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Wo ist der Weg hin, den ich gehen wollte?

BJl+umedn_uynd,_Farbxen hat die Diskussion gestartet


Hallo liebes Med1-Forum,

ich habe mich gerade Angemeldet um mir meine Probleme von der Seele zu reden. Ich erhoffe mir hier eigentlich keine Lösungen dafür, aber ich denke es hilft schon, wenn ich einfach irgendwo meine Gefühle zum Ausdruck bringen kann.

Das letzte Jahr war wohl das schlimmste meines Lebens. Irgendwie hat sich in diesem Jar alles Verändert und nun sitze ich hier und weis nicht wo es hin geht.

2009 war dagegen ein super Jahr. In diesem Jahr habe ich einen Traum verwirklicht, habe eine Frau kennen gelernt und bin mit Ihr in eine super schöne Wohnung gezogen. Da konnte ich auch gut damit leben, dass mein Job nicht unbedingt das war, was ich eigentlich will. Inzwischen weis ich nicht mal mehr was ich eigentlich will.

2010 wist das schöne Kartenhaus auf einmal eingestürzt. Meine Freundin hat sich aus heiterm Himmel entschlossen, dass sie doch ehr auf Frauen steht, die Wohnung war zu teuer für mich allein und mein Arbeitgeber hat beschlossen, dass er alles umstrukturieren muss und dass mein Job nicht mehr benötigt wird. Da ich keine Ahnung hatte was aus mir wird, aber dennoch aus der Wohnung raus musste, bin ich wieder bei meinem Vater eingezogen; mit 35! Hier habe ich zwar eine kleine eigene Wohnung, aber das wahre ist es nicht. Bewerbungen sind bis jetzt alle direkt zurückgekommen.

Jetzt bin ich freigestellt und in einer "Auffanggesellschaft". Ich muss mich also auf die Stellen bewerben, die ich von "denen" bekomme. D.h. der Weg geht in eine Richtung, die mir nicht passt und ich weis nicht was ich machen soll. Ich bin irgendwie antriebslos.

Wo stehe ich im Leben? Wo geht mein Weg hin? Wer bin ich? Was will ich?

Diese Fragen stelle ich mir fast täglich und finde keine Antwort. Ich weis nur, dass der Strom auf dem ich mich befindet in die falsche Richtung fließt und ich schwer paddeln muss um dagegen anzukommen. Ich fühle mich allein, obwohl ich doch recht viele Freunde habe. Die haben aber andere Probleme mit Familie, Kinder, Haus usw. Irgendwie sind die alle schon viel weiter im Leben wie ich.

Am liebsten würde ich einfach ein paar sachen packen und abhauen. Einfach raus in die Welt bis alles vorbei ist.

Hier noch ein Textausschnitt, der meine Gefühle sehr gut beschreibt.

"Wo sind die Blumen und die Farben,

Wo ist der Sinn hin von meinem Leben,

Der Sinn zum Aufstehen, alles ist trostlos und leer,

Wo ist die Kraft, die ich so gebraucht hab

zum überleben aud dieser Welt,

Jeder Handgriff, den ich mache fällt mir so schwer,

Wo ist die Zährtlichkeit und Wärme,

die ich noch gespürt habe jeden Tag,

Wo ist der Glanz von den Augen durch die ich sehe,

Wo ist das Athmen das ich hören muss,

dass ich schlafen kann heute Nacht,

Wo ist der Mund der zu mir sagt ich habe dich lieb?

[...]

Wo ist der Weg hin, den ich gehen wollte,

Ich sehe eine dunkle Strasse vor mir,

die mir nur Angst einjagt

und jeder Schritt fällt schwer,

Wo ist der Lichtblick, der mir gezeigt hat,

wo ich lang gehen muss,

Ich mach die Augen zu, alles ist finster,

alles ist leer,

[...]"

Antworten
Gqrfot;tig


Hört sich sehr nach Depression an. Ist auch verständlich, wenn plötzlich der Boden unter den Füssen wegbricht.

L+ewWiaxn


Blumen_und_Farben

Es tut mir leid, was dir passiert ist. Es wird dir vielleicht nicht helfen, aber hier ist ein gedanke, der mir beim Lesen deines Textes gekommen ist. Es klingt ein bisschen so, als wenn du dich bisher sehr von "Traeumen" und der Idee des "Bekommen was du willst" hast leiten lassen. Was 2009 passiert ist, war die "Verwirklichung eines Traumes"; du warst gluecklich, weil du bekommen hast, was du wolltest. Jetzt weisst du nicht weiter, weil es sich als Irrtum herausgestellt hat, dass du, in gewissem Sinne, am "Ziel" warst.

Vielleicht brauchst du ein bisschen mehr Sinn fuer die Gegenwart – Anerkennen und Akzeptieren, was dir das Leben bringt, und reagieren, tun, was dazu passt, anstatt zu planen und zu traeumen. Im Moment klingt das sehr hart, denn das Leben zeigt dir gerade seine dunkle Seite. Aber es ist auch eine Herausforderung, neues zu entdecken und neue Wege auszuprobieren.

Ein Lesetipp:

Gras unter meinen Fuessen

In der Gestalttherapie geht es um die Aufmerksamkeit fuer das "Hier und Jetzt", vielleicht ist das was fuer dich.

BIlumeRn_und_EFaXrbexn


Danke für die Antworten.

@ Lewian:

Ja es fällt mir schwer in meiner jetztigen Situation einen Sinn zu sehen. Höchstens vielleicht, dass ich jetzt die chance habe mein Leben neu zu gestallten. Aber ich muss doch irgendwie die Richtung vorgeben. Ich will mich nicht einfach irgendwo hintreiben lassen. Die Frage ist nur wo will ich hin. Man muss doch ein Ziehl haben, oder?

Die Idee der Gestalttherapie finde ich recht interessant. Ich habe mir das Buch mal bestellt und hoffe, dass es mich weiter bringt.

vzag<o


Ich denke, das Wichtigste ist für Dich zunächst, eine Erwerbsmöglichkeit zu finden. Du musst Dich da zunächst fragen, was kannst Du und was möchtest Du? Dann musst Du nach dieser Erwerbsmöglichkeit bzw. Beschäftigung suchen, vielleicht in einer ganz anderen Region und dort brauchst Du natürlich auch ein Dach über dem Kopf. Wenn Du das realisiert hast, solltest Du Dich nach einer neuen Partnerin umschauen.

Ich wünsche Dir jedenfalls maximale Erfolge dabei.

Mit herzlichen Grüßen

Ltewixan


Blumen und Farben

Man muss doch ein Ziehl haben, oder?

Das ist, finde ich, eine interessante Frage. Ich bin mir nicht sicher. Haengt unter anderem davon ab, was man ein "Ziel" nennt. Natuerlich, wenn ich heute abend losgehe, um Freunde zu treffen, koennte man sagen, ich habe das Ziel "Spass zu haben"... irgendwas findet sich immer (wenn man unbedingt ein Ziel finden will), bloss ist das ja wohl nicht die Art Ziel, die du meinst, oder?

Man kann durchaus Sachen machen mit dem Ziel "mal gucken, wie es ist und ob mir das gefallen koennte", ohne dass man ein langfristiges Ziel dahinter hat, denke ich. Auch da koennte man dann wieder sagen, "ja, also hast du aber das Ziel, was zu finden, was dir gefaellt"... meinetwegen... aber ob man ein Ziel hat oder nicht, ich glaube, man sollte sich nicht allzusehr davon ablenken lassen, aufmerksam fuer die Gegenwart zu sein und was immer sie zu bieten hat (und wenn es dem "Ziel" zuwiderlaeuft, dann aendert man es eben).

Das Problem dabei, sich zu abhaengig von einem Ziel zu machen, ist, dass ich befuerchte, das hindert einen daran, die Gegenwart zu geniessen (wenn man halt das Ziel noch nicht erreicht hat oder feststellt, dass man nicht auf einem guten Weg dorthin ist).

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