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Ab wann Antidepressiva?

Z0wac)k4x4


esta, ich teile Deine Ansicht nicht. Depressionen schleichen sich oft ein, SD-Fehlfunktionen auch.

Vorher/nachher-Effekt? Da gibt es doch die ganze Bandbreite. Psychischer Zusammenbruch - wieder arbeitsfähig bis AD ohne Wirkung. Auch wenn man ADs wechselt, gibt es oft tolle Effekte; ich bin gerade von 60 mg Cymbalta auf 30 mg Cymbalta + 1.5 mg Lexotanil umgestiehgen, was für mich mit einem Aktivitätsschub verbunden war. Jedes AD hat sein eigenes Profil; der Psychiater sucht nach Bedarf das aus, was sein Patient in Bezug auf Antrieb oder Dämpfung, Stimmungsaufhellung, Schlafnormalisierung usw. braucht.

eKsta?1


also kann man es so verstehen ??? :

durch antidepressiva wird meine stimmung nicht besser, aber ich bin nicht mehr so angespannt und nervös zum beispiel.

kann man sich das so vorstellen?

GSr$o<ttig


So ganz verstehe ich das jetzt nicht

ich denke mal, wenn ich "nur" angespannt und nervös bin, wenn ich auf meine außenwelt treffe und zu hause vorm fernseher entspannt bin, liegt die ursache wohl eindeutig in der psyche und nicht an schilddrüsenwerten...

aber ich bin nicht mehr so angespannt und nervös zum beispiel.

Warum willst du dann ein AD nehmen?

Wie ich mich vorher gefühlt habe? Ich habe nix mehr gefühlt. Ich war überzeugt von dem Gedanken, nur der Tod erlöst mich von diesen Qualen. Und es waren im wahrsten Sinne des Wortes Qualen. Mit ADs ist es aushaltbar, aber ich laufe auch nicht wie ein HB-Männchen durch die Gegend und die Probleme sind plötzlich weg. Trotzdem fällt vieles schwer. Wenn du völlog entspannt auf dem Sofa chillst, wo hast du dann eine Depression?

eUstax1


grotting

du greifst zwei zitate von mir völlig aus dem zusammenhang auf und vergleichst sie. ich weiß nicht was ich dir darauf antworten soll, weil ich nicht verstehe, was du willst.

dein schreibstil deutet darauf hin, dass du dich von mir auf den schlips getreten fühlst, warum ??? ich will einfach wissen wie antidepressiva wirken, ich bin dabei auch nie davon ausgegangen das es "Happypillen" sind.

meine depression äußert sich dahingehend das ich entweder total gestreßt oder total erschöpft bin (als chillen auf dem sofa würde ich es nicht bezeichnen), außerdem habe ich psychosomatische beschwerden und bekomme meinen alltag einfach nicht mehr hin.

also es ist vielleicht nicht so schlimm wie bei dir, aber ich habe mir trotzdem erlaubt ;-) die frage zu stellen: muss ich schon pillen nehmen oder nicht. die diagnose: "depression" hat übrigens der therapeut gestellt.

ZZwaxck44


muss ich schon pillen nehmen oder nicht

esta1, das hängt immer von der Leidensfähigkeit des Patienten ab.

L]i|nea


Ich greife den alten Faden nochmal auf.

Wenn man seit Wochen nur noch zum Arbeiten und Essen aufsteht, zu Freunden und Verwandten jeglichen Kontakt abgebrochen hat, das Telefon aus Angst vor Anrufen abgestellt hat und sich außer auf der Arbeit mit keinem mehr unterhält (das Grüßen der Nachbarn und der Kassiererin im Supermarkt mal ausgenommen) und Panik vor freien Tagen hat, weil man sich dann noch nutzloser und leerer vorkommt als an "Arbeitstagen", dann sollte man sich Hilfe suchen, oder? ???

Die Frage ist nur, wo...ich habe heute zig Psychotherapeuten angerufen und fast nur mit Anrufbeantwortern geredet. Irgendwann bin ich dann darauf gekommen, daß hier ein Psychotherapeut auch gar nicht helfen kann, da ich dringend medikamentöse Unterstützung benötige und die Therapie dann erst der 2. Schritt sein kann.

Leider habe ich auch bei den Psychiatern keinen erreicht. :-( Hat jemand noch eine Idee, wo man sich melden kann? OK, es geht mir jetzt nicht so schlecht, daß ich morgen von der nächsten Brücke springe, eine Notfallambulanz wäre jetzt ein wenig übertrieben, aber die Aussicht, wochenlang auf einen Termin zu warten, läßt mich in Panik geraten...

Zywackx44


Linea, geh doch zu Deinem HA, schildere Deine Situation und bitte um Überweisung zu einem Psychiater. Vielleicht kann Dein HA sogar einen Termin für Dich vereinbaren (mit kürzerer Wartezeit).

Mdar`aluxna85


Hallo ihr lieben,

schon etwas veraltet der Thread, aber sicher kann man das Thema nochmal aufgreifen. (Gibt es einen aktuelleren?).

Ich stehe gerade vor der Entscheidung ob ich ein Antidepressivum nehme oder nicht. Hadere da sehr mit mir. Hier meine Situation:

Seit ca. 3 Monaten habe ich eine Somatisierungsstörung, d.h. Luftnot, Schwindel, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Beschwerden. Bin aufgrund dessen momentan nicht arbeitsfährig und habe aber glücklicherweise schon eine Therapeutin gefunden. Ein Facharzt für Psychosomatik diagnostizierte ausserdem eine Angststörung und eine leichtgradig depressive Episode. Ich habe aber keine Angstgefühle oder so klassische Panikattacken. Wache nur manchmal mit Luftnot, Herzrasen und Übelkeit nachts auf, aber kann dann relativ schnell wieder einschlafen. Ansonsten bin ich lediglich schlapp und habe tagsüber nur ab und zu symptome. Meine Stimmung ist leicht gedrückt aber von den Gedanken her bin ich klar und positiv. Ich habe mich bei mehreren psychosomatischen Kliniken beworben und hoffe da in zwei drei Monaten hin zu können. Bis dahin mache ich die Therapie.

Insgesamt würde ich meine Beschwerden als nicht stark belastend bezeichnen und ich habe sie ja auch "erst" seit 3 Monaten. Nun wurde mir von verschiedenen Seiten (Hausarzt, Facharzt, Therapeutin) zu der Einnahme eines Antidepressivums geraten. Ich habe eine 1 Woche Mirtazapin genommen, das hat mich aber sehr schläfrig gemacht, sodass ich nun seit 2 Tagen Sertralin einnehme. Das hat aber keine angenehmen Nebenwirkungen, verstärken meine Symptome sehr, die ich in der Intensität eigentlich nicht habe. Ich schätze meinen Zustand auch nicht als so schlimm ein, als dass ich die Einnahme solcher Medikamente mit gutem Gewissen vor mir rechtfertigen kann. Da ich aber in einem halben Jahr auf eine längere Reise gehe und bis dahin natürlich so gut es geht die Symptomatik im Griff bekommen möchte, stellt sich für mich die Frage was ich nun tun soll. Vielleicht habt ihr ja einen Rat für mich oder Anregungen.

Danke und lieben Gruß @:)

DMie |BluTtluinixe


Mir helfen meine medikamente sehr gut! ich möchte sie auch erstmal nicht absetzen den ich fahre damit gut. Ich hab mal versucht abzusetzen. nur 15mg weniger... ich wäre am liebsten von der brücke gesprungen und hatte nichts mehr in griff.

in therapie bin ich schon lange und das bringt mir auch etwas... aber es dauert halt sehr lange wenn man sein ganzes leben aufarbeiten muss.

irgendwann denke ich werde ich absetzen. aber momentan kommt es nicht in frage.

ich nehm 45mg Mirtazapin und 150mg Venlafaxin.

Z8wackS44


Maraluna85, nach 2 Tagen Sertralin kannst Du Dir noch kein endgültiges Urteil über die Wirkung erlauben. Die postitive Wirkung wirst Du erst in 2-3 Wochen erleben. Wie Du aus dem Beipackzettel siehst, verschwinden unerwünschte NW meistens nach einer Anfangsphase. Das ist natürlich eine pflaumenweiche Ausdrucksweise, aber etwas mehr Geduld muß man bei ADs schon haben, es sei denn, die NW wären selbst für kurze Zeit absolut inakzeptabel; dann käme ein Medikamentenwechsel in Frage.

M4ar*aluna585


Dass das Einstellen des Medikaments ne Weile dauert ist mir bewusst. Ich stelle mir nur die grundsätzliche Frage, ob ich ein Antidepressivum brauche. Ich streube mich da nicht prinzipiell gegen, wäge momentan nur den Nutzen und das Risko ab. Würde ich an einer schweren Form der Depression oder schweren Form von Angstzuständen leiden, wäre das sicherlich sehr sinnvoll. Aber meine Symptome sind momentan kaum da, die meiste Zeit geht es mir gut. Mein Lichtblick ist die Klinik, aber ich muss schauen was ich bis dahin mache. Arbeite ich nicht, geht es mir ganz gut. Möchte ich bis dahin nochmal arbeiten, schaffe ich das vielleicht tatsächlich nur mit Medikamenten.

sMchneckea198x5


Ich finde in deinem Fall die Frage schwer zu beantworten. Zum einen muss man sich bewusst sein, dass eine medikamentöse Einstellung zum Teil über Monate gehen kann, bis man das optimale Medikament für sich gefunden hat. Natürlich gibt es auch die Option, dass das erste Präparat bei dir sehr gut wirkt und es dir davon zeitnah schon besser geht.

Arbeite ich nicht, geht es mir ganz gut. Möchte ich bis dahin nochmal arbeiten, schaffe ich das vielleicht tatsächlich nur mit Medikamenten

Das finde ich einen wichtigen Punkt: Prinzipiell ist es so, dass viele Betroffene durchaus Lebensqualität haben, sofern nicht bestimmte alltägliche "normale" Aufgaben an sie herangetragen werden. Nicht umsonst ziehen sich Depressive zurück, verbringen den Tag im Bett und kappen soziale Beziehungen - weil sie eben in dieser Luftblase viel weniger Leidensdruck verspüren.

Angesichts der Tatsache, dass du nicht arbeiten kannst und auch die Reise bevor steht, würde ich mich persönlich wohl für ein Medikament entscheiden. Das bringt einfach schneller Stabilität rein. Wenn alles optimal läuft, dann wird dir Klinik und Therapie aus dem Loch helfen. Ein Medikament könnte aber gleichzeitig ein zweites Sicherheitsnetz spannen, das dich nicht so extrem vom schnellen Therapieerfolg abhängig macht. Man sollte halt auch bedenken, dass manche Symptomatiken akut nicht so schlimm sind, sich aber über eine längere Zeit summieren und dann erst richtig auf die Psyche schlagen. Beispiel: Ich hatte ein halbes Jahr massive Schlafstörungen (2-4 Stunden pro Nacht). Das alleine wäre für einen kurzen Zeitraum nicht so schlimm gewesen, aber über einen längeren Zeitraum war das fatal: Ich kam so tief in eine Depression, hatte vor allem Angst, dass es am Ende in der Psychiatrie mit Suizidversuch geendet hat.

Z9wackx44


Möchte ich bis dahin nochmal arbeiten, schaffe ich das vielleicht tatsächlich nur mit Medikamenten.

Maraluna, das habe ich schon so verstanden.

SQunf"lower\_7}3


Man muss halt auch nochmal unterscheiden, ob man ein AD "nur" aufgrund einer Depression bekommt. Oder ein angstlösendes AD, um halt eine Angsterkrankung zu behandeln (eine Somatisierungsstörung fällt übrigens in den Bereich der Angsterkrankungen. So rein vom diagnostischen Code her...).

Wenn Du NICHT arbeitsfähig bist aufgr. der Symptomatik, ist das keine leichte Symptomatik mehr, sondern schon eine ausgesprägtere. Medikation also sinnvoll.

Und es dauert schon so 2-3 Wochen, bis sich ein erster Erfolg einstellt einstellt (ggf. muss man auch nochmals aufdosieren). Für das Verschwinden evtl. Nebenwirkungen gilt, dass es auch 1-2 Wochen benötigt.

MUara`luna8x5


Danke für eure Antworten! Ich habe die Dosierung jetzt selber erstmal herunter gesetzt und so sind die Nebenwirkungen nicht so stark. Vermutlich ist es sinnvoll das AD zu nehmen, auch um zu verhindern, dass sich meine Situation nicht verschlechtert. Meine Ärztin bezeichnete es mal als eine Art Krücke bis ich in die Klinik gehe und dass man da dann schauen kann inwiefern ich das noch brauche. Ich gebe dem jetzt mal einen Versuch und schaue wie es mir so in zwei drei Wochen geht.

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