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Macht eine Therapie eigentlich Sinn?

R^ebeglmutMioxn


Ohje, [...]

Mir geht es darum, auch fair zu bleiben. Wir können schlecht von ihm erwarten, dass er sich richtig verhält, wenn wir uns als schlechtes Vorbild präsentieren. Ein gewisser Respekt sollte gewahrt bleiben. Wenn dir der im Laufe der Diskussion abhanden gekommen ist, sehe auch ich für dich keinen Sinn darin, hier weiterzuschreiben.

_WTsunxami_


Ich stimme zu. Jedem ist es freigestellt, hier teilzunehmen oder sich fernzuhalten, aber eine gewisse Konstruktivität und Respekt sollten schon gewahrt bleiben. Bärentatze ist sicherlich nicht der Einzige, der sich hier nicht mit Lorbeeren geschmückt hat.

BTärenktatzxe


Ich finde es sehr schade, das ich hier als das letzte dargestellt werde, Leute ausm Forum, die mich privat kennen, können das Gegenteil bestätigen.

Ihr müsst hier einfach mal verstehen, das hier jemand schreibt, der 31 Jahre alt ist und die schönen Seiten des Lebens nie kennen gelernt hat, der es bis jetzt noch nicht geschafft hat, sich zu integrieren, jemand der vor einem Trümmerhaufen steht und nicht weiß, wie er das alles beweltigen soll.

Ich habe jetzt zumindest die Möglichkeit, mein Leben ändern zu können, jedoch braucht dieses noch Zeit, bis sich gewisse Strukturen entwickeln können. Gerade bei dem Schwaben wird es mehr als schwierig, aber es nicht unmöglich.

E+hemaliger` Nutszer C(#393910)


Bärentatze

Jetzt noch Schule Tagsüber machen, da wäre ich wohl schon zu alt.

Diese Aussage ist Blödsinn. Was ist denn mit den ganzen Umschülern? Die sind teilweise ein paar Jahre älter als Du es bist.

Also mal zu Deinen "schweren" Behinderungen. Das Möbius in Bezug auf die Mimik sehe ich mal nicht als schwere Behinderung an.

OK, Du hast wohl noch einen Hörschaden. Dafür gibt es ausgezeichnete Hörgeräte. Meine Freundin hat einen Hörverlust von 80% und dank der Hörgeräte erreicht sie nun ein Hörvermögen von ca 85%. Für die Sehbehinderung gibt es Brillen, evtl OP.

In Bezug auf das Lernen im "Alter" erzähl ich Dir jetzt mal meine Geschichte.

Aber bitte diese NICHT als Mitleidstour meinerseits sehen, aber auch NICHT als Angeberei.

Ich habe seinerzeit Krankenschwester gelernt und jahrelang auf einer neurochirurgischen Intensivstation (ausschließlich Patienten mit Hirnschädigung) gearbeitet. Wir waren ein tolles Team, die Arbeit hat viel Spaß gemacht.

Dann kam der 6.6.1998. Ich war damals Ende 3ter Monat schwanger und hatte mich mit meinem Mann in unserer Stammkneipe verabredet. Hatte mit dem Wirt schon alles abgesprochen, weil ich meinem Mann da von der Schwangerschaft erzählen wollte.

Es sollte aber anders kommen. Ich fuhr also mit dem Fahrrad auf dem Radweg zu dem Lokal, als plötzlich seitlich aus dem Feldweg ein Auto rausschoß und mich umnietete.

Dabei luxierte meine Schulter, die ich irgendwie selbst wieder reponiert bekam. Fragt mich bitte nicht wie, irgendwie war das Ding dann drin.

Im KH dann röntgen, knöchern alles ok. Also ab nach Hause. Dort bekam ich am nächsten Tag Blutungen und mein Arzt sagte mir, dass ich das Kind verloren hätte.

Naja, das größere Problem war aber die Schulter. Ich konnte den Arm kaum anheben und laut Ultraschall sollte die Rotatorenmanschette gerissen sein. Also noch MRT und das war ohne Befund. Also erstmal Ruhe, dann KG, dann im November 1998 Arthroskopie. Der Operateur meinte nur, der Schleimbeutel war total kaputt, ansonsten sei die Schulter ok. Ich glaubte das erstmal, denn es ging mir im ersten Moment wirklich besser. Sollte aber nicht lange anhalten. Die Beschwerden wurden immer schlimmer, die Schulter fühlte sich total instabil an.

Also neues MRT, wieder ohne großen Befund, bis auf ne Arthrose im Schultereckgelenk (ACG).

Im Mai 1999 neue ASK wieder angeblich ohne Befund. Man fräste ein paar mm vom knöchernen Schulterdach weg und ich wurde mit der Empfehlung mal zum Psychiater zu gehen, entlassen. So nach dem Motto, wir haben was gemacht und die Pat. ist zufrieden. Danach wurde es noch schlimmer mit der Schulter. Also ab auf Reha. Dort hieß es dann, Beruf geht nemmer, also umschulen. Zwischenzeitlich hatte ich wegen langer Krankheit meinen Job verloren und hatte Null Zukunftsperspektive. Oktober 1999 neue Klinik, neue ASK und hey, endlich ne Diagnose. ausgedehnte SLAP Läsion und komplett fehlender vorderer Bandapparat laut Operateur schon ältere Verletzung. Also versuch der Refixierung der SLAP. Anfang 2001 bekam ich dann die Genehmigung zur Umschulung und wurde auf Arbeitserprobung und Berufsfindung geschickt.

Somit stand dann als Wunschberuf der IT-Fachinformatiker Systemintegration fest.

Es gibt 2 Möglichkeiten der Umschulung. Betrieblich (als Lerhling im Betrieb mit normalem Besuch der Berufsschule, allerdings Einstieg ins 2te Lehrjahr) oder überbetrieblich (im Berufsförderungswerk stationär mit psych. Betreuung etc.).

Ich wählte die betriebliche Variante und fand nach langer Suche auch einen Betrieb. Sollte nach bestandener Prüfung auch übernommen werden. Zu dem Zeitpunkt(September 2001) war ich 32 Jahre alt und in der Berufsschulklasse NICHT die Älteste. Es gab noch 3 die waren älter als ich. Unser Ältester war ein Rollifahrer mit 38 Jahren.

Am 10.12.2001 dann das fatale Aus. Ein Schulbus nimmt mit die Vorfahrt und ich krache mit meinem PKW frontal in den Bus.

Als Folgeschäden dieses Unfalles habe ich nun zusätzlich zur total instabilen Schulter: – Belastungstachykardie (nehme deswegen 2 versch. Medis darunter Digitalis)

- Belastungsasthma

- instabiles linkes Handgelenk (Schulter ist rechts)

- chronische Knochenhautentzündung an beiden Schienbeinen

- chronifizierter 2facher palmarer Bandschaden am linken Handgelenk

- Diskusschaden linkes Handgelenk

- chronischer Schmerzpatient (2 verschiedene BTM's)

also Umschulung abgebrochen.

Im Februar 2003 (da war ich dann 34) fing ich diese neu in einem Berufsförderungswerk an und zog die 2 Jahre auch mit viel zähnezusammenbeißen durch.

Nach der Umschulung arbeitete ich noch ca 1 Jahr in dem Beruf auf 400 Euro, weil mir wegen der Einschränkungen niemand ne feste Stelle geben will.

Bekomme auch nur Hartz IV, aber ich habe ne Wohnung, meinen Hund mit dem ich viel unterwegs bin und trage einmal/Woche die Wochenzeitung aus.

Dann kommt 3 bis 5 mal / Woche ein Mädel aus der Nachbarschaft zur Nachhilfe in Mathe, Deutsch und Englisch.

Dann kommt täglich der Sohn der Nachbarin zu mir, weil seine Mutter keine Zeit für ihn hat. Und ab September kommen dann auch noch seine Geschwister zur Nachhilfe zu mir.

Finanziell bekomme ich für die Nachhilfe nix. Aber ich bekomme ein Kinderlachen dafür und das ist auch viel wert. Klar wäre mir bezahlte Arbeit lieber und ich gebe die Hoffnung nicht auf, doch noch einen Job (egal was, hauptsache ich kanns körperlich machen) zu finden. Aber bis dahin habe ich mit den vielen Kindern genug zu tun. Ist manchmal sogar echt stressig.

Also ich war 34 als ich mit der Umschulung begann und hatte 8 Stunden Schule am Tag. Wie Du siehst, bist Du mit 31 nicht zu alt.

Naja, das ganze hielt nicht und die Schulter wurde immer schlimmer.

E{hemalriger Nhutzer (m#393910)


Nachtrag.

Ich hatte übrigens familiär (Mann, Eltern, Geschwister) NULL Unterstützung.

wtispxy


Ich finde es sehr schade, das ich hier als das letzte dargestellt werde, Leute ausm Forum, die mich privat kennen, können das Gegenteil bestätigen.

Du plückst Dir wieder den faulen Apfel vom Baum

Ich habe jetzt zumindest die Möglichkeit, mein Leben ändern zu können, jedoch braucht dieses noch Zeit, bis sich gewisse Strukturen entwickeln können.

genau

Gerade bei dem Schwaben wird es mehr als schwierig, aber es nicht unmöglich.

;-D wie meinst Du das ;-D

_&Tsunxami_


Bärentatze, ist ein bisschen wie ein Boomerang, vielleicht müssen andere ein wenig genauer hinschauen, aber du vielleicht auch.

R ebelbutio-n


Ich finde es sehr schade, das ich hier als das letzte dargestellt werde, Leute ausm Forum, die mich privat kennen, können das Gegenteil bestätigen.

Ich verstehe, dass diese Rückmeldung hart ist für dich, aber versuch ganz im Sinne deines Selbstvertrauens locker damit umzugehen, denn wie du ja selbst von anderen Leuten mitbekommst, sagt eine einzelne Meinung nichts über dich in deiner Gesamtheit aus.

Ihr müsst hier einfach mal verstehen, das hier jemand schreibt, der 31 Jahre alt ist und die schönen Seiten des Lebens nie kennen gelernt hat, der es bis jetzt noch nicht geschafft hat, sich zu integrieren, jemand der vor einem Trümmerhaufen steht und nicht weiß, wie er das alles beweltigen soll.

"Schöne Seiten des Lebens" ist ein sehr individueller Begriff, den jeder für sich selbst erfasst. Du hast bestimmt auch schon schöne Dinge erlebt in deinem Leben und genau da möchte ich dir raten, diese Erfahrungen auch so zu schätzen. Für dich steht der Begriff "schöne Dinge des Lebens" für all das, was du bisher nicht erreichen konntest, für das, was du dir wünschst. Aber da ist doch die Sichtweise entscheidend – du hast schon schöne Dinge erlebt und möchtest noch mehr schöne Dinge erleben. Aber wertschätze mal all das, was du bisher erreicht hast und du wirst sehen, dass du bei weitem nicht das arme Würstchen bist, für das du dich hälst. Und schöne Dinge erleben bedeutet auch, die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen zu wissen und nicht übergroßen Ansprüchen hinterherrennen, die du nicht so leicht erreichen kannst. Sich mal zufrieden geben können, mit dem, was man hat – alles andere ist Bonus.

B6ärenQta2tze


devil_w

Respekt ein auführlicher Text mit sehr vielen Tiefen und auch Höhen. Ich meinte aber mehr das nur Schulische, also das machen eines Abschluss, wo man dann aber noch gar nichts hat. Denn dann würde erst eine Ausbildung oder Studium folgen.

wie meinst Du das

wispy

Bei den Schwaben ist es so, das Menschen von außen, die also nicht aus BW kommen, es sehr schwer haben, dort Anschluss zu finden und das sagen sehr viele so.

Rebelution

Ich meine mit den schönen Dingen des Lebens eigentlich die Sexuallität die Zärtlichkeit und was so alles dazu gehört, dies ist ein Kapitel was im Leben einfach nicht fehlen darf, da es ein Grundbedürfniss ist, wie das tägliche Brot und Wasser.

R^ebeluWtHioxn


da es ein Grundbedürfniss ist, wie das tägliche Brot und Wasser.

Damit hast du nicht ganz Unrecht. Aber im Gegensatz zu Wasser und Brot steht es dir nicht automatisch zu, du kannst es nicht einfach einfordern, auch in einer Beziehung nicht. Es ist etwas gegenseitiges zwischen zwei Menschen, die beide bereit sind, sich auf den Partner einzulassen. Und um überhaupt an diesen Punkt zu kommen, sind für dich noch viele andere Schritte notwendig, also fokussier dich nicht so versteift auf die Sexualität. Mir ist klar, dass du dir das wünschst und ich kann dich da auch voll verstehen, aber das ist eben so eines der Dinge, die es als Bonus zu einem glücklichen Leben gibt, wenn die Zeit dafür reif ist. Es ist auch nichts, was dir zwangsläufig bleibt – Partnerschaften gehen auch mal auseinander. Konzentrier dich auf die jetzt wichtigen Schritte und vergiss die Sexualität einfach mal (für alles weitere bleibt dir youporn, wie jedem anderen Single auch).

Mdolli?en7cihexn


Ich meine mit den schönen Dingen des Lebens eigentlich die Sexuallität die Zärtlichkeit und was so alles dazu gehört, dies ist ein Kapitel was im Leben einfach nicht fehlen darf, da es ein Grundbedürfniss ist, wie das tägliche Brot und Wasser.

Ich denke auch, Du versteifst Dich so sehr darauf, weil Dir die Erfahrung bisher fehlt. Hättest Du sie, würdest Du ziemlich schnell feststellen, dass das nicht das Wundermittel fürs Glücklichsein ist…!

_qTsu\nami_


Bärentatze, ich will dich keinesfalls runtermachen, aber meinst du, dass du in deinem jetzigen Zustand ein guter Partner oder gar guter Vater wärest?

B=ären#taet%ze


Nein, momentan wohl nicht, da man selbst erst mal ausgeglichen sein sollte und sein eigenes Leben haben sollte, was einen ausfüllt.

Ein guter Vater wäre ich wohl jetzt auch schon, bloß der finanzielle Part fehlt halt noch.

_BTsunVamix_


Bärentatze, deine Berichte und Taten sprechen nicht die Sprache, dass eine Familie sich darauf verlassen könnte.

t_romipYetenti\nxa


Therapie ist immer sinnvoll. Dafür braucht man aber nicht zwangsläufig einen Psychologen. Mir hat es schon sehr weitergeholfen, einfach die Dinge die man tut zu hinterfragen. Auch mit anderen Menschen darüber zu reden, die einem nahe stehen und die EHRLICH zu einem sind. Das wichtigste ist aber, dass man ehrlich zu sich selbst sein muss. Ich habe eine gute Freundin, mit der ich mich quasi therapiere. War schon oft total sauer, weil sie mir einfach die Wahrheit vor Augen gehalten hat. Es bringt nichts, ein Blatt vor den Mund zu nehmen, nur weil man jemanden mag oder nicht verletzten möchte.

Einen Satz hat mal jemand zu mir gesagt. Erst fand ich ihn wirklich behindert, aber wenn man im Leben nicht mehr weiter weiß, dann bringt er genau alles auf einen Punkt: "Alles was man im Leben tut, tut man aus Liebe oder aus Angst."

Wusste erst nicht, wie mich das weiterbringen soll. Aber man muss ehrlich sein. Oft werden z.B. Essstörungen oder andere Schwierigkeiten im Leben von Ängsten hervorgerufen. Die wichtigste Frage ist einfach immer nur "Warum"?

Warum willst du nichts essen? – Weil ich nicht dick sein will

Warum willst du nicht dick sein? – Weil ich diszipliniert sein möchte

Warum möchtest du diszipliniert sein? – Weil ich will, dass man stolz auf mich ist

warum möchtest du, dass man stolz auf dich ist? – Weil ich dann geliebt werde

usw...... Ehrlichkeit zu sich selbst ist das A und O!

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