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Umgang mit unsicheren Menschen

nkope_~89 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Problem ist folgendes:

Ich habe in meinem Umfeld sehr unsichere Personen, speziell eine Person, mit denen ich nicht umzugehen weiß, denen ich aber nicht aus dem Weg gehen kann!

Merkmale:

*Vorgefertigte Gedanken bzw. Meinungen, daher ist keine Diskussion über Ansichten möglich; diese Gedanken stammen aber nicht aus Lebenserfahrung, sondern sind "angelesen".

*Dauerndes Bestätigenwollen von Taten, die gerade ausgeübt worden sind ("Das war doch in Ordnung so, oder? Sonst hätte ich ja den Nachteil gehabt das ....")

*Bestätigen wollen von Meinungen, die mal ausnahmsweise erlebt worden sind und nicht "angelesen" mittels suggestiver Fragen ("Findest du nicht auch??" – Wie ich diese Frage LIEBE! %-| )

Kennt ihr solche Menschen?

Wie geht ihr mit diesen um?

Ich habe keine Lust mehr mich deswegen in Zukunft stressen zu lassen, aber ich weiß nicht den Mittelweg zwischen die Person zwar einerseits nicht zu verletzen andererseits aber dieses Entwicklungsdefizit nicht auf meinem Rücken austragen zu lassen, weil es einfach nur unglaublich anstrengend ist!!

Danke! @:)

Antworten
KEMWoodWy


Hatte eine Kollegin, die auch immer Bestätigung suchte.

Ich hab ja nichts dagegen, wenn man bei bestimmten Punkten mal nachfragt, aber diese ständigen Bestätigungen, die sie von mir einforderte, haben mich extrem genervt.

Zum Schluss bin ich gar nicht mehr darauf eingegangen, sondern hab ihr gesagt, dass müsse sie selber wissen, denn wenn sie es eben nicht wüsste, könnte ich ihren Job locker mitmachen und hätte gerne auch ihr Geld.

Das hat in ihrem Fall erstaunlich gut funktioniert. Sie fing an eigene Entscheidungen zu treffen und im Endeffekt hat das auch ihr Selbstbewusstsein gesteigert.

n0o$pe_8x9


@ KMoody

Das klingt ja echt toll!!

Ich denke nämlich auch, wenn man diese Menschen bestätigt ist weder ihnen geholfen, noch einem selbst... Das lässt sie nur weiter in ihrer Schiene fahren – funktioniert ja....

Nur bin ich gerade sehr unkreativ, wie die Lösung bei mir aussehen könnte – sind keine beruflichen Kontakte...

Hmhmh vielleicht werd ich inspiriert durch weiter Erfolgsstorys! :-)

KXMoo&dxy


Vielleicht auch einfach mal offen diese Unsicherheit ansprechen?

Und den betreffenden Personen auch ruhig sagen, wie du dich dabei fühlst. Denn oftmals machen sich diese Menschen gar keine Gedanken, wie sehr das andere Menschen nervt.

nqope1_89


Wie war denn deine Kollegin? Also hattest du das Gefühl, diese Unsicherheit ist nur auf die Arbeit selbst bezogen oder allgemein ihr Charakter?

Weil ich eben mit solchen Personen, wie ich sie beschrieben habe im Privaten zu tun habe und da nicht das Gefühl habe, dass es ein kleiner Teil ihrer Persönlichkeit ist, der da problematisch ist, sondern eher .... allumfassend. Und das find ich dann echt ne große Sache, wo ich denk, da hab ich eigentlich nichts mitzumischen bzw. wär das ja auch ein riesiger Brocken sowas anzusprechen....

KIMooxdy


Nein, das war ein Charakterzug bei meiner Kollegin.

Auch ein wirklich großer Teil der Persönlichkeit.

Aber eben weil es so ein großer Teil ist, nervt es die ganze Umgebung und wahrscheinlich die Betroffenen selbst.

Ich würde das ansprechen. Vielleicht ist es ihnen auch gar nicht bewusst. Zumal ich denke, wenn jemand so unsicher ist, geht auch ein großer Teil Lebensqualität flöten.

n<ojpe_189


Danke, ich werde auf jeden Fall mal über diese Möglichkeit nachdenken, was ich bisher vermieden habe, da ich mir einen Erfolg nicht vorstellen konnte ... Aber deine Geschichte regt mich jetzt doch zum Nachdenken an, dankeschön!

KXMoodxy


Das muss jetzt nicht unbedingt bei jedem Menschen den gewünschten Erfolg bringen.

Ich persönlich habe jedoch festgestellt, dass es für mich und meine eigene seelische Gesundheit besser ist, wenn ich solche Menschen meide. Mir ist der Kontakt oder sogar eine Freundschaft zu anstrengend, weil ich mir nie sicher sein kann, um sie wirklich um meinetwillen mit mir befreundet sind oder nur Bestätigung suchen, die sie von anderen vielleicht nicht bekommen.

Im Grunde ist es ein Teufelskreis. Bestätigt man diese Menschen stetig in ihrer Unsicherheit, werden sie nie das Bedürfnis haben, etwas daran zu ändern.

Ich wünsch dir auf jeden fall viel Kraft – und zur Not eben auch, um dich zu distanzieren.

nJo7pe_8x9


Das muss jetzt nicht unbedingt bei jedem Menschen den gewünschten Erfolg bringen.

Es ist zumindest schonmal schön zu hören, dass eigentlich etwas so einfaches wie ein Hinweis soviel bewirken kann! :-)

Ich persönlich habe jedoch festgestellt, dass es für mich und meine eigene seelische Gesundheit besser ist, wenn ich solche Menschen meide.

Ich habe mich auch lange gefragt, warum ich mich dauernd mit ihr vergleiche – abwärtsgerichtet ... Also mir geht's besser als ihr in dem und dem Punkt, ich bin da besser dran etc. Irgendwann hab ich mich dann gewundert, warum immer gerade sie bzw. nur sie zu diesen Vergleichen heranzehe . Es ist immer sie bei der ich mich automatisch vergleiche um dann besser dazustehen. Bis ich jetzt doch sehe, dass dieses "Findest du nicht auch??" für mich eine ziemlich erniedrigende Sache ist, obwohl ich ja sehe, dass ich nicht das einzige "Opfer" bin... Und daher muss ich sie dann mit den Vergleichen auch "erniedrigen" um keinen seelischen Schaden zu "erleiden" (etwas übertrieben gesagt, aber ich denke das ist der Mechanismus).

nNopek_829


Noch jemand erzählenswerte Geschichten?? :-) @:)

P~oho}dxa


Nicht direkt, aber so ähnlich.

Ein Studienkollege von mir ist so unsicher, dass er richtig verhaltensauffällig ist:

Er kichert hysterisch in den unpassendsten Momenten, z.B. wenn sich jemand verspricht oder irgend ein anderes Missgeschick passiert – und es passieren VIELE kleine Hoppalas im Laufe einer Vorlesung... man muss nur niesen, etwas fallen lassen, sich versprechen.. und sein Lachen ist garantiert! Dann schaut er immer in die Runde, ob die anderen auch mitlachen. Tut aber niemand. Dann verfliegt sein Grinser schnell wieder... es ist immer die gleiche Abfolge, ich kann es schon fast nicht mehr ertragen.

Er macht auch ständig blöde Zwischenbemerkungen, wenn jemand spricht, die total unangebracht sind. Ihm selbst fällt es nicht auf, aber wir sind alle schon so genervt.

Ich musste das 3 Jahre lang aushalten, meine Nerven waren teilweise echt zum Zerreißen gespannt!!! Bald ist das Studium vorbei... viel machen kann man da auch nicht, außer ihn in solchen Situationen zu ignorieren, oder? Aber es ist SO OFT der Fall. Ständig dieses dämliche Gekicher! Und dann der Blick in die Runde: die Suche nach Bestätigung. Immer und immer wieder, auch wenn niemand reagiert.

Nach außen hin tut er so, als hätte er Selbstbewusstsein, doch das ist nicht so. Darum will ihn auch niemand irgendwie fertigmachen, weil er sowieso schon arm dran ist. Glaub, außer dem Studium hat er nicht viel im Leben. :-/ Es liest sich jetzt vielleicht fies, aber man kann auf ihn nicht eingehen. Er ist wie von einem anderen Planeten, überhaupt keine sozialen Skills, der junge Mann!

Das war meine Geschichte über den unsichersten Menschen, den ich kenne.

EvhemalAiger Ngutzer (t#259506)


Ich hatte mal eine Kollegin, die wohl auch in diese Kategorie gehört.

Ich war neu dort (nach einem Umzug) und freute mich anfangs, dass sie so nett war und mir alles zeigte etc., aber nach einer Weile merkte ich, dass sie einfach jemanden gesucht hatte, an den sie sich "drangenhängen" konnte, um eigene Unsicherheiten in der Arbeit zu "kaschieren". Es verging keine Schicht, in der sie mich nicht fragte, ob ich denke, dass dieses oder jenes so nun richtig sei oder ob man das anders/besser machen könnte und wie ich dieses oder jenes machen würde usw. Sie hatte auch die Angewohnheit, mir nach dem Mund zu reden, was ich überhaupt nicht leiden kann.

Mit der Zeit erfuhr ich dann, dass ich eben ihr neues "Opfer" war, weil andere deshalb schon nicht mehr in einer Schicht mit ihr arbeiten wollten und meine Chefin sagte mir sogar ganz offen, dass sie meine Kollegin (obwohl sie längere Berufserfahrung in diesem Bereich hatte als manch andere/r Kollege/in) nicht alleine einsetze, weil sie befürchte, ihr könnten schwerwiegende Fehler unterlaufen. Das war der Punkt, als ich wirklich dachte, ich spinne. Anstatt dass mit der Frau einfach mal offen gesprochen wird, meidet sie jeder und ihr wird der Job nicht mal richtig zugetraut (zu Recht), aber trotzdem bleibt sie dort – ohne ein klärendes, wichtiges Gespräch – beschäftigt.

Dann hab ich versucht, mit ihr zu reden, anfangs sehr behutsam, weil ich Angst hatte, ich könnte sie verletzen... ich war mir unsicher, wie sie reagieren würde.

Jedenfalls war das Ende vom Lied, dass sie sogar froh war, mal mit jemandem darüber sprechen zu können, denn sie hat ihre eigene Unsicherheit logischerweise auch selbst bemerkt. Sie meinte damals, das käme durch ihre Kindheit etc. und sie hätte Angst, Fehler zu machen und deshalb würde sie oft nachfragen; außerdem wolle sie gerne von jedem gemocht werden und daher vertrete sie keine eigene Meinung usw.

Bei ihr war das Ganze letztlich so schwierig, dass sie tatsächlich eine Therapie gemacht hat, weil sie aus diesem Kreislauf einfach selbst nicht mehr herauskam. Ob das immer nötig ist, bezweifle ich, aber ich fand es gut, dass sie an ihrer Situation etwas ändern wollte, denn mit dieser war sie auch selbst nicht glücklich und sie konnte ihre Arbeit oft nicht gut erledigen. Leider weiß ich nicht, was aus ihr und ihrem "Problem" geworden ist, denn dieses Gespräch hatten wir nach ca. 8 Monaten und die Therapie fing sie nach ca. weiteren 6 Monaten an, aber ich bin dann nach 1 1/2 Jahren wieder umgezogen und hatte somit auch einen Arbeitsplatzwechsel, aber ich denke und hoffe mal, dass es ihr was gebracht hat.

Was ich aber immer gut finde, ist ein offenes Gespräch, denn in meinem Fall war sie mir sogar dankbar dafür, denn sie hat sich damit wohl sehr einsam und allein gefühlt. Also ich denke, es ist richtig, das anzusprechen, nur nicht mit der "Holzhammermethode", denn die betreffende Person könnte dann gleich noch eingeschüchteter sein und das wäre für ein vertrauensvolles Gespräch wenig hilfreich.

Viel Erfolg! :)*

nrope_x89


Und noch eine Erfolgsstory, wo das Ansprechen funktioniert hat! Wow!

Also vom Ansprechen bin ich gerade gedanklich noch weit entfernt....

Wie genau hat das denn dann ausgesehen?

Also ich denk mal natürlich unter 4 Augen- sonst wär's ja irgendwie erniedrigend...

Aus der Situation heraus?? Also wenn's mal wieder irgendeinen Satz à la "Findest du nicht auch?" gibt, dann zugreifen oder eher ein "Ich wollt schon länger mal ansprechen.."?

Und dann? Dass du unsicher bist?

Ojeeee, ob ich das je über die Lippen bekomme! :-/

Mehr Erfolgsstorys bitte ;-D

E=hemal\iger nNuAtzer (#I259506)


Zuerst hatte ich mir überlegt, in einer gemeinsamen Nachtschicht darüber zu reden, aber von dem Gedanken bin ich schnell wieder abgekommen, weil ich erstens dachte, dass wir dann öfter gestört werden könnten und zweitens, dass es in der Arbeits-Umgebung irgendwie unpassend ist. Also hab ich sie einfach mal in ein Café eingeladen, ohne ihr vorher zu sagen, worum es mir geht, ein neutraler Ort war mir am liebsten.

Dann haben wir erst so ein bisschen geredet und irgendwann hab ich so etwas gesagt wie, "ich möchte mit dir gerne mal über was sprechen..." und hab ich ihr ganz behutsam meine Beobachtungen geschildert, was mir aufgefallen war usw., bin aber immer bei den anderen und mir geblieben und hab IHR keine Vorhaltungen oder gar Vorwürfe gemacht, weil ich befürchtet hatte, dass sie sich dann schnell angegriffen fühlen könnte. Das hat so ganz gut geklappt, denn sie hat gleich verstanden, worauf ich hinaus wollte.

Ich denke, wie man das Gespräch führt, sollte man sehr individuell entscheiden, denn es kommt A) auf die Person an (verträgt sie die Wahrheit oder sollte man alles etwas netter umschreiben), B) wo man mit der Person spricht (welche Atmosphäre dort gerade herrscht) und C) wie die Person gerade stimmungstechnisch drauf ist (wenn sie ohnehin einen miesen Tag hat, wird es nichts bringen, dann auch noch so ein tiefschürfendes Gespräch zu führen).

Um ehrlich zu sein, mir ist das alles auch nicht leicht gefallen und es hat mich auch geärgert, dass kein/e andere/r Kollege/in je mit ihr darüber gesprochen hatte (die hatten zu dem Zeitpunkt alle schon 5 Jahre zusammen gearbeitet), dass ich es nun tun "musste". Aber im Nachhinein war ich sehr froh, für sie und für mich und das gesamte Arbeitsklima.

n;ope_x89


Mittlerweile bin ich wieder ein Stück weiter :)^

An unsicheren Menschen stört mich, dass sie grenzüberschreitend sind und ich noch nicht so gut im Grenzen setzen bin, dass diese meine Grenzen dadurch öfter überschreiten.

Manchmal ist es aber ganz gut für mich diese zu treffen, dann kann ich besser üben, als mit "mir gegenüber sich korrekt verhaltenden" Menschen.

Hat noch jemand ne Story zum Thema unsicherer, grenzüberschreitender Mensch?

Hab mir meine Definition zu grenzüberschreitend geformt: Von mir etwas verlangen (Bestätigung, Liebe, etc.) was ich aber in dem Moment nicht geben will.

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