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Notfallmedikament bei Panikattacken?

W(aterplCanet hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich leide seit Jahren an einer Agoraphobie mit teils sehr heftigen Panikattacken, zusätzlich an einer mittleren Depression.

Momentan geht es mir eigentlich ganz gut und ich bin fast beschwerdefrei. Allerdings weiss ich aus der Vergangenheit, daß dies wahrscheinlich kein Dauerzustand sein wird und die Beschwerden über kurz oder lang wieder auftreten werden.

Eine Dauermedikation erhalte ich zur Zeit nicht, was ich auch ganz gut finde, denn die Nebenwirkungen diverser AD's haben mich doch schon ganz gut eingeschränkt.

Nun bin ich auf der Suche nach einem Notfallmedikament, wenn ich eine akute Panikattacke habe. Diese treten nie zu Hause auf, sondern nur außerhalb (gesellschaftliche Anlässe, beim Einkaufen, etc.). Es sollte mich nicht völlig umhauen (wie es z. B. bei Atosil der Fall ist - 5 Tropfen schicken mich fast auf Knopfdruck schlafen) und fahrtüchtig sein möchte ich auch noch ganz gern...

Mein Hausarzt hat mir hierfür erst Bromazanil verschrieben, wovon mir mein Therapeut aber dringend abgeraten hat wegen der Suchtgefahr von Benzos. Er schlug Gabapentin vor, was mein Hausarzt aber nun wiederum nicht verschreiben wollte, da Panikattacken hierfür keine Indikation sind und er somit in der Haftung wäre, wenn etwas passiert. Neue Idee meines Hausarztes ist nun Lyrica. Es ließ sich aber nicht herausfinden, ob dies nur als Dauermedikation genommen wird oder eben auch als (am Besten sofort wirkendes) Notfallmedikament.

Hat jemand hiermit Erfahrungen oder andere Ideen?

Antworten
sTc-hneck\e19x85


Machst du denn eine Psychotherapie, um deine Angst an der Wurzel zu packen?

Langfristig gesehen ist dies die beste Lösung ;-)

Sxmilxli2


Es ist ja eigentlich ganz gut, Panikattacken auszuhalten, damit man sie wirklich bekämpft!

Ich atme sie immer weg, bzw. gibt es auch Rescue Tropfen (auch als Bonbons). Vielleicht wäre das eine Alternative für dich?

WCater}planet


Ich habe über 2 Jahre lang Therapie gemacht (tiefenpsychologisch orientiert), was zwar ganz nett war, mir aber unterm Strich nicht geholfen hat. Die 3 Monate Tagesklinik waren da schon wesentlich besser.

Momentan überlege ich, eine reine Verhaltenstherapie zu machen. Das ewige Rumwühlen in der Kindheit ist ja interessant, und es kamen Sachen wieder hoch, die ich echt total vergessen/verdrängt hatte... aber um meine Panik in den Griff zu bekommen, hat es nicht geholfen. Ich brauche da wohl eher was für den Alltag. :)

Die Attacken aushalten, ja... *muss* ich ja zwangsläufig, wenn ich im L*dl an der Kasse stehe und was zu Essen mit nach Haus nehmen oder an der Tanke meinen Sprit bezahlen will... ;-) aber spaßig ist das nicht grad. Ich sehe das als sozusagen zwangsläufige Konfrontationstherapie... was die Sache an sich aber nicht besser/erträglicher macht.

W3ater1planxet


Rescue-Bonbons? Klingt interessant! Mal googlen... ;-) Allerdings steh ich dem Kräuterkram ziemlich skeptisch gegenüber...

Seit einiger Zeit versuche ich, mich vor brenzligen Situationen mit 1000 mg Baldrian zu beruhigen. Klappt oft, aber halt nicht immer. Johanniskraut vertrage ich nicht, und die Kügelchen vom Homöopathen waren grad mal für die Tonne.

SAinnejstätxer


Als Notfallmedi geht nichts über Benzos. Wie oft hast du denn "Notfälle"? Wenn es seltener als einmal pro Woche ist, spricht -finde ich- absolut nichts dagegen.

Lyrica – probiers. Man kann es statt als Dauermedikation natürlich nur gelegentlich nehmen, aber ob es dir hilft, mußt du ausprobieren. Mich macht es benommen.

SBiofnya-76


Lorazepam habe ich immer genommen, wenn ich eine Panikattacke hatte... Gibt es in verschiedenen Stärken... Hab damals mit 0,5mg angefangen und bin später auf 2,5mg hoch... Dann wieder langsam Schritt für Schritt runtergegangen, sodass ich jetzt, wenn ich denn nochmal einen Anflug bekomme, mit 0,5mg auskomme...

0,5mg werfen einen nicht direkt um, wie es allerdings mit dem Autofahren aussieht weiß ich ehrlich gesagt nicht...

Halt die Ohren steif, das wird auch wieder besser werden – so war es zumindest bei mir... :)_

s(chn]ecAke1x985


@ Waterplanet

Verhaltenstherapie ist bei deinen Problemen sinnvoller – find ich.

Weil es da ja um deine aktuellen Probleme und Verhaltensweisen geht. Ein guter Verhaltenstherapeut kann dir auch Tipps geben, was du in der Situation, die bei dir Panik auslöst, tun kannst. An deiner Stelle würde ich es versuchen :)^

s2chn+ecke1x985


Ach so, nochwas: Ich hatte eine Zeit mit generalisierten Ängsten zu kämpfen. Also die Angst war teilweise gar nicht wirklich greifbar bzw. ich konnte nicht wirklich sagen, warum mein Körper mit Panik reagierte, obwohl ich in keiner "gefährlichen" Situation war. Mein Psychiater hat mir damals Seroquel verschrieben, was gegen diese diffusen Ängste wirklich gut angeschlagen hat

Smio(fSna7x6


Lyrica nehme ich übrigens zur Nacht hin immer... Seitdem wurden die Panikattacken tagsüber immer weniger und weniger... Hatte jetzt schon viele Wochen gar keine mehr... :-D Ich werde die Lyrica noch ca. ein halbes Jahr nehmen und wenn dann nichts mehr war, werde ich versuchen sie abzusetzen... Leider sind Kapseln sehr teuer und mein Arzt hat jedesmal Tränen in den Augen, wenn er mir ein neues Rezept ausstellen muss... ;-D ;-)

M|astserp


Als Notfallmedi geht nichts über Benzos.

Jupp kann ich auch nur empfehlen. Hab hier immer ne Notfallpackung liegen.

pVospa[e


Mein Hausarzt hat mir hierfür erst Bromazanil verschrieben, wovon mir mein Therapeut aber dringend abgeraten hat wegen der Suchtgefahr von Benzos.

Was die Wahl des richtigen Medikamentes betrifft, würde ich eher die Empfehlung eines Facharztes, sprich Psychiaters einholen.

K8at&ha|Maxtze


hallo

meine mutti leidet seit dem ich denken kann an agoraphobie ....und meine mutti hilft sich mit den rescue me tropfen ...es gibt nun auch so kleine kügelchen davon die ihr noch besser helfen

hier mal ein link ...da siehst du mal ein bild davon [[http://www.google.de/imgres?q=rescue+me+tropfen&um=1&hl=de&sa=N&biw=1280&bih=673&tbm=isch&tbnid=EN9w73HUoMCwJM:&imgrefurl=http://www.erste-hilfe-kind.info/blog/rescue-tropfen-notfalltropfen-bachblueten&docid=DvxQxZ66GerYaM&imgurl=http://www.erste-hilfe-kind.info/blog/wp-content/uploads/Rescue-Tropfen.JPG&w=300&h=400&ei=9uMSUJudKcnAswa2uICICg&zoom=1 bild]]

meine mutti hat es auch immer in der öffentlichkeit ...wir mussten shoppingtouren oder der gleichen schon oft abbrechen ... meine mutti sucht sich zum beispiel immer gleich ein fluchtort ... (das klingt jetzt schlimmer als wie es real ist) sie schaut, egal wo wir sind, als erstes wo eine toilette ist weil sie dort hin gehen kann und mal kurz verschnaufen kann wenn es ihr zu viel wird ,... ihr flimmert es dann meist vor den augen.

meine mutti hat auch schon therapien gemacht und ist mitlerweile sehr start was das betrifft ...

und da gibt es noch was das ich dir aber als PN schreibe

M~r.@JoBnes


finde verhaltenstherapie langfristig auch den sinnvollsten vorschlag.

Lorapezam/Tavor kann helfen als notfallmedikament. wenn mans langfristig nimmt wird man aber schnell abhängig.

wenn dich 5 tropfen atosil umhauen nimm doch weniger! wieviel mg sind denn 5 tropfen? mir helfen oft 50mg tabletten als notfallmedi.. als ich das erste mal 25mg bekommen habe hat es mich auch fast umgehauen. aber da gibt es wohl eine gewöhnung. (macht aber nicht abhängig imo)

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