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Hypochondrie / Krebsangst

FirägieVr06 hat die Diskussion gestartet


Hallo Leute,

ich schreibe hier, weil ich gern wissen möchte ob es jemandem ähnlich geht oder ging und ob und wie er es bewältigt hat.

Im Oktober letzten Jahres kam mir irgendwie in den Sinn ich könnte Krebs haben. Und anstatt wie ein gesunder Kopf das nunmal macht, diesen Gedanken einfach zu verwerfen, habe ich (aus masochistischer Ader oder was weiß ich warum) mich in diesen Gedanken rein gesteigert. Nicht falsch verstehen, ich habs nicht absichtlich gemacht, ich konnte es irgendwie nicht aufhalten.

Da ich zu der Zeit immer ein komisches bauchdrücken hatte, habe ich mich entschlossen einfach mal zu Arzt zu gehen und ihn danach zu fragen. Es wurden Ultraschall Bluttest okultes Blut im Stuhl und allgemeine Untersuchung gemacht, natürlich ohne Befund.

Ich war froh und glücklich, und dachte es hat nun ein Ende. Aber Pustekuchen. So eine schöne Krebsangst, lässt sich doch nicht aufgrund vorliegender Diagnose über die eigene (körperliche) gesundheit wegdrücken.

Wie es sein sollte bekam ich schnell neue Symptome. Erst waren es Halsschmerzen mit der festen Sicherheit des Kehlkopfkrebses (ich bin nichtraucher). Dann hatte ich einen kleinen Knubbel im Mund...Mundhöhlenkrebs? Gut das der jährliche Zahnarztbesuch anstand und ich ihn drauf ansprechen konnte...Röntgen gemacht...Keine Diagnose.

Im Januar bin ich dann an einer leichen Saisonalen Grippe erkrankt. Die habe ich psychisch ganz gut verkraftet...nicht jedoch die zum Ende der Grippe / Erkältung auftretende Blutung aus der Nase. Erst nur beim Schneuben, dann 3 mal Nasenbluten.

Meine sofortige Selbstdiagnose: Hirntumor oder Nasennebenhöhlentumor. Bauchschmerzen waren auch wieder da, also ich ...ab zum Arzt.

Nun wurde wieder ein Differenzialblutbild gemacht, nochmal Ultraschall (Befund Nierenstein), Magenspiegelung (Befund leichte Schleimhautentzündung am Ende der Speiseröhre). Ansonsten alles palletti. Ich war froh und ging guten Mutes wieder nach Hause. Jetzt habe ich die Krebsangst besiegt!!! Wollt Ihr raten? Pustekuchen!

Nachdem ich nun abends im Sofa saß und mir so recht nichts einfiel was mir diesmal weh tat, fing ich an und prüfte ob die Lyphknoten die ich letztens noch am Hals gespürt hatte noch da waren...ja sie waren es. Oh mein Gott, das ist bestimmt Lymphdrüsenkrebs. Eine Woche habe ich ausgehalten ...ab zum Arzt.

Der gute Mann bewies eine Geduld und ab mit mir zum schallen des Halses. Naja, er tastete es, sagte alles gut...dann schallte er und sagte: ich seh da jetzt nix, was nicht bei jedem anderen gesunden menschen in der oder ähnlicher form sein sollte...GESUND! Jawoll....jetzt hab ich keine Angst mehr vor Krebs....

hielt genau 2 wochen.

Ich bin auf arbeit und weiss der Teufel wieso ich bekam noch einmal Nasenbluten...mein Kopf erkennt...hier stimmt was nicht!

Naja diesmal bin ich nicht zum Arzt. Im anschluss daran hatte ich 2 wochen magen darm probleme (Kopf sagt Darmkrebs), die sind jetzt vorbei. Da es nun nichts mehr gab, wovor man angst haben könnte, überleg ich mir, was hat der arzt gesagt? achja, nierenstein....ob der den von einem Tumor unterscheiden konnte? wer weiß das, jetzt ist das meine aktuelle angst. die leichten einseitig auftrtenden kopfschmerzen tragen ihr übriges dazu bei genau wie die leichten rückemschmerzen. sowohl bei kopf und rückenschmerzen weiss ich nicht ob ich mir die nur einbilde oder ob sie da sind.

naja wie ihr sehen könnt habe ich eine ganz nette "leidensgeschichte hinter (und wahrscheinlich noch vor) mir.

meine klar rational denkender kopf sagt mir du hast kein krebs, du hast ne angststörung. klappt auch ganz gut, mir das meist klar zu machen, wenn die angst aber richtig zuschlägt ist sie oft stärker. gegen die anzukämpfen ist nicht ohne.

der einzige mensch der weiss wie es mir geht ist meine mama. freunden und kollegen zeige ich diese "schwäche" gegenüber nicht.

achso abschließend bleibt zu sagen in meiner ganzen Famile...väterlich und mütterlicherseitz lag nie krebs vor. und ich habe 13 onkel und tanten und 26 cousinen und cousins...

wenn einer bis hier gelesen hat, dann hut ab. du hast ausdauer und wenn nicht hat es grade einfach mal geholfen sich den scheiss von der seele zu schreiben.

danke

Antworten
M-oIn4sti


Hallo Fräger,

sich eine so massive Angst von der Seele zu schreiben, tut schon mal minimal gut.

Dein Zustand sagt mir, dass Du Dich JETZT in eine Psychotherapie begeben solltest. Deine Angst wird vorerst noch von der Ratio in Frage gestellt, d.h. Du bist noch nicht in den katastrophalen Angststrudel geraten. Wenn Du aber jetzt nicht handelst, wirst Du vermutlich dort landen.

Eine Psychotherapie kann sehr hilfreich sein - vorausgesetzt ist aber ein passender Therapeut. Ich selbst habe 3 Jahre ambulante und 8 Wochen stationäre Psychotherapie hinter mir. Beides half mir immens. Heute wirft mich so schnell nix mehr aus der Bahn.

Alles Gute für Dich und liebe Grüße

Angie

FwrägeZr0x6


Hallo Monsti,

diese Tatsache ist mir bewusst. Ich habe schon mehrfach Therapeuten angerufen um einen Termin zu bekommen. Leider bisher ohne Erfolg. Ich mache aber weiter. Es scheint aber eine Menge Menschen mit dieser Art Problemen zu geben, wenn sämtliche Ärzte mit dieser Spezialisierung bis auf Monate im voraus ausgebucht sind.

Immer gewinnt der gesunde Menschenverstand nicht, ich weiss nicht wie oft ich schon heulend in meiner Wohnung saß und mir sicher war mich vom Leben verabschieden zu müssen. Wegen Krebs, nicht wegen Selbstmord, dieser Gedanke ist mir glücklicherweise völlig fern. Viel zu viele schöne Seiten gibt es :-)

Das Krebs heute auch kein Todesurteil sondern in vielen Fällen heilbar ist will mir auch noch nicht so recht in den Kopf (in den rationalen Teil davon schon, nicht jedoch in den emotinalen)

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