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Macht eine Therapie eigentlich Sinn?

_TTsuenamix_


Es ist schon richtig, das man in erster Linie was für sich machen muss, jedoch macht es für mich kein Sinn, auf dauer ein Leben ohne Freundin zu führen.

Beides verstehe ich und stimme zu, doch meine höchstpersönliche Sicht ist eine andere.

Die Sexulalität in Kombination mit der Liebe zum Partner ist ein großer Bestandteil des Lebens und des Glücklichseins.

Keine Einwände und dennoch sehe ich Alternativen.

Darf man mal fragen, was du für eine Behinderung hast und wie alt du bist? Hattest du schon mal eine Freundin?

Du darfst fragen und ich darf antworten.

Ich bin jetzt 34 Jahre alt. Meine Behinderung ist, dass ich nicht richtig sehen kann – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. So ziemlich alles fällt mir schwerer, als es für einen Normalsichtigen wäre. Ich lebe in einer kleinen Kugel, welche ungefähr den Durchmesser von einem Meter hat. Alles, was darüber hinausgeht, ist nicht greifbar, kann es nicht oder nur mit höchster Anstrengung sehen. Da ist immer die Gefahr, dass ich etwas nicht richtig gesehen habe, dass ich Schaden anrichte. Deshalb schaue ich anderen Menschen nicht lange in die Augen und reduziere menschlichen Kontakt auf ein Minimum. Es strengt mich einfach zu sehr an.

Was Freundin anbelangt, habe ich nicht viel zu berichten. Ich war mal extrem verliebt, was etwa über 5 Jahre ging, und dann von mir radikal beendet wurde, obwohl es da nichts zu beenden gab, weil nie etwas begonnen hatte. Zum anderen hatte ich eine eheähnliche Beziehung, welche sich über ca. 3 Jahre erstreckte. Es war trotz aller Anstrengungen nicht von Dauer, nicht haltbar, doch zumindest sind wir auch heute noch gute Freunde.

BCäredntatxze


Das ist natürlich sehr schlecht, wenn das Gesichtsfeld so stark eingeschränkt ist.

_ATsuunamxi_


Ja, Spaß ist anders.

Bwären:tatFzxe


Und was machst du dann aus den wenigen Möglichkeiten heraus? Ich für meinen Teil weis gar nicht, wie man eigentlich sein Leben gestalten soll.

Klar wurden hier schon einige Sachen genannt und wenige Sachen mach selbst ich auch, aber ich frage mich immer, wie man ein wirklich erfülltes Leben haben soll.

_@Tsu{nam=i_


Und was machst du dann aus den wenigen Möglichkeiten heraus?

Nun ja, ich schrieb es ja schon, ich versuche jeden Tag das Beste daraus zu machen. Mehr ist einfach nicht drin.

Ich für meinen Teil weis gar nicht, wie man eigentlich sein Leben gestalten soll.

Ich selbst wusste das oft im Leben nicht. Ich weiß nicht, ob das gut ist, aber mittlerweile beschränke ich mich auf die wenigen Dinge, die mir wirklich, wirklich wichtig sind.

Klar wurden hier schon einige Sachen genannt und wenige Sachen mach selbst ich auch, aber ich frage mich immer, wie man ein wirklich erfülltes Leben haben soll.

Ich kann dir das nicht wirklich beantworten, doch eine Sache, die ich schon öfter gehört habe und welche für mich am meisten Sinn macht, ist folgende:

Mit sich im Reinen sein.

BRärenit7atze


Sorry Tsunami,

aber deine Worte bauen nicht gerade auf und sie spiegeln genau das, was die Realität von Behinderten Menschen bedeutet, sie sind sehr einsahm.

Ich glaube, das das Leben als Behinderter nichts wert ist und die meisten wollen es nicht begreifen und verschließen gern die Augen.

_0Tsun|ami_


aber deine Worte bauen nicht gerade auf und sie spiegeln genau das, was die Realität von Behinderten Menschen bedeutet, sie sind sehr einsahm.

Nun ja, ich versuche nicht zuletzt wegen meiner Einschränkung die Dinge so zu sehen, wie sind. Manchmal ist das aufbauend, manchmal weniger. In dieser Hinsicht finde ich es etwas vermessen, zu behaupten, dass behinderte Menschen generell einsam sind oder einsamer als andere Menschen. Meine beiden blinden Kolleginnen zum Beispiel sind sehr umgängliche Menschen, obwohl ihnen die Lebensbewältigung sicherlich auch nicht immer locker von der Hand geht. Beide sind verheiratet und haben Freunde. Es käme mir nicht in den Sinn, zu behaupten, dass sie einsam sind, zumindest nicht einsamer als ich.

Ich glaube, das das Leben als Behinderter nichts wert ist und die meisten wollen es nicht begreifen und verschließen gern die Augen.

Nahezu dreist fände ich es, wenn ich meinen beiden blinden Kolleginnen oder sonstigen behinderten Menschen Wertlosigkeit zusprechen würde. Vielleicht solltest du deine Sichtweise bzw. Glauben über behinderte Menschen mal überdenken, denn irgendwie scheint er mir gegenüber behinderten Menschen ungerecht und abwertend zu sein.

c+olt>iDs lisxa


Ich glaube, das das Leben als Behinderter nichts wert ist und die meisten wollen es nicht begreifen und verschließen gern die Augen.

weil DU für dich meinst, dass dein leben besch*** ist, ist das leben behinderter nichts wert?? ich bin entsetzt!

:(v :(v :(v

wobei ich mich dann frage , warum überhaupt dann der plan eines umzugs und irgendwelcher veränderungen die wahrscheinlich eh niemals stattfinden werden ? weiter rumdümpeln langt dann doch ...

Dielta


Hi.

Ich glaube, das das Leben als Behinderter nichts wert ist und die meisten wollen es nicht begreifen und verschließen gern die Augen.

Da wird aber eine deftige Entschuldigung fällig!

Mit solchen (durchaus rassistischen ??) Einstellungen kann ich deinen Selbsthass verstehen. Gutheißen kann ich es nicht.

Aber da sind wir wieder bei der Frage, wer denn nun ausgrenzt. Die anderen oder evtl. doch du selbst. Aber das hatten wir ja schon mal.

cLolt9is =li=sa


Mit solchen (durchaus rassistischen ??) Einstellungen kann ich deinen Selbsthass verstehen. Gutheißen kann ich es nicht.

das negative bild von ihm selbst/selbsthass – ok, aber das zu verallgemeinern ist ... mir fehlen die worte!!! >:(

sAchnatrterHguscxhe


Delta

Mit solchen (durchaus rassistischen ??) Einstellungen kann ich deinen Selbsthass verstehen.

Rassistisch ist das nicht (deshalb ja auch Deine Fragezeichen). Es ist auch keine Diskriminierung von Behinderten, obwohl es sehr danach ausieht.

Bärentatze hat eine Depression öffentlich freigelassen, ohne an die Wirkung auf andere Menschen zu denken. Er ist so mit sich und seinem Selbstmitleid beschäftigt, dass er aus seiner emotionalen Befindlichkeit heraus die Bewertung seines eigenen Lebens auf alle Behinderten projiziert hat. Für den Moment mag das sein Gefühl der Einsamkeit gemildert haben.

Allein die Art, wie er die sachliche Beschreibung von _tsunami_ verquer ausgelegt hat, zeigt ihn mal wieder auf der Suche nach dem Negativen. Und das muss immer außerhalb von ihm selbst liegen. Eigentlich hatte er wohl Zuspruch erwartet in seinem Gejammer. Der kam nicht, und so mußte er es eben missverstehen. Mit anderen Menschen und speziell mit Behinderten hatte das nicht wirklich etwas zu tun. Nur mit einem, der sein eigener größter Gegner ist.

Ich glaube nicht, dass irgendeine Kritik Bärentatze wirklich erreichen wird. Als einzigen Effekt wird sich wohl jeder Kritiker aufregen. Da stellt sich mir die Frage, ob sich das lohnt. Ich glaube, wer versucht, sich in ihn hineinzuversetzen und ihn zu verstehen, wird damit mehr für sich selbst tun.

Denn die meisten Menschen wissen, dass jedes Leben den Sinn hat, den man selbst ihm gibt. Wenn Bärentatze mir sagt, dass mein Leben wegen mener Behinderung keinen Sinn habe, dann kann ich ihn nur bedauern. Aber nicht einmal Mitleid empfinden. Denn ich könnte nicht mit ihm leiden.

BkäreNntaxtze


Ok, ich muss mal dazu fügen, das es mehr um Männer mit Handycap geht. Frauen mit Handicap haben zum Beispiel kein Problem damit, einen Partner zu finden.

Ich glaube, ihr wisst gar nicht um welche Behinderung es sich bei mir handelt. Wer mit sowas rumlaufen muss, ist schon gestraft fürs ganze Leben. Es ist halt schade, das man euch nicht mal ein Jahr mit so einem Handicap rumlaufen lassen kann.

Dann könntet ihr mal erfahren, wie es ist, wenn man versucht jegliche Ziele zu erreichen und trotzdem sozial ausgegrenzt wird.

B/ärentGatzxe


Übrigens war das so nicht gemeint, ein Leben als Behinderter wäre ein ganz normales(bis auf die Einschränkungen, die man selbst hat)Leben, wenn unsere Gesellschaft es zulassen würde, das die Menschen genau so angenommen werden, wie halt ein normaler Mensch auch.

Ich würde mein Leben auch mögen, wenn ich nicht immer Ablehnung bekommen würde.

_#TmsunEamix_


Ok, ich muss mal dazu fügen, das es mehr um Männer mit Handycap geht. Frauen mit Handicap haben zum Beispiel kein Problem damit, einen Partner zu finden.

Woher nimmst du diese Gewissheit?

Ich glaube, ihr wisst gar nicht um welche Behinderung es sich bei mir handelt. Wer mit sowas rumlaufen muss, ist schon gestraft fürs ganze Leben. Es ist halt schade, das man euch nicht mal ein Jahr mit so einem Handicap rumlaufen lassen kann.

Danke, meine eigene Behinderung reicht mir. Insbesondere verstehe ich nicht, wie es einem selbst helfen soll, wenn es anderen schlechter geht. Mit anderen Worten: Wenn es allen anderen schlechter geht als mir oder zumindest genauso schlecht, dann bin ich glücklich?

Dann könntet ihr mal erfahren, wie es ist, wenn man versucht jegliche Ziele zu erreichen und trotzdem sozial ausgegrenzt wird.

Soziale Ausgrenzung findet genau genommen permanent statt, unabhängig davon, ob man bestimmte Ziele erreicht hat, eine Behinderung hat oder nicht. Zum einen sind manche Menschen sozialer als andere. Und zum anderen ist das auch eine ganz persönliche Angelegenheit, sprich der eine mag dich, der andere nicht. Bei mir ist das zum Beispiel so, dass mich die meisten nicht mögen. Sie können mich zwar akzeptieren, aber sie mögen mich nicht. Und je mehr mich Menschen kennenlernen, desto weniger mögen sie mich. So in etwa. Ich habe schon überlegt, ob ich vielleicht irgendwas an mir ändern soll, aber ehrlich gesagt bin ich ziemlich faul und lege keinen Wert darauf, ein Massenliebling zu sein. Ich versuche schon, ein halbwegs freundlicher und umgänglicher Mensch zu sein, weil es mir sinnvoll erscheint, wem dies aber nicht ausreicht, auf den kann ich auch verzichten.

Übrigens war das so nicht gemeint, ein Leben als Behinderter wäre ein ganz normales(bis auf die Einschränkungen, die man selbst hat)Leben, wenn unsere Gesellschaft es zulassen würde, das die Menschen genau so angenommen werden, wie halt ein normaler Mensch auch.

"Die Gesellschaft" in diesem Kontext, welche etwas zulässt oder nicht zulässt, gibt es nicht. In deinem Leben begegnest du immer nur einzelnen Individuen. Die meisten kümmern sich um ihren Kram und das war's. Zum Beispiel sind auch du und ich nicht die Freundlichkeit und Offenheit in Person, da wäre es ja fast erstaunlich, wenn die meisten anderen so wären. Sich nur um sich selbst zu scheren, ob mit oder ohne Behinderung, ist eine Frage der persönlichen Einstellung.

Ich würde mein Leben auch mögen, wenn ich nicht immer Ablehnung bekommen würde.

Vielleicht wäre es für dich eine erreichbare Kunst, das Leben zu mögen, ohne zu sehr davon abhängig zu sein, was andere von dir und deinem Leben halten. Wenn ich mich davon abhängig machen würde, was andere von mir und meinem Leben halten, dann dürfte ich mir bestimmt einen Dauerplatz in der Psychatrie reservieren.

R&ey6kjavixk


Bärentatze

was die Realität von Behinderten Menschen bedeutet, sie sind sehr einsahm

Einsamkeit ist Normalität. Gewöhne dich an Einsamkeit.

Und was machst du dann aus den wenigen Möglichkeiten heraus? Ich für meinen Teil weis gar nicht, wie man eigentlich sein Leben gestalten soll.

Dies ist das Problem. Glück und Zufriedenheit bekommst du nicht von anderen, sondern nur von dir selbst.

Dann könntet ihr mal erfahren, wie es ist, wenn man versucht jegliche Ziele zu erreichen und trotzdem sozial ausgegrenzt wird.

Soziale Ausgrenzung findet genau genommen permanent statt

Das wollte ich auch gerade schreiben.

Es wird immer ausgegrenzt. ( Auch unter nicht-behinderten Menschen. Dann hat man eben den "falschen" Humor oder die "falsche" Jacke oder das "falsche" Benehmen.)

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