Vielleicht hast Du ja Deiner Therapeutin erzählt, dass Du eine Betreuerin hast - und sie hat dann natürlich gemeint, das sei eine gesetzlich bestimmte, die Dich in soweit vertritt, wie Du Deine Interessen nicht selbst wahrnehmen kannst.

Ich hatte einen Bekannten, der nach einem Unfall einen schweren Hirnschaden hatte und im Roillstuhl saß - da wurde vom Richter die Tochter dieses Bekannten als Betreuerin eingesetzt.

Ich kenne den Begriff "Betreuer" nur gesetzlich.

slchnatteJrguscxhe


plopp

Wenn Du unter Betreuung bist und einen Therapieplatz verloren hast, dann ist es ein Zeichen für die Seriosität der Therapeutin, dass sie sofort die Betreuerin informiert. So kann die sich um eine andere Therapie kümmern. Die Therapeutin hat da nicht die Schweigepflicht verletzt, sondern ist der Sorgfaltspflicht gerecht geworden. Du warst davon offenbar überrascht. Aber um mehr geht es da nicht. Du wolltest doch sicher der Betreuerin nichts anderes erzählen.

Ein Bruch der Schweigepflicht wäre es, wenn die Therapeutin der Betreuerin etwas über die Inhalte der Therapie erzählt hätte. Davon hast Du aber nichts erwähnt.

Du schreibst, dass Du leider den Therapieplatz verloren hast. Deshalb denke ich, dass Du Wert darauf legst, weiterhin therapiert zu werden. Versuch bitte, Deine Überraschung über das schnelle Handeln der Therapeutin als wirklich nicht mehr als eine Überraschung zu verstehen. Denn sie hat Dich in Deinem Vorhaben unterstützt. Dafür macht man normalerweise keine Vorwürfe, sondern ist dankbar.

Viel Glück für den Anschluss und Erfolg bei der neuen Therapie! @:)

ZnahnhEoffxnung


Sie schreibt aber, dass sie KEINE GESETZLICHE Betreuerin hat - das ist etwas anderes. Das klingt nämlich nach einer sich kümmernden Privatperson, DIE NICHT ALS BETREUERIN EINGESETZT IST. Sie hat auch an keiner Stelle geschrieben, dass sie unter Betreuung stünde.

Mein Bekannter stand unter Betreuung - das ist etwas anderes als das, was sie hier schildert.

Das ist ein juristischer Unterschied.

Sie hat uns hier nur mitgeteilt, was die Betreuerin NICHT ist - aber nicht, was für eine Funktion genau sie hat.

Unter "Betreuung" kann man nämlich sehr viel verstehen, siehe Kinderbetreuung, Betreuung alter Menschen etc. - - das hat alles nichts mit der von einem Richter eingesetzten Betreuerin/Betreuer zu tun.

Es ist nicht erlaubt, dass Ärzte oder Therapeuten herumerzählen, wer ihre Patienten sind. Das könnte sonst zu Fällen führen wie z.B.: ein Therapeut erzählt irgendeinem Bekannten, dass der Abteilungsleiter sowieso bei ihm in Behandlung ist - der Abteilungsleiter wird von seinen Mitarbeitern entsprechend angeschaut. So geht das nicht. Es gibt Gesetze dafür, wer wem was erzählen darf und unter welchen Umständen.

Ich kann es mir nur so erklären, dass diese Therapeutin vielleicht dachte, es handle sich um eine gerichtlich bestimmte Betreuerin. Was aber - wie die TE schreibt und extra betont hat - nicht der Fall ist.

s}chna~tter^gusxche


Es ist nicht erlaubt, dass Ärzte oder Therapeuten herumerzählen, wer ihre Patienten sind.

Da stimme ich Dir hundertprozentig zu. Aber ist diese Information an die Betreuerin ein "Herumerzählen"? Sie ist ganz gezielt an eine Person gerichtet. Ob die jetzt den Status eines gesetzlichen Betreuers hat oder einfach nur eine Familienangehörige ist. Zur Betreuung gehört auch, dass man weiß, wo die zu betreuende Person in Therapie ist. Das unterscheidet sie von einer Bekanntschaft.

p.ltoxpp


aaaalso: es ist keine gesetzliche betreuerin und auch KEINE private! es läuft alles über eine jugendhilfeeinrichtung bzw. eingliederungshilfe. die verein mag ich hier im internet nicht nennen. sie ist dafür da, mich bei alltäglichen problemen zu unterstützen, wie papierkram, haushalt, problemen bei zwischenmenschlichen kontakten usw. ich habe FREIWILLIg eine betreuerin. diese hat zb. KEIN recht über etwas von mir zu bestimmen oder so. sicher, wenn ich mich umbringen wollen würde, ist das etwas anderes, aber das ist in dieser situation noch nichtmal ansatzweise der fall gewesen. sprich, ich war NICHT selbstgefährdet oder so.

meine therapeutin weiß das alles, auch das meine betreuerin KEINE gesetzliche ist und kennt sogar den verein, worüber das ganze läuft.

zudem haben die beiden sich einmal gesehen, als wir ein dreier gespräch hatten. für DIESES gespräch hatte ich eine schweigepflichtsentbindung unterschrieben, für alles weitere aber nicht.

denn: ich bin 26 und möchte weitesgehend selbstständig werden/bleiben und da fängt es für mich schon an.

ich hoffe, ich konnte es jetzt ein wenig besser erklären.

danke euch erstmal für alles. @:)

G"r4ottixg


Es gibt gesetzliche bestellte Betreuer vom Gericht. Es gibt aber auch Betreuer , meist von Vereinen, die Alltagshilfe geben, ich schätze eine solche hat die TE.

Ich sehe es ähnlich wie Schnattergusche. Ansonsten, ohne die genauen Umstände wird es schwierig. Es hört sich so an, als ob du selbst verschuldet den Therapieplatz verloren hast. Das soll keine Unterstellung sein, es klingt einfach so für mich. Und dann ist es erst recht gut, dass die Therapeutin deine Betreurin informiert hat.

ptlo|pp


richtig, grottig, so eine habe ich.

ich habe den platz verloren, da sie meint, ich habe mehr probleme in der gegenwart, als mit der vergangenheit. diese soll ich erstmal in den griff bekommen. auch weil ich gespräche bis zu einem gewissen punkt zulasse, und dann abblocke. naja, und dann war ich am end unregelmäßig da... fazit: ich hab es verbockt! ist mir auch ganz klar, stehe ich zu. dies sollte aber nicht das thema werden, nur als randinformation für euch. :-)

nun, dann war es so also rechtens. ist ok. aber trotzdem werde ich noch bei der therapeutin anrufen und ihr mitteilen, dass ich es daneben fand.

denn eigentlich haben wir immer ausgemacht und sie mir versichert, dass wenn sie das bedürfnis hat, mit meiner betreuerin kontakt aufnehmen zu "müssen", sie mich vorher fragt bzw. informiert. das war bei diesem fall jedenfalls nicht so. das ist das, was mich so.. hmm.. irritiert(?) hat. ich weiß nicht, jedenfalls habe ich, nachdem ich das erfahren habe, geheult. warum auch immer. %-|

Gurot@tig


ich habe den platz verloren, da sie meint, ich habe mehr probleme in der gegenwart, als mit der vergangenheit. diese soll ich erstmal in den griff bekommen. auch weil ich gespräche bis zu einem gewissen punkt zulasse, und dann abblocke. naja, und dann war ich am end unregelmäßig da... fazit: ich hab es verbockt! ist mir auch ganz klar, stehe ich zu. dies sollte aber nicht das thema werden, nur als randinformation für euch.

Ich wollte das auch nicht zum Thema machen ;-) Trotzdem ist diese Info wichtig, um zu beurteilen.

Ich denke nicht dass du es verbockt hast :)_ . Mir geht es oft sehr ähnlich und ich habe einige Therapien genau deswegen aufgegeben. Bei meiner jetzigen ist das anders. Und ich blocke manchmal ganz schön. Das wollte ich dir noch dazu sagen.

nun, dann war es so also rechtens. ist ok. aber trotzdem werde ich noch bei der therapeutin anrufen und ihr mitteilen, dass ich es daneben fand.

Ich finde es durchaus in Ordnung von dir, ihr zu sagen dass du das nicht gut findest. Ist dein Recht.

das war bei diesem fall jedenfalls nicht so. das ist das, was mich so.. hmm.. irritiert(?) hat. ich weiß nicht, jedenfalls habe ich, nachdem ich das erfahren habe, geheult. warum auch immer.

Ich denke sie wird der Betreuerin nur gesagt haben, wie sie die Situation einschätzt, dass eine Traumatherapie zur Zeit kontraproduktiv ist, denn dafür braucht man auch eine bestimmte Festigkeit, ist halt nicht immer sinnvoll. Und das finde ich nicht wirklich schlimm, sondern zeigt ihre Sorgfaltspflicht. Ich denke aber, sie hätte dir das vorher schon sagen müssen, wenn das so abgemacht war.

pylopp


danke grottig! :)_

ich denke, nun verstehe ich es ein wenig besser. :)z

gleich kommt meine betreuerin her, dann wird das auch nochmal besprochen.

danke euch nochmal, besonders grottig. @:)

Gwrot-tixg


Bitte @:)

Und zum Thema "bockig", ich habe das Wort von dir so übernommen. Aber bei genauem Hinschauen ist es nicht passend. Manchmal ist da einfach eine Mauer und so sehr ich darüber möchte, ich bin blockiert. Das hat nichts mit bockig zu tun und ich denke bei dir auch nicht. Traumatherapie ist harte Arbeit. Ich war letztes Jahr in einer Klinik und wollte eine Traumatherapi machen, aber sie haben es abgelehnt, ich war wohl nicht stabil genug.

gleich kommt meine betreuerin her, dann wird das auch nochmal besprochen.

Ich habe eine gestzl. Betreuerin für Postangelegenheiten, etc. Die ist super nett und hat mir nahe gelegt auch eine Betreuung durch einen solchen Verein anzustreben, weil ich im Alltag schlecht zurecht komme. Hilft dir das?

Z]ahnYhoffnuxng


Ich habe eine Freundin, die Erzieherin ist. Und von dieser - und nicht nur von dieser - weiß ich, dass weder alle Therapeuten noch gewisse Amtsmitarbeiter sich nicht immer an die Schweigepflicht halten. Beispiel: Im Hort gibt es Probleme oder besondere Auffälligkeiten mit bestimmten Kindern/Jugendlichen - wird von den Erziehern nachgefragt bei gewissen Amtsmitarbeitern, kriegen die Erzieher - gesetzwidrigerweise Auskunft. Das ging so lange, bis es durch einen Zufall in einem Fall mal ans Licht kam, dass da die Schweigepflicht gebrochen worden war, und die Betroffenen vor Gericht zogen. Konsequenz u.a.: die Amtsperson musste sich einen anderen Job suchen und die anderen auskunftsbereiten Amtspersonen hielten sich in Zukunft ab diesem Gerichtsverfahren an die Schweigepflicht.

Ärzte und Therapeuten dürfen schon in gewissen Fällen Auskunft erteilen - z.B. Erziehungsberechtigten über ihre MINDERJÄHRIGEN(!) Kinder. Sobald die Kinder volljährig sind, noch nicht mal den Eltern, außer das (erwachsene) Kind genehmigt das ausdrücklich.

Weitere Ausnahme: Ärzte untereinander dürfen über die Fälle solcher Patienten reden, die sie gemeinsam behandeln. Und im Falle z.B. eines Unfalls, wenn der Patient nicht in der Lage ist, selbst zu entscheiden/bestimmen, was mit ihm gemacht oder nicht gemacht werden soll, darf ein Arzt auch ohne Einverständniserklärung von Angehörigen dringend erforderliche Versorgung leisten. Wenn der Patient z.B. bewusstlos ist.

Oder eben, wenn jemand unter gerichtlicher Betreuung steht, und zwar unter einer entsprechenden - es gibt nämlich verschiedene "Varianten" bezüglich der Aufgaben und Befugnisse von gerichtlichen Betreuern.

Es ist alles ganz streng geregelt. Ob sich die Leute an die Vorschriften halten, ist die zweite Frage.

GCrHoCttxig


@ Zahnhoffnung

Ich sehe hier keine Schweigepflichtsverletzung. Ich glaube nicht, dass die Therapeutin irgendwelche Therapieinhalte erzählt hat, sondern lediglich ihre Einschätzung weitergegeben hat, dass eine Traumatherapie derzeit unproduktiv erscheint. Und das finde ich auch richtig, damit sich die Betreuerin zusammen mit der TE Gedanken machen kann, wie es weitergeht. Allerdings denke ich, die Therapeutin hätte die TE im Vorfeld informieren können, zumal mir die TE nicht den Eindruck macht, hier irgendetwas verschweigen zu wollen.

ZHahnwhoffBnung


Die TE hat es, wie ich es aufgefasst habe, gestört, geärgert, enttäuscht und vielleicht auch erschüttert (weil sie es nicht erwartet, ihr zugetraut hätte), dass die Ex-Therapeutin (ist ja nicht mehr ihre Therapeutin) ihr Vertrauen gebrochen hat, indem sie einfach über ihren Kopf hinweg gehandelt hat.

Ich sehe das aus juristischer und praktischer Sicht - wie ihr sicher merkt. Die emotionale Seite ist das zweite Problem.

Praktische Sicht: diese Therapeutin IST ja nun nicht mehr ihre Therapeutin, also ist diese Verhältnis schon mal beendet.

Emotional: ich würde einem Arzt, der über meinen Kopf hinweg, hinter meinem Rücken über mich redet - er braucht nicht unbedingt über Inhalte zu reden, es geht Unbefugte auch nichts an, OB jemand bei einem Arzt überhaupt in Behandlung ist. Datenschutz! Der gilt auch für Therapeuten, Ämter u.a.

Die Thearapeutin hätte der TE sagen müssen, das sie - und was - der Betreuungsperson etwas über die TE mitteilen will. Gegen den Willen der TE hätte sie das nicht tun dürfen. Ausnahme: die TE tut kund, dass sie sich oder andere gefährden will, wie es im Juristendeutsch heißt.

Z{adhnho|ffnxung


Ich habe meinen Satz nicht vollendet - also, einen Arzt, der seine Schweigepflicht verletzt und mein Vertrauen damit brechen würde, würde ich nicht mehr aufsuchen. Ihn eventuell - kommt auf den Fall an - darauf ansprechen. Anzeigen. Oder gar nichts weiter tun, aber ihn eben nicht mehr aufsuchen, sondern mir einen anderen Arzt suchen.

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