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Placebo?

E?rsatz;nicxk


Ja, bis Donnerstag hältst Du noch durch. :)z Es gibt ja auch nicht nur dieses eine Medikament. Natürlich sinkt mit jedem Fehlversuch die Motivation, es nochmal zu probieren, aber es ist ja auch gut, dass man nicht nur diese eine Chance bei den Medikamenten hat.

Stimmt. Aber ich hoffe noch, dass es noch gut wird. War ja zwischendurch auch ein paar Tage ok und erst dann wieder "blöd", wenn ich wieder erhöht habe. Nur nicht direkt sondern zeitversetzt. Der wird schon wissen, warum ich nach 3 Wochen wiederkommen sollte. Vielleicht hat er ja geahnt, dass ich ihm vorher an die Gurgel springen würde oder sein Zimmerchen unter Wasser setze vor lauter Rumgeheule :-p

Wir können Dich ja zu gegebener Zeit daran erinnern. ;-) Nein, ich hoffe, Du schaffst es, ihn dann anzurufen.

Bestimmt. Ich lese mir zur Not einfach mein momentanes Gejaule durch. :=o

danke, irgendwie gehts mir nach dem auskotzen jetzt besser. Mal sehen wie lang diesmal o:)

E|rsatz6nkick


Hallo :-)

gestern war also der Termin. Er konnte mir auch nicht wirklich erklären, warum meine Laune so auf und ab fährt. Er glaubt aber, dass es daran liegt, dass ich bei keiner Dosierung lange geblieben bin, weil ich ja schnell erhöhen sollte. Da ich jetzt seit einer Woche die 40 mg nehme, soll ich noch 3 Wochen Geduld haben. Dann sollte sich aber irgendwas "zwangstechnisch" zum positiven verändert haben.

Seit ein paar Tagen gehts mir ganz gut. Ich schreib seit einer Woche in meinen Kalender, wie die Stimmung ist. Ok oder nicht ok ;-D .. Jedenfalls habe ich dabei gemerkt, dass die guten Tage eindeutig überwiegen, ich hab die schlechten nur "überbewertet".

Ich würde sagen, es geht bergauf. Ich hatte vor ein paar Tagen sogar Muskelschmerzen in den Lachmuskeln, weil ich über Dinge gelacht habe, über die ich zuletzt gelacht habe, als ich noch ein Teenie war :=o

Ok, ich bin/war nicht depressiv, bin aber schon länger gehemmt und kontrolliert in dem, was ich tue und denke viel nach über Dinge, über die es sich wahrscheinlich gar nicht lohnt, nachzudenken.

Ich freu mich einfach, dass es momentan Tage gibt, an denen ich das Leben einfach schön finde. Und wenn das Zeug nicht gegen meine Zwänge (also die Zwangshandlungen) helfen sollte ist das zwar schade, aber für mich trotzdem positiv, wenn ich die restliche Zeit mit anderen Dingen füllen kann als Gedanken, ob nun wirklich alles aus/zu/da ist.

Ich wünsche euch nen schönen Tag und: danke, dass ihr euch tapfer mein Rumgejammer angehört habt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich das Zeug nicht einfach in die Tonne gekloppt hätte, wenn mich keiner aufgebaut hätte. Hab ja im "Reallife" keinem erzählt, dass ich jetzt was schlucke und so konnte ich da keinem mein Leid klagen ;-D (Mein Freund hat übrigens an einem der "Kacktage" gesagt: du hängst rum als ob du sterben willst.. ach ne, Schatz, ich bin nur müde. :=o)

S|unfl:ower_7x3


Es wird garantiert KEIN Placebo sein. Wenn es in einer Originalpackung aus der Aoptheke war – wie soll die Apotheke denn bitteschön zwischen echt und Placebo unterscheiden?

Sowas wäre absolut NULL zu verantworten. Und Placebos werden nicht an normale Patienten verteilt, sondern im großen Rahmen in Studien eingesetzt – wo z.T. nicht mal der Arzt weiß, welcher Patient was bekommt, weil der Studienleiter im Hintergrund alles regelt und der direkte Kontakt (sprich Arzt) ganz unbeeinflusst bleiben soll (sog. Doppelblindstudien).


Ansonsten würde ich Dir wirklich zu einer Verhaltenstherapie raten. Das klingt sehr nach Zwangsstörung – klar erscheint Dir das Kontrollieren absolut sinnvoll und logisch.

Aber die Einschränkungen werden schrittweise zunehmen. Du kannst jetzt schon nicht mehr länger von zu Hause wegsein – das kann irgendwann soweit führen, dass Du GAR nicht mehr weggehen kannst. Dass Du nicht mehr arbeiten oder lernen kannst, weil Du rund um die Uhr nur noch kontrollieren musst.

Nach 7 Jahren rechne mit mind. einem Jahr Therapie (Langzeit, 45. Sitzungen plus die Probatorik vorher). Da wird z.T. hart Arbeit, aber man kann die Symptome komplett wegbekommen (bzw. auf ein Normalmaß reduzieren – es ist ja nicht völlig unnormal, 1x genauer hinzugucken bei Herd, Kerze,... Aber eben nur 1x!).

Buchtipp:

Ratgeber-Zwangsstörungen-Informationen-Betroffene-Angeh%C3%B6rige

E>rsa,tzn.icxk


Hallo Sunflower :-)

ja, dass es kein Placebo ist, hab ich dann relativ schnell gemerkt (dank Forum und dank Nebenwirkungen ;-D). Mich hatte nur der Geschmack von dem Zeug so irritiert, dass ich dachte, der will mich veräppeln. Weiß mittlerweile, dass die von 1A-Pharma Traubenaroma und Minzaroma mit reinmischen. Nehms ja jetzt auch schon über 3 Wochen und irgendwas "wirkt" langsam.. wenn auch nicht gegen das Hauptproblem.

klar erscheint Dir das Kontrollieren absolut sinnvoll und logisch.

Jein. Also ja, weil ich mir gar nicht vorstellen kann, wie z.B. mein Freund abends 5 Minuten ins Bad geht und sich dann einfach ins Bett legt und schläft. Echt unvorstellbar, ich brauch halt vorm Schlafen meine 1 1/2 bis 2 1/2 Stunden zum schauen. Dafür ist in diesen 7 Jahren aber auch wirklich nichts schlimmes passiert. Nichts verloren, nichts abgebrannt.

Und nein, weil ich natürlich auch weiß, dass es übertrieben ist. Mit viel Durchhaltevermögen kann ich tagsüber ja auch widerstehen, aber was habe ich davon, wenn ich zwar die Handlungen dann unterlasse, aber den ganzen Tag nur Löcher in die Luft starre und mich keinem Millimeter mehr bewege. Wer sich nicht bewegt, kann nicht kontrollieren und wer sich nicht bewegt, kann nichts groß kaputt machen. Lohnt sich das? Wo bleibt denn dieses angebliche Gefühl, das man dann kriegt, wenn man widersteht? Dieses "siehst du, die Angst/die Sorgen nehmen ab". Wann denn? Im Fernsehen zeigen sie, wie man mit Konfrontation relativ schnell Ängste los wird. Man hält die Situation aus und merkt, dass die Angst abnimmt.Aber wie lange wartet man denn da? Ich bin schon morgens aufgestanden und habe "ausgehalten" bis abends. Mindestens 10 Stunden. Da hat gar nichts abgenommen an Sorgen. Ich verfalle ja auch nicht in Panik, wenn ich nicht kontrolliere sondern werde nur unruhig, nervös, unausgeglichen und mache mir Sorgen.

Was ist Probatorik? ":/

Danke für den Link. Ist das Buch gut? Ich habe nämlich schon im Internet nette Ratgeber gefunden, in denen steht, man solle sich doch eine Liste machen und abhaken, was man schon kontrolliert hat. Ich dachte, die wollen mich verarschen.. wenns so einfach wäre. Ich habe schon Fotos geschossen mit meinem Handy von meinen "Kontrollobjekten" und das eben mitgenommen um zwischendurch aufs Handy zu schauen und sagen zu können "ja, Herd ist aus". Das hat genau einmal geholfen, beim nächsten Mal kam dann der Gedanken "Was ist denn, wenn das Bild gar nicht das aktuelle ist sondern das vom letzten Mal?" toll.

Ich habe auch schon Dinge unterlassen, um Stress mit meinem Freund zu vermeiden. Hat sich aber dann verschoben, statt Bankkarte kontrolliere ich dann eben Onlinebanking. Wenn er mir den Heizungsknopf abschraubt, grabsch ich eben an dem Rohr rum. Als der Nachbar sich beschwer hat, dass ich so einen Lärm mache (hab mich immer ziemlich gegen den Kühlschrank gestemmt, das weiß er aber natürlich nicht), wurde der Herd wichtiger und der Kühlschrank unwichtiger.

Ach ist doch Mist. %-|

Wie ist das denn, wenn die Tabletten helfen? Setzt man die dann bei der Therapie wieder ab? Ich meine.. mit was soll ich mich denn konfrontieren, wenn es wirklich helfen sollte? ":/ Dann stört mich ja nix mehr. ":/

a}.Ufish


Es gibt ja nicht nur die Konfrontationstherapie. Die wird nur gern gezeigt, weil man das schon spektakulär aufziehen kann. Viel wichtiger ist es doch, den Hintergrund zu beleuchten und herauszufinden, was Dich so existenziell verunsichert, dass Du Sicherheit in diesen Handlungen suchen musst.

Das mit dem Kalender ist eine tolle Idee, man fällt ja leider so häufig auf sich selbst herein.

E(r]sat"znixck


och nöööö, jetzt hat sich mein blöder Explorer aufgehängt und das, wo ich gerade sooooooooviel getippt habe *schnief*

Vielleicht auch besser, ich war nämlich gerade mal wieder dabei, dich vollzulabern. :=o Irgendwie komme ich nie auf den Punkt.

Also gut, trotzdem die Kurzfassung: Diese Konfrontationstherapie hab ich "rausgefunden", weil der Neuro/Psychi sagte, dass ich über eine Verhaltenstherapie nachdenken soll. Hab dann geschaut, was das in diesem Fall heißt und dabei kam dieses "Expositionsdingens mit Reaktionsverhinderung" (oder so) bei raus.

Klingt ja auch logisch. Eigentlich gehts mir ja nur so sehr auf den Sack, dass ichs alleine nicht gebacken krieg. Bzw. dass ich es zwar ein paar Stunden lassen kann, bei mir aber in diesen Stunden kein "Klick, Sorgen werden weniger" kommt.

Aber was solls, dann ists eben so. Ich warte lieber nicht mehr auf eine Spontanheilung oder auf ein Klick. Dann gehts halt nicht alleine, auch Recht. Ich weiß einfach zu wenig über Therapien, um sagen zu können, ob sie was helfen könnte oder nicht. Ein erstes Gespräch ist ja unverbindlich und wenn ich da erfahre, was in etwa passiert und ob es mir helfen könnte, sehe ich weiter :-)

Ja, das mit dem Kalender war echt gut. Mir gehts jetzt seit 3 Tagen gut, juhu :-D - also stimmungsmäßig.

Vielen Dank fishlein. Ohne dich hätte ich das Zeug im Klo runtergespült, aus dem Fenster geschmissen oder wäre auf ihm rumgesprungen wie auf einem Trampolin ;-D

a-.fFiTsh


Bitte, bitte :-D

Aber was solls, dann ists eben so. Ich warte lieber nicht mehr auf eine Spontanheilung oder auf ein Klick. Dann gehts halt nicht alleine, auch Recht.

Ich wünschte, ich wäre so weit. ;-) Das ist die richtige Einstellung: Nase voll, also bitte jetzt was Neues und tschakka.

CRoldSUocixety


Ich hab ne Zeitlang Troxal bekommen ( so Beruhigungsmittel ) und das war orange und hat auch im ersten Moment nach Zucker geschmeckt..

Geholfen hat es aber ;-) . Und Placebos waren es sicher auch nicht.

Lg

EXrs.atznGic1k


Ich wünschte, ich wäre so weit. ;-) Das ist die richtige Einstellung: Nase voll, also bitte jetzt was Neues und tschakka.

Naja, ich muss ja ehrlich sagen, dass das alles andere als wirklich "freiwillig" war. Die einzigen Gründe was zu machen, waren ja nunmal "ständig Stress mit Freund, Studium ist fast im Eimer und die Arbeit dauert zu lange" .. also war nicht der Zwang der Anlass sondern alle, die meinen Zwang nicht unterstützen (uh, wie fies ;-D) .. und da hat die Motivation ja auch gerade mal dazu gereicht, zum Psychiater zu gehen und zu sagen "gib mir was, damit ich wenigstens ein bisschen funktioniere wie Chef, Freund und Uni das erwarten"

Ich bin aber natürlich froh, dass sich die Tabletten tatsächlich positiv auswirken. Ein bisschen mehr Hoffnung und eine unüberwindbare Hürde, die etwas kleiner wurde und über die ich vielleicht doch irgendwann drüberkomme. Wie ein 40-stöckiges Haus, das nun nur noch 15 Stockwerke hat. Auch schwierig, aber vielleicht machbar. (jetzt quassel ich dich schon wieder voll ;-D)

Hast du einen Freund, der dich ähh in den Hintern treten kann? Kann durchaus helfen, auch wenn ich meinen wirklich oft verflucht habe dafür. (und sicher auch noch das ein oder andere Mal weiterhin verfluchen werde, ist ja nicht jeder Tag so schön wie heute)

Geholfen hat es aber ;-) . Und Placebos waren es sicher auch nicht.

jap, danke. :)z

Gute "Nacht", Bett schreit nach mir, Mittagsschläfchen ;-D

S%unfl2owjer_73


Die Behandlung einer Zangsstörung sollte NIE NUR aus Konfrontation bestehen. Das ist bei einer Verhaltenstherapie immer nur EIN Element. Ein wichtiges zwar, um den Alltag zu verbessern – aber mehr nicht. Ganz wichtig sind einfach auch Aspekte wie Schuld, Verantwortung,...

Konfrontation funktioniert auch nicht, wenn man mit unveränderter gedanklicher Einstellung die Angst nur aushält. Die nimmt dann nämlich nicht ab, weil die entsprechende Basis nicht vorhanden ist. Leider wird das in tollen TV-Reportagen nicht gezeigt: die anstrengende Vorbereitung, wo ALLE Eventualitäten unendlich durchdiskutiert werden. Bis DIR klar ist, warum es sinnvoll sein kann, sich der Angst JETZT zu stellen.

Du musst an dem Punkt sein, wo die Angst, DASS etwas passieren könnte, nur eine Hypothese unter anderen ist. Du musst den Gedanken zulassen können bzw. neugierig sein auszuprobieren, ob Du – angesichts der gedanklichen Alternativen – das Risiko mal eingehst. Wozu auch gehört, "Risiko" zu definieren und zu diskutieren, was denn theoretisch so schlimm wäre, wenn...

Oft lassen sich auch Auslöder der Erkrankung erkennen. Kindlicher "Aberglaube"... Gefühle des Kontrollverlustes in schwierigen Lebensphasen,... Auch so etwas wird in einer guten Therapie beleuchtet.

Außerdem geht ein guter Therapeut MIT DIR in diese Situationen und lässt Dich nicht allein – damit gerade am Anfang die ersten Schritte des Umdenkens auch "richtig" laufen.

Und:

Du hast einen ganz typischen "Denkfehler" in Deinem Beitrag (bitte nicht böse verstehen): Dass bei DIr "dank des Kontrollierens" noch nie was passiert ist. Dafür opferst Du täglich bis zu 2,5 Stunden vor dem Schlafengehen. Klar, DIR erscheint es logisch. Das Kontrollieren gibt Dir Sicherheit.

Aber es ist zu lang.

Logisches Gegenargument eines Therapeuten: Wie viele andere Leute kontrollieren Dinge nur kurz – und trotzdem ist bei ihnen auch noch nie was passiert (ich bin bspw. 38, achte im normalen Maß auf Kerzen & Herd & Bügeleisen – aber war noch nie auch nur ansatzweise in einer Position, wo irgend etwas hätte passieren können). Warum bist Du so davon überzeugt, dass das Risiko bei Dir so viel höher ist – und Du so vbiel mehr drauf achten musst?

Ein weiterer Aspekt bei der Therapie ist auch: Warum vertraust Du Deiner eigenen Wahrnehmung so wenig? Wenn man den Herd 1-2x kontrolliert hat, SIEHT man doch und WEISS man, dass man es kontrolliert hat. Bei Zwang verliert man dieses Vertrauen in sich selber und seine Wahrnehmung – und daher spielt der Aspekt eine große Rolle in der Therapie und auch bei der Konfrontation: Vertrauen in sich selber zu haben.

Du merkst ja selber, wie das "Objekt" sich ändern kann – aber die dahintersteckende Grundangst bleibt gleich.

Das Buch:

Ich weiß nicht, wie viel Du schon weißt über das Them Zwang. Ich finde es sehr gut, zumal es ein Begleitbuch zu einem Therapeutenbuch ist. Und halt sehr gut (aus verhaltenstherapeutischer Sicht) Hintergründe, Mechanismen etc. erklärt. Ebenso therapeutisches Vorgehen. Und es gibt wissenschaftlich fundierte Arbeitsblätter.

Leider gibt's auf dem Psycho-Markt so unendlich viele Bücher und auch viel Schwachsinn; DAS Buch (bzw. das meiste von dem Verlag) ist aber wirklich wissenschaftlich fundiert und von führenden Experten in Deutschland geschrieben.

Medikamente:

Die zaubern den Zwang nicht weg! Ws sie bewirken können ist, dass die Gedanken weniger aufdringlich werden; nicht ganz so stark an dich herankommen. Aber verschwinden tun die Gedanken davon nicht. Oft ist es so, dass Patienten mit starkem Zwnag und ohne Medikamente zu Therapiebeginn erstmal überlegen sollen, ob sie sich Medikamente als ergänzende Hilfe vorstellen können.

Therapie & Medikamente schließen sich nicht aus, sondern gelten als sinnvolle Ergänzung.

Und letztlich musst Du auch trotz der Medikamente in einer Therapie an Dir arbeiten. Die Medikamente machen es halt etwas weniger anstrengend und belastend, aber mehr nicht. Und ein riesiger erster Erfolg ist weniger Kontrollverhalten während der Medikamenteneinnahme – den Du dann aber sinnvollerweise als Erfolg FÜR DICH verbuchen solltest und nicht als "geht nur wg. der Medikamente".

Wenn das Kontrollverhalten dann weg ist (oder auf ein deutlich geringeres Maß reduziert), kann man überlegen, ob man die Medikamente absetzt (und guckt, was passiert) – oder sie dennoch einie Zeit oder dauerhaft weiternimmt. Aber das erste Ziel sollte sein, dass Du DEIN LEBEN wieder leben kannst – und dieses Leben nicht aus auf Zwang & Kontrollverhalten besteht. Weil irgendwann bleibt nicht mehr viel vom Leben!

E rs>atzn1icxk


Hallo Sunflower,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Ich freu mich total darüber, dass du dir die Zeit genommen hast und mir einige grundlegende Dinge zu einer möglichen Therapie geschildert hast. Manches davon beruhigt mich gerade sehr, vor allem, da ich wohl ein falsches Bild davon hatte.

Jaja, Fernseher sei Dank. :=o Da war halt eine Frau mit Waschzwang, die dann (mehr oder weniger) ne Kloschüssel umarmen musste. Und ein Typ, der weiss-nicht-was-für-nen-Zwang-hatte und morgens immer das gleiche frühstücken musste (zwangstechnisch), bis er halt in der Klinik was anderes vor die Nase bekam mit der Frage: Und was wäre jetzt am schlimmsten? Antwort: Wenn ich die Milch trinken müsste. Und dann kam eben "dann trinken Sie die Milch". ja, toll, wenn man nur DAS sieht, dann vergehts einem echt. Sagen "Lass das jetzt" kann ich mir selbst ja auch und mein Freund tut es auch nahezu täglich. Was du schreibst - ich meine damit die "Vorbereitung" darauf - ergibt in meinem Kopf sehr viel mehr Sinn als das von mir angenommene "ins kalte Wasser werfen" und das beruhigt mich ein Stück weit.

Ansonsten musste ich teilweise richtig grinsen bei deinem Beitrag. Das ist nicht negativ gemeint, aber da kriegt man ja richtig Angst. Du kennst mich gar nicht und schreibst von Dingen, für die ich Jahre gebraucht habe, um sie zu erkennen. Gerade was die Themen Verantwortung, Schuld und den Kontrollverlust in schwierigen Lebensphasen angeht. Ich habe nämlich wirklich lange gebraucht, bis ich mitgekriegt habe, dass gar nicht wirklich z.B. das Verlieren des Schlüssels der Grund ist, warum ich immer danach schaue. Ich war lange sicher, dass ich genau deswegen kontrolliere, eben weil man auf wichtige Dinge Acht geben muss. Erschien mir auch logisch, weil es sogar einen Auslöser gab, der eben genau so eine "Unachtsamkeit" war. Ok, ich weiß nach wie vor nicht, warum ich das wirklich mache, aber mir gehts subjektiv momentan mit halt besser als ohne.

Den "Denkfehler" versteh ich nicht böse :-) -aber auf das logische Gegenargument müsste ich wohl sagen, dass mein Risiko nicht höher ist als das anderer Leute. Lediglich das Sicherheitsbedürfnis ist größer. Es gibt ja auch auf der anderen Seite Leute (mein Freund ist so ein Kandidat), die ebenso nur kurz kontrollieren und dann irgendwann feststellen, dass sie den Geldbeutel beim Bäcker haben liegen lassen. :=o Ja, kann halt passieren, weiß ich, aber ich will nicht, dass es mir passiert, weil ich mit den eventuellen Folgen (vor allem dem Stress, der entsteht, wenn man z.B. sämtliche Geldbeutelinhalte neu beantragen etc. muss) noch weniger leben könnte. Manche können halt mit Stress gut umgehen und andere weniger gut. Ich gehöre eher zu letzteren. Ja, du würdest darauf sicher sagen, dass der tägliche Stress, den ich mir momentan mache, mehr Zeit in Anspruch nimmt als der Stress, alles neu zu beantragen usw. (vor allem unter Berücksichtigung der Wahrscheinlichkeit, dass sich sämtliche Karten im Geldbeutel selbständig machen und raushüpfen, wenn ich den Geldbeutel z.B. an diesem Tag nicht mal in der Hand hatte). Und dass eine (früher oder später) an der Zählerei kaputtgehende Beziehung, ein abgebrochenes Studium und die Kündigung vom Chef wohl größerer Stress wären. Ja, das ist dann der Punkt, an dem ich zustimme, aber da ists dann vorbei, weil ich es nicht schaffe, die "logische" Konsequenz zu ziehen.

Aber irgendwie muss es wohl zu machen sein. Die 2 1/2 Stunden abends sind ja nicht mal das Problem für mich. Ja, ist lange und natürlich ist es Zeitverschwendung, aber damit könnte ich gut leben, wenn ich dann den restlichen Tag einigermaßen nutzen kann. Ist halt nicht schön, wenn das Essen kalt wird, weil ich ewig auf die Herdknöpfe starre und es ist nicht schön, wenn aus dem "kurz Hände waschen" ein Riesenakt wird, weil der Wasserhahn trocken wie die Wüste sein muss, bevor ich mich wieder aus dem Bad bewege. Diese "Kleinigkeiten" stören mich viel mehr als mein abendlicher "Rundgang".

Was mit meiner Wahrnehmung falsch läuft, darauf bin ich noch nicht gekommen und ich glaube, ich werde es auch nie herausfinden, weil es dafür keine logische Erklärung gibt. Eben gerade weil vieles nicht mehr logisch ist. Als die "Hierarchie" und das "Gesamtbild" noch gestimmt hat, konnte ich zumindest noch ein bisschen begründen, warum ich so oft schaue. Aber nachdem nun der Wasserhahn (was für n Blödsinn!) eine größere Rolle spielt als der im Grunde wichtigere Schlüsselbund, ist das natürlich schwer. Und natürlich kann ich auch keinem Menschen der Welt logisch erklären, wie ich darauf komme, dass meine Augen mich betrügen könnten. Und ich kann auch keinem erklären, wie ich darauf komme, dass die Bankkarte in meinem Geldbeutel die falsche sein könnte. Wie ich darauf komme, dass eine Ziffer der Kontonummer/das Ablaufdatum/die Kundennummer plötzlich falsch sein könnten. Weiß ja auch, dass das Schmarrn ist. Und bitte jetzt nicht denken, ich wäre psychotisch oder so. Ich WEISS, dass sich Kontonummer etc. nicht verändern, nur weil ich nicht nachschaue.

Zum Buch: danke! Da es scheinbar gut ist, hol ichs mir. Vielleicht kapier ich ja dann ein bisschen besser, was der Kontrollschrott grad bei mir will.

Und zum Medikament: Danke! Ok, dann ists ja gut. Wäre ja irgendwie blöd, wenn man ohne Problem zum Therapeuten geht, nä ;-D. ok, im Ernst: ich bin glücklich, dass das Zeug sich gerade positiv auf meine Stimmung auswirkt. Das ist ohnehin schon viel viel mehr als ich erwartet habe. :-)

Vielen Dank Sunflower. Jetzt hab ich wieder nen riesen Roman geschrieben, aber das "musste" jetzt einfach sein. Ich bin es nicht gewohnt, dass was anderes kommt als "lass es halt, das ist sinnlos" und freue mich, dass mir hier nicht pauschal der Vogel gezeigt wird.. und ich finds spannend, dass du mehr darüber weißt als ich. Wie peinlich! Ich kontrolliere seit Jahren stundenlang meinen ganzen Krempel und weiß im Grunde gar nichts, außer halt dass es was mit Verantwortung zu tun hat (wg. Beginn bei Auszug), mit unlogischen Schuldgefühlen und Unsicherheit/Hemmungen (Wenn ich betrunken bin, ists mir z.B. viel "egaler", aber ich kann mich ja nicht jeden Tag besaufen)

Ich wünsch dir ein schönes Wochenende! und allen anderen natürlich auch.

Danke an euch alle. Ich glaube, so oft kann ich mich gar nicht bedanken, dass es passen würde. Bin ich froh, dass hier überhaupt jemand geantwortet hatte. Die Frage zu Beginn war ja schon etwas schräg, aber mei, wenn das Zeug halt so komisch schmeckt. Hätte ja auch einfach nach "bittere Pille" schmecken können. Wobei, nein, dann hätte ich den Thread ja gar nicht aufgemacht und hätte wohl so schnell nicht erfahren, dass es manchen Menschen möglich ist, "normal" darüber zu reden.

*:)

EHrsGatznxick


Hallo zusammen,

nochmal ein kurzes und vermutlich vorerst letztes Update nach 6 Wochen mit dem Zeug:

ich werde einen Termin beim Neurologen machen und es dann absetzen, wenn er sein Ok gibt.

Es gibt gute Tage und es gibt schlechte Tage. Aber an den schlechten Tagen bin ich nicht mehr ich selbst, heule nur noch und wäre am liebsten tot. Das kenne ich von mir nicht und will ich nicht akzeptieren. Die guten Tage sind toll und an diesen Tagen weiß ich auch, dass ich das hinkriege, aber leider sind die schlechten Tage einfach zu schlecht. Ist ja nicht Sinn der Sache, dass ich ein Antidepressivum gegens Antidepressivum brauche, oder? ":/ ;-D

Naja, das war wohl ein Schlag ins Wasser. *:)

Sqhi{mone


erst einmal Kompliment, dass du es so lange durch gehalten hast :)^

Sicher, dass ein anderes (kein zusätzliches !) nicht eine Alternative sein könnte ? Wie du sagst ist es sicher nicht angenehm, aber der Sinn der ganzen Einstellerei ist ja ein Medikament undeine Dosierung zu finden wo du keine Nebenwirkungen hast...

Esrsa0tznnick


erst einmal Kompliment, dass du es so lange durch gehalten hast :)^

Danke. Aber wie gesagt gab es ja zwischendurch auch immer sehr gute Tage, die Hoffnung gemacht haben. Sonst hätte ich mir das sicher nicht so lange angetan.

Sicher, dass ein anderes (kein zusätzliches !) nicht eine Alternative sein könnte ? Wie du sagst ist es sicher nicht angenehm, aber der Sinn der ganzen Einstellerei ist ja ein Medikament undeine Dosierung zu finden wo du keine Nebenwirkungen hast...

Mal sehen, was der Neuro sagt. Ich entscheide das besser nicht selbst. Meine Motivation hält sich zwar momentan in Grenzen, aber das wundert mich ja auch nicht bei meiner "grandiosen" Stimmung. An guten Tagen bin ich experimentierfreudiger. Der Arzt wird schon wissen, was er tut. Hab keine Lust, irgendwas zu entscheiden, weil ich gerade eh täglich meine Meinung änder.

Also mache ich einfach mal maschinenartig das, was mir irgendjemand sagt. Ist mir eigentlich auch gerade vollkommen egal. Umbringen werd ich mich nicht, dazu bin ich zu faul, zu feige und zu blöd.

Also eigentlich kann man sogar sagen, dass das Medikament wirkt. Es bewirkt, dass mir meistens alles egal ist, genau so solls doch auch wirken. ]:D Gut, wäre halt praktisch, wenn mir mein Leben nicht so egal wäre, aber man kann ja schließlich nicht alles haben.

Tja Frau Ersatznick, was hätten Sie denn gerne? Zwänge oder Scheiss-Egal-Stimmung? Och, überleg ich mir noch! :-p - ok, solang ich noch blöde Witze machen kann, gehts ja. :=o

S^unflo:wer_x73


Also DIESE Art von Scheißegal-Stimmung wird garantiert nicht bezweckt.

Entweder ist es das falsche Medi – oder es wirkt schlichtweg gar nicht und Deine Stimmung verschlechtert sich weiter. Halte ehrliche Gespräch mit dem Arzt für dringend angebracht!

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