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Macht eine Therapie eigentlich Sinn?

B"ärentjatxze


Den letzten Beitrag müssten sie allerdings übersetzen, da ich nicht verstehe, was sie mir damit sagen wollen.

aRugU2-3x3


Allgemein wird in diesem Forum nach Ratschlägen gefragt – und in weitestem Sinne haben Sie auch danach gefragt. Nach dem Spruch: "Ratschläge sind auch Schläge", vermeiden eben viele Therapeuten solche "Ratschläge". Damit sind nicht konkete Sachantworten gemeint, wie beispielsweise die Auskunft darüber, ob man Paxisgebühr bezahlen muss oder nicht.

Ratschlag wäre eine konkrete Stellungnahme mit Empfehlung zum angesprochenen Plan des Ortswechsel nach Stuttgart. Das Gegenteil zum Ratschlag wäre die Aufforderung, die Vor- und Nachteile eines solchen Umzugs mal aufzulisten; dann würde aber auch die Frage kommen: "mir fehlen folgende Posten......., was sagen Sie dazu?"

Diese Technik fordert den Menschen – so wie das reale Leben ihn auch fordert.

slchnatttergusxche


Bärentatze

genau das meine ich, ein Tapetenwechsel tut für mich auch mal ganz gut.

Was bedeutet Tapetenwechsel für Dich? Ein Umzug in eine andere Gegend kann ein Tapetenwechsel sein, aber auch eine Flucht. Er kann helfen, aber auch täuschen. Denn alle Orte, an denen Du bist, haben eine Gemeinsamkeit: Dich.

Den wirklichen Tapetenwechsel kannst Du in Dir selbst durchführen. Die alten Denk-Tapeten von der Wand reißen und durch neue ersetzen. Dabei ist vielleicht Hilfe von außen notwendig. Die Arbeit hast aber Du selbst. Die erste Aufgabe dabei ist die Überlegung, ob Du das überhaupt willst. Die nächste wäre dann vielleicht, es anzugehen.

Da scheint es mir bei Dir zu hakeln. In Deinen Texten ist auffällig, dass Du für alles, was nicht auf Anhieb nach Deinen Vorstellungen klappt, sofort eine Ausrede parat hast. Aber nie gehst Du den nächsten Schritt und suchst einen Dir möglichen Weg. Anfang des Monats hatte ich Dir geraten, mit einem freundlichen Lächeln auf Menschen zuzugehen. Deine Ausrede war [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/570432/6/#p16320871 die Behinderung]]. Weißt Du, dass das Lächeln von innen kommt und über die Augen und die Stimme nach draußen gegeben wird? Dazu muss man die Gesichtsmuskeln nicht bewegen. Lächeln kann man sogar am Telefon vermitteln! Du versteckst Dich aber hinter der Behinderung. Dadurch wird mir verständlich, warum Du meine Behinderung schreibst.

Ob Du für einen Tapetenwechsel den Wohnort wechseln mußt, kannst natürlich nur Du entscheiden. Ein neuer Anfang fällt oft leichter, wenn auch die Umgebung nicht mehr die gleiche ist, in der man schon sein "altes Leben" geführt hat. Überleg Dir, ob eine Großstadt dafür der passende Ort ist, wenn Du Probleme mit den Blicken und Bemerkungen anderer Menschen hast. Ein kleiner Ort, an dem einer den anderen kennt, kann da mehr Sicherheit vermitteln. Denn wenn die Menschen um Dich herum bemerken, dass Du bist wie Du bist, werden sie auch eher aufhören zu erwarten, dass Du anders wirst als Du bist. Vielleicht gefällt Dir aber auch die bessere Anonymität, die man in einer Großstadt bekommt. Dann gucken die Leute zwar, aber eventuell siehst Du sie nie wieder.

Bhärenctat=zxe


Also zu nächst mal, ja ich will mich verändern, da ich sonst in 10 Jahren auch noch nicht meine ziele erreicht haben werde. Vom Gefühl her würde ich auch sagen, das ich mich in einer Stadt wo alles vorhanden ist aber trotzdem gemütlich wirkt, wohler fühlen würde. Allerdings hat man dort nicht die Mobilietät, wie man sie in einer Großstadt hat.

Diese Einrichtung, die ich in Stuttgart in Anspruch nehmen möchte, ist allerdings bestens auf mich zugeschnitten und ist nirgend wo woanders vor zu finden, da sie mich sowohl Privat wie auch Beruflich weiterbringt.

Gerade in Stuttgart lässt es sich verhältnisweise noch gut leben, obwohl es eine Großstadt ist.

BCäre>ntatz5e


Aber um mal wieder zum eigentlichen Thema zurück zu kommen, ich glaube eine Therapie kann nur Menschen helfen, die gewisse Wahrnehmungsstörungen haben oder so etwas in der Richtung.

Menschen die auf Grund ihrer Behinderung Probleme haben, sich zu integrieren, denen wird eine Therapie wohl nicht helfen können.

Mein Problem zum Beispiel, das ich mich nicht in (neue) Gruppen integrieren kann, liegt ja numal daran, das ich in meiner Kindheit nicht lernen konnte kommunicativ zu werden und somit interessant für andere zu werden. Das ist etwas, was man im Nachhinein nicht mehr durch eine Therapie ausgleichen kann.

aoug2R33


Bärentatze, Ihre Worte:"Mein Problem zum Beispiel, das ich mich nicht in (neue) Gruppen integrieren kann, liegt ja numal daran, das ich in meiner Kindheit nicht lernen konnte kommunicativ zu werden und somit interessant für andere zu werden. Das ist etwas, was man im Nachhinein nicht mehr durch eine Therapie ausgleichen kann. "

Da gibt es genügend Beispiele, die ich mit Klienten selbst erlebt habe, die das Gegenteil bezeugen. Es ist möglich, sich durch eine Therapie das zu erarbeiten, was einem fehlt. Dazu braucht es klare Ziele. Und einen langen Atem. Das mir vor Augen erscheinende Beispiel hat etwa drei Jahre benötigt vom zurückhaltenden Auftreten zu einem kommunikativen Auftreten. Leider wollen die wenigsten Therapeuten so lange auf einen Erfolg warten. Im angedachten Fall kam er durch Gespräche, Gruppenteilnahme und Selbsthilfegruppenteilnahme mit der Zeit. Defizite aus der Kindheit sind nun mal nicht schnell aufzuarbeiten; manchmal muss man lernen, mit ihnen zu arbeiten und zu leben. Ein sehr eindeutiges Beispiel kenne ich seit vielen Jahren.

Bkäre9ntatzxe


Es gestaltet sich natürlich auch sehr schwierig, für sich selbst den besten Therapeuten zu finden. Ich könnte mir vielleicht vorstellen, das wenn der Umzug vollzogen ist, eine Therapeutische Unterstützung auch viel hilfreicher sein kann.

Da ich dann auch direckt in der Lage bin, Probleme anzugehen und das auftreten von Integrationsschwierigkeiten direckt anzusprechen und Lösungsansetze gemeinsam zu entwickeln.

s?chnatFterg<uschxe


Bärentatze

Das ist es, was ich mit den Ausreden meinte. Du suchst Erklärungen dafür, warum Du so bist wie Du bist. Dabei kommst Du auf sehr seltsame Aussagen.

Das Lernen ist zum Beispiel ein lebenslanger Prozess. Ich kenne Leute, die schüchtern und introvertiert waren, und heute öffentliche Vorträge halten. Ein Freund hatte mit fast 60 Jahren einen Schlaganfall. Als er mit Hilfe der Therapie einigermaßen wiederhergestellt war, konnte er sich trotzdem nicht mit seinem Zustand abfinden. Schritt für Schritt hat er für seine Lebensqualität gekämpft. Erst konnte er Treppen steigen, dann ging es ohne sich festhalten zu müssen. Er kann wieder mit Messer und Gabel essen. Denn er hat gelernt, auch die gelähmte Körperseite zu nutzen. Und was passiert dabei? Sogar die Lähmung ist schon ein Stück zurückgegangen. Weit genug, dass er heute keinen Rollstuhl mehr braucht und ohne Stock laufen kann.

Gerade sein Beispiel zeigt, dass auch Geduld gefragt ist. Es sagt sich so leicht "ich kann das nicht", wenn man nach 20 oder 50 Versuchen keinen Erfolg hatte. Wenn man dann aber stehenbleibt, wird man nie die Erfahrung machen, dass eben 60 Versuche notwendig waren.

Menschen die auf Grund ihrer Behinderung Probleme haben, sich zu integrieren, denen wird eine Therapie wohl nicht helfen können.

Es kommt nicht auf die Behinderung an, sondern auf den Menschen. Wer sich an seine Behinderung klammert, sie als Teil von sich akzeptiert, sich hinter ihr versteckt, sie als Ausrede für alles mögliche mißbraucht, wird jede Therapie mehr oder weniger unbewußt blockieren. Wer aber die Behinderung als störend empfindet und sie beseitigen möchte, hat gute Chancen, seinen Zustand zum besseren zu verändern.

Byär5entatzxe


Dann wäre aber die Frage, wie beseitige ich meine Behinderung? Das schlimme ist ja, das die Behinderung gar nicht so ein Drahma wäre, wenn die Gesellschaft einen nicht ausgrenzen würde, was natürlich auch bei der Partnerschaft zutrifft.

Mich persönlich würde meine Behinderung nicht stören, außer halt meine Sehbehinderung und Hörschädigung, da diese einen wirklich behindert.

sgchnattebrguschxe


Man kann sicher vieles erreichen. Aber bestimmt nicht jede Behinderung beseitigen. Dazu kann das Leben zu kurz sein. Jetzt ist die Frage: Wäre das ein Grund, es erst gar nicht zu versuchen?

Nicht die Gesellschaft grenzt Dich aus. Das machst Du ganz allein. Oder besser gesagt: Es passiert Dir. Wenn Du lernst, wie Du Deine Ausstrahlung verbessern kannst, wirst Du das auch umsetzen. Ausstrahlung kommt aber von innen. Das heißt, der Wandel kann nur in Dir selbst passieren. Und eins kann ich Dir sagen: Die Ausstrahlung wirkt stärker als das Aussehen und irgendwelche Behinderungen. Denn wir sehen Menschen nicht nur, sondern spüren sie. Das passiert meistens unbewußt. Aber dadurch um so stärker.

BHärent"atxze


Das wird mit sicherheit der entscheidende Punkt sein, die Ausstrahlung zu verbessern und halt das kommunicative, wenn beides stimmt, so wird man einiges gutmachen können.

aBug1233


Bitte die von schnattergusche genannte Reihenfolge beachten:

Wandel von innen (oder im Inneren = die eigene geistige Einstellung), dies wirkt auf die Ausstrahlung; diese Ausstrahlung hat Einfluss auf die Kommunikation; die Kommunikation wiederum wirkt auf die eigene Einstellung; dieses ist ein Kreislauf im positiven Sinn.

Boäre[ntIatze


Genau das hatte ich mir erhofft, das der Therapeut mir einen Weg aufzeigt, was bzw. wie ich diesen gehen soll. Die jetzige Therapie kann ich auf jeden Fall nicht als Erfolg verbuchen.

Ich hoffe allerdings, das die nächste dazu beitragen kann, das ich gestärkt aus ihr gehen kann.

aTug|2V33


welche der drei zugelassenen Richtungen hat denn Therapeut angeboten: Verhaltenstherapie; tiefenpsycholog. fundierte Psychotherapie oder Psychoanalyse?

B^äre.ntatzxe


Die Verhaltenstherapie, obwohl ich mich frage, was da die Therapie gewesen sein soll.

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