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Midlife Crisis oder Warum bin ich nicht glücklich?

k{urzhundk}napxp hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle,

ich bin einfach nicht mehr glücklich (allerdings auch nicht gravierend unglücklich, eher gelangweilt und genervt) :-/

Meine Gedanken sind folgende: So, das war es, mehr kann vom Leben nicht mehr kommen, eigentlich könnte man sich verabschieden und gehen, wenn man da nicht noch soviele Verpflichtungen seinen Kindern und seinem Partner gegenüber hätte. Allerdings denke ich da nicht ernsthaft an Selbstmord (also davon bin ich weit entfernt), sondern eher daran, irgendwo hin weit weg zu gehen und ein ganz anderes Leben zu leben. Was natürlich völliger Blödsinn ist, ich bin ja bodenständig genug, um das einzusehen. Das ist aus mehreren Gründen einfach nicht machbar und eigentlich auch nur eine kindische Idee.

Alles, was man ausprobieren kann, was das Leben angeblich lebenswerter macht , habe ich ausprobiert, und so richtig viel glücklicher macht mich langfristig eigentlich gar nichts (also weder Alkohol noch Sex z. B.). Ich bekomme es auch nicht fertig, mich in einen Art "Rauschzustand" wegen einer bestimmten Sache zu versetzen, mir ist nur einfach alles sch.....egal :-( Man hat zu funktionieren, damit der Monatsablauf jedesmal aufs Neue klappt - also zu arbeiten, damit man den Lebensunterhalt bestreiten kann, ohne dass da jemals mehr drin wäre als eben dieses :-(

Das Übliche bringt nichts: Bücher lesen langweilt mich mittlerweile z. B. so, dass ich es gar nicht schaffe, irgendein Buch bis zum Ende zu lesen, meist interessiert es mich in der Mitte des Buches schon gar nicht mehr, wie es weitergeht.

Fernsehen hat mich schon immer gelangweilt.

Party machen und Disco ist in meinem Alter eher nicht mehr drin, und für das Seniorenteetrinken bin ich dann wieder auch noch zu jung.

Fazit: Ich sehe keinen großen Sinn in meinem Leben, außer dass ich es halt weiterführen muss, so wie es nun mal ist.

Aber ich habe keine Lust mehr :-(

Kann mir jemand sagen, was ich ändern kann?

Antworten
LLewixan


kurzundknapp

Gehst du manchmal raus in die Natur? Also sagen wir, 2 Stunden Waldspaziergang oder sowas?

Wenn du das tust, versuche, darauf zu achten, was um dich herum vorgeht, und was in dir vorgeht. Was fuer Gedanken hast du? Kannst du dich am Rauschen der Blaetter (oder was immer du gerade hoeren kannst) erfreuen? Wenn nicht, was haelt dich davon ab? Was denkst du, was fuehlst du, wenn dir langweilig ist?

Ich will nicht sagen, dass "Waldspaziergaenge machen" an sich dir das gibt, was dir fehlt, aber ich kann mir vorstellen, es waere wertvoll, Zeit fuer dich zu haben, Ruhe, und mehr Aufmerksamkeit fuer dich selber und was vorgeht. Also alle diese keinen Sachen, die man im Alltag allzuleicht ignoriert. (Du kannst auch mal in die Richtung Therapie oder Meditation denken; das koennte dir helfen, diese Aufmerksamkeit zu bekommen.)

KSlei%o


kurzundknapp

Alles, was man ausprobieren kann, was das Leben angeblich lebenswerter macht , habe ich ausprobiert, und so richtig viel glücklicher macht mich langfristig eigentlich gar nichts (also weder Alkohol noch Sex z. B.).

Wie hast Du das geschafft, alles auszuprobieren? Ich könnte gar nicht so alt werden, um nur die Dinge auszuprobieren, die mich interessieren, geschweige denn alles auszuprobieren, was es gibt. Vielleicht definieren wir aber "probieren" unterschiedlich. Probieren beinhaltet für mich Dinge langfristig zu tun. Dann kann ich sagen, ich habe es probiert. Etwas ein paar mal zu machen und es nicht zu Ende bringen hat für mich nichts mit "probieren" zu tun.

Ich bekomme es auch nicht fertig, mich in einen Art "Rauschzustand" wegen einer bestimmten Sache zu versetzen, mir ist nur einfach alles sch.....egal

Ständig irgend etwas anzufangen und sie nicht zu Ende bringen würde mich auch langweilen.

Man hat zu funktionieren, damit der Monatsablauf jedesmal aufs Neue klappt - also zu arbeiten, damit man den Lebensunterhalt bestreiten kann, ohne dass da jemals mehr drin wäre als eben dieses

Wieso "hat man zu funktionieren". Wer zwingt Dich zu den Dingen, die Du tust. Hast Du Dich nicht für sie entschieden?

Was meinst Du mit "mehr drin"?

Das Übliche bringt nichts: Bücher lesen langweilt mich mittlerweile z. B. so, dass ich es gar nicht schaffe, irgendein Buch bis zum Ende zu lesen, meist interessiert es mich in der Mitte des Buches schon gar nicht mehr, wie es weitergeht.

Was langweilt Dich daran? Ich setzte jetzt mal voraus, dass Du irgendwann mal gerne und leidenschaftlich gelesen hast. Wenn nicht, dann wäre meine Frage, warum Du ein Buch liest. Das z. B. ist für mich auch kein "probieren". Ein Probieren ist es für mich ein Buch zu Ende zu lesen. Dann kann ich sagen, ob es langweilig war oder nicht. Du scheinst es aus irgendeinem Grund schon vorher zu wissen.

Kann mir jemand sagen, was ich ändern kann?

Wie stellst Du Dir das vor? Wie sollte ein anderer Deine Bedürfnisse kennen? Meiner Meinung nach kann man nur dann eine Entscheidung treffen, was man ändern kann, wenn man sich kennt und damit wärst Du derjenige, der dies feststellen kann und es in die Tat umsetzen.

uLpel6a


Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich bin nicht sicher, ob es damit zusammenhängt, dass man über Medien mit Surrogatleben gefüttert wird – man kennt sozusagen schon alles aus zweiter Hand – oder ob es damit zu tun hat, dass ich durch ein paar Situationen durch bin, an denen ich dachte, es geht nicht mehr – und dadurch gemerkt hab, dass man irgendwie alles überlebt und nichts wirklich schlimm ist.

Aber bei mir ist das immer auch Anzeichen einer depressiven Episode. Zwei Wochen später macht mir das Leben nämlich meistens wieder Freude. Hast du also schon mal an die Möglichkeit einer Depression gedacht?

k4urzeundxknapp


@ Kleio

Was langweilt Dich daran? Ich setzte jetzt mal voraus, dass Du irgendwann mal gerne und leidenschaftlich gelesen hast. Wenn nicht, dann wäre meine Frage, warum Du ein Buch liest. Das z. B. ist für mich auch kein "probieren". Ein Probieren ist es für mich ein Buch zu Ende zu lesen. Dann kann ich sagen, ob es langweilig war oder nicht. Du scheinst es aus irgendeinem Grund schon vorher zu wissen.

Das stimmt, ich habe mal gerne und leidenschaftlich gelesen. Aber warum sollte ich ein Buch lesen bzw. zu Ende lesen, das anfängt, mich in der Mitte nur noch zu langweilen? Das ist für mich vergeudete Zeit.

Und was ich ändern kann - damit wollte ich wissen, was ich ändern kann, damit mir das Leben einfach wieder mehr Spaß macht. Das hat nichts mit speziellen Bedürfnissen zu tun.

Wieso "hat man zu funktionieren". Wer zwingt Dich zu den Dingen, die Du tust. Hast Du Dich nicht für sie entschieden?

Hast du dich dafür "entschieden", jeden Tag arbeiten gehen zu müssen? Das muss man ja wohl, ob es einem gefällt oder nicht, das wollte ich damit sagen.

@ Lewian

Das ist lustig :-) kurz nachdem ich beschlossen hatte, ein oder zwei Stunden spazierenzugehen, habe ich deinen Beitrag noch gelesen. Da hatten wir zwei also den gleichen Gedanken. Der Spaziergang hat mir auch ganz gut getan, und heute geht es mir schon wesentlich besser als gestern.

@ Upela

Danke, das mit den Medien ist ein guter Ansatzpunkt, der mir so noch nicht eingefallen ist, da ist bestimmt etwas Wahres dran.

Aber bei mir ist das immer auch Anzeichen einer depressiven Episode. Zwei Wochen später macht mir das Leben nämlich meistens wieder Freude. Hast du also schon mal an die Möglichkeit einer Depression gedacht?

Ja, aber ich denke, so schlimm ist es nicht. Und es ist ähnlich wie bei dir, das Tief bleibt nicht immer so, wie es ist.

kZurzuUndknnapxp


Nochmal an @Kleio

Vielleicht definieren wir aber "probieren" unterschiedlich. Probieren beinhaltet für mich Dinge langfristig zu tun. Dann kann ich sagen, ich habe es probiert. Etwas ein paar mal zu machen und es nicht zu Ende bringen hat für mich nichts mit "probieren" zu tun.

Ich habe nichts davon geschrieben, irgend etwas ein paarmal zu machen und es nicht zu Ende zu bringen. Ich habe alles in meinem Leben "Zu Ende" gebracht, was ein Ende hatte (Ausbildung, Schule).

Was würdest du denn sonst noch definieren, was man zu Ende bringen kann, was eigentlich gar kein Ende hat? Das Leben ist nun mal unendlich, solange man lebt.

Ständig irgend etwas anzufangen und sie nicht zu Ende bringen würde mich auch langweilen.

Nochmal: Davon habe ich nichts geschrieben. Ich finde, das ist schon eine recht seltsame Ableitung aus meinen Zeilen. :-/

b%ejwil2derxed


Wie alt bist Du? Midlife, wäre statistisch gesehen bei Männern 40, so alt bin ich ;-)

Kann mir jemand sagen, was ich ändern kann?

Es scheint mir, dass Du eigentlich ganz gerne Party machen willst, aber Du denkst, Du seist zu alt. Ich mach immer noch Party und geh' aus, ich mag das.

Hast Du Freunde? Ich meine, Männer? Dann kann man sich zusammen langweilen, oder sinnloses Zeugs machen, wie über Autos fachsimpeln, oder übers Leben reden, über Frauen.

Machst Du sonst nichts gerne? zB Zelten gehen, oder Autofahren, oder Musik hören oder machen, Sport machen, ans Meer fahren, in einem trostlosen Motel übernachten mit eingeschaltetem Fernseher, oder Frauen Komplimente machen?

Versuch mal, nicht an den "Sinn des Lebens" zu denken, das ist so furchtbar bedeutungsschwanger und schwer. Lass den Sinn mal Sinn sein. Mach einfach mal, worauf Du grad Lust hast, was Sinnloses, oder halt Nichts.

Wirklich Nichts tun ist nämlich eine hohe Kunst.

kUurzuNndkbnapp


@ bewildered

Deine Zeilen haben eine aufmunternde Wirkung @:) auch wenn ich von deinen Vorschlägen nicht viel umsetzen kann.

Also ich bin sogar schon über Mitte 40 ;-) also noch älter als du.

Hast Du Freunde? Ich meine, Männer? Dann kann man sich zusammen langweilen, oder sinnloses Zeugs machen, wie über Autos fachsimpeln, oder übers Leben reden, über Frauen.

Ich bin eine Frau ;-)

Versuch mal, nicht an den "Sinn des Lebens" zu denken, das ist so furchtbar bedeutungsschwanger und schwer. Lass den Sinn mal Sinn sein. Mach einfach mal, worauf Du grad Lust hast, was Sinnloses, oder halt Nichts.

Wirklich Nichts tun ist nämlich eine hohe Kunst.

Da hast du recht. Ich versuche ja oft, das zu tun, worauf ich gerade Lust habe, aber der Tag ist so angefüllt mit Verpflichtungen, dass da kaum noch Zeit dafür bleibt nach der Arbeit :-/ Erst mach ich die notwendig(st)e Hausarbeit, dann schau ich meine Lieblingsserie und später am Abend bin ich meistens bei meinem Freund.

Und da läuft der Abend meistens nach seinem Programm.

Uff, klingt das langweilig ":/

b|ewil}derxed


Ach so, eine Frau! Witziges Missverständnis. Ich dachte, der Begriff "midlife crisis" sei für Männer reserviert...

Also heute kann ich leider gar nicht helfen. Sollte unbedingt was Geniales machen bei der Arbeit, finde aber alles öde. Bin wie gelähmt, und weiss nicht was machen, denke aber, ich sollte unbedingt was machen.

Zuhause ist mir langweilig. Eine Beziehung will ich irgendwie nicht, und irgendwie doch. Ich glaub', ich hab das Vergangene noch nicht richtig verdaut. Bei der Arbeit, und auch bei der Beziehung, das war so eine "amour fou", und jetzt ist die Luft draussen.

Fernsehen mag ich nicht, wie Du. Bücher lesen habe ich hinter mir, wie Du auch. Geld ausgeben, das geht immer, aber ich habe keins mehr:)

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