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Unzufriedenheit mit sich selber -> Kratzsucht

BIisnsigN_ hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe schon oft Forenbeiträge über Kratzen und auch psychische Probleme gelesen. Ich selbst habe ein ähnliches Problem und habe endlich die Kraft gefunden, denke und hoffe ich, es zu lösen.

Als kleines Mädchen war ich nicht gerade die beliebteste. Ich hatte immer Freunde, war nie ausgeschlossen, doch wich ich stark äußerlich von anderen ab. Viele meinten, ich sei magersüchtig. Ich wurde so oft darauf angesprochen und viele machten sich lustig. Ich konnte essen, was ich wollte, ich nahm nicht zu, ist auch heute noch so. Nur das ich wirklich eine klasse (und das soll jetzt nicht arrogant klingen) und eben normale Figur habe.

Auch schulisch hatte ich sehr gute Leistungen, die jedoch keineswegs gewürdigt wurden. Es war für Familie und Freunde normal. Ich suchte immer neue Dinge um auf mich aufmerksam zu machen, versuchte immer und überall perfekt zu sein. Dies bedeutete Stress.

Ich hatte oft Probleme mit meiner äußeren Erscheinung. Es hat lange gedauert bis zu meinem Standpunkt, den ich heute vertrete. Ich war immer schon groß und eben so mega dünn. Ich hatte keine weiblichen Rundungen und litt sehr darunter. Beneidete die anderen Mädchen. Ich wuchs sehr konservativ auf und suchte irgendwann die Rebellion. Fand keinen Rückhalt zu Hause und auch nicht auf Feten, übermäßigen Konsum von Alkohol und Zigaretten und anderen Dingen, die man dann mal so ausprobiert. Auch Sex war zwischendurch ein Thema und vllt auch eine Art Sucht. Ich war immer auf der Suche nach Bestätigung. Immer Unzufrieden mit mir selber....

Es war in gewisser Weise stress für mich. Ich stresste mich selber. Ich kratze mich auf. Jede Unregelmäßigkeit an meinem Körper störte mich. Als kleines Mädchen fand ich hier schon ein Ventil. Je älter ich wurde, desto schlimmer wurde es. Ich kaute auch meine Nägel ab, auch die Nagelhaut litt stark. Pickel drückte ich aus, zerkratze sie – bis es blutete. Auch danach kratze ich weiter bis häßliche Narben entstanden.

Ich habe mir jährlich vorgenommen mit dem Nägelkauen und dem Kratzen aufzuhören. Leicht ist es nicht.... An meinen Nägeln kaue ich schon länger nun nicht mehr. Ich mag meine Hände und sie sehen gleich viel besser aus etwas länger und gepflegt. Ich lackiere sie sogar manchmal. Es ist wie eine Art Selbstbelohnung für mich. Man sieht den Erfolg und ich kann mich daran erfreuen. Mit dem Kratzen tue ich mich leider etwas schwieriger. Natürlich sieht eine aufgekratzte Wunde schlimmer aus als eine Narbe. Dennoch sind da eben noch Narben. Um mich nicht mehr aufzukratzen creme ich mich verstärkt ein bzw versuche mit Peelings und allem möglichen meine Haut glatter zu machen, dass da keine Unregelmäßigkeiten mehr sind. Vor allem die Creme Excipital U Lipolotio hilft mir. Ich habe eine sehr trockene Haut und dennoch gleichzeitig unreine Haut.

Ich wollte euch fragen, wie lange es dauert, dass Narben verschwinden. Ich mag nicht ins Schwimmbad gehen weil ich teilweise Narben mit einem Durchmesser von 1-2cm habe. Grade Rücken und Dekoltee, sowie Oberarme haben sehr darunter gelitten. Ich hab tief gekratzt, würde ich es selbst einschätzen. Manche Wunden hatte ich ein halbes bis dreiviertel Jahr. Ich wollte nun auch mit dem Kratzen einen Schlussstrich ziehen. Auch wenn es schwer ist. Aber so wie ich das mit dem Nägelkauen geschafft habe, traue ich es mir mit dem Kratzen nun eben auch zu. Schwimmbad ist tabu für mich. Ich schäme mich für mein Kratzen. Auch wenn ich irgendwo weiß, dass es Teil meiner Geschichte und Persönlichkeit ist.

Habt ihr Tipps, Hausmittelchen, was man gegen Narben tun kann? Hausmittelchen? Wie lange brauchen Narben zum Verblassen (ich bin jetzt 20 Jahre alt)? Ich meine ich sehe an Narben an meinen Beinen (früher hab ich mir vorallem die Beine aufgekratzt, allerdings nicht so tief), dass diese Narben kaum noch zusehen sind, nur wenn man es wirklich weiß. Das ist nun 4-5 Jahre her. Vielleicht habt ihr eine andere Idee dennoch, wie man sich irgendwie dennoch belohnen könnte. Oder kennt hir etwas, womit man die zumindest im Dekoltee abdecken könnte?

Ich freu mich auf eure Antworten, und es tut mir Leid, wenn ich es nicht im richtigen Teil des Forums gepostet habe, aber ich wusste nicht so recht, wohin es gehört :)

Liebe Grüße :)

Antworten
ALnshmary


Eine Narbennachbehandlung, die Narben gänzlich eliminieren würde, ist bis heute nicht möglich. Vorhandene, überschießende Narben können aber mittels Narbenmobilisierung oder invasiver Verfahren (etwa Laser, Operation, Stickstoffvereisung oder Dermabrasion) gebessert werden; bei den operativen Verfahren bestehen aber Risiken der Narben-Neubildung.

Narben können auch durch monatelanges, täglich mehrmaliges Einmassieren spezieller Salben (beispielsweise Salben mit einer Kombination aus Heparin, Allantoin und Zwiebelextrakt, oder silikonhaltige Gele) behandelt werden; dabei wird zur Unterstützung der Wirksamkeit Heparin-haltiger Narbengele auch Ultraschall verwendet. Auch Narbenpflaster (insbesondere Silikonauflagen, vor allem bei hypertrophen Narben) kommen zur Verringerung von Narbenwülsten und bei Verbrennungen zum Einsatz. Zur Wirkung dieser Verfahren gibt es widersprüchliche Ergebnisse.

gefunden auf: [[http://de.wikipedia.org/wiki/Narbe_(Wundheilung)]]

Ich denke, du wirst lernen müssen, die Narben zu akzeptieren.

Sicherlich mag die eine oder andere abheilen und "kleiner" werden aber verschwinden werden sie nicht!

Grüßle

s_chn]eck[e198d5


Deine Kratzerei hat auch medizinisch einen Namen: Dermatillomanie :)z

Bei älteren, schon geschlossenen Wunden kann ein grüner! Abdeckstift kaschieren helfen.

Ansonsten brauchen Narben meist ziemlich lange, bis sie verblassen... manche Narben von mir haben über ein Jahr hellrot geleuchtet, bis sie etwas blasser wurden.

BDissigx_


danke für eure antworten :)

ich versuche sie als einen teil meiner selbst zu akzeptieren. aber natürlich ist dennoch ein gewisser scham da beispielsweise wenn man ins schwimmbad geht.... meine langen haare verdecken gott sei dank dann den rücken :)

abends wenn ich ausgehe und etwas ausgeschnittenes trage, trage ich ebenfalls make up in meinem dekoltee auf (es ist nur eine feuchtigkeitscreme, die aber die narben einigermaßen gut abdeckt) also kleine tricks und kniffs habe ich schon raus.

das problem ist eben das aufhören. ich suche einen weg, dass ich nicht mehr kratze bzw mich irgendwie dafür belohnen kann. es sollen nicht noch mehr narben werden....

die haut regeneriert sich ja immer wieder selbst... also narben werden blasser mit der zeit. je älter man wird, desto länger dauert das... iwie so oder so ähnlich hab ich das mal gelernt... nun ja gut, ich bin nun 20, sprich körperlich sicherlich schon iwie erwachsen und diese neubildung der haut, bzw das blasser werden der narben wird mit jedem lebensjahr immer länger dauern... ich möchte es also JETZT iwie schaffen davon weg zu kommen.... mit den nagelkauen war es da im vergleich ziemlich einfach. aber ich falle so leicht zurück. habe mit dem kratzen schon so viele anläufe hinter mir. da kratzt man nicht, die wunden verteilen, und dann ist da irgendeine unregelmäßigkeit an der haut, ein pickelchen oder ne hautschuppe oder ein fetzen, irgendwas, und ich denke mir, ok wenn du das nur platt drückst oder vorsichtig abmachst, dann ist das schon nicht so schlimm... und dann naja wird es doch zu einer wunde... und das ganze bgeinnt von vorne... und dann blutet es plötzlich schon wieder und man denkt noch so "sch****"... manchmal merke ich es gar nicht richtig... also dass ich kratze.... war beim nägelkauen aber auch so... aber mit knalligem nagellack, ka das war ne warnung, und gleichzeitig eine belohnung, weil sieht ja auch nicht schlecht aus...

ich schäme mich für meine narben und mein kratzen... ich will es alleine schaffen, will nicht zu irgendeinem arzt... will nicht meine familie oder freunde dmait behelligen... ich suche einen weg für mich selbst daraus... suche irgendeinen antrieb... :(

liebe grüße

Awnsfhaxry


ich denke es wäre Sinnvoll dir Hilfe zu holen. Das Ganze hat ja einen Grund, auch wenn er dir bewusst ist, kann z.b. ein Therapeut dir beim Verarbeiten helfen und mit dir zusammen den Weg gehen. Es ist falscher Stolz wenn du sagst, dass du keine Hilfe von einem Arzt in Anspruch nehmen willst. Sicherlich wäre der Theapeut nicht irgendein Arzt, sonderen DER Arzt, der mit dem du gut kannst, mit dem du über solche Dinge sprechen kannst, der der dich nicht aufgrund von Unwissenheit verurteilt, sonderen der der es versteht und dir helfen kann diese Hürde zu meistern:)

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