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Warum verhält er sich so?

kwlein^ekat,zel=ucxie hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich habe folgendes Problem und hoffe, dass ihr mir einige Denkanstöße geben könnt, wie ich mit der Person in Zukunft umgehen soll. Ich bin nämlich mit meinem Latein am Ende und überlege mich scheiden zu lassen. Ich möchte mich auf das Wesentliche beschränken:

Ich bin seit 1,5 Jahren verheiratet. Wir hatten bereits nach etwas mehr als einem halben Jahr beschlossen zu heiraten und dann dann nach 1,5 Jahren Beziehung geheiratet. Mittlerweile sind wir also 3 Jahre zusammen.

Die Anfangszeit mit meinem Mann war sehr schön, aber nach der Hochzeit hat er sich irgendwie verändert. Mein Mann versucht ständig mich zu kontrollieren, aber ich bin eben eine Person, die sich nicht von jemand anderem kontrollieren lässt. Demzufolge kommt es natürlich öfter zu Streit. Mein Mann wird dann sehr aggressiv in seiner Mimik und Gestik.

Ein wesentlich größeres Problem ist allerdings, dass die Streitgespräche immer auf dieselbe Art verlaufen. Mein Mann tut zb. dieses und jenes was zu unserem Nachteil ist. Aber anstatt auf das Thema einzugehen findet er entweder einen Grund wieso ich daran schuld bin, dass er so gehandelt hat oder er findet keinen Grund und lenkt dann das Gespräch auf irgendetwas aus der Vergangenheit, was ich getan habe und was nicht so toll war.

Unsere Ehe besteht mittlerweile aus einem riesigen Haufen "Problemen" die aufgrund dieser Diskussionsweise nie besprochen wurden und ausserdem habe ich es natürlich auch satt, dass IMMER ich das Diskussionsthema bin obwohl ich in dem Moment garnichts getan habe.

Warum verhält ein Mensch sich so, das muss ja einen Grund haben auf den ich aber nicht komme? Wie kann ich es anders oder besser machen? Wie muss man mit ihm umgehen?

Antworten
k}lein/ekaitzelucxie


Keiner eine Meinung?

_<T6sWunaxmi_


Hmm. Aus deiner Beschreibung heraus klingt es so, als gestehe sich dein Mann Fehler nicht gerne ein und schiebt die Verantwortung lieber auf andere - in diesem Fall auf dich. Verhält er sich anderen gegenüber auch so? Oder nur dir gegenüber?

Mein Mann versucht ständig mich zu kontrollieren

Klingt für mich nach Ausübung von Kontrolle, was oft eine Ausformung von Dominanzbestreben oder Verlustangst ist. Vielleicht auch ein Zeichen für Besitzanspruchsdenken.

Vielleicht nur ein "normaler Wesenszug" von ihm, vielleicht aber auch schon leicht psychotisch. Ob das krankhaft ist oder nicht, ist nicht so sehr die Frage, sondern, ob er sich ändern kann/will, und wenn nicht, ob du damit umgehen kannst/willst. Er hat sicher Forderungen und Wünsche dir gegenüber, genauso umgekehrt. Wenn ihr da nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt, dann sieht es für eine gemeinsame und harmonische Zukunft wahrscheinlich eher schlecht aus.

Was mich ein wenig wundert, ist, dass diese dir unangenehmen Eigenschaften von deinem Mann sich erst nach der Heirat entwickelt haben sollen. Würde eher vermuten, dass du diese Eigenschaften nach der Heirat erst gesehen hast, obwohl sie schon vorher da waren. Ich mag mich aber auch irren.

k/lei-neka4tzelucxie


Ich glaube, du hast recht. Meinen Mann fällt es extrem schwer mal zu sagen, dass es ihm leid tut. Sowas zugeben kann er nur, wenn ich kurz davor bin den Scheidungsanwalt anzurufen. Er sagt dann aber nur: ja tut mir leid.

Ich habe 2,3-mal spaßenshalber versucht ihm einen ganzen Satz zu entlocken wie: ja du hast recht, dass ich dies und jenes getan habe war meine schuld. Das bekommt er nicht über die Lippen.

Der Punkt mit der Konrolle bezieht sich wohl nur auf mich, da er sich nicht traut "fremde" Menschen zu kontrollieren, die ihm weglaufen könnten. Deshalb wird er sich wohl so auch erst nach der Heirat so verhalten haben, denn da konnte ich ja nicht einfach mehr so "abhauen" wenn es mir zuviel wird.

Wie ich damit umgehen soll, weiß ich nicht. Ich bin ein Mensch mit viel Persönlichkeit, der sein Leben nicht von einer anderen Person bestimmen lassen möchte. Mir wäre es lieber, ich könnte in solchen Momenten so reagieren, dass es nicht in einen riesen Streit ausartet, sondern dass ich ihn so manipulieren (im positiven Sinne!) kann, dass jeder zufrieden ist und ich trotzdem mich nicht unterbuttern lassen. Ich hoffe, man versteht, wie ich es meine?

_KTs8unamix_


Ist eine sehr schwierige Situation. Ich wünsche euch beiden, dass ihr glücklich seid, auch wenn es bedeutet, getrennte Wege zu gehen. :)*

BtücherwPürmxchen


Warum verhält er sich so?

Das ist eine Frage, die niemand außer ihm selbst (wenn überhaupt!) beantworten kann.

_kTsunxami_


kleinekatzelucie

Kurz zusammengefasst, verhält er sich aus 3 Gründen so, wie er sich verhält:

1) Genetische Prädisposition

2) Erziehung

3) Seine eigene Entscheidung

Natürlich gilt dasselbe auch für dich. Die Frage ist nicht so sehr, welcher der 3 Teile mehr oder weniger wiegt, sondern ob du mit ihm zusammen sein kannst und willst.

CvhaOnce0x07


sondern dass ich ihn so manipulieren (im positiven Sinne!) kann

Ich persönlich finde Manipulation grundsätzlich negativ besetzt. ;-) Noch klarer in diesem Kontext hier.

Frage nicht, wie Du ihn beeinflussen/verändern kannst sondern frage Dich nur, ob Du so mit ihm leben kannst, wie er nun einmal ist. Solange er keine Veränderung möchte und es ihm damit weitgehend gut geht, wirst Du nichts ausrichten. Du hast jedoch jederzeit die Wahl, wenn Gesprächsversuche nichts bringen: Bleiben oder Gehen. Ich sage nicht, dass die Wahl einfach ist. Aber Du hast sie.

_9Tsun$axmi_


Viele Menschen wägen in diesem Falle zwischen dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach ab. Was das im Endeffekt bringen soll, weiß ich allerdings auch nicht. Ich denke, es reflektiert nur eine Art Unentschlossenheit, welche sich in Entschlossenheit wandeln sollte.

Csha^nce0x07


Viele Menschen wägen in diesem Falle zwischen dem Spatz in der Hand und der Taube auf dem Dach ab.

Ich kenne aus persönlicher Erfahrung die doch ziemlich brutale Entscheidung zwischen Verstand und Herz. ;-) Alles braucht seine Zeit ... vor allem das klare Erkennen dessen, was gut für einen selbst ist. :)z Das läßt sich nicht beschleunigen, so gut es auch andere meinen. @:)

B~onnjer6x4


Was ich nicht ganz verstehe, warum er sich jetzt erst so verhält, war er vor der Hochzeit nicht so? War sein Kontrollverhalten nicht absehbar?

_mTsu8namxi_


Chance

Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. ;-) ... zumal mir auch gar nichts einfällt, was man dagegen sagen könnte.

I#sabnexll


_Tsunami_

Was mich ein wenig wundert, ist, dass diese dir unangenehmen Eigenschaften von deinem Mann sich erst nach der Heirat entwickelt haben sollen....

Bonner64

Was ich nicht ganz verstehe, warum er sich jetzt erst so verhält, war er vor der Hochzeit nicht so? War sein Kontrollverhalten nicht absehbar?

Ich war auch mal im "Genuss" einer Kontrollbeziehung. In der Tat war es auch bei mir so wie es kleinekatzelucie [[http://www.med1.de/Forum/Psychologie/570811/16324463/ hier]] sagt:

Deshalb wird er sich wohl so auch erst nach der Heirat so verhalten haben, denn da konnte ich ja nicht einfach mehr so "abhauen" wenn es mir zuviel wird.

Mein damaliger Partner hat so lange gewartet, bis ich mit zwei Kinder die 500 km zu ihm gezogen bin :-/. Ab dem Zeitpunkt ging es ganz schleichend los bis es irgendwann, nach ca 3 Jahren, immer weiter in den Bereich des massiven Psychoterrors ging. Nach weiteren zwei Jahren der immer verzweifelteren Versuche meinerseits schaffte ich dann den Absprung. Noch heute bin ich mir sicher, dass die Spitze noch nicht erreicht war, Anzeichen für körperliche Aggressionen mir gegenüber waren schon vorhanden.

Ein solcher Mensch geht in seiner Kontrollsucht immer weiter je mehr Widerstand kommt. Ist ja auch in gewisser Logik klar: Er kann seine Sucht nicht befriedigen, weil der Andere sich nicht manipulieren lässt, sich nicht "beugt", also muß er andere Wege suchen, stärkere Geschütze auffahren.

Wenn er Anfangs noch sagt: "Du, Schatz, weißt Du, dies und jenes gefällt mir nicht so, könntest Du das vielleicht anders machen/abstellen etc...." und sein Gegenüber fügt sich dem – so passiert auch nichts weiter. Fügt sich der Andere aber nicht, wird irgendwann aus dem "Du, Schatz..." ein saures "Ich will das nicht, so geht das nicht...." – fügt sich der Andere noch immer nicht...naja, dann kann man psychische Tricks anwenden die ich zur Genüge kennen lernen durfte: Z.B. hatte er ja "nichts dagegen wenn ich mit Kollgen mal auf ein Bier bin" – brach aber jedes Mal wenn das vorkam aus den nichtigsten Gründen einen Streit vom Zaun. Den Zusammenhang habe ich sehr lange gar nicht gesehen, nur eben bin ich dadurch unbewußt solchen Treffen mit meinen Kollegen ausgewichen, habe sie vermieden.....

Oder er sprach tagelang nicht mit mir als ich ihn wütend fragte, wie er dazu kam meinen E-Mail-Account zu hacken und meine Mails zu lesen – dieses Nicht-Sprechen und mich Ignorieren hat mich letztendlich dann so zermürbt, dass ich SO froh war als er wieder mit mir sprach, wir uns "vertrugen", dass ich diese Hackergeschichte einfach verdrängte....

Kamen Freundinnen zu Besuch die für ihn eine "Gefahr" darstellten (dieser Blickwinkel seinerseits war mir auch erst im Nachhinein bewußt), machte er sie madig, wollte sie nicht in "seinem" Haus haben (wir hatten es Beide gemietet) – schmollte so lange rum bis ich diese Personen nicht mehr einlud...

von diesen Beispielen finde ich noch Einige, würde den Faden sprengen.

Letztendlich war ich sozial ziemlich isoliert, hatten einen schweren Rückfall in meine Panikerkrankung, mußte meine Arbeit aufgeben (er hielt vorherige Abmachungen bezüglich meiner Kinder nicht ein, so dass es mir unmöglich wurde).

Und dieser Mensch trat mir starken, unabhängigen Frau 5 Jahre zuvor als liebevoller, einfach fürsorglicher, selbstbewußter Mann auf.

Ja es ist so. Man merkt es nicht zwingend, es können Jahre vergehen bevor ein solcher Mensch sein wahres Gesicht zeigt. Sicher gab es Anzeichen die mir heute klar und deutlich sagen: Man warst Du da blöd!! – dennoch, das Problem dabei ist, dass man selbst ja gar nicht glaubt, dass es sowas überhaupt gibt. Dass ein Mensch so handelt, handeln kann, so denken kann. Und nicht zu vergessen: Diese Menschen sind unglaublich clever auf ihre Art. Sei es nun bewußt oder unbewußt antrainiert. Sie wissen genau wo sie Dich treffen können, bzw. sie lernen es indem sie Dich genau beobachten (so mit dem Nicht-Reden z.B., ich habe ihm immer wieder erzählt wie schlimm ich diese "Strafe" in meiner Kindheit fand, meine Mutter hat das nämlich immer so mit mir gemacht... :-/)...

ILsaGbexll


kleinekatzelucie

Sicher muß es bei Deinem Mann nicht so massiv sein wie in meiner Geschichte. Das kann und will ich gar nicht beurteilen.

Aber ich kann Dir den Tip geben es mal so zu versuchen (hat mir meine Thera damals empfohlen):

Das (sein) Verhaltensmuster durchbrechen. Das hat nichts damit zu tun ihn zu verändern, das kannst Du nicht – wie auch Chance007 schon sagt. Aber Du kannst eventuell Euer Beziehungsmuster ändern. Indem Du anders mit seinem Verhalten umgehst. Kommt er Dir mal wieder "blöd", dann bitte ihn z.B. darum, dass Ihr lieber später darüber redet wenn sich die Gemüter beruhigt haben. Geht er nicht darauf ein, bzw. das Gespräch läuft später genauso ab wie immer (artet in Streit aus), dann kannst Du klar erkennen, dass es ihm nicht darum geht sich ernsthaft mit der Sache auseinanderzusetzen, sondern wirklich rein darum Dich zu kontrollieren, klein zukriegen, eben zu manipulieren.

Also unterm Strich: Durchbrichst Du Euer Beziehungsmuster/Streitverhalten und ändert sich dennoch nichts, dann liegt es wirklich an einem Verhaltensmuster seinerseits gegen das DU nichts tun kannst und solltest es so händeln wie Chance007 es sagt:

Du hast jedoch jederzeit die Wahl, wenn Gesprächsversuche nichts bringen: Bleiben oder Gehen. Ich sage nicht, dass die Wahl einfach ist. Aber Du hast sie.

:)z

kpleinek5atznelucxie


Geht er nicht darauf ein, bzw. das Gespräch läuft später genauso ab wie immer (artet in Streit aus), dann kannst Du klar erkennen, dass es ihm nicht darum geht sich ernsthaft mit der Sache auseinanderzusetzen, sondern

Es ist egal, wann die Gespräche zeitlich angesetzt sind, es läuft immer nach demselben Muster ab. Und das habe ich natürlich satt, wenn sich sowas dann wieder anbahnt. Allerdings kann ich nicht einfach kleinbei geben um die Situation dann von Vornherein zu vermeiden. So ein Typ Mensch bin ich nicht.

Mittlerweile habe ich mir die Taktik angewöhnt, dass ich meinen Mann die Meinung sage aber ihn nicht großartig sprechen lasse oder zuhöre. Anschließend gehe ich weg, raus, in einen anderen Raum oder schlafe auch im Gästezimmer. Vielleicht kann er es wie ein kleines Kind so über "Bestrafung" lernen.

Das klingt sehr skurril, ist wohl auch unfair, aber ich sehe keine andere Konsequenz als sonst noch die Trennung. Ich habe das Gefühl, dass es funktioniert.

Schöner wäre es natürlich, es gäbe dieses Problem garnicht und es wäre daher auch kein "unfaires" Handeln notwendig.

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