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Bindungsangst – bitte dringend um Rat, Hilfe und Erfahrungen!

G>eraildi^nex78 hat die Diskussion gestartet


Hallo Forum,

aus aktuellem Anlass bitte ich um zahlreiche Kommentare zum Thema Bindungsangst. Also auch um Tips im Umgang.

Vor 6 Tagen hat sich mein Freund überstürzt getrennt, obwohl er sagte, es würde ihn selbst verletzen und er würde mich lieben.

Kurzer Abriss: Wir kannten uns flüchtig durch gemeinsame Freunde. Wir näherten uns langsam an und waren dann hoch verliebt. Wir sahen uns, so oft es ging. Er wollte, dass wir uns so viel wie möglich sehen. Er rief zig Mal am Tag an, redete von schnellem Zusammenziehen, wenn es weiter so gut klappt. Dann mit einem Mal Rückzug seinerseits. Wir verbrachten einen Kurzurlaub zusammen. Kaum waren wir wieder da, verließ er mich mit den schon genannten Worten und war weg. Auf einen Brief am gleichen Tag rief er mich an. Ich sagte, er solle noch mal überprüfen, ob er mich vermissen würde und gab ihm Zeit, so lange er dafür braucht. Und stellte in Aussicht, dass wenn es wieder was wird, wir ganz langsam weiter machen. Er meinte, als nächstes würde das Thema "Zusammenziehen" anstehen, ich entgegnete, dass da keiner von gesprochen hat und es noch Zeit hat.

Er wollte sich dann bei mir melden (er ist sehr zuverlässig) und dass wir dann reden ob und wie es weiter geht.

Ich hatte eigentlich vor, ihm heute eine Kleinigkeit an die Tür zu hängen, mit einem kleinen witzigen Spruch und einer Einladung zum Kaffee, habe jedoch nun Bedenken, dass er sich da schon bedrängt fühlen könnte.

Er befindet sich auch in Therapie, weil er herausfinden will, warum er nicht genug Selbstvertrauen hat (was man ihm jedoch nicht anmerkt)

Nun brauche ich jede Menge Input zu dem Thema. Einiges habe ich schon im Netz gelesen.

Ich werde nachher noch einmal die zutreffenden Anzeichen, die ich im Netz gefunden habe, hier aufführen.

Antworten
G[e?raldiHne78


Passende Anzeichen:

1) Rückzug und Flucht: Sobald die Partnerschaft verbindlich wird, fangen Bindungsängstliche an, sich unwohl zu fühlen. Gerade dann, wenn man eigentlich eine besonders schöne Zeit miteinander erlebt hat, wünscht sich der Betroffene plötzlich mehr Freiraum. Sein Rückzug kann sich als innere Distanziertheit äußern oder in der Verweigerung von Gesprächen, in tagelangem Abtauchen oder gar im Beenden der Beziehung.

2) Hohe Ansprüche: Oft wird auch gar keine Beziehung mehr eingegangen, weil die Ansprüche an einen Partner so hoch hängen, dass zweifellos keiner sie erfüllen kann.

3) Bindungsängstliche Menschen sind keineswegs eiskalte Fische, sondern im Gegenteil häufig sehr liebevoll und einfühlsam, so dass zunächst auch mit einem Bindungsphobiker eine tiefe Verbindung entstehen kann. Oft geben sie sehr viel in einer Beziehung, zu viel, so viel, dass sie schließlich das Gefühl haben, sich selbst aufgeben zu müssen, damit die Beziehung funktioniert. Als Selbstschutz bleibt dann nur noch die Flucht, was den Partner, der sich meist gerade so richtig eingelassen hat, dann besonders verletzt.

4)Doch ihr Problem ist, dass sie viel zu schnell in gewohnte Verhaltensmuster zurückfallen», erklärt der Paartherapeut. So werden einige sehr verschlossen, sobald sie merken, dass der andere eine Bindung zu ihnen aufbaut.

5) Auch wer Bindungsangst hat, kann sich verlieben. Doch auf den heißen Tanz der Hormone folgt oft das böse Erwachen: "Gerade der Übergang von der Verliebtheit zur Liebe ist für manche Menschen ein Problem. Dabei fängt eine Partnerschaft erst bei der Frage "Wer bringt den Müll raus?" an", sagt der Paartherapeut Rüdiger Wacker. Solche Konflikte schlagen bindungsscheue Menschen leicht in die Flucht. Auch wer eine Illusion vom perfekten Partner hat, sorgt damit nicht selten fürs zügige Liebes-Aus: "Potentielle Kandidaten müssen Erwartungen erfüllen, denen niemand gerecht werden kann", so Wacker. Da werden lieber reihenweise Herzen gebrochen als echte Nähe riskiert.

6) Er interpretierte seinen Entschluss in vermutlich mangelnden Gefühlen, was aber durch das Unwohlsein entstanden sein könnte.

Soviel dazu erst mal.

GXeJraldiLnxe78


Achso meine Fragen sind nun:

Wie gehe ich damit um?

Lasse ich ihm weiter Zeit, die er braucht (wobei zu viel Abstand auch schlecht sein kann)?

Spreche ich ihn darauf an, wenn ja, wie?

Gfera-ld^inex78


Mögliche Ursachen:

- Unschöne Trennung von der Ex-Frau

- danach Festhalten an einer Beziehung über viele Jahre, obwohl diese sehr schlimm lief (er ist dabei sauer auf diese Ex, findet, sie sei Schuld, dass er viele schöne Jahre seines Lebens verloren hat, obwohl er sich hätte trennen können)

- möglicherweise dachte er seine "Schuld" wäre nun abgegolten

- 2-3 Kurzbeziehungen gescheitert (er setzt sehr sehr hohe Ansprüche, die vermutlich nicht zu erreichen sind)

- im Unterberwusstsein immer noch dieses Schuldgefühl und schlechtes Gewissen gegenüber der Ex-Frau, welches in hindert, eine Beziehung dauerhaft führen zu können

Feriesdaa


Warum suchst du immer so komplizierte Erklärung? Hast du schon mal daran gedacht, dass er einfach keine Lust mehr auf eine Beziehung mit dir hat? Ja, sowas gibts auch wenn es schlimm ist.

G/eraMldinbe78


Wenn Du zu dem Thema nichts beisteuern kannst, dann lasse Deine Verbitterung und Frust bitte wo anders aus.

F1ri6edaa


Ich habe etwas zum Thema beigesteuert. Nur weil dir nicht jeder nach dem Mund redet ;-)

Ich meine einfach, dass du nicht ausblenden solltest, dass er vielleicht schlichtweg keine Lust mehr hat. Klar fühlt es sich besser nach, nach psychischen Ursachen zu suchen. Aber das muss nicht so sein.

Ich kann dir jetzt schon sagen, dass er sicher nicht zurückkommen wird. Wenn er nach so kurzer Zeit und nach einem gemeinsamen WE zweifelt. Du warst einfach nicht die richtige Frau für ihn. Außerdem seid ihr gerade mal einen Monat zusammen gewesen und du fährst hier Geschütze auf, als seine eine langjährige Beziehung zu Ende gegangen.

Gjera}ldine]7x8


Du hast nichts brauchbares zu dem Thema mitgeteilt, denn ich sehe keine brauchbaren Hinweise zum Thema "Bindungsangst".

D\umaxl


Geraldine78

Wie kommst du auf Bindungsangst?

G.eralvdi;nxe78


Aufgrund der aufgeführten Anzeichen, die übereinstimmend zu ihm passen. Kann sein, muss aber nicht. Er befindet sich übrigens in Therapie, letztendlich kann das dort auch zur Sprache kommen. Ansatzweise haben wir mal über dies hier gesprochen: danach Festhalten an einer Beziehung über viele Jahre, obwohl diese sehr schlimm lief (er ist dabei sauer auf diese Ex, findet, sie sei Schuld, dass er viele schöne Jahre seines Lebens verloren hat, obwohl er sich hätte trennen können) = möglichweise als Selbstbestrafung für die Sache mit der 1. Ex

Er fand das höchstinteressant und wollte es mit der Therapeutin besprechen, weil er selbst darauf so nicht gekommen ist.

-0ToffTifeoe-


Ja, könnte gut sein...

Er rief zig Mal am Tag an, redete von schnellem Zusammenziehen, wenn es weiter so gut klappt.

Vielleicht kommt er nicht mehr mit diesem Extrem klar. "Ich fühle mich himmelhoch jauchzend - zu Tode betrübt" trifft es da sehr gut. Vielleicht hat er kein gesundes Mittelmaß gefunden. "Normal" (ok, was ist das schon?) ist sein Verhalten sicherlich nicht...

Gzerasld6ine7x8


Ja genau dieses ist in einem Punkt der "Bindungsangst" beschrieben. Zu viel geben wollen, und dann zu merken, dass es einen selbst unter Druck setzt, woraus das Unwohlsein entsteht.

D(umFal


Geraldine78

Er befindet sich übrigens in Therapie, letztendlich kann das dort auch zur Sprache kommen.

Ich würde davon ausgehen, dass die Trennung in seiner Therapie besprochen wird.

Ich kann dir nur raten seine Beweggründe erst einmal völlig aussen vor zu lassen, also Spekulationen und Analysen. So schwer das auch ist und so reizvoll es auch sein mag ein tiefsitzendes psychisches Problem anzunehmen, solltest du dich erst einmal distanzieren und ihn seine Erklärungen finden lassen.

b.arbamxama


Ich hab auch Bindungsangst. Wenn ich mich zurückziehe, dann hab ich mit der "Beziehung" meist schon abgeschlossen.

Lies auch mal hier:

[[http://www.beziehungsdoktor.de/index.php?site=naehe_distanz_problem]]

Alles Gute! @:)

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