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Trauer und Schuldgefühle nach Abtreibung

Noa#omi8x9 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

Ich habe letztes Jahr im Sommer eine Abtreibung gehabt und werde damit nicht fertig. Die erste Zeit nach der Abtreibung habe ich alles verdrängt und versucht normal weiterzuleben. Aber irgendwann ging das nicht mehr. Es ging mir extrem schlecht und ich hatte eine riesige Wut auf mein ganzes Umfeld, meine Familie, meinen Freund, den Arzt, pro familie, weil mich niemand davon abgehalten hat, niemand mir einen anderen Weg gezeigt und mir zu meinem Kind ermutigt hat. Ich habe allen anderen die Schuld gegeben. Meine Wut ist dann aber langsam umgeschlagen in eine tiefe Traurigkeit und schwere Schuldgefühle mir selbst gegenüber. Ich habe es am Ende selbst zu entscheiden gehabt und ich habe deswegen auch mein eigenes Kind auf dem Gewissen. Gibt es etwas schlimmeres was eine Frau tun kann als ihr Kind umzubringen? Ich bin so tief traurig über das was ich meinem Kind angetan habe und meine Schuld frisst mich innerlich auf. Mein Leben ist von dieser Schuld überschattet. Wenn ich auf der Strasse Mütter mit ihren Kindern sehe denke ich immer an mein Kind. Ich denke darüber nach, ob es ein Junge oder Mädchen war, wie es jetzt aussehen und mich anlächeln würde. Und dann werden diese Gedanken zertrümmert von dem Gedanken an das, was ich getan habe. Das ist morgens mein erster Gedanke und begleitet mich durch den ganzen Tag. Abends schlafe ich weinend ein und träume davon. Ich habe oft denselben Traum, dass Kinder weinend vor mir weglaufen und ich verzweifelt versuche sie zu beruhigen, was mir aber nie gelingt. Vielleicht ist das meine gerechte Strafe, die ich nun dafür bezahlen muss.

Ich wünschte ich könnte mein Kind in die Arme nehmen und ihm sagen wie sehr es mir leid tut. Aber das geht nicht, mein Kind ist nicht mehr da und kommt auch nie mehr wieder. Ich werde es nie um Vergebung bitten und trösten können. Das ist so schrecklich, es gibt absolut keine Möglichkeit irgendetwas wieder gut zu machen, nicht einmal eine Bitte um Vergebung.

Gibt es hier vielleicht jemanden, der mich verstehen kann, vielleicht in einer ähnlichen Situation ist?

Antworten
K%ussmuxnd


Hey, das tut mir sehr leid für dich. Aber bei allem Kummer, du kannst es nicht rückgängig machen und musst nach vorne schauen. Es bringt nichts, wenn du dich fertig machst, davon wird es nicht besser. Was ist denn mit deiner Familie oder deinem Freund? Sprichst du mit denen darüber und was sagen die dazu?

l]uckidanxe


meine mama hat mit 17 ein kind abtreiben "müssen", weil sie von ihren eltern dazu gezwungen wurde. ich kann dir leider nur sagen, dass dich das dein leben lang begleiten wird und du lernen musst, damit zu leben. meiner mama geht es heute mit 59 noch so wie dir jetzt. ich drück dich unbekannterweise und es tut mir einfach leid für dich :°_

b_ellxasr


Hallo Naomi

das was du schilderst klingt echt furchtbar... und es tut mir wirklich leid, dass du so unter deiner Entscheidung leidest. Wahrscheinlich ist das Problem einfach, dass man in dem Moment in dem man so eine Entscheidung trifft, das ganze was irgendwann wieder aufkommt, total unterschätzt, und niemand kann einem das vorher sagen, weil es noch keiner selbst erlebt hat.

Natürlich kannst du es nicht rückgängig machen, aber vielleicht hilft es dir irgendwie daran zu denken, dass du ja gute Gründe für die Entscheidung hattest, dass du mit einem Kind zu dem Zeitpunkt nicht klar gekommen wärst und dass du ja vermutlich lange darüber nachgedacht hast.

Und ich würde mir an deiner Stelle wirklich professionelle Hilfe suchen – es hat keinen Sinn stark sein zu wollen und sich da alleine durchzuquälen.

Vielleicht magst du ja erzählen, warum du dich damals für die Abtreibung entschieden hast?

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