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Mirtazapin zu starke Nebenwirkung

eGin.m[ädchexn


Hallo zusammen, danke für alle Rückmeldungen.

Ich habe keine Probleme beim Einschlafen (bin am Ende des Tages immer recht erschöpft) sondern beim Durchschlafen. Ich wache mit Herzrasen auf, weil ich Angst vor dem neuen Tag habe, was für Erwartungen an mich gestellt werden. Es lastet irgendwie ein unheimlicher Druck auf mir und irgendwie habe ich gedacht, dass mir die ADs helfen könnten, alles etwas "leichter" zu nehmen und, auch wenn ich hier nun einen besseren belehrt worden bin, - mich auf eine Art glücklicher machen oder von der Stimmung her aufhellen.

Ich glaube das Mirtazapin nicht das richtige AD für mich ist. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich Probleme mit einer Essstörung habe. Dies wird durch Nebenwirkung extrem verstärkt und ich kann mich kaum aushalten in dem (hungrigen) Zustand. Es ist vielleicht schwer verständlich aber ich DARF einfach nicht zunehmen, weil ich damit ein riesiges Problem habe. Und dieses matte und teilnahmslose Gefühl was ich nach der Einnahme hatte ist in meinen Job auch ein absolutes K.O.-Kriterium. Ich kann da nicht neben mir stehen und warten, dass es mir in 4 Wochen besser geht... :°(

Auf der anderen Seite ist mir klar, dass ich nicht "Schnipp" machen kann und alles ist so wie ich es mir wünsche. Ich stecke irgendwie fest. Mirtazapin jedenfalls werde ich nicht mehr nehmen und das auch am Montag mit meinem Arzt besprechen. Es geht mir ohne wirklich besser. Ich habe mich kaum wieder erkannt, mein Stimmungstief war noch viel stärker.

Dennoch vielen Dank für eure Antworten...

b\ill}y2x9


also, ich finde ganz ehrlich, dass du dem Medikament zu früh "abgesagt" hast. Wie schon andere hier geschrieben haben, gibt es natürlich sehr viele AD´s die alle mit anderen Nebenwirkungen einhergehen.

Aber ALLE haben eines gemeinsam, sie wirken frühestens nach 4 bis 6 Wochen. Davon kann es natürlich individuelle Abweichungen geben, bei dem einen früher bei dem anderen später. Bei mir haben die AD´s erst nach ganzen 10 Wochen so gewirkt, dass ich eine Veränderung bemerkt habe. Die Nebenwirkungen und zwar fast alle die beschrieben waren im Beipackzettel und auch hier im Forum, hatte ich allerdings bereits 1 Stunde nach der Ersten Einnahme... Ich habe mich mit den Nebenwirkungen 2 ganze Wochen herumgeschlagen, bis mein Körper sich endlich an das Medikament gewöhnt hatte. Positiver wurde dadurch noch lange nichts. Es hat mir sehr geholfen, in dieser Zeit hier im Forum zu lesen und zu erfahren dass es anderen mehr oder minder ähnlich geht.

Nach 10 Wochen konnte ich aber dann die Wirkung wahrnehmen, ich war keineswegs glücklicher, auch die Probleme waren noch ungelöst vorhanden. Allerdings konnte ich mit Hilfe der Medikamente und der wöchentlichen Therapiesitzung besser mit meinen Problemen leben. Das hat dann dazu geführt, dass ich diese Probleme Stück für Stück bewältigen oder lösen konnte.

Ich hatte zusätzlich zu dem recht hoch dosierten Citalopram (60mg) noch Mirtazapin (15mg) genommen und versuchsweise auch noch 3 andere ergänzende AD´s genommen, aber auch wieder abgesetzt wenn sie nicht wirkten. Das Mirtazapin hat mich sehr müde und schläfrig gemacht, andere Nebenwirkungen hatte ich dabei nicht.

Ich schreibe dir dies alles um dir zu sagen, dass du um die Nebenwirkungen nicht herum kommen wirst, glücklicher (im Sinne einer rosa roten Brille) wirst du nicht durch die Medis werden, aber wesentlich gelassener. Es ist auch denkbar, dass der Psychiater (ich hoffe du hast einen, mach das bloß nicht mit deinem Hausarzt!) verschiedene Wirkstoffkombinationen mit dir ausprobiert, solange bis es dir spührbar besser geht. Denn das ist sein Primärziel, die Symptomatik herunter zu drücken, die eigentlichen Problemlösungen erfolgen dann hoffentlich in den Therapiesitzungen. So kann es funktionieren, so hat es bei mir funktioniert. Mir geht es immernoch unverändert gut, obwohl ich alle Medikamente vor einem Monat abgesetzt habe. Was eher ein unkluger Zufall als wirkliche Absicht war.

Also unterm Strich gesagt, die Problemlösung wird sich noch lange hinziehen, aber es gibt Hilfen (Therapie) und Vereinfachungen (Medikamente) die dich unterstützen. Gib dem ganzen eine Chance !!! :)z

evin.mäxdchen


Danke, Billy29 für deine Erfahrung. Ich gebe dir Recht. Ich hätte es wahrscheinlich nicht absetzen sollen ABER es verstärkt meine Essstörung. Durch die nebenwirkungbedingten Fressattacken hänge ich (blöd gesagt) nur noch über dem Klo und k**** alles wieder aus :°( Das ist das Problem. Ich halte das nicht aus.

Und außerdem ja, es war der Hausarzt, der mir die Tabletten verschrieben hat. Ich habe zwar auch eine Überweisung zum Therapeuten, aber wie ich feststellen musste ist es gar nicht so einfach einen Platz zu bekommen und ich stehe erstmal auf einigen auf der Warteliste.

pgebaby


Weiß dein Arzt denn von deiner Bulimie?

eYin.mCädcHhen


Ja... Er meinte: "Ich verschreibe Ihnen Mirtazapin. Dadurch werden Sie in der ersten Zeit besser schlafen und durchschlafen können, was zu einer Verbesserung Ihres Befindens führen kann. Aber die "echte" Wirkung tritt erst nach ca. 2 Wochen ein. Außerdem ist das Medikament appetitanregend."

Ich habe vorher gesagt, dass ich mit Bulimie ein Problem habe. Aber die Depressionen sind mein eigentliches Problem. Das sich meine Bulimie so krass durch dieses "apetitanregend" so verstärkt, hätte ich nicht gedacht.

Neannui77


Hausärzte sind leider, meist, nicht die richtigen Ansprechpartener in Sachen ADs. Such Dir einen Psychiater, der kennt sich mit den Medikamenten bestens aus und kann dir etwas verschreiben was "auf dich zugeschnitten" ist.

Dennoch hat billy recht, ich hab z.B. am Anfang der Einnahme von Venlafaxin in den ersten 2 Wochen einen ganzen Katalog von Nebenwirkungen durchgemacht, ist ätzend aber irgendwann wirds besser. Hast du evtl. die möglichkeit Urlaub zu nehmen? Dann wäre der Punkt arbeit erstmal weg. Das ist schon sehr belastend. Ich hab zum Glück eine Arbeitstelle die 1. Bescheid wissen und 2. sehr viel Rücksicht auf mich nehmen. Ich durfte mich zwischendurch auch mal hinlegen wenn es nicht mehr ging. Aber das ist ja leider ein Ausnahmefall.

e`inN.mädcehexn


Urlaub kann ich mir leider nicht nehmen, ich bin noch in der Probezeit...

Das ist echt super mit deinem Job, nicht jeder Arbeitgeber ist so verständnisvoll. Im Gegenteil wenn man nicht funktioniert, wird man gleich aussortiert.

Ich mag meinen Arzt. Er ist wirklich sehr verständnisvoll, deshalb möchte ich ihm auch am Montag auch nicht sagen: So also mit Mirtazapin kam ich überhaupt nicht zurecht, ich will lieber gleich zum Psychater...

Vielleicht sollte ich erstmal überhaupt kein AD nehmen, sondern warten, bis meine Therapie beginnt...weil so wie es momentan ist, ist es aushaltbarer als mit den Nebenwirkungen die die erste Zeit wohl bei jedem AD vorkommen.

Z%wackx44


Hallo ein.mädchen: Zunächst mußt Du Dir erst einmal klar machen, dass Psychopharmaka auf jeden Patienten sehr individuell wirken. Es kann beispielsweise passieren, dass der eine Patient mit einem bestimmten AD zunimmt, ein anderer mit dem gleichen AD aber abnimmt. Deshalb ist die 1:1-Übertragung persönlicher Erfahrungen auf Dritte nicht möglich. Im Prinzip muß man es immer selbst ausprobieren. Nun schreiben die AD-Hersteller in ihren BPZ, dass Nebenwirkungen auftreten können, meistens aber nach einer Anfangsphase wieder verschwinden (aber nicht verschwinden müssen). Auch da ist man also auf der unsicheren Seite und muß es ausprobieren. Geduld ist auch in Bezug auf den Wirkungseintritt angesagt. Nach 2 Wochen sollten die Krankheitssymptome um mindestens 20% vermindert sein. Allerdings muß man erst einmal auf eine wirksame Dosis kommen. Für Depressionen ist die Initialdosis normalerweise 30 mg, die Erhaltungsdosis 30-45 mg pro Tag. 7.5 mg sind für eine Schlafinduktion ohne Depression gedacht. Deshalb wundert mich, dass diese Dosis bei Dir schon Freßattacken auslösen soll.

Auf der anderen Seite ist Mirtazapin wirklich das AD, von dem laut sanego.de 11% der Patienten von Appetitsteigerung sprechen und 48% von Gewichtszunahme berichten. Das sind zwar viele, aber das heißt auch umgekehrt, dass 52% anscheinend nicht zugenommen haben.

Wenn Deine Freßattacken bei höherer Dosis anhalten, wäre das ein Grund zum Medikamentenwechsel. Dabei ist aber zu beachten - was die Vorredner schon gesagt haben - dass man ein AD nicht abrupt absetzt. Erstens heißt die Faustregel, dass man einen Auslaßversuch erst 6-12 Monate nach Verschwinden der letzten Krankheitssymptome machen sollte, um Rückfälle zu vermeiden. Man wird das AD dann auch ausschleichen, um Absetzerscheinungen möglichst zu vermeiden. Beim Medikamentenwechsel kann man in den meisten Fällen nahtlos von einem AD auf ein anderes umsteigen, ohne einschleichen zu müssen. Wenn die Nebenwirkungen inakzeptabel sind (und auch das kann vorkommen), spricht man seinen Psychiater auf einen Medikamentenwechsel an. Die Palette geeigneter ADs ist so breit, dass man schon sehr viele Wünsche erfüllen kann. Außerdem ist es möglich, zwei oder drei ADs miteinander zu kombinieren, so dass fast maßgeschneiderte Lösungen möglich sind. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, Buch zu führen über das Befinden in Abhängigkeit von AD-Art und Dosis. Je genauer man dem Psychiater diese Wirkungen schildern kann, desto besser kann er einem helfen.

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Mirtazapin ist bekannt fpr die Heißhungerattacken – bei einer vorhandenen Bulimie m.M.n. eine Fehlentscheidung des Arztes!

Außerdem gibt es andere AD's, die man eigentlich vor Mirtazapin ausprobieren sollte (die sog. SSRI-Wirkstoffgruppe).

Was man auch wissen muss:

AD's machen nicht glücklich. Sie behandeln eine Depression und z.T. Ängste, aber sind keine "happy pills". Außerdem überwiegen in den ersten 2-4 Wochen häufig mehr oder weniger starke Nebenwirkungen; die eigentliche antidepressive Wirkung tritt erst nach 2-4 Wochen ein. Oder gar nicht, dann muss man ggf. ein anderes Präparat ausprobieren.

Ich kann Dir nur raten, Dich selber deutlich stärker zu informieren, was AD's angeht!!! Gerade bei AD's ist es wichtig, ein informierter Patient zu sein und mitzureden.

Dass AD's auch eine vorhandene Suizidneigung verstärken können: Ist schockierend, aber bekannt. Da einige Medikamente den Antrieb fördern noch bevor die antidepressive Wirkung einsetzt, kann es in dieser Phase halt zur umsetzung von Suizidplänen kommen, da die Antriebshemmung wegfällt, jemand aber noch unverändert depressiv ist. Auch hier ist der verschreibende Arzt in der Verantwortung, ein geeignetes Medikament auszuwählen.

Mach' Dich daher zum einen selber schlau – und zum anderen: Mache Deinem Arzt Druck bzgl. eines AD-Wechsels, da Mirtazapin be Bulimie einfach eine blöde Idee ist. Und er Dich insgesamt mehr aufklären soll, wenn Du Dich bis dahin nicht selber in das Thema eingearbeitet hast.

S=un$fl2ower~_73


@ ein.mädchen:

Du MUSST Deinem Arzt am Montag sagen, dass es mit dem Mirtazapin nicht geht. Die Müdigkeit könnte man ja noch aushalten bzw. abwarten, wie sie sich entwickelt. Aber das Hauptproblem ist ja wohl der Heißhunger, und das geht nicht.

Du musst nicht von Deinem netten Arzt gemocht werden, sondern er hat die Pflicht, ein geeignetes AD auszuwählen. Wenn er als Hausarzt da nicht genug Überblick hat, musst Du zu einem Psychiater. Es ist DEIN Leben und Du musst Deinen Arzt nicht glücklich machen.

Und wenn die Chemie zwischen Euch stimmt, wird Dein Arzt da auch nicht genervt oder unfreundlic reagieren, sondern DICH ernst nehmen!

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