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Bin ich nicht therapierbar?

KRaHam hat die Diskussion gestartet


Ich bin seit geraumer Zeit in psychologischer Behandlung und bin bis Mittwoch noch in einer psychologischen Tagesklinik untergebracht. Leider muss ich feststellen, dass irgendwie nichts von alledem bisher gewirkt hat! Ich denke immer noch in denselben Mustern, wie vor Beginn der ambulanten Therapie. Ich bin in den Sitzungen zwar da, aber irgendwie doch nicht anwesend. Während einer Therapiesitzung fühle ich mich eigentlich gut, aber sobald ich das Gebäude wieder verlasse, ist alles auf einmal weg und ich verspüre keinerlei Wirkung. Es ist eher so, dass ich die Psychologin analysiere, obwohl das eigentlich umgekehrt sein müsste! Bin ich etwa zu blöd für eine Therapie, oder warum schlägt nichts davon bei mir an? Bin ich vielleicht sogar gar nicht therapierbar?? Ich konnte bisher nichts, absolut gar nichts umsetzen, was mir vorgeschlagen wurde. Was kann ich denn tun? Das frustriert mich sehr!

:-/

Antworten
L4adyHBlack{Jack


Therapeut wechseln... Bei mir hat das geholfen.

KxaHaxm


Aber du weißt schon, dass es sehr lange dauert, bis man einen Platz gefunden hat? Bin seit April/Mai 2010 in Behandlung, musste davor über ein halbes Jahr auf einen Platz warten. Weiß nicht, ob ich nochmal die Kraft dazu habe. Wenn mir nicht mal die Tagesklinik großartig helfen konnte, was sollte mir dann noch helfen?

_\Tsun)amix_


Ich konnte bisher nichts, absolut gar nichts umsetzen, was mir vorgeschlagen wurde. Was kann ich denn tun? Das frustriert mich sehr!

Zum Beispiel?

M'elijssax08


bei mir war es ähnlich. solange ich bei ihr saß war alles so selbstverständlich und hörte sich alles logisch an aber sobald die sitzung vorbei war, war ich wieder die alte :(v

KlaHaxm


Schön, dass du mir nachfühlen kannst @Melissa08. Das ist einfach furchtbar, weil ich mir so viel von der Therapie versprochen hatte. Ich hatte mir ursprünglich vorgenommen aktiver zu werden, mehr für mich und meinen Körper zu tun, mehr auf andere Menschen zuzugehen, einem Sportverein beitreten. Das ist mir alles bisher nicht gelungen, sicher auch aus Angst und Bequemlichkeit. Wenn ich in der Therapie sitze, würde ich am liebsten sofort loslegen, doch kaum habe ich die Praxis verlassen, bekomme ich es wieder mit der Angst und meiner Nachlässigkeit zu tun. Das ist dann in etwa so, als wenn ich gar nicht bei der Sitzung gewesen wäre, sondern sich alles nur in einem Film abgespielt hätte, bei dem ich nur der Zuschaue war.

Es ist mittlerweile sogar schon so weit, dass ich meine Psychologin belüge und ihr Dinge erzähle, die ich gar nicht angegangen bin, nur um mein Gewissen zu beruhigen. Ich weiß, dass ich das alles eigentlich für mich mache, aber ich habe oft das Gefühl, meine Therapeutin nicht zu enttäuschen, obwohl es ihr letztendlich egal sein kann, weil ihr Geld kriegt sie trotzdem. Ich weiß echt nicht mehr weiter... :°(

S2unfqlowe3r_73


Erste Option:

Das Problem in der Therapie offen ansprechen. Irgendwo scheint es ja zu haken, vielleicht hat der Thera ja auch den Eindruck... Das Problem muss jedenfalls auf den Tisch.

Zweiter Aspekt:

Therapie ist das, was ZWISCHEN den Sitzungen passiert. Wenn Du mit guten Input aus den Sitzungen kommst, DANN aber nix anwendest: Dann liegt das Problem bei Dir. Hinterfrage Dich selber. Hinterfrage Dein Verhalten mit Hilfe des Thera. Plane bewusst kleine Schritte im Alltag ein. Konsequent, egal wie mühsam es ist.

(Wegen was bist Du in Behandlung; welche Dinge setzt Du NICHT um, obwohl es Dir klar ist?)

Kritische Frage: Was hat Du davon, wenn sich NICHTS ändert? Oft haben Probleme auch eine Funktionalität, d.h. schützen uns vor etwas o.ä.

Dritte Option:

Neuen Therapeuten suchen. Andere Fachrichtung wählen. Wenn Du jetzt KEINE Verhaltenstherapie machst und das problem die fehlende Umsetzung ZWISCHEN den Sitzungen ist: Unbedingt einen Verhaltenstherapeuten suchen, weil man da mehr praktische Hilfe bekommt (statt des Rumanalysierens der Tiefenpsychologie/Psychoanalyse).

Klar, dass dauert wieder – aber ist nicht weniger effektiv als eine nicht funktionierende Therapie. Würde das aber erst machen, wenn 1. & 2. nichts gebracht haben. Wird aber dann erforderlich, wenn Du die fehlende Umsetzung außerhalb der Sitzung thematisierst und dem Thera nicht mal aufgefallen ist, dass es das Problem gibt.

S_unfloJwer_x73


@ KaHam:

Da hilft nur brutale Offenheit. Du bescheißt letztlich NUR DICH – und kannst Dir die Therapie genausogut schenken!!!

Es ist DEIN Leben – und Du schadest Dir selber, wenn Du Sachen behauptest, die Du nicht machst.

Und warum meinst Du, in der Therapie "funktionieren" zu müssen? Warum kannst Du nicht zugeben, dass Du es nicht schaffst und Dich schämst? Ist es vielleicht ein grundlegendes Problem bei Dir, dass Du selbst in der Therapie nicht ablegen kannst? Notfalls alles aufschreiben und der Therapeutin zum Lesen hinlegen – und dann weitersehen.

Es wird irgendwelche guten oder weniger guten Gründe geben, warum Du Dinge trotz grundlegender Motivation nicht umsetzen kannst. Das muss thematisiert werden – und ggf. kann DARIN die eigentliche Therapie liegen!!!

K#etzeWrin


"Das Problem in der Therapie offen ansprechen. Irgendwo scheint es ja zu haken, vielleicht hat der Thera ja auch den Eindruck... Das Problem muss jedenfalls auf den Tisch."-

Ich würde es auch unbedingt ansprechen. Vielleicht kann sich dann bei dir bzw. der Therapeutin etwas ändern.

KSaene7zzo


Hallo Liebe/r KaHam,

Ich kann deine Lage gut verstehen, denn ich hatte auch schon oft das Gefühl, dass sich durch eine Therapie bei mir nichts ändert.

Allerdings stellte ich nach einiger Zeit fest, das Dies so nicht ganz stimmt.

Wie hier schon Einige angeführt haben passiert eine Therapie nicht während den Sitzungen, sonder zwischen ihnen. Und manchmal kann es auch sehr lange dauern, bis sich Änderungen bemerkbar machen.

Ich kann dir nur wie auch Andere vor mir raten diese Sache dringlichst in der Therapie anzusprechen. Genau dazu ist eine Therapie ja da: Um Dinge zu besprechen die einen beschäftigen und genau das tut dieses Thema ja scheinbar mit dir. Du beschäftigst dich damit und setzt dich damit auseinander.

Hör dir an, was deine Therapeutin dazu sagt.

Andernfalls hätte ich nur noch die Tipps, die hier auch schon genannt wurden.

Möglicherweise würde ein Therapeutenwechsel guttun.

Allerdings würde ich dir nicht empfehlen einfach ohne das Ganze mal angesprochen zu haben den Therapeuten zu wechseln....

Und ich würde dir ebenfalls nicht empfehlen deine Therapeutin anzulügen. Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wegen deinen Sorgen und der Tatsache, dass du nichts davon im "echten Leben" anwenden kannst.

Aber deine Therapeutin kann dir eben auch nur VOR die Stirn gucken.

Sieh dich und deine Therapeutin einfach als eine Art Team an. Du lieferst ihr die nötigen Infos und erzählst ihr, was du denkst, fühlst und dich bedrückt (wie eben auch dieses Thema) und ich bin mir sicher sie wird alles tun was in ihrer Macht steht um dir zu helfen.

Und wenn du nach einiger Zeit feststellst, dass es immernoch nichts hilft, auch wenn du ihr alles erzählt hast und eine Weile mit ihr an diesem Problem gearbeitet hast, dann kannst du ja immer noch darüber nachdenken, ob ein Wechsel des Therapeuten für dich in Frage kommt.

Andernfalls würde ich dir vielleicht raten auch mal andere Therapieformen auszuprobieren.

Es gibt so viele verschiedene Therapieformen. Von Gestalttherapie, über Atemtherapie bis hin zu Hypnosetherapie oder Psychodrama.

Ich würde dir auf jedenfall raten nicht allzu verkrampft an die Sache zu gehen.

Mir scheint es als wärst du ein recht ungeduldiger Mensch...Aus deinen Beiträgen kommt es mir so vor als würdest du zu verkrampft darauf achten, was, wie, wann und wo sich etwas verändert ohne möglicherweise die Veränderung an sich zu bemerken. Veränderung passiert nicht von Heute auf Morgen. Es ist ein schleichender Prozess, der in ganz kleinen Schritten passiert. Sprich mit deiner Therapeutin darüber und wenn du möchtest kannst du uns ja dann erzählen, wenn dich weiterhin etwas bedrückt.

So viel erst einmal von mir.

Liebe Grüße Kanezzo.

K-etz erixn


"Es gibt so viele verschiedene Therapieformen. Von Gestalttherapie, über Atemtherapie bis hin zu Hypnosetherapie oder Psychodrama."-

Einige muß man aber selbst zahlen.

*"Missxy*0


Leider ist es so, dass man sich im Leben letztendlich nur selbst helfen kann (aufs psychische Wohl bezogen)... Alle anderen Menschen können einem nur Denkanstöße geben, Stütze sein, ZuhörerIn sein...Aber niemand nimmt einen an die Hand. Vielleicht ein Stück weit, aber eben nur ein kurzes. Und es kann ein ganz schön langer Weg sein.

Vielleicht bist du auch gar nicht bereit für eine Therapie. Vielleicht musst du aber auch dir selbst helfen. Das soll nicht so dahin gesagt klingen, ich weiß wie schwer das ist. Und das heißt auch nicht, dass du das schaffen musst. Setz dich nicht unter Druck. Vielleicht musst du dich akzeptieren. Aber eine Therapie ist mMn nach kein Petentrezept für Wohlergehen. Leider.

Ich wünsch dir viel Glück. :)*

Kky|linxn


Für mich klingt das nach falscher Therapieform oder falschem Therapeuten. Jedenfalls hatte ich das gleiche Gefühl, was du beschreibst, als ich bei einer Tiefenpsychologin war. Als ich bei ihr war, war alles gut, wir konnten gut reden, aber als ich raus kam, konnte ich nichts davon umsetzen und es hat sich nach einem halben Jahr genau NICHTS verändert bzw eher zum Schlechten hin. Meine Erkenntnisse der letzten Jahre sind: Familienaufstellung bringt mich nicht weiter, Psychoanalyse/Tiefenpsychologie/Dialektisch Behaviorale Therapie ist nichts für mich, weshalb ich jetzt nur noch Verhaltenstherapie mache, und ich komme mit männlichen Therapeuten meist besser klar als mit Weiblichen.

Das ist natürlich bei jedem anders.

"Es gibt so viele verschiedene Therapieformen. Von Gestalttherapie, über Atemtherapie bis hin zu Hypnosetherapie oder Psychodrama."-

Einige muß man aber selbst zahlen.

Und einige davon muss man auch nicht ausprobiert haben - meine Meinung ;-)

K.etzQerin


Es sollte KaHam aber vorher klar sein, welche Therapieformen er selbst bezahlen müßte und welche nicht. Das ist ja nicht ganz unerheblich.

SSunf"lowier_7x3


Und best. Dinge, von denen KaHam schreibt, werden in fast jeder Therapieform mehr oder weniger eine Rolle spielen (dieses "Funktionieren müssen").

Bevor man jetzt hektisch seltene Therapieformen recherchiert und ausprobiert: Lieber erstmal in der jetzigen Therapie anfangen und dann ggf. weitersehen.

Aber wie soll eine Therapie ohne Ehrlichkeit und Offenheit funktionieren? Der Thera hat ja null Chance, an den relevanten Punkte anzusetzen, wenn diese verschwiegen werden.

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