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Vorurteile gegenüber Psychologen/ Psychologie-Studium

cOhnoyp~f hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute!

Gibts hier jemanden, der auch Psychologie studiert (hat)? Ich fände es noch interessant sich über die lustigsten und teilweise auch nervigsten Vorurteile über Psychologen bzw. das Studium austzutauschen.

Teilweise macht es mich auch traurig, wenn man sich dieses Unterforum anschaut. Die Themen sind alle so negativ und auf Therapie/Pathologie beschränkt, dabei beschäftigt man sich in der Psychologie mit soooo vielem mehr als mit diesen Themen (Statistik und Forschungsmethoden zum Beispiel ;-))

Gerne können auch fachfremde Leute sich hier melden und ihre Eindrücke von "uns" abgeben. Vielleicht hilft dieser Faden auch, ein paar Vorurteile und/oder Missverständnisse aufzuklären.

Ich fang dann mal an: Wenn ich sagen muss, was ich studiere mach ich das schon gar nicht mehr gerne, weil es kommen immer so komische Reaktionen. "ooooh... ":/" oder "Kannst du mich analysieren?" "Schau mir nicht in die Augen sonst weisst du alles über mich" Fruchtbar... :-(

Antworten
C3aoi=mhxe


Warum studierst du das, wenn dich die Aussagen von anderen Leute so sehr stören? ":/

cThn9oEpf


Ich mache meine Studiumswahl doch nicht von der Meinung anderer Leute abhängig :-o

Soooo sehr stört es mich nicht, aber wenn du immer wieder die gleiche Leier hörst wirds mühsam...Gibt ja zum Teil auch witzige Reaktionen. ;-)

Oft resultieren die Vorurteile/Meinungen auch einfach aus Unwissen oder teilweisem Quatsch von Laienpsychologen.

sGchnec+kVe19x85


Bei uns gilt Psychologie als "Mickymausstudium" und wird deshalb von den meisten belächelt ;-)

dUeep.rxed


Eine gut Freundin von mir studiert Psychologie. Ich hab sie allerdings noch nie gefragt, ob ich mich mal bei ihr auf die Couch legen darf, falls dich das beruhigt ;-).

s@ensua<lity


ich vermute, dass es zu jedem Studiengang Vorurteile und nervige Fragen gibt.

So vermutet man häufig, dass ein BWLer automatisch zu Steuererklärungen Tips geben kann, Pädagogen zu jedem Erziehungsproblem eine eindeutige Lösung haben (ich sag nur "Wuthöhle") und dann noch die klassische Fehlbetitelung von (Nicht-Grundschul-) Lehrern als "Pädagogen".

Die Liste könnte man endlos fortführen...

Die meisten Fehleinschätzungen kommen allerdings von Nicht-Akademikern. D.h., dass dieses Problem sich an der Uni etwas abschwächt – so was bei uns jedenfalls. Meine Familie allerdings hält meinen Studiengang immer noch für einfach, weil ich ja nicht mal "meinen Dipl. Ing." machen kann – das der Diplomtitel an meiner Fakultät einfach nur anders lautet verstehen die bis heute nicht... tja...

Ich arbeite übrigens grad als Hiwi an einem Psychologie Lehrstuhl. Dort gehts gerade um Lernstartegieeinsatz und Gedächtnisleistungen unter Angst usw. Hat also nicht direkt unmittelbar was mit Therapie zu tun., läuft aber in der Praxis darauf raus ;-)

Viel Spaß im Studium!

BKenKbenoxbi


Solange man mich nicht versucht zu analysieren, stehe ich offen gegenüber dieser Studien-/Berufswahl. ;-)

Allgemein wird doch über jede Berufsgruppe abgelästert. Es finden sich immer genug Klischees, die man einbringen kann, bei Einigen mehr, bei Anderen weniger – hängt auch davon ab, wie die jeweilige Einstellung dazu ist.

Oft resultieren die Vorurteile/Meinungen auch einfach aus Unwissen oder teilweisem Quatsch von Laienpsychologen.

Dazu kann ich nur eines sagen: Steh einfach drüber.

Du kannst die Vorurteile/Meinungen Anderer nicht ändern und selbst wenn du es bei Einem schaffst, so folgen Hundert weitere. Zieh einfach dein Ding durch, mach deine eigenen Erfahrungen und leb damit. Es bringt nichts sich über die Unwissenheit anderer Menschen aufzuregen. Oder analysierst diese Leute, schreibst ein Buch und machst damit richtig Kohle. ;-D

Bin zwar selbst nicht vom Fach, aber eine Freundin studiert Wirtschaftspsychologie.

s=ilFentgkrVey


Ich studiere auch Psychologie.

Als ich damit angefangen habe, dachten auch alle, Pychologie ist nichts weiter als Klinische Psy ;-) Meinen Freunden hab ich dann auch einiges drüber erzählt.. und zum Beispiel erklärt, dass diese hübsche bunte Statistik in der Tageszeitung rein gar nichts aussagt, weil die Korrelation nicht signifikant ist usw.. Mittlerweile wissen also alle, dass es bei dem Studium nicht darum geht, wie man Depressiven am besten das Händchen hält.

Von Fremden bzw flüchtigen Bekannten kam eigentlich selten was.

Mein Lieblingsvorurteil: Man studiert nur Psychologie, um sich selbst zu therapieren ]:D

O?xy^lein


Ich habe Psychologie als Nebenfach im Magisterstudium studiert und fand es sehr spannend!

Aber wie sagte einer unserer Profs mal so schön: "Sie haben alle einen an der Klatsche, sonst würden Sie was anständiges studieren!" ;-D

Klar muss man sich oft dumme Sprüche anhören, aber das gibts ja, wie hier schon gesagt wurde, auch bei allen anderen Studienfächern. Wir als "Nebenfächler" wurden von den Diplom-Psychologie Studenten auch immer eher belächelt ("Sind ja nur die Nebenfächler") und da ich dann auch noch Pädagogik als Hauptfach hatte musst ich mir da eh auch diverse Sachen anhören. ;-D Mittlerweile ist mir das wurscht, ich weiß, was ich im Studium alles geleistet habe und das es alles andere als ein "popeliger" Studiengang war!

Gbrot!tig


Ich schätze mal, das liegt daran, das die meisten Psychologe und Psychotherapeut in einen Beutel werfen und den Unterschied nicht kennen.

Shir8axt


Naja das Ganze hat wohl 2 große Gründe 1. das man oft Dinge missversteht und vereinfacht wenn man etwas nicht kennt und nicht differenziert und dann eben mit Klischees um sich wirft und 2. das man das Eigene eben imemr auferwetet und das andere abwertet(In KOmbination mit Punkt 1, da man das eigene Fach ja kennt und deswegen differenzieren kann) sprich das eigene fach ist meist die krönung der Wissenschaft und die anderen Fächer sind imemr doof, unnütz oder die Leute sind alles deppen, geldgeil oder sonstwas. Das braucht der Mensch eben um sein eigenes Ego zu stärken bzw um sich besser zu fühlen, denn wenn die anderen Fächer toller wären, müsste er sich fragen wieos er die nicht studiert hat.

Und übrigens manche KLischees sind ja nicht per se falsch, wenn ich daran denke das die meisten Psychologen die ich kenne in den ersten semestern studium immer therapy gespielt haben;)

K9ylinxn


Gibts hier jemanden, der auch Psychologie studiert (hat)? Ich fände es noch interessant sich über die lustigsten und teilweise auch nervigsten Vorurteile über Psychologen bzw. das Studium austzutauschen.

Interessant wäre auch - auch wenn nicht alle Psychologen Therapeuten sind - deren Vorurteile gegenüber bestimmten Patientengruppen zu lesen! ;-)

Teilweise macht es mich auch traurig, wenn man sich dieses Unterforum anschaut. Die Themen sind alle so negativ und auf Therapie/Pathologie beschränkt, dabei beschäftigt man sich in der Psychologie mit soooo vielem mehr als mit diesen Themen (Statistik und Forschungsmethoden zum Beispiel ;-))

Tja, das könnte daran liegen, dass die Leute, die den größten Leidensdruck haben und sich daher fast zwangsläufig mit Psychologie (und Therapie) beschäftigen (müssen), eben die psychisch Gestörten sind. Von den Menschen, die nicht durch eigene psychische Probleme oder solche in der Verwandtschaft/Freundeskreis in Berührung kommen, wird sich wohl eher ein geringer Prozentsatz "just 4 fun" mit der Psychologie beschäftigen. Das ist gar nicht sooo ungewöhnlich, denn es ziehen sich ja auch die wenigsten Themen wie Buchhaltung, Algorithmisierung oder Biochemie aus reinem Spaß und Interesse rein.

Ich selbst bin wohl - so schätze ich - einer dieser "Laienpsychologen". Ich habe das nie studiert, mich aber schon immer sehr dafür interessiert. Nicht zuletzt auch wegen meiner Persönlichkeitsstörung, aber auch darüber hinaus für Arbeits- und Organisationspsychologie und andere Themen, also über den Therapie-Tellerrand hinausgeschaut. Allerdings ist das für Laien, so empfinde ich das, sehr schwierig, weil man kaum brauchbares und leicht verständliches Material findet. Nicht falsch verstehen, ich will damit kein Studium ersetzen oder sowas, ich interessiere mich einfach nur dafür. Studium kommt mangels entsprechendem Schulabschluss und NC nicht in Frage, aber selbst wenn, wäre das nichts, was ich allumfassend studieren wollte. Mich interessieren mehr einzelne Teilgebiete. Aber es ist neben einem völlig anderen Beruf eben schwer, sich da Wissen anzueignen. Fachbücher sind oft nicht nur teuer, sondern setzen eben auch Basiswissen voraus, was man in der Uni wohl vermittelt bekommt, einem als Laie aber fehlt. Und die Bücher für "Hobbypsychologen" gehen meist nicht tief genug und sind oft auch mehr auf Meinungen des Autors denn auf Fakten aufgebaut.

Gerne können auch fachfremde Leute sich hier melden und ihre Eindrücke von "uns" abgeben. Vielleicht hilft dieser Faden auch, ein paar Vorurteile und/oder Missverständnisse aufzuklären.

Ein Eindruck? Nagut. Ich hatte ja durch meine Therapien schon mit sehr vielen Psychologen (meist, aber nicht immer auch Therapeuten) zu tun. Einige davon hatten keine Ahnung, was sie tun (das waren dann meist Psychologen, die Therapie ohne Therapeutenausbildung machten) und mit denen man auch nicht vorwärts kam. Dann hatte ich 2 extrem fähige Therapeuten, über die ich heute noch staune und mich frage, wie sie das bloss hinbekommen haben.

Und dann hatte ich letzt das Vergnügen an einigen Studien teilnehmen zu können, es ging hier auch um Menschen mit Persönlichkeitsstörung. Da waren etliche Exemplare dabei, die dermaßen unsensibel und abgestumpft waren, dass ich mich gefragt habe, ob die tatsächlich Psychologie studiert haben. Denn ein Teil des Studiums sind meines Wissens auch die verschiedenen Störungsbilder und deren Auswirkungen. Und grade wenn man eine bestimmte Störung erforscht, sollte man wissen, wie diese Menschen das erleben. Und naja... zu einem Borderliner gefühlskalt, unterschwellig abweisend sein und ihn nur als Versuchskaninchen zu behandeln ist wohl das Dämlichste, was man tun kann. Interessanterweise war eine von den Studienleitern auch angehende Therapeutin und die war das komplette Gegenteil. Freundlich, interessiert, offen. Nicht nur ihr Ding durchziehend... aber mag auch an den einzelnen Menschen gelegen haben und nicht daran, dass sie "nur" Psychologen waren.

Ein weiterer Eindruck ist, dass viele angehende Psychologen vor einigen Störungen richtig Angst haben. Ist mir jedenfalls schon öfter passiert, dass Studis, die noch an der Uni waren und einige Wochen Praktikum in der Klinik oder der Praxis machten, richtig Angst vor mir hatten, nur weil ich das Label "Borderline Persönlichkeitsstörung" auf der Stirn kleben habe. Dabei beiße ich gar nicht. Wirklich nicht. Und wer sollte das besser wissen als ein Psychologe? ;-)

Ich fang dann mal an: Wenn ich sagen muss, was ich studiere mach ich das schon gar nicht mehr gerne, weil es kommen immer so komische Reaktionen. "ooooh... " oder "Kannst du mich analysieren?" "Schau mir nicht in die Augen sonst weisst du alles über mich"

Ich kenne (leider) nur einen Psychologiestudenten näher und sonst nur Leute, mit denen ich im Rahmen der Therapie zu tun hatte. Ich bin jedenfalls immer neugierig und aufgeschlossen, was die da so alles lernen und machen und mir ist durchaus bewusst, dass die meisten wohl auch Arbeit Arbeit sein lassen und im Privatleben darauf verzichten, irgendwelche "Analysen" oder "Manipulationen" an ihren Freunden und Verwandten vorzunehmen.

Trotz allem lässt sich mit den meisten Psychologen recht gut diskutieren über Dinge wie den Sinn des Lebens, wer wir wirklich sind, warum Menschen tun, was sie tun... eben mehr so ins Philosophische gehend. Aber das kann man mit einigen anderen Menschen auch, die aus völlig anderen Fachrichtungen kommen. Bei den Psychologen ist dann eben manchmal eine Prise "Wissen" dabei, und das finde ich dann besonders spannend.

Fruchtbar... :-(

Netter verschreiber ;-)

a_ug2x33


Kylinn, die Faschingszeit ist zwar vorbei, aber als Erklärung an Sie, warum Psychologen Borderliner so sehr "mögen". Sicher lesen Sie ab und zu in der Zeitung von entschärften Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Denken Sie, man lässt an ein solches Ding einen Anfänger heran? Ich vermute – nein! Und jeder Anfänger wird als Kampfmittelräumer lange zusehen und sich Wissen aneignen, ehe er sein erstes "Ding" entschäft. So ähnlich ist es mit einigen therapeutischen Verhältnissen – Therapeut schaut zum eigenen Schutz schon hin, wo er sich ran traut und wo nicht.

B{ascphter


@ silentgrey

Mein Lieblingsvorurteil: Man studiert nur Psychologie, um sich selbst zu therapieren ]:D

Naja, da gibts schon einige, wo das so ist.

Manche, die geben es sogar zu, die haben das z.B. im Nebenfach oder so, und auch manche,

die kommen mir stark so vor.

Da hat man z.b. auch den ganz starken Drang, denen zu ner Therapie zu raten, ne. Da merkt man einfach, dass die das selber nicht auf die Reihe kriegen, auch wenn sie so ne Ausbildung machen und dann theoretisch alles wissen. Die Praxis ist da ja doch noch was ganz anderes.

Da könnt man manchmal aus der Haut fahren, wenn man sowas sieht, wie manche da die Jahre ins Land gehen lassen, und nicht endlich mal die nötige und ja schließlich auch greifbare Hilfe in Anspruch nehmen! Aber zwingen kann man halt niemand.

Aber, im Großen und Ganzen hab ich zu der angesprochenen Berufsgruppe ein positives Bild!

Die versuchen halt den ganzen Tag, aus Leid Freud zu machen, und manchmal schaffen sie es ja sogar. :-D

Kiylxinn


Kylinn, die Faschingszeit ist zwar vorbei, aber als Erklärung an Sie, warum Psychologen Borderliner so sehr "mögen". Sicher lesen Sie ab und zu in der Zeitung von entschärften Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Denken Sie, man lässt an ein solches Ding einen Anfänger heran? Ich vermute – nein! Und jeder Anfänger wird als Kampfmittelräumer lange zusehen und sich Wissen aneignen, ehe er sein erstes "Ding" entschäft. So ähnlich ist es mit einigen therapeutischen Verhältnissen – Therapeut schaut zum eigenen Schutz schon hin, wo er sich ran traut und wo nicht.

Ich redete von PRAKTIKANTEN, die man nicht alleine einen Borderliner therapieren lässt, sondern die allenfalls mal bei einer Therapiestunde dabei sein dürfen, die ein erfahrener Therapeut gibt. Und da sehe ich nun wirklich keine Gefahr, falsch machen kann man auch nicht viel. Ich finde es einfach unangebracht und unprofessionell, dass man sogar Angst hat, mir in die Augen zu schauen oder mir die Hand zu geben, als ob ich sie demjenigen gleich abreißen würde. :(v

Um bei dem Beispiel zu bleiben: Man sollte vielleicht nicht Bombenentschärfer werden (wollen), wenn man schon vom Zusehen Angst bekommt.

Ebenso habe ich kein Verständnis dafür, wenn angehende Psychologen oder angehende Therapeuten den Kontakt scheuen, wenn es um deren Übung geht. Zum Beispiel diagnostische Interviews, Intelligenztests, Fragebögen etc. Ich falle ja niemanden an! Viele benehmen sich aber so, als müssten sie um ihr Leben fürchten, wenn man sie mit einem Borderliner allein in einem Raum lässt.

Dass sich ein Anfänger oder gar nicht fertig Ausgebildeter nicht traut, einen Borderliner alleine zu therapieren, dafür habe ich allerdings vollstes Verständnis. Da gibt es einfach zu viele Fallstricke, und die tun beiden Seiten nicht gut. Aber wie soll man lernen, wenn man jeden Kontakt scheut?

Dennoch glaube ich, dass selbst ein Anfänger mit einem Borderliner klar kommen kann, wenn dieser in der Therapie schon sehr weit fortgeschritten ist und der Therapeut keine Angst vor dem Patienten hat. Hierbei ist natürlich gute Supervision sehr wichtig. Mag sein, dass hier von Therapeutenseite etwas dagegen spricht, das kann ich nicht so genau einschätzen.

Falls jemand eine Erklärung für dieses Verhalten hat, bin ich brennend daran interessiert! :)^

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