» »

Welcher Arzt verschreibt Ritalin?

SRe%d6ucPtiPon hat die Diskussion gestartet


Hallo,

in letzter Zeit mache ich mir ständig Gedanken ob ich nicht vielleicht an ADS leide. Die Sache sieht so aus, ich sitze vor meinen Büchern aber mir verschwimmt der Text vor den Augen, meine Gedanken schweifen ab, ich stehe auf um irgendwelche Kleinigkeiten zu erledigen. Ich weiß genau dass ich sitzen bleiben und lernen muss aber es geht einfach nicht. Ich kann mich kein Stück weit konzentrieren. Ich lese die gleiche Textstelle fünfmal und hab sie immer noch nicht gespeichert. Ich rufe meine Mails ab, schaue schnell die Nachrichten an, esse was, trinke was, komme überhaupt nicht mit dem Lernen voran, gehe abends frustriert ins Bett und nehme mir vor am nächsten Tag voll konzentriert zu arbeiten. Aber es ist wieder genau das gleiche.

Pause reiht sich an Pause und ich leiste effektiv gar nichts.

Früher hatte ich das auch schon aber in der Schule gab es nicht so viel zu lernen wie im Studium und dann ging das mit dem Konzentrieren besser, weil es nur wenig und besser verständlich war und man irgendwie wusste, dass man die Stoffmenge bewältigen kann.

Jetzt habe ich mich gefragt was ich tun kann und leider ist mir nur Ritalin eingefallen. Für jeden anderen weniger krassen Vorschlag wäre ich natürlich dankbar, aber irgendwie erscheint mir das gerade wie der rettende Strohhalm. Ich will endlich wieder leistungsfähig sein und mich konzentrieren können.

Glaubt ihr, dass mir in dieser Situation ein Arzt Ritalin verschreiben würde? Muss man das dann das restliche Leben nehmen oder kann es sein, dass sich alles wieder bessert. Was ist wenn man es wieder absetzt? Kann man sich dann noch schlechter als vorher konzentrieren?

Zu welchem Arzt muss ich mit meinem Problem?

Nimmt vielleicht jemand Ritalin und kann mir von seinen Erfahrungen erzählen?

Viele Grüße, Seduction

Antworten
M~oniBM


in letzter Zeit mache ich mir ständig Gedanken ob ich nicht vielleicht an ADS leide. Die Sache sieht so aus, ich sitze vor meinen Büchern aber mir verschwimmt der Text vor den Augen, meine Gedanken schweifen ab, ich stehe auf um irgendwelche Kleinigkeiten zu erledigen. Ich weiß genau dass ich sitzen bleiben und lernen muss aber es geht einfach nicht. Ich kann mich kein Stück weit konzentrieren. Ich lese die gleiche Textstelle fünfmal und hab sie immer noch nicht gespeichert. Ich rufe meine Mails ab, schaue schnell die Nachrichten an, esse was, trinke was, komme überhaupt nicht mit dem Lernen voran, gehe abends frustriert ins Bett und nehme mir vor am nächsten Tag voll konzentriert zu arbeiten. Aber es ist wieder genau das gleiche.

Sei mir nicht böse, aber das klingt für mich nicht nach ADHS sondern einfach danach, dass du nie gelernt hast, zu lernen. Klingt bescheuert, ist aber tatsächlich ein häufiges Problem. Ich habe das auch erst während des Studiums gelernt-notgedrungen.

Natürlich bin ich kein Spezialist und du kannst gerne mal zu einem Psychiater (also einem facharzt für Psychiatrie, das sind die velässlichsten wenn es um die korrekte Diagnose bzgl ADHS geht), aber ich denke nicht, dass du wirklich eine behandelbare Aufmerksamkeitsdefizienz hast.

Vielleicht bist du auch einfach kein visueller Lerntyp-vielleicht lernst du besser beim Zuhören. Das war zB bei mir der Fall, also habe ich mir viele Sachen selber aufgenommen und zugehört während ich etwas anderes erledigt habe. Später habe ich auch in Lerngruppen mitgemacht, da hier viel besprochen wird. So lernt man nicht nur auswendig, sondern hinterfragt auch viel.

KEylEinn


Sei mir nicht böse, aber das klingt für mich nicht nach ADHS sondern einfach danach, dass du nie gelernt hast, zu lernen. Klingt bescheuert, ist aber tatsächlich ein häufiges Problem.

Kann ich so unterschreiben und geht mir genauso. Auch das hier kenne ich nur zu gut:

...ich sitze vor meinen Büchern aber mir verschwimmt der Text vor den Augen, meine Gedanken schweifen ab, ich stehe auf um irgendwelche Kleinigkeiten zu erledigen. Ich weiß genau dass ich sitzen bleiben und lernen muss aber es geht einfach nicht. Ich kann mich kein Stück weit konzentrieren. Ich lese die gleiche Textstelle fünfmal und hab sie immer noch nicht gespeichert. Ich rufe meine Mails ab, schaue schnell die Nachrichten an, esse was, trinke was, komme überhaupt nicht mit dem Lernen voran, gehe abends frustriert ins Bett und nehme mir vor am nächsten Tag voll konzentriert zu arbeiten. Aber es ist wieder genau das gleiche.

Pause reiht sich an Pause und ich leiste effektiv gar nichts.

Ich habe früher mal Ritalin bekommen, allerdings nicht wegen ADS oder ADHS, sondern wegen der Borderline-Persönlichkeitsstörung, da bekommt man häufig alle Möglichen Medikamente verschrieben... konnte mich dann zwar in der Schule besser konzentrieren, aber nur so ca. 4h lang, war dabei ziemlich aufgekratzt und danach fix+alle, so dass ich meist Schlafen musste.

SOeducZtlion


Sei mir nicht böse, aber das klingt für mich nicht nach ADHS sondern einfach danach, dass du nie gelernt hast, zu lernen. Klingt bescheuert, ist aber tatsächlich ein häufiges Problem. Ich habe das auch erst während des Studiums gelernt-notgedrungen.

Mal angenommen das ist so, wie lerne ich zu lernen? Bzw. lerne es wieder, früher gings ja auch besser, sonst hätt ich meinen NC nicht hingekriegt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich einfach selbst nicht merh glaube, lernen zu können sondern mich irgendwie aufgegeben habe. Ich weiß auch nicht.

M=onxiM


Bzw. lerne es wieder, früher gings ja auch besser, sonst hätt ich meinen NC nicht hingekriegt.

Was studierst du denn?

Ich habe in der Schule auch nie Probleme gehabt, wobei ich auch (außer für das Abi) nie richtig gelernt habe. Durch das Zuhören im Unterricht wusste ich das meiste schon und nachlesen hat mir nie soviel gebracht wie zuhören (außer bei Vokabeln versteht sich).

Ich habe wie gesagt damit begonnen, mir Kassetten (jaja, die gab es da noch ;-)) aufzunehmen, auf denen ich bestimmte Lernthemen rezitiere. Die habe ich dann beim Putzen und Autofahren gehört. Meine Schwester (eher visueller Lerntyp) hat sich Karteikarten geschrieben und diese wild an ihren Wänden und Türen verteilt, damit sie sich jederzeit selber prüfen kann. Karteikarten sind denke ich immer eine gute Lernidee. Ab dem zweiten Semester habe ich dann mit anderen Lerngruppen gebildet-das kann ich nur empfehlen.

Vielleicht setzt du dich einfach mal mit ein paar neuen Leuten aus deinem Semester zusammen und fragst, wie die das so machen. Ich denke das ist schneller, als wenn du dir jetzt künstlich "Lerntechniken" aus irgendwelchen Büchern antrainierst.

Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass mein Studium als das "Telefonbuchauswendiglerner" -Studium bekannt ist ;-)

w;Aveg2GI


Naja, lernen für die Schule ist ja auch ein ganz anderes Kaliber.

Ich lerne gerne in der Bibliothek, da sind Ablenkungen aller Art schon mal räumlich entfernt. Und was mir hilft: Filtern. Ich kann mir nicht jedes Detail merken, aber wenn man sich zentrale Sachen rausschreibt und Zusammenhänge sucht hat man eigentlich schon die halbe Miete.

S1e|ductWi^oxn


Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass mein Studium als das "Telefonbuchauswendiglerner" -Studium bekannt ist

Meins auch*g*

Ich lerne gerne in der Bibliothek, da sind Ablenkungen aller Art schon mal räumlich entfernt. Und was mir hilft: Filtern. Ich kann mir nicht jedes Detail merken, aber wenn man sich zentrale Sachen rausschreibt und Zusammenhänge sucht hat man eigentlich schon die halbe Miete.

Bibliothek ist ne gute Idee, das werde ich mal ausprobieren. Ich kann leider wichtig und unwichtig nicht gut voneinander unterscheiden. Einige Institute neigen dazu z.B. sogar Prozentzahlen abzufragen. Ich hab immer Angst was wichtiges wegzulassen und deswegen noch mehr das Problem, das Gefühl zu haben mir nichts merken zu können. Kann irgendwie den Stoff nicht einschränken.

K)ylFinxn


Ich lerne gerne in der Bibliothek, da sind Ablenkungen aller Art schon mal räumlich entfernt.

:-o Das kann ich gar nicht verstehen. Eine Bibliothek ist eine Schatzgrube, tausende Bücher zu allerlei Themen, von denen viele sehr Interessant sind... mehr Ablenkung geht doch kaum ;-D

MAonxiM


Und was mir hilft: Filtern. Ich kann mir nicht jedes Detail merken, aber wenn man sich zentrale Sachen rausschreibt und Zusammenhänge sucht hat man eigentlich schon die halbe Miete.

Genau, man hat dann alles schon mal prozessiert! Das ist auch eine gute Idee. Wobei ich das meist nur für die Staatsexamen gemacht habe-bei Klausuren war es mir zu aufwändig.

Pzfeffermyinzli3kör


ich kann auch nicht in der Bib lernen – zuuuviele interessante Dinge um mich rum ]:D

MkonxiM


Bei uns in der Bib waren die Lernsääle immer von den Büchern getrennt, richtig durch eine Schranke. Da fiel das konzentrieren wieder leichter. Wobei ich da nicht oft gelernt habe, meist habe ich davon nur Kopfschmerzen bekommen.

w@Ave2xGI


Eine Bibliothek ist eine Schatzgrube, tausende Bücher zu allerlei Themen, von denen viele sehr Interessant sind... mehr Ablenkung geht doch kaum ;-D

Aber zumindest ist es eine produktive Ablenkung, wenn man die richtigen Bücher liest ;-)

Ich tausche um und postuliere: Es herrscht weniger Alltagsablenkung, wie TV, Famillie, Emails usw. Auch die spontane Lust zu kochen oder aufzuräumen erfasst mich da seltener. Außerdem denk ich mir: Jetzt hast du den Weg hierher gemacht, wär doch albern wenn du jetzt nichts produktives tust.

Zum Stoff einschränken: Für die Note:Vergleich mit Altklausuren, dann erkennt man wie gefragt wird, worauf man achten sollte. Teilweise sogar was gefragt wird, manche Klausuren ändern (bei uns) kaum.

Für Verständnis (bei mir in mündl. Prüfungen sehr wichtig, da hat sich kein Prof daran aufgehängt wenn man mal eine Zahl nicht wusste oder ein Wort vergessen hatte) muss man halt üben und schauen: Was halte ich für wichtig, was ist die Grundlage für den Stoff, wie ist das mit anderen Inhalten verknüpft. Aber da muss man wohl selber seinen Stil finden.

Pffef+ferm!inzYlikxör


Zum Stoff einschränken: Für die Note:Vergleich mit Altklausuren, dann erkennt man wie gefragt wird, worauf man achten sollte. Teilweise sogar was gefragt wird, manche Klausuren ändern (bei uns) kaum.

Wenn man denn an Altklausuren rankommt ":/

Außerdem denk ich mir: Jetzt hast du den Weg hierher gemacht, wär doch albern wenn du jetzt nichts produktives tust.

Zieht auch nur wenns etwas weiter ist. Bei mir sinds ca. 5 Min. Fußweg :=o

mpakath{aT181


@ Seduction:

habe mich durch deinen Faden hier sehr angsprochen gefühlt!! Bei mir ist es exakt das gleiche, z.B. antworte ich dir im Moment ja auch, statt zu lernen.

Glaube aber nicht, dass wir zwingend an ADHS leiden, aber praktischerweise hab ich momentan studiumsbedingt ein Seminar über Lernauffälligkeiten, morgen kommt ADHS dran, werde dann hier berichten ;-)

Bei mir ist es auch so, dass ich mir an einem freien Tag außer Lernen nichts vornehme, abends hab ich dann effektiv vielleicht zwei Stunden was gelernt (zwei Stunden von einem 10 Stunden- Tag wohlgemerkt!). Mich frustriert das auch immer auf zweifache Weise: zum einen wieder nichts gelernt- aber zum anderen verzichte ich ja des Lernens wegen auf andere Dinge, wie z.B. Frisörbesuche, die ich dann ja doch hätte locker machen können, weil ich eh nichts gelernt hab. Und so war dann der Tag komplett fürn Ar***!!

Mir fehlt oftmals einfach die Motivation und was ich festgestellt hab, auch die Organisation. Ich war schon immer jemand, der einfach alles gelernt hat. In der Schule auch kein Problem, da ist der Stoff ja noch recht überschaubar, in der Uni dann schon wieder ein Ding der Unmöglichkeit.

In der Bibliothek lernen bringt mir leider auch nichts. Da stehen auch PCs mit denen ich mich ablenken kann und zur Not schau ich gedankenverloren durch die Gegend.

An meiner Uni gibts aber extra so Lernseminare: dort wird einem beigebracht, wie man sich motiviert, den Lernstoff einteilt usw. Das werd ich nächstes Semester auf jeden Fall mal besuchen, gibts bestimmt auch an deiner Uni!!

S`edulctxion


Bei mir ist es auch so, dass ich mir an einem freien Tag außer Lernen nichts vornehme, abends hab ich dann effektiv vielleicht zwei Stunden was gelernt (zwei Stunden von einem 10 Stunden- Tag wohlgemerkt!). Mich frustriert das auch immer auf zweifache Weise: zum einen wieder nichts gelernt- aber zum anderen verzichte ich ja des Lernens wegen auf andere Dinge, wie z.B. Frisörbesuche, die ich dann ja doch hätte locker machen können, weil ich eh nichts gelernt hab. Und so war dann der Tag komplett fürn Ar***!!

Ganz genauso ist es bei mir. Ich streiche mir alle möglichen schönen Dinge in der Lernzeit. Und habe am Ende vom Tag dann weder was geschafft noch wirklich entspannt oder was anderes Erledigt. Es hätte mir mehr gebracht wenn ich den halben Tag was schönes gemacht hätte und dafür den Rest des Tages gelernt. Aber ich weiß das und trotzdem krieg ichs nicht anders hin.

Mir fehlt oftmals einfach die Motivation und was ich festgestellt hab, auch die Organisation. Ich war schon immer jemand, der einfach alles gelernt hat. In der Schule auch kein Problem, da ist der Stoff ja noch recht überschaubar, in der Uni dann schon wieder ein Ding der Unmöglichkeit.

In der Bibliothek lernen bringt mir leider auch nichts. Da stehen auch PCs mit denen ich mich ablenken kann und zur Not schau ich gedankenverloren durch die Gegend.

auch das kann ich so unterschreiben. Kann man auf mich eins zu eins übertragen. Von Lernseminaren hab ich noch nichts gehört an unserer Uni aber ich werd mich mal umsehen.

Schreib mir bitte unbedingt, falls ihr beim Thema Lernauffälligkeiten noch auf irgendwas stoßt, was auf dich (und dann wahrscheinlich auch auf mich) zutrifft und irgendwie hilfreich erscheint.

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH