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Soziale Phobie- wie komme ich da raus?

H$ellod|our hat die Diskussion gestartet


hallo zusammen,

ich habe nen Problem, das ich Tag für Tag mit mir mitschleppe... und zwar habe ich eine sehr ausgeprägte Form der sozialen Phobie... d.h. bei mir äussert sich das dadurch, als dass Bahnfahren für mich die absolute Hölle ist... Symptome sind dann neben Nervosität, Engegefühl im Hals, verschlechterte Atemfähigkeit, aussetzender Speichelfluss, Verspannungen am ganzen Körper (vorwiegend Oberkörper) und nicht zu letzt sehr starken Mundgeruch- der allerdings aus der Nase entweicht... ich bilde mir das nicht ein, sondern sehe wie die Leute mit ihrer Hand ihr Gesicht seitlich vor mir zu schützen versuchen...

Diese Angst zu stinken ist Ursache dieses Teufelskreises...

Ich weiss, dass ich kaum Mundgeruch habe, wenn ich absolut locker drauf bin... aber sobald diese Angst aufkommt- ändert sich das schlagartig...

Ich habe keine Freunde- hatte ich als Kind auch selten- ne Freundin hatte ich auch noch nie...

Ich fühle mich ständig beobachtet... deswegen starre ich die Leute beim Bahnfahren wahrscheinlich auch so übertrieben lange an... nur wenn ich zu Hause bin, kann ich regelmässig abschalten- und locker drauf sein... allerdings habe ich auch da Probleme wenn Familienangehörige mir zu nahe kommen... eine Distanz von einem Meter halte ich aus- ohne das die erwähnten Symptome auftreten...

Naja, jetzt kann man sagen- geh doch zu einem Psychologen... naja, mir fällt das sehr schwer... erstens wohne ich noch zu Hause- und einen Gang zu einem Psychologen- weiss ich nicht- kommt bei meiner Familie nicht so gut an... zweitens weiss ich nicht, ob die Kasse die Kosten übernimmt- denn wenn nicht- könnte das meine Familienmitglieder wiederum stark ärgern... bin Student an einer Uni in der Nordwestschweiz- deshalb noch kein eigenes Einkommen...

Deshalb frage ich, welche Theraphieformen gibt es, die man ohne Hilfe eines Experten machen kann, damit es einem besser geht?... Gibt es da auch rezeptfreie Medikamente/Präparate, die da auch ne signifikante Wirkung erzielen?... mit anderen Worten- was muss ich tun, damit ich lockerer werden kann?...

Antworten
H8ellod1ouxr


Ich habe heute so ca. 30min alleine autogenes Training gemacht... aber ob es was geholfen hat... naja, ich glaube nicht... werde jetzt lange keine Menschen mehr sehen- ca. drei Wochen... da ich jetzt Ferien habe... aber ich versuche jetzt mal täglich zu meditieren... mal schauen ob es was hilft...

Wäre um jeden Tipp dankbar...

_?lun!ax_


Hallo Hellodour,

das klingt ja wirklich stark beeinträchtigend, was du beschreibst.

Eine Therapie kann dir in jedem Fall gut und besser helfen als irgendwelche krampfhaften Versuche, von selbst "lockerer zu werden".

Autogenes Training oder andere Arten von Entspannung können sicherlich dazu beitragen, dass du dich besser fühlst, aber sie beheben das Problem (also die Angst in der Gegenwart anderer Menschen) nicht direkt.

Ich sehe auch keine großen Probleme zur Aufnahme einer Therapie:

Bist du Schweizer? In Deutschland übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Psychotherapie, ich kenne die Gesetze in der Schweiz nicht, kann mir aber nicht vorstellen, dass das dort anders ist.

Würde deine Familie überhaupt mitbekommen müssen, dass du zum Psychotherapeuten gehst? Du kannst doch selbst einen Termin vereinbaren und dort hingehen, die Abrechnung läuft ja über die Kasse, das merken deine Eltern doch nicht.

k'eerpsmiloing1


Hallo Hellodour!

Du solltest definitiv eine Psychotherapie anstreben, ich weiß ja nicht, wie alt du bist, aber du möchtest bestimmt nicht mit vierzig bei deinen Eltern wohnen.

Ich kann verstehen, das du deinen Eltern nicht erzählen willst, das du eine Therapie machen möchtest, obwohl sie doch bestimmt mitkriegen, das du Probleme hast? Du bekommst auf jeden Fall eine Therapie bezahlt, also versuche deine Angst zu überwinden und gehe zu einem Therapeuten, du kannst nur davon profitieren.

:)^ :)^ :)^

sLunSshinie83


Ich hatte auch lange Zeit dieses Problem. Mir hat eine Psychotherapie nie wirklich etwas gebracht. Da hat schon eher die Selbsthilfegruppe geholfen. Dort kannst du dich mit anderen Betroffen austauschen und lernst gleichzeitig nette Leute kennen. Ansonsten tret doch einem Verein bei.

hykxm


Du solltest definitiv eine Psychotherapie anstreben

:)z :)^

Ich habe heute so ca. 30min alleine autogenes Training gemacht... aber ob es was geholfen hat... naja, ich glaube nicht...

Wenn du nicht daran glaubst, dass es geholfen hat, dann wird es vermutlich auch nicht helfen. Versuche die Dinge positiver zu sehen.

werde jetzt lange keine Menschen mehr sehen- ca. drei Wochen...

Gehst du da gar nicht raus? "Sperrst" du dich in deinem Zimmer ein und lässt alles an dir "vorbeiziehen"? :(v

aber ich versuche jetzt mal täglich zu meditieren.

Das ist sicher eine gute Idee und das kannst du ja zusätzlich machen, aber ich würde trotzdem am täglichen Leben teilnehmen bzw. es versuchen.

Du kannst ja zum Beispiel die Interaktion mit Menschen üben. Lass dich von einem Verkäufer über ein Produkt beraten, stell ihm Fragen, frag nach Prospekten, bedanke dich, sag, dass du es dir überlegst und verlasse den Laden wieder…das kannst du dann ja in verschiedenen Läden machen und mit der Zeit sollte das nicht mehr all zu viel Überwindung kosten.

Ansonsten kannst du dich, falls du in einer größeren Stadt wohnst, dich als Tourist ausgeben und Leute nach Sehenswürdigkeiten fragen, du kannst dich im Tourismusbüro erkundigen welche spannenden Veranstaltungen es in nächster Zeit geben wird oder du fragst erstmal einfach jemanden nach der Uhrzeit.

Alles Gute!

HueRllod our


hkm, weisst du ich kann schon in Interaktion treten mit anderen Menschen... nur stellt es bei mir ab, wenn die dann ihre Nase zuhalten oder einen Schritt zurückgehen...

Und ja ich sperre mich ein- weil ich kein soziales Netzwerk habe... wohin soll man gehen, wenn man keine Freunde hat- z.B. am Wochenende?... klar, ich könnte in eine Bar oder so gehen- habe ich auch schon oft... nur schauen mich die Leute dann komisch an... und halten ihre Nase zu... oder fangen an über mich zu lästern... im Alltag geht das auch nicht...

Und meine Familie- ich will ihnen keinen Vorwurf machen- hat vllt 2-3 mal gesagt, ich sollte öfters rausgehen... (2-3 mal haben sie das gesagt)... ich war als Kind ein Raufbold- voller Lebensfreude... doch Freunde hatte ich da auch kaum welche... und zu nehmends, musste ich halte alleine Spielen- ich habe schon da gestunken... ja, jetzt bin ich 25 Jahre Alt... hab am Leben nicht teilgenommen... und hab seit ich ein Kind bin regelmässig mittelschwere bis schwere Depressionen... ich habe jetzt einfach ein bisschen Angst vor dem Übergang nach dem Studium in die Berufswelt... bzw. ich stelle mir überhaupt die Frage- ob ich überhaupt einen Beruf bekomme- mit meinem körperlichen Problem...

h1km


ob ich überhaupt einen Beruf bekomme- mit meinem körperlichen Problem...

Probleme lassen sich lösen, zumindest sehr viele. Vielleicht lässt sich deines mit einer Psychotherapie beseitigen oder dein Hausarzt kann dir weiter helfen. Wenn nicht soll er dir sagen an welche Ärzte du dich wenden kannst.

hab am Leben nicht teilgenommen... und hab seit ich ein Kind bin regelmässig mittelschwere bis schwere Depressionen

Warst du deshalb schonmal in Behandlung? Wenn nicht würde ich eine Behandlung empfehlen.

N$icolTaiNiUcolai


Wenn Du das Gefühl hast daß die Leute neben Dir aufgrund eines möglichen Körpergeruches ihr Gesicht schützen solltest Du dieses Problem nicht mit dem Gedanken "Ich weiß aber daß ich kaum Mundgeruch habe" oder ähnlichem abweisen, sondern dieser Sache doch mal etwas gründlicher nachgehen. Es gibt Stoffwechselkrankheiten bei denen insbesondere nach dem Genuß bestimmter Nahrungsmittel tatzächlich ein sehr unangenehmer Körpergeruch entsteht. Das Problem dabei ist daß die Betroffenen dies in der Regel selbst nicht riechen, und die Gesellschaft diese Krankheiten meißt nicht kennt und somit mit dem Gedanken "Wäscht sich dieses Schwein denn nicht" Abstand halten oder eben die Nase rümpfen. Angesprochen wird man so schnell jedenfalls nicht darauf weil einem ja niemand "Äi, Du stinkst" ins Gesicht knallen will. Du solltest die Möglichkeit einer derartigen Erkrankung auf jeden Fall in Betracht ziehen sofern Du da irgendein Gefühl hast.

Du schreibst daß bei Angst tatzächlich starker Mundgeruch entsteht. Gut, kann ich jetzt nicht viel zu sagen, könnte aber durchaus sein daß Angst Stoffwechselvorgänge verändert und ebenfalls zu einer vermehrten Geruchsbildung führt. Auf jeden Fall solltest Du sofern Du irgeneine Krankheit dieser Art hast diese kennen um entsprechende Situationen vermeiden zu können. Vielleicht helfen auch Medikamente, in diesem Falle jedoch keine Psychopharmaka.

hwkm


Warst du deshalb schonmal in Behandlung? Wenn nicht würde ich eine Behandlung empfehlen.

Nachtrag: Auch wenn du deshalb schonmal in Behandlung warst, würde ich eine neue Behandlung empfehlen.

H8e8llMod4our


Nicolai ich war schon bei sehr vielen Aerzten, die haben auch allerlei an mir fabriziert... von Zahnkontrolle, Blutkontrolle, Magenspiegelungen und kleineren Operationen war alles drin... also die Ärzte haben nie herausgefunden, wieso ich das habe... also von Zahnarzt, Hausarzt, HNO bis hin zum Magendarmspezialist- hatten alle keinen Plan... bis neulich ein weitere HNO, es war vllt der fünfte HNO- gesagt hat, dass er Überzeugt sei, dass bei mir das alles psychische Ursachen hat... sprich- dass ich einen trockenen Mund/Hals bekomme- weil ich so verkrampfe...

Also der letzte dieser Aerzte war überzeugt, dass es psychische Ursachen hat... alle anderen hatten keinen Plan-weshalb und wieso... und ich bin schon seit Jahren auf einer Ärzte Odyssee...

Jetzt könnte man doch sagen- ist doch kein Problem, nimm eine Zahnbürste mit oder Mundwasser... naja, Zahnbürste hilft bei mir nichts- weils der Geruch aus dem Rachen kommt... und Mundwasser (und zwar alle, die ich getestet habe) veschlechtern meine Symptome exponentiell zur Menge, die ich da gurgle... dann entwickelt sich ein komischer Geruch, der aus meiner Nase entweicht...

Ja, es scheint für einen Aussenstehenden komisch, dass ich zu einem Arzt gehen kann- aber nicht zu einem Psychologen... aber ja- so ist das halt...

Und bezüglich Vereinen und dergleichen- ich bin zeitlebens in irgendwelchen Sportvereinen- trotzdem rede ich nie mit den anderen- bzw. wollen die anderen nie etwas von mir wissen... das war immer so...

Wenn es was helfen würde- einfach öfters unter die Leute/Partys zu gehen- würde ich das tun- aber da ich das schon oft getan habe- und immer (bis auf ein paar wenige mal)- negative Reaktionen erhalten habe- gehe ich immer demotiviert und psychisch am Ende nach Hause...

Allerdings muss ich sagen- dass es im Sportverein nicht so prekär ist, denn da treten kaum Symptome auf... nur fehlt mir irgendwie die Fähigkeit, die Selbstverständlichkeit aus dem Sportverein auf andere Momente zu übertragen... und im Sportverein komme ich den Leuten auch ziemlich nahe- sehr Nahe für meine Aspekte- und da habe ich kaum negative Reaktionen bekommen... irgendwie bin ich durch den Sport abgelenkt- so dass ich nicht verkrampfen kann... aber Reden tu ich mit den Leuten dort auch nie...

An Partys kann ich natürlich mit niemanden Reden- da die Leute sofort zurückweichen... sie weichen auch so zurück, wenn sie in meine Nähe kommen... allein wegen der Atemluft... versteht ihr jetzt mein Zwickmühle?...

HXellopdouxr


ne, ich muss was korrigieren... im Sportverein haben die mich auch schon paar mal zu einem Drink eingeladen- ich habe immer abgelehnt- aus Angst, dass ich dann stinken würde- und sich dies negativ Auswirken könne... sprich- sie sind einige der wenigen Menschen, abgesehen von meiner Familie- denen ich bei einer gewissen Aktivitä nahe kommen kann- ohne dass die genannten Symptome auftreten... und dies will ich nicht durch ein Runde Trinken am Tisch aufs Spiel setzen...

hskxm


wollen die anderen nie etwas von mir wissen... das war immer so...

Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass das immer so sein wird.

dass ich zu einem Arzt gehen kann- aber nicht zu einem Psychologen... aber ja- so ist das halt...

Ein Psychiater ist auch ein Arzt. Warst du bei einem solchen schonmal?

aZugO233


Hallo junger Mann, schreiben können Sie wirklich ganz gut. Ich spreche Sie bewusst mit Sie an, wenn auch in diesem Forum es anders praktiziert wird.

Frage: Was tut man in der Schweiz, wenn man ein Problem von einem Fachmann lösen lassen will? Hier in Deutschland greife ich in meine Geldbörse und frage den Fachmann, ob er mir das Problem für den Betrag X lösen hilft! So und nicht anders funktioniert es. Ich habe mein Problem erkannt und suche eine Lösung. Diese Lösung hat ihren Preis.

Ich will mich hier an dieser Stelle nicht über das mir unbekannte Gesundheitssystem und dessen Bezahlung in der Schweiz auslassen.

Ich kann mir aber nicht denken, dass Menschen mit psychosomatischen Problemen in der Schweiz total durch alle Sicherungssysteme fallen.

Was ist ihrer Familie lieber: ein gesundes Familienmitglied, das sich Hilfe beim Experten geholt hat oder ein vom Matterhorn gestürztes Familienmitglied, dass sich wegen Mundgeruch nur in eisigen Höhen aufgehalten hat. Diese Frage sollte beantwortet werden, wobei Sie den zweiten Teil abwandeln können auf die Verhältnisse vor Ort.

Oder müssen Sie sich vor irgendetwas schützen? Das kann man auch, indem man als "Stinkstiefel" (so hier ein geläufiger Ausdruck) durch die Welt läuft. Dann kommt einem niemand zu nah und will auch nichts von mir.

H5ellGodoxur


hkm, die Sache ist so... wahrscheinlich würde ich zu einem gehen... aber das geht nicht so einfach... und zwar müsste ich zuerst einer Ärztehotline anrufen- diesen müsste ich dann das Problem schildern- und diese entscheiden dann am Telefon- welchem Arzt sie mich zu weisen wollen... so einfach ist das nicht... und dieses Telefongespräch will ich mir ersparen...

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