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Vorurteile gegenüber Psychologen/ Psychologie-Studium

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Kylinn, eine Erklärung kann ich Ihnen nicht geben. Mir sind die ersten Borderliner-Innen begegnet, als dieser Begriff gerade mal in die deutsche Psychoszene hinein kam; das Buch von Rohde-Dachser ist Ihnen sicher bekannt, danach kamen unzählige Werke mit ähnlichem Inhalt. Vor 35 Jahren war diese Diagnose eine Seltenheitsdiagnose. Ich denke mal, man hat in der Fachwelt den "Borderliner" erst zu dem gefährlichen Wesen aufgeputscht, der nun durch die Vorlesungen oder Fortbildungen geistert (und wahrscheinlich irgendwann wieder verschwinden wird, weil das Thema nichts mehr her gibt). Vor 50Jahren hat man einen Menschen mit gleichen Verhaltensweisen als "einen etwas anderen Menschen" bezeichnet, man wusste ihn in der Regel so zu nehmen wie er ist, im Arbeitsleben hat man ihm meist seine Sprunghaftigkeiten nachgesehen.

Warum angehende Psychologen oder Psychotherapeuten eine solche Abneigung zeigen, das müssten diese mal selbst erläutern. Manchmal ist es sehr gut, wenn Therapeut und Personal eine Diagnose nicht schon vorher gesagt bekommen, sondern sich diese selbst erarbeiten müssen. Wenn es dann wirklich diese Diagnose "Borderline-S." ist, dann kennt man die Person und alles ist kein Problem.

Ihre berechtigte Frage, warum suchen dann Menschen den Beruf Psychotherapeut wenn sie sich die Begegnung mit schwierigen Menschen nicht zutrauen, dann vermute ich mal, dass denen die Gefährlichkeit für die eigene Stabilität nicht bewusst ist – im Gegensatz zum Feuerwerker, der sich dieses nur zutraut, wenn er um seine Stabilität weiß. (Sonst ist sein Leben kurz).

M/a<yfTloqwer


Ein weiterer Eindruck ist, dass viele angehende Psychologen vor einigen Störungen richtig Angst haben.

Falls jemand eine Erklärung für dieses Verhalten hat, bin ich brennend daran interessiert! :)^

Seufz... lehne ich mich jetzt weit zum Fenster hinaus, wenn ich sage, dass es auch für ausgebildete Fachleute mit vielen Jahren Berufserfahrungen, Patienten- bzw. Klientengruppen gibt, die eine besondere Herausforderung darstellen? Immer noch und immer wieder?

Es gibt Krankheitsbilder, die auch für die Fachleute sehr kräftezehrend sind und wo das Thema "Selbstschutz" tatsächlich stärker gewichtet werden muss.

Es ist wichtig, dass man als Arzt, Therapeut, Betreuer, Sozialarbeiter, etc. , ein gutes Gefühl für seine eigenen Grenzen entwickelt. Die Kraftreserven sind nicht unendlich und die Regenerations-Fähigkeit kann mit der Zeit erlahmen. Und so ist es nur richtig, dass man sich -wenn ein neuer Fall vor einem steht- fragt, ob man diesen kräftemässig noch bewältigen mag.

Es ist bezeichnend für all die genannten Berufe, dass man sogenannte "Frontarbeit", also die direkte Arbeit mit dem Patienten/Klienten, oft nicht jahrzehnte lang macht. Entweder brennt man vorzeitig aus und muss aussteigen oder man sucht sich rechtzeitig ein anderes Betätigungsfeld. Oft bleibt man im angestammten Sachgebiet, übernimmt aber vermehrt Kaderfunktionen oder Lehraufträge.

Ihre berechtigte Frage, warum suchen dann Menschen den Beruf Psychotherapeut wenn sie sich die Begegnung mit schwierigen Menschen nicht zutrauen, dann vermute ich mal, dass denen die Gefährlichkeit für die eigene Stabilität nicht bewusst ist

Helfende Berufe (ich nenn das jetzt mal so) haben eine sehr helle und eine sehr dunkle Seite: die sehr Helle ist die, dass es einem auch nach Jahren nie langweilig wird. Jeder neue Fall stellt einem vor neue Herausforderungen. Kein Mensch verhält sich wieder der andere. Keine Situation ist gleich wie die andere. Man muss sich immer wieder neu ausrichten. Es gibt nur wenig Sicherheit und auch nur wenig Routine. Das ist das Tolle, Lebendige und Bewegliche an der Arbeit mit Menschen.

Die dunkle Seite ist die emotionale Erschöpfung, Ueberforderung, ungenügende Abgrenzung, Ernüchterung, Verlust von Illusionen, Deformation professionelle, Hinterfragung des Erfolgsgedanken bei der eigenen Arbeit.

T(ravxis B


Frei von Vorurteilen ist wohl kein Fach.

Vielfach kommen die Vorurteile auch von den Studenten selbst, wenn es heißt, was man später alles machen und verdienen kann. Ich finds klasse, wenn wer Psychologie studiert. Die machen zT echt super Arbeit. Gerade in der Forschung.

Um so bedauerlicher, daß es dort wohl kaum Geld zu holen gibt.

Aber Ausnahmen gibt's ja immer…

so, bon jetzt lieber ruhig– bevor de mich analysierst.

Mqayfolrowexr


Vor 50Jahren hat man einen Menschen mit gleichen Verhaltensweisen als "einen etwas anderen Menschen" bezeichnet, man wusste ihn in der Regel so zu nehmen wie er ist, im Arbeitsleben hat man ihm meist seine Sprunghaftigkeiten nachgesehen.

Das wage ich zu bezweifeln. Gerade bei den Frauen war "Hysterie" eine weitverbreitete Diagnose. Bei uns in der Schweiz waren die Irrenanstalten, Nervenanstalten, Arbeitsanstalten, Erziehungsanstalten und wie die Häuser alle hiessen, ordentlich gefüllt mit Frauen mit dieser Diagnose.

Darüber hinaus galt noch die "Erblichkeit" von sozialer und psychischer Auffälligkeit: war die Mutter "liederlich" und "geistesschwach", waren es ihre Töchter auch. War der Vater ein "arbeitsscheuer Säufer" hatte auch der Sohn keine guten Start-Chancen ins Leben.

Früher war es nicht besser als heute. Am besten hatten es sicher diejenigen, welche wenig auffielen und sich nicht wehrten. Die Aufsässigen und Auffälligen wurden versorgt. Von Menschen- und Patienten-Rechten, wie wir sie heute kennen, konnten die nur träumen.

RQeyZk}jxavik


Ich stehe manchmal Psychologiestudenten etwas reserviert gegenüber, weil ich schon mehrmals erlebt habe, dass ich oder jemand anders analysiert oder beurteilt wurde, ohne darum gebeten zu haben.

Ich habe mehrmals die Erfahrung gemacht, dass sich eine Person, die Psychologie studiert hat, "über" mich gestellt hat, und dachte, sie wisse über mich bescheid.

Wenn ich merke, oben genanntes trifft nicht zu, habe ich überhaupt nichts gegen Psychologie, im Gegenteil.

KTylinxn


das Buch von Rohde-Dachser ist Ihnen sicher bekannt

Nein, bisher nicht. Ist es lesenswert?

Seufz... lehne ich mich jetzt weit zum Fenster hinaus, wenn ich sage, dass es auch für ausgebildete Fachleute mit vielen Jahren Berufserfahrungen, Patienten- bzw. Klientengruppen gibt, die eine besondere Herausforderung darstellen? Immer noch und immer wieder?

Es gibt Krankheitsbilder, die auch für die Fachleute sehr kräftezehrend sind und wo das Thema "Selbstschutz" tatsächlich stärker gewichtet werden muss.

Naja, aber Herausforderungen sind doch dazu da, angenommen zu werden. Und wie gesagt, habe ich Verständnis dafür, wenn sich jemand nicht zutraut, mit einem BPS-Patienten Therapie zu machen, das muss wirklich jeder selbst wissen, ob er sich das zutraut.

Was mich, wie gesagt, vorrangig stört, ist dieses unprofessionelle Verhalten und die völlig absurde Angst, die die meisten allein bei harmlosen Begegnungen zeigen. Wie gesagt, nichtmal die Hand geben oder in die Augen schauen. Dabei sind Borderliner mehr für autoaggressives denn für fremdaggressives Verhalten bekannt, wenn überhaupt. Grade auch als Praktikant kann einem doch nun wirklich nicht viel passieren und der Therapeut kennt ja seine Patienten auch und kann sie einschätzen. Er würde wohl kaum einen Patienten behandeln, der ihn tyrannisiert oder angreift und schon gar keinen Praktikanten mit in eine solche Stunde nehmen. Finde solches Verhalten eben einfach respektlos, den Patienten und auch den Mentoren gegenüber.

Jedenfalls ist es mir deutlich lieber, wenn man mir vor Neugierde hunderte (auch sehr persönliche) Fragen stellt, um zu verstehen, als mich wie eine Aussätzige mit einer ansteckenden Krankheit zu behandeln :(v

Ebenso ja auch die Therapieplatz-Suche.. wie oft hab ich schon gehört "Borderline? Nein danke, will ich NICHTS mit zu tun haben" oder "Tut mir leid, dann haben wir keine Plätze frei" %-| ohne sich überhaupt mal die konkrete Symptomatik anzuhören, die bei weitem nicht mehr so gravierend ist. Im Gegenteil, einer meiner ehemaligen Therapeuten ist sogar der Meinung, ich solle ruhig in eine Lehrpraxis gehen, ein angehender Therapeut könnte einiges von mir lernen.

Von Menschen- und Patienten-Rechten, wie wir sie heute kennen, konnten die nur träumen.

*lach* Also ich als Borderline-Patientin habe auch heute noch oft das Gefühl, dass das auf mich zutrifft ;-D

T_wxi7sterx2


Eine Freundin von mir hat Psycho studiert und ich muß sagen, sie hatte wirklich nicht alle Latten am Zaun, aber ich denke, sie macht ihren Job ganz gut. Darum geht´s für mich hauptsächlich, ob jemand für seinen Job geeignet ist oder komplett falsch. Wir kamen allerdings auch nicht ganz taufrisch zur Uni. Die Mädels, die da immer so rumlaufen, haben für meinen Geschmack viel zu wenig Lebenserfahrung und ich würde mich mit so einer als Therapeutin echt schwer tun.

Vorurteile gab´s bei uns echt viele: Die angehenden Grundschullehrer hießen hinter vorgehaltener Hand Bastelschlampen, weil sie immer nur irgendeinen Müll bemalt und gebastelt haben. Die Sozialtherapeuten waren untere Schiene, weil kein besonders hohes Niveau im Studium angesetzt wurde. Die Physiker und Mathematiker hatten den Nimbus der keuschen Wissenschaftler und die Biologinnen und Lehrerinnen waren als Matratzen verschrien. ]:D Schon nett, die Uni. %-|

Meine Freundin hat jedenfalls immer, wenn sie einen netten Mann kennengelernt hat, erstmal erzählt, daß sie Lehrerin wäre. ;-D

Komisch fand ich, daß sie an mir keinen Intelligenztest durchführen wollte. Ich hätt´s witzig gefunden, aber sie vielleicht nicht. Hätte ja rauskommen können, daß ich ein Vollpfosten bin oder sie hätte erfahren, daß ich ein paar Punkte mehr bringe als sie. ]:D

sMchnPecke1x985


Eine Freundin von mir hat Psycho studiert und ich muß sagen, sie hatte wirklich nicht alle Latten am Zaun [...]

Eine Freundin von mir studiert seit einiger Zeit Psychologie und langsam schlägts durch... %:|

Besonders nervig find ich ihre neue Angewohnheit in kindlichem Singsang therapeutisch auf mich einzuwirken.

Ich: "Der Kuchen ist heute nicht so gut gelungen, wie das letzte Mal."

Sie: "Doch, das hast du ganz, ganz toll gemacht!"

oder

Sie: "Wollen wir nachher in xy einen Kaffee trinken?"

Ich: "Hm, das überlegen wir dann."

Sie: "Also du denkst sicher grade, dass du eigentlich xy viel lieber machen würdest, als mit mir einen Kaffee zu trinken. Du möchtest sicher lieber in z einen Kaffee trinken, gibs zu!"

*nerv*

cFhnsopf


Ui soviele Beiträge :-) Schöön! Ich versuchs mal mit antworten auf ein paar Dinge zu denen ich was sagen möchte

Bei uns gilt Psychologie als "Mickymausstudium" und wird deshalb von den meisten belächelt

Den Ausdruck kenn ich gar nicht. Was heisst das? Dass es ein easy-Studium ist? Dem Vorurteil sind wir auch viel ausgesetzt (Studenten allgemein). Das mag früher gestimmt haben aber mit dem Bologna-System weht da ein ganz anderer Wind. (Ich sag nur 60h pro Woche gilt als 100% und 70% bestehen das Assessment nach dem ersten Jahr nicht)

Ich hab sie allerdings noch nie gefragt, ob ich mich mal bei ihr auf die Couch legen darf, falls dich das beruhigt

Siehste...Psychologie ist soooo viel mehr als der, welcher neben der Couch sitzt. (Nur ein paar Beispiele: Polizeipsychologen, Schulpsychologen, Forscher, Sportpsychologen, Wirtschaftspsychologen, Neurologen, Human Resources, usw usw...) Die wenigsten Berufe für Psychologen haben mit Therapie zu tun. Ausserdem gibt es auch noch viele verschiedene Therapiearten. Wobei leider immer noch zu oft Psychologie mit der Freudianischen Psychoanalyse gleichesetzt wird. Von dem die meisten Psychologen nicht mehr viel halten.

Als ich damit angefangen habe, dachten auch alle, Pychologie ist nichts weiter als Klinische Psy ;-) Meinen Freunden hab ich dann auch einiges drüber erzählt.. und zum Beispiel erklärt, dass diese hübsche bunte Statistik in der Tageszeitung rein gar nichts aussagt, weil die Korrelation nicht signifikant ist usw.. Mittlerweile wissen also alle, dass es bei dem Studium nicht darum geht, wie man Depressiven am besten das Händchen hält.

Stimmt. Ich wusste zwar, dass wir zB auch Statistik und Forschungsmethoden haben werden aber war dann doch überrascht, wie extrem man da in die Tiefe geht. Über Statistiken in Zeitungen reg ich mich sowieso nur noch auf... Ich stell mir dann immer die Frage nach der Teststärke, den Validitäten, 100 konfundierenden Variablen und Bias (Plural? Biasse?) vor. ;-D

Wir als "Nebenfächler" wurden von den Diplom-Psychologie Studenten auch immer eher belächelt ("Sind ja nur die Nebenfächler") und da ich dann auch noch Pädagogik als Hauptfach hatte musst ich mir da eh auch diverse Sachen anhören

Haha, rat mal was ich im Nebenfach studiere ;-D

Ich schätze mal, das liegt daran, das die meisten Psychologe und Psychotherapeut in einen Beutel werfen und den Unterschied nicht kennen.

:)z Sicher auch. Oder Psychologischer Therapeut mit psychiatrischem Therapeut verwechseln. Wobei Psychologe auch kein "Beruf" ist. Das ist ein extrem allgemeiner, breiter Begriff. Wie wenn man sagt Gefährt. Da kann man Auto,Fahrrad, Laster, Rollschuhe oder UFO meinen. (Ok doofer Vergleich aber mir kommt grad kein besserer in den Sinn)

Und übrigens manche KLischees sind ja nicht per se falsch, wenn ich daran denke das die meisten Psychologen die ich kenne in den ersten semestern studium immer therapy gespielt haben;)

":/ Was? Therapy gespielt? So im Scherz oder wie? Also ich hab noch nie Therapie gespielt oder jemanden gesehen, der das macht...

Einige davon hatten keine Ahnung, was sie tun (das waren dann meist Psychologen, die Therapie ohne Therapeutenausbildung machten)

:-/ Die wollten dich therapieren oder wie ??? Naja wie du selbst sagst, sie hatten keine Ausbildung dazu. Wegen den Studien an denen du teilgenommen hast: Ich weiss nun nicht wer/was/wie das war aber meistens sind die Versuchsleiter keine Psychologen oder noch Studenten. Mir tun die Patienten von gewissen Kommilionen die in die Therapie möchten jetzt schon leid. Auch bei uns gibts unsensible Idoten ;-)

c+hnoxpf


zu einem Borderliner gefühlskalt, unterschwellig abweisend sein und ihn nur als Versuchskaninchen zu behandeln ist wohl das Dämlichste, was man tun kann

Nicht nur gegenüber einem Borderliner, sowas dürfte sowohl aus ethischen Gründen nicht passieren als auch aus dem Grund, dass es die ganzen Studienergebnisse verfälscht :(v Also echt, das wird einem hundert Mal eingetrichtert wie man sich gegenüber einer sogenannten "Versuchsperson" (tönt scheisse ich weiss) verhalten muss.

Ein weiterer Eindruck ist, dass viele angehende Psychologen vor einigen Störungen richtig Angst haben. Ist mir jedenfalls schon öfter passiert, dass Studis, die noch an der Uni waren und einige Wochen Praktikum in der Klinik oder der Praxis machten, richtig Angst vor mir hatten, nur weil ich das Label "Borderline Persönlichkeitsstörung" auf der Stirn kleben habe. Dabei beiße ich gar nicht. Wirklich nicht. Und wer sollte das besser wissen als ein Psychologe? Falls jemand eine Erklärung für dieses Verhalten hat, bin ich brennend daran interessiert!

echt? Ich war noch nie in der Praktikanten-Situation aber ich könnte mir vorstellen, dass sie einfach nichts falsch machen wollten und die Therapiestunde möglichst nicht stören wollten. Sobald eine weitere (ungewohnte) Person im Raum ist verändert sich das Verhalten der Person (Patienten in deinem Falle). Als die neue Person sollte man sich daher möglichst nicht bemerkbar machen und neutral/ruhig bleiben.

Was vielleicht bei dir fälschlicherweise als Angst oder so rüberkam…Sicher war da auch viel Unsicherheit mit im Spiel von Seiten des Praktikanten. Aber Angst kann ich mir eigentlich nicht vrostellen… Grundsätzlich solltest du mit deinem Therapeuten im Nachhinein diese Sachen besprechen (können und dürfen). Im Sinne eines "Debriefing". Das wird auch bei allen Studien und Experimenten gemacht um die Teilnehmer aufzuklären und ihnen eventuelle negative Gedanken nehmen zu können. Zumindest ist das in der Theorie so.

und mir ist durchaus bewusst, dass die meisten wohl auch Arbeit Arbeit sein lassen und im Privatleben darauf verzichten, irgendwelche "Analysen" oder "Manipulationen" an ihren Freunden und Verwandten vorzunehmen.

Ich wurde auch schon gefragt ob ich jetzt anders über Menschen denke oder sie anders sehe seit ich das studiere. Aber man lernt das ja fast gar nicht im Studium. Zumindest nicht die ersten Jahre. Ich kann weder Menschen analysieren, durchschauen noch grossartig manipulieren. Klar fällt einem vielleicht mal was auf (zB wenn jemand ein neues Wort erfindet, das heisst Neologismus und gilt als Symptom gewisser Krankheiten), oder ich weiss genauer was gewisse Krankheiten bedeuten. Ich weiss warum man im Fahrstuhl nicht redet und sich nicht anguckt. Was Attraktivitätsmerkmale sind. Die Liste könnte ich jetzt fortführen, aber sie haben kaum einen Einfluss auf mein tägliches Leben- Was mehr Einfluss auf mein Leben hat ist die kritische Betrachtung vo jeglichen Studien und Statistiken.

Um so bedauerlicher, daß es dort wohl kaum Geld zu holen gibt.

Richtig :)^ . Manchmal ärgerts mich wenn ich denke, wie die Berufschancen aussehen. 1/3 bis die Hälfte findet nach dem Abshcluss mind. 1 Jahr keine Stelle und die, welche eine finden, wandern oft in andere Bereiche ab. Und das mit einem Master. Berufschancen mit einem Bachelor hat man sowieso keine. Und vom Lohn brauchen wir gar nicht reden... :-(

so, bon jetzt lieber ruhig– bevor de mich analysierst

;-D Das hat gereicht, ich weiss jetzt alles von dir...! Jaaaa, auch das! ;-)

Besonders nervig find ich ihre neue Angewohnheit in kindlichem Singsang therapeutisch auf mich einzuwirken.

Ich glaub, das ist mehr eine Eigenheit der Person und nicht, dass das primär am Studium liegt.

Sooo Leute, sorry wenn das jetzt etwas chaotisch war mit meinen Antworten aber ich bin doch erstaunt ob der regen Beteiligung hier :-D :)^

Und ich hatte halt unibedingt fast keine Zeit die letzten Tage (so zum Thema easy-Studium) sondern hab immer mal wieder einen Teil geschrieben und als Word-Dokument gespeichert.

Krylixnn


Was? Therapy gespielt? So im Scherz oder wie? Also ich hab noch nie Therapie gespielt oder jemanden gesehen, der das macht...

Das ist ein Gesellschaftsspiel. Google mal "therapy spiel".

Die wollten dich therapieren oder wie ??? Naja wie du selbst sagst, sie hatten keine Ausbildung dazu. Wegen den Studien an denen du teilgenommen hast: Ich weiss nun nicht wer/was/wie das war aber meistens sind die Versuchsleiter keine Psychologen oder noch Studenten. Mir tun die Patienten von gewissen Kommilionen die in die Therapie möchten jetzt schon leid. Auch bei uns gibts unsensible Idoten ;-)

Wollten nicht nur, sondern haben auch. Kam mit denen aber nicht weiter. Zu den Studien: Doch, von denen war immer mindestens eine(r) Psychologe, mindestens aber der Studienleiter. Jedenfalls hatten sie ein "Dipl-Psych" vor ihrem Namen ;-)

Nicht nur gegenüber einem Borderliner, sowas dürfte sowohl aus ethischen Gründen nicht passieren als auch aus dem Grund, dass es die ganzen Studienergebnisse verfälscht :(v Also echt, das wird einem hundert Mal eingetrichtert wie man sich gegenüber einer sogenannten "Versuchsperson" (tönt scheisse ich weiss) verhalten muss.

Naja, viele haben sich vermutlich schon Mühe gegeben alles richtig zu machen. Aber wie sagt mein Ex-Thera immer: "Sie sind ein wandelnder Emotions-Seismograph" - und da klappt das mit dem Vorspielen eben nicht so gut wie vielleicht bei manch anderem Patienten. Ich jedenfalls habe die negativen Emotionen deutlich wahrgenommen. Aber in dieser Hinsicht sind BPSler ja auch besonders sensibel. Habe aber auch die eine Studienleiterin, die die Therapeutenausbildung macht und sehr sehr herzlich, nett, einfühlsam und neugierig war mehrfach gelobt und das auch bei der Koordinatorin und dem wissenschaftlichen Leiter des Forschungsinstituts persönlich getan. Sowas muss a) honoriert werden und b) müssen solche Leute ja auch dafür sensibilisiert werden.

echt? Ich war noch nie in der Praktikanten-Situation aber ich könnte mir vorstellen, dass sie einfach nichts falsch machen wollten und die Therapiestunde möglichst nicht stören wollten. Sobald eine weitere (ungewohnte) Person im Raum ist verändert sich das Verhalten der Person (Patienten in deinem Falle). Als die neue Person sollte man sich daher möglichst nicht bemerkbar machen und neutral/ruhig bleiben.

Also ich glaube nicht, dass ich mich verändert habe, als die Praktikantin dabei war. War genau so offen und ehrlich wie immer. War freundlich und nett und habe sogar angeboten, ihre Fragen zu beantworten, wenn sie denn welche hätte. Aber sie sah schon ängstlich aus, als sie mir überhaupt die Hand gab und ich diese einen Moment länger als nötig festhielt. Als ob ich die gleich anspringe.

Was vielleicht bei dir fälschlicherweise als Angst oder so rüberkam…

Glaub mir, ich erkenne Angst ;-)

Sicher war da auch viel Unsicherheit mit im Spiel von Seiten des Praktikanten. Aber Angst kann ich mir eigentlich nicht vrostellen… Grundsätzlich solltest du mit deinem Therapeuten im Nachhinein diese Sachen besprechen (können und dürfen). Im Sinne eines "Debriefing". Das wird auch bei allen Studien und Experimenten gemacht um die Teilnehmer aufzuklären und ihnen eventuelle negative Gedanken nehmen zu können. Zumindest ist das in der Theorie so.

Klar konnte ich mit ihm drüber reden. Aber ich hab das ja auch gar nicht persönlich auf mich bezogen, sondern mehr auf die BPS. Und ich habe keine negativen Gedanken oder sowas, würde jederzeit wieder einen Praktikanten an einer Therapiestunde teilnehmen lassen oder mich auch vor ne Klasse Psycho-Studis stellen und deren Fragen zur BPS und meiner Lebensgeschichte beantworten. Finde sowas sehr wichtig und sinnvoll und nehm' das ja auch ein Stück weit mit Humor. Das weiss mein Psycho auch ;-)

Ich mach mir ja auch öfter nen Spaß draus, ängstliche Menschen oder auch mal im Psycho-Bereich tätige zu schocken ;-D ... müssense durch ]:D

M=ayfSlowexr


Was mich, wie gesagt, vorrangig stört, ist dieses unprofessionelle Verhalten und die völlig absurde Angst, die die meisten allein bei harmlosen Begegnungen zeigen. Wie gesagt, nichtmal die Hand geben oder in die Augen schauen. Dabei sind Borderliner mehr für autoaggressives denn für fremdaggressives Verhalten bekannt, wenn überhaupt. Grade auch als Praktikant kann einem doch nun wirklich nicht viel passieren und der Therapeut kennt ja seine Patienten auch und kann sie einschätzen. Er würde wohl kaum einen Patienten behandeln, der ihn tyrannisiert oder angreift und schon gar keinen Praktikanten mit in eine solche Stunde nehmen. Finde solches Verhalten eben einfach respektlos, den Patienten und auch den Mentoren gegenüber.

Bevor man in ein Praktikum geht, lernt man i.d.R. erst Mal einen Haufen theoretisches Wissen. Mit diesem Theorie-Rucksack geht man ins Praktikum. Und dort wird man dann mit der Realität, der Praxis konfrontiert.

Reale Menschen verhalten sich meist nicht nach Schulbuch. Sie sind nicht nur schwache, sensible Opfer, die sich helfen lassen wollen. Sondern sie können ausflippen, rumschreien, provozieren, beleidigen, einem in Frage stellen, sich verweigern, Forderungen stellen, rumnörgeln bis hin zu tätlichen Angriffen auf Menschen und Mobiliar. Das ernüchtert viele und macht den meisten ziemlich Eindruck. SO hat man sich das nicht vorgestellt.

Ich bin keine Psychologin, arbeite aber auch sehr nahe mit Menschen mit z.T. erheblichen Handicaps. Ich mag mich gut an meine beruflichen Anfänge erinnern, als mir noch die Routine fehlte und das Wissen, wie man auch in heissen Situation Ruhe und Uebersicht bewahrt. Aggressive, jähzornige, aber auch sehr unberechenbare Klienten haben mir in den Anfangszeiten oft Bauchweh gemacht. Ich wollte natürlich immer alles richtig machen und möglichst kompetent wirken, obwohl ich mir manchmal extrem hilflos vorkam und am liebsten die Flucht ergriffen hätte.

Aber das geht vorbei. Es ist viel learning by doing. Man macht viele gute Lernerfahrungen und auch ein paar schlechte, die einem so einfahren, dass man sie nicht wiederholt. Mit den Wochen, Monaten und Jahren lernt man sich selbst und die gängigsten Verhaltensmuster seiner Patienten/Klienten kennen und adäquat darauf zu reagieren. Daraus ergibt sich dann auch die wichtige professionelle Distanz. Die grösste Angst der Anfänger ist nämlich, vom Patienten/Klienten emotional mitgerissen zu werden.

Finde solches Verhalten eben einfach respektlos, den Patienten und auch den Mentoren gegenüber.

Das Verhalten empfindet man als Mentor oder Lehrender nicht als respektlos. Man weiss, dass es für den Neuling nicht einfach ist. Und im Grunde genommen ist eine gewisse Vorsicht besser, als ein zu forsches Draufgängertum. In den Supervisionen nach den ersten Therapiestunden will man vom Lernenden wissen, wie er sich in der Situation gefühlt hat. Was er gespürt, gesehen und gehört hat. Alle diese Gefühle (Wahrnehmungen) sind wichtig, aber sie müssen benannt und zugeordnet werden können. Dann können sie in der nächsten vergleichbaren Situation als Instrumentarium verwendet werden.

c(hnoxpf


Das ist ein Gesellschaftsspiel. Google mal "therapy spiel".

achsooo! ;-D Hab mir so ne Art Rollenspiel wie Mutter-Vater-Kind vorgestellt ;-D

Kylinn, es wäre super du würdest zu uns in eine Vorlesung kommen, sind ca 300 Leute... Finds schon schade dass wir in der Pathologie/Klinischen kaum konkrete Fälle durchgehen. Höchstens mal ne Fallbeschreibung oder einen Film wenns hoch kommt. Aber vielleicht ändert sich das im Laufe des Studiums noch oder es melden sich ganz viele Kylinns :)_

Ich mach mir ja auch öfter nen Spaß draus, ängstliche Menschen oder auch mal im Psycho-Bereich tätige zu schocken ;-D ... müssense durch

Soooo gute Nacht, ich bin müüüüde *:) zzz

Mach ich auch gern, mit was auch immer ]:D

BHroht2herhxood


"Vor"Urteil: Psychologie ist ein einfacher Studiengang. Ich besuche selber einige Vorlesungen aus diesem Studienfach und muss ganz ehrlich sagen, dass es relativ einfach ist. Schon die Durchfallquoten sagen einiges darüber aus, wie anspruchsvoll ein Studiengang ist und bei Psychologie sind diese kaum vorhanden^^ Dabei stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine, weil das auch selbst viele Psychologiestudenten sagen, dass sie zwischen jeder Prüfung 2 Wochen zeit haben und es relativ einfach ist, gute Noten zu bekommen.

Dabei bin ich auch nicht an einer Uni,die als relativ einfach gilt, sondern in dieser Hinsicht schon enige Standards setzt.

K/yliDnn


Kylinn, es wäre super du würdest zu uns in eine Vorlesung kommen, sind ca 300 Leute... Finds schon schade dass wir in der Pathologie/Klinischen kaum konkrete Fälle durchgehen. Höchstens mal ne Fallbeschreibung oder einen Film wenns hoch kommt. Aber vielleicht ändert sich das im Laufe des Studiums noch oder es melden sich ganz viele Kylinns :)_

Je nachdem wo "zu uns" ist, lässt sich sowas ja vielleicht realisieren ;-)

Bei Interesse gerne PN, alles andere führt hier zu weit :)

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