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Extreme Antriebslosigkeit und mehr Probleme. Was tun?

MIast<er QPx. hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen!

Endlich hab ich es mal geschafft mich hier anzumelden. Lang hat's gedauert...

Ich bin 30 Jahre alt und hab im Oktober mein Geographie-Studium nach 5 Semestern unterbrochen (oder doch abgebrochen?). Dazu sollte ich noch sagen, dass ich seit 9 Monaten in psychologischer Behandlung bin aus diversen Gründen, kurz gesagt Depressionen. Mein Psychologe hat mir auch dazu geraten ein Urlaubssemester einzulegen und erstmal alle anderen Probleme so weit wie möglich in Angriff zu nehmen. Zu diesen Problemen zählt 1. mein Sprachfehler (ich stottere in Drucksituationen sehr, z.B. bei Referaten an der Uni), 2. enorme Konzentrationsprobleme, 3. extreme Lustlosigkeit bzw. Trägheit und 4. daraus resultierend: Geldsorgen (die sich noch in Grenzen halten, mich aber trotzdem sehr belasten).

Naja, jetzt hatte ich inzwischen schon 4 Monate Zeit aber hab immer noch nix auf die Reihe bekommen. Nur meine finanzielle Lage hat sich etwas gebessert. 2 Tage/Woche arbeite ich, die restliche Zeit... ja was mach ich da eigentlich? Die meiste Zeit gammle ich daheim rum.

Was hab ich z.B. heute gemacht? Ich hab mir den Wecker auf halb 10 gestellt und dann erstmal das Tennisfinale geschaut. Danach hab ich einfach noch 2 Stunden weitergeschaut, ich weiß nicht mal mehr was. Dann an den Computer, Musik gehört, rumgesurft, auf Singleseiten gechattet (bin seit 2 Jahren solo), noch mehr Musik gehört. Dann was gegessen und Handball geschaut. Danach ein wenig die Küche aufgeräumt, aber auch nicht komplett. Dann wieder zwischen PC und Fernseher gependelt. Und jetzt sitz ich hier und schreibe diesen Text. Kontakt zur Außenwelt: 0,0. Geiler Tag! :)=

So extrem ist nicht jeder Tag. Unter der Woche geh ich schon manchmal raus wenn ich das Gefühl hab mir fällt die Decke auf den Kopf, aber selten länger als 2-3 Stunden. So geht das jetzt seit fast nem halben Jahr. Ich glaube seitdem hab ich es nicht mehr geschafft meine Wohnung mal komplett aufzuräumen und zu saugen. Vor 5 Tagen hab ich z.B. die Küche gesaugt und erst heute hab ich es geschafft, den Staubsauger wegzuräumen obwohl ich in der Zwischenzeit gefühle 10 mal drüber gestolpert bin. %-|

Das kann doch so nicht weitergehen!!! Wo soll das enden? Ich hab echt ein bisschen Schiss, dass ich diese Lethargie nicht mehr los werde.

Früher war ich nicht so. Aber ich hab das Gefühl seitdem meine Ex mit mir Schluss gemacht hat, geht es stetig bergab. Und seit Oktober ist es wie gesagt ganz extrem. Von Oktober bis Dezember hab ich es nicht mal hinbekommen mir einen Job zu suchen und schulde deshalb allen möglichen Leuten/Firmen/Ämtern noch Geld. U.a. bin ich noch mit 2 Monatsmieten in Rückstand. Erst seit 3 Wochen kommt wieder regelmäßig Geld rein.

Meine Freunde, oder zumindest viele von ihnen, hab ich seitdem auch sehr vernachlässigt. Zu 2 davon hab ich seit vielen Wochen keinen Kontakt mehr weil ich mich nicht mehr gemeldet hab. Dass ich mein Studium unterbrochen habe weiß nur mein bester Freund, den anderen erzähl ich dass ich noch zur Uni gehe, denn sonst müsste ich ihnen von meinen ganzen komplizierten Problemen erzählen. Und obwohl ich weiß dass sie das verstehen würden, traue ich mich das nicht. ":/

Ach ja, mein Psychologe hat mir übrigens zwischenzeitlich 2 verschiedene Antidepressiva verschrieben: Elontril (im Juni/Juli) und Paroxetin (Oktober). Bei beiden hatte ich aber nur Nebenwirkungen.

Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben aber bevor der lange Text noch alle abschreckt, lass ich es erstmal so. Ich freue mich über alle gutgemeinten Antworten.

Antworten
Zfw-ack4x4


Hallo Master P., willkommen im Club der Depressionspatienten! Ich habe den Eindruck, dass Du großenteils an der falschen Front arbeitest, denn Deine Probleme 2 und 3 sind Symptome Deiner Krankheit. Natürlich versucht man zu verhindern, dass die Müllberge über einem zusammenbrechen, aber meine Erfahrung ist, dass sich das Wohlbefinden durch Wegnahme von Druck beträchtlich bessern läßt. Solange Du Dir gestattest, das zu tun, wozu Du Lust hast, wirst Du wahrscheinlich hauptsächlich unter den indirekten Folgen Deiner Depression leiden (Unordnung, Geldsorgen). Erst wenn man das weiß und akzeptiert, kann man nach einem akzeptablen Mittelweg suchen.

Mit ADs muß man Geduld haben. Die Wirkung tritt oft erst nach Wochen ein, die Dosis muß individuell ermittelt werden und bei den NW weiß man nie, ob sie nach einer Anfangsphase wieder verschwinden. Elontril hat bei mir auch nicht gewirkt, Paroxetin habe ich nicht probiert, aber die Liste der Alternativen ist lang. Ich möchte Dich ermuntern, da nicht zu früh aufzugeben, denn auch wenn Deine Psychotherapie zum Erfolg führen sollte, scheint er doch zumindest nicht unmittelbar bevorzustehen. Bist Du mit Deinem Psychologen einmal der Frage nachgegangen, ob auch Dein Studium als Auslöser Deiner Depression in Frage kommt?

G<rottixg


Willkommen in der Depression. Der text hätte von mir sein können. Bin auch während des Studiums abgestürtzt. Ich habe zuviel Zeit vergehen lassen, musste das Studium letztlich abbrechen. Ganz wichtig ist ein vernünftiges AD, das kann schon viel bewirken, leider hab ich mich zu spät darauf eingelassen. Manchmal muss man mehrere ADs ausprobieren, um eines zu finden welches wirkt. Die Nebenwirkungen verschwinden meist nach der Einschleichphase. Ich kann dir nur raten, da nochmals anzusetzten und nicht so schnell aufzugeben.

M#ast#er P.


@ Zwack44:

Das Studium hat da sicher seinen Teil zu beigetragen. Immer wenn ich zur Uni gefahren bin, hatte ich so ein unangenehmes Gefühl im Bauch, wie vor einer wichtigen Prüfung auf die man schlecht vorbereitet ist. Mein Psychologe vermutet dahinter eine soziale Phobie. Und das könnte schon sein. Ich bin (auch aufgrund meines Stotterns) ziemlich schüchtern, hab kaum mal mit jemandem geredet, und Referate waren für mich immer der absolute Horror.

Aber zur Zeit denke ich eigentlich kaum übers Studium nach und trotzdem geht es mir nicht besser. Obwohl... im Unterbewusstsein ist das wohl schon ein großes Thema. Denn im April fängt das neue Semester an und meine Eltern drängen darauf dass ich weitermache. Ne Alternative gibt es eigentlich auch nicht, aber im Moment kann ich mir kaum vorstellen im April wieder zur Uni zu gehen. Zumal ich auch kein BAföG mehr bekomme und dann nebenher auch noch arbeiten müsste.

Zum Thema ADs: Ja wahrscheinlich habt ihr recht. Ich stehe dem Thema irgendwie recht skeptisch gegenüber weil ich befürchte, mein Leben lang nicht mehr davon los zu kommen. Aber wenn's mir damit besser geht... was soll's. Donnerstag hab ich nen Termin beim Neurologen, mal sehen was der sagt.

ZKwaJck4x4


Studierst Du für das Lehramt? Falls ja, glaubst Du, dass Dich in der Schule das Stottern weniger stört? Ein Freund von mir hat früher auch gestottert. Heute unterbricht er dann den Satz an der entsprechenden Stelle und fängt ihn von vorne an - so fließend, dass man das Stottern als Ursache nicht bemerkt, wenn man ihn nicht von früher kennt. Auch das kann man also üben.

Myaste8r P.


Nein ich studiere nicht auf Lehramt. So realitätsfremd bin ich auch wieder nicht. ;-)

Und was das Stottern angeht... glaub mir, da hab ich echt schon alles ausprobiert. Im normalen Leben ist das auch gar nicht so ein großes Problem sondern eigentlich nur in Drucksituationen, voa. wenn ich vor vielen Leuten reden muss.

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