» »

Große Sorge um Freundin

Zwoeyx222 hat die Diskussion gestartet


Hi

Gestern war ich das erste Mal seit einem halben Jahr wieder bei einer guten Freundin. Wir kennen uns jetzt schon seit 10 Jahren. Ehrlich gesagt war ich sehr erschrocken und das nicht nur wegen ihr direkt, sondern auch wegen dem Zustand der Wohnung.

Da ich keine Kinder habe meine ich mir kein Urteil erlauben zu können ob etwas normal, grenzwertig oder schon darüber hinaus ist. Aus dem Grund würde ich gerne eure Meinung hören und ob meine Sorge berechtigt ist, ob ich ihr meine Hilfe anbieten soll, wenn ja wie ohne das sie ihr Gesicht verliert/sich schlecht fühlt.

Ich glaube das die Vorgeschichte auch eine wichtige Rolle spielt, aus dem Grund erst nochmal ein paar Sätze dazu.

(der Übersicht halber habe ich die Vorgeschichte und das was mich so geschockt hat getrennt)

Als ich sie kennen gelernt habe stand sie mitten im Leben. Viele Freunde, enges Verhältnis zu ihren Eltern und ihrem Bruder. Damals war sie aber schon abhängig von Schmerzmitteln was sich schon im Blutbild deutlich bemerkbar gemacht hat.

Ihre Speiseröhre + Magen waren damals schon in einem sehr schlechten Zustand vom regelmäßigen und hohen Alkoholkonsum. Jede Woche feiern mit ordentlich Alk. Dazu noch der ganze aufsteigende Magensaft. Sie war und ist nicht in der Lage sich darum zu kümmern, sprich die notwendigen Medikamente zu nehmen und den Alkoholkonsum zu reduzieren (darf eigentlich nichts mehr trinken). Ob sie noch von Schmerzmitteln abhängig ist weis ich nicht.

Ihr Freund ist Schichtarbeiter und musste im alten Betrieb ständig Überstunden machen, hat teilweise erst einen Abend vorher erfahren das er zur Frühschicht kommen muss... lauter so Sachen halt. Sie musste vor der Schwangerschaft auch jeden Tag eine größere Strecke zur Arbeit pendeln wodurch die Beiden sich kaum gesehen haben was damals schon massiv auf ihre Psyche ging. Das ging soweit das sie depressiv wurde und Medikamente nehmen musste.

Ihr Freund hat vor kurzem einen neuen Job gefunden bei dem die Arbeitszeiten und auch die Planung wesentlich besser sind. Also in diese Richtung hat sich schon etwas gebessert bei ihr.

Antworten
Z*oeFy222


Nun zu gestern.

Vor ihrer Tür stand eine große Tüte mit Pfandflaschen. Eigentlich kein Thema... als sie geöffnet hat war ich sehr erschrocken wieviel sie zugenommen hat. Sie hat mit Sicherheit 20 kg mehr drauf als vor einem halben Jahr (ihr Kind ist 15 Monate). Kleidung, ok, nicht wirklich sauber halt für zu Hause mit viel Stress.

Ihre Wohnung sieht noch schlimmer aus als vor einem halben Jahr. Schutzbezug vom Sofa stark verschmutzt, Krümmel und Essensreste überall. Also den Speiseplan der Kleinen konnte ich ganz gut für die letzten 2 Tage (mind.) zurückverfolgen. Der Esstisch immer noch an die Wand geschoben und das ganze Wohnzimmer voll mit Spielsachen, Kartons mit Spielsachen, Elektrogeräte und Kabel auf dem Sofa unterm Kissen + ein Kleiderbügel (war alles vor einem halben Jahr auch schon so, nur nicht so "schmutzig), in der Küche eine volle Mülltüte auf dem Boden, direkt neben einem hohen Berg von Tup***-Ware, davon auch noch einiges auf der Küchenanrichte, verschmutztes Geschirr, danaben Spielsachen in einer Tüte auf dem Boden, ein bisschen was davon direkt daneben auf dem Boden verteilt. Gesaugt wurde mit Sicherheit seit Tagen nicht mehr.

Im Bad die Badewanne voll + Berg mit schmutziger Wäsche, Boden ebenfalls verschmutzt.

Das Kind schläft im Elternschlafzimmer in einem Bettchen direkt neben Mama, Spielzimmer ist das Wohnzimmer.

Im Verlauf des Nachmittags hat das Kind immer wieder etwas gegessen und ich habe mehrfach dabei beobachtet wie es sich in den Mund gegriffen und Fusseln gesucht und rausgeholt hat.

Wir konnten praktisch keinen Satz wechseln, ohne das sie ihr Kind angesprochen hat bzw. auf das Kind reagiert hat. Klar, es ist mit Sicherheit normal das man stolz aufs Kind ist und gerne zeigt was es schon alles kann etc., aber das Verhalten empfand ich schon als sehr auffällig. Klar ist es fraglich ob sie es immer so macht, oder nur weil ich gerade da war und sie mir und dadurch vielleicht auch sich selbst beweisen wollte das sie eine gute Mutter ist, aber das lasse ich mal dahingestellt.

Zumindest als ich da war hat das Kind sich keine Minute mal mit sich selbst beschäftigt. Sie wurde durchgehend entweder direkt von meiner Freundin angesprochen oder die Tochter hat nach ihr gerufen. Es war wirklich kein einziger Satz zwischen uns möglich.

Sie weis wohl selbst das es nicht so ganz rund läuft. Immer wieder hat sie sich für ihre Wohnung entschuldigt und das sie soviel Stress mit ihrem Kind hat.

Kurz bevor ich wieder los bin hat sie mir noch erzählt das die letzte Zeit nicht leicht war. Ihr Freund ist kompliziert und durch den Job auch noch ständig schlecht gelaunt. Dazu noch den Haushalt und das Kind...

Wenn es "nur" das alles wäre... es würde sich vermutlich irgendwann alles wieder geben, aber sie hat mir erzählt das sie noch 2 Kinder möchte, das nächste Kind steht bald an :-o .

Ich frage mich wie das gehen soll ":/ .

Bin ich da einfach nur aus Unerfahrenheit etwas zu kritisch, weil ich ja nicht abschätzen kann was ein eigenes Kind wirklich bedeutet an Zeitaufwand und Stress, oder sind meine Sorgen berechtigt?

Wie steht es um meine Sorge das sie der Kaufsucht verfällt oder schon verfallen ist? Die ganze Wohnung ist vollgestopft mit Spielzeug und Tup****-Ware. Das ist mehr als sie jemals gebrauchen kann oder irgendwo unterbringen kann. Sucht sie dort bereits eine Befriedigung?

Hilfe anbieten? Wie?

Danke das ihr es gelesen habt und vielleicht könnte ihr mir meine Sorgen etwas nehmen und Tipps geben.

LG

K:e[tzerxin


:)D

Muß mir das erst mal alles durchlesen...Moment.

KZetzmerxin


Klingt als wenn sie von der ganzen Situation mit Kind und Haushalt überfordert ist.

Für mich hört sich das auch sehr Richtung "Messie-Syndrom" an.

Ich poste dir hier mal zwei Links dazu und du kannst auf den Seiten da ja nochmal gucken, inwieweit das zutrifft und da gibt e sicher auch noch weitere Tipps.

Z'oe9y2x22


Vielen Dank. Ich werd dann gleich mal reinschauen, wenn du sie reingestellt hast.

K*etz<erixn


Das sind die Links zum Messie Syndrom:

- [[www.messie-syndrom.de]]

- [[www.femmessies.de]]

Steht bestimmt auch etwas 'drin, was man als "Angehöriger" machen kann.

KbetCzerhin


Sonst ist es natürlich schwierig:

meinst du, sie würde auf dich und deinen Rat hören?

Würde sie mitmachen, wenn du ihr Hilfe beim Entmüllen der Wohnung anbieten würdest? -

Mit der Überforderung wäre es die Frage, ob sie sich eine Betreuung etc. holt.

Ansprechpartner wäre wahrscheinlich das Jugendamt, aber da bin ich kein Experte.

Z^oeyx222


Ein Teil könnte zutreffen, aber ob es von den Grundzügen her passt... da erkenn ich mich eigentlich ziemlich stark drin, was mich gerade doch sehr erschreckt. Ich lebe nicht im Chaos und kann mich auch gut von Sachen trennen, aber was da sonst noch beschrieben wird.... oh Mann...

Bei meiner Freundin kann ich das jetzt schlecht abschätzen ob es in diese Richtung geht. Eigentlich weniger.

S7unflowe|r_7@3


Also eine verschmutzte Wohnung ist bei weitem noch kein Messie-Syndrom! Messie-Synrom heißt totale Vermüllung, Unfähigkeit Dinge wegzuwerfen.

Das klingt eher nach Überforderung und Vernachlässigung. Sei es wg. Alkohol oder Depressionen oder beidem. DA passt auch diese Gewichtszunahme zu.


Wie gut ist Dein Verhältnis zu besagter Freundin? Könntest Du ehrlich mit ihr reden? Könntest Du ihr anbieten, einen Tag zu kommen und zusammen aufzuräumen? Denn das scheint dringend nötig.

Ansonsten bleibt meiner Meinung nach (leider und mit Bauchschmerzen) nur ein Anruf beim Jugendamt. Denn das sind einfach keine Zustände!

K:etze+rxin


Naja, das Beste wäre, wenn das ein Psychologe feststellt.

Aber solange deine Freundin das selbst nicht als Problem ansieht, ist es schwierig.

Z:oey2x22


Das es so nicht ok ist weis und sagt sie selbst. Wenn ich bei ihr bin helfe ich ihr schon teilweise. Z. B. wenn sie sagt das sie eigentlich noch was in der Küche machen müsste sag ich sofort das ich auf ihr Kind aufpasse und sie das dann mal eben machen kann. Oder gestern hat sie auch wieder indirekt gefragt ob ich auf ihr Kind aufpassen könnte damit sie in Ruhe das Abendessen machen.

Ach sooo... was ganz Wichtiges vergessen! Sie hat erzählt das ihr Kind schon weis was es mit dem Töpfchen auf sich hat und das auch schon gut klappt, wenn sie es draufsetzt. Direkt danach kam von ihr das sie das aber noch nicht übt weil es bei dem Wetter soviel anhat und das immer soviel Arbeit mit dem Ausziehen ist. Da wäre das Windeln einfacher und das mit Töpfchen würde sie dann im Sommer üben. Innerlich ging bei mir das Kinn runter...

KletzeZrixn


Und was ist mit dem Freund, wie sieht er denn die aktuelle Situation? ???

ZUoey2p22


Ihren Freund sehe ich so gut wie gar nicht weils er meistens unterwegs ist. Ich war mal mit einem Freund von ihm zusammen und kenne ihn und seine Leute daher etwas. Also ihn wollte ich nicht geschenkt haben.

Wie er die Situation sieht/einschätzt weis ich nicht, aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen das sich jemand dort heimisch fühlt. Es ist praktisch unmöglich mit sauberen Socken durch die Wohung zu laufen weil man gar nicht um alles herumlaufen kann. Aufs Sofa kann man sich nicht setzen ohne aufpassen zu müssen das man nicht auf auf einem Elektrogerät (PC) sitzt, mal abgesehen davon das ich schon gezögert habe mich auf den verschmutzen Bezug zu setzen. Ich wollte so nicht leben und ich war in der Vergangenheit auch nicht immer die Ordentlichste und Sauberste. Ich weis wie schwer es ist und ich selbst muss mich jeden Tag aufs Neue in den Hintern treten, habs aber seit einiger Zeit gut im Griff. Das was ich dort immer vorfinde erinnert mich stark an meine schlimmste Zeit und ich weis wie ich mich gefühlt habe.

KCetzexrin


Aha. Ich meinte die Frage so, ob er z.B. am Wochenende bereit wäre, bei der Entmüllung mit anzupacken.

ZDoe'y22x2


Das mit dem Jugendamt... ich weis nicht. Ich bin der Meinung das man erstmal versuchen sollte Tipps zu geben und zu helfen. Jugendamt wär die letzte Möglichkeit und das auch nur wenn die Person sich nicht helfen lassen möchte.

Ich weis halt nicht wie ich mit ihr darüber reden soll. Ich habe keine Kinder und weis nicht wieviel Stress das ist. Natürlich kann ich vermuten wieviel Arbeit und so das ist...

Fraglich ist für mich nur ob es "normal" für eine fast frischgebackene Mutter ist, oder ob es schon die Grenze überschritten hat.

Dann kommt bei mir ständig der Gedanke hoch das sie sich total an das Kind klammert um irgendwas zu füllen und dadurch kein Raum für sich selbst und die Wohnung bleibt. Wenn es nur Überforderung wäre, wärs eigentlich kein Problem. Sie wohnt fast direkt auf meinem Arbeitsweg und da könnte ich durchaus öfterst nach der Arbeit vorbeischauen und ihr zur Hand gehen. Aber wenn das Problem nicht die Überforderung an sich ist, sondern das Klammern am Kind...

Und wie soll das dann mit dem 2. und 3. Kind werden? Wie geht es dem 1. Kind das rund um die Uhr 100% von Mama bekommen hat und dann auf einmal nicht mehr? Säugling, stillen, Windel wechseln etc. pp. Ich weis nicht...

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz   © med1 Online Service GmbH