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Probleme mit der Freundin. Habe ich narzisstische Züge?

ObshoRvaxh hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen

Ausgehend von den Streitereien mit meiner Freundin (welche in der Regel immer auf das selbe hinauslaufen) habe ich den leisen verdacht, dass ich narzisstische Züge habe. Habe mich etwas im Internet informiert und einige Verhaltensmerkmale von Narzissten treffen auch auf mich zu.

Zu meiner Person:

Ich hatte eine Super Kindheit, war Einzelkind bis 12 Jahre und genoss grosse Aufmerksamkeit meiner Mutter. Mit meinem Vater unternahm ich alles was meine Mutter nicht zugelassen hätte. Ich hatte eine sehr alternative und antiautoritäre Erziehung. Wir waren viel unterwegs und ich dufte weitgehend alles machen. Später in der Schule war ich immer einer von denen, die nie was für die Schule, Ausbildung oder sonst was gemacht haben, aber es immer noch irgendwie geschafft haben. Ich lebe sehr stark nach dem Motto "es wird schon irgendwie gut gehen". Und es geht auch immer gut. Ich kann wirklich sagen, dass ich teilweise verdammtes Glück habe. Weder um mein jetzigen Job als Webdesigner noch um meine Wohnung habe ich mich gekümmert. Es viel mir alles in den schoss. Selbst um eine Freundin habe ich mich nie gross gekümmert. Mein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl ich immens. Ich kriege wirklich alles gebacken und halte mich auf für den besten Menschen auf dem Planeten. Ich habe ein sehr ausgeprägten Gerechtigkeit-Sinn. Wenn mir was ungerecht erscheint werde ich sehr schnell sauer. Ich bin auch überzeugt, wenn alle so denken wie ich, wäre die Welt perfekt. Ich habe sogar einmal eine Webseite gemacht, welche [[www.iamgod.ch]] lautet.

Aber ich bin keineswegs ein Mensch der super Karriere und so machen will. Ich bin ein Mensch der am liebsten nur Freizeit hätte um mit meiner Freundin, Freunden was zu unternehmen oder meinen Hobbys nachgehen. Zudem Kiffe ich sehr viel. Was mich aber bei meinem Sonstigen treiben nicht weiter beeinträchtigt. Ich bin höchstens ein bisschen vergesslicher geworden. Trotzdem Kiffe ich fast täglich.

Ich bin ich 23 Jahre alt und möchte nicht älter werden. Ich habe teilweise angst vor dem älter werden.

Zum Problem

Bis zu meiner Jetzigen Freundin ist mir nie gross was an meinem Verhalten negativ aufgefallen. Jedoch haben wir hin und wieder streit.

Meine Freundin ist eine sehr sehr starker Gefühlsmensch. Ich leider ganz und gar nicht. Ich bin ein absoluter Logiker und Pragmatiker. In meiner WG ist alles in erster Linie Praktisch. In ihrer ganz und gar nicht, dafür ist es sehr bewusst Gestaltet. Ich kann mit dem gar nicht umgehen. Ich rege mich regelmässig auf über fehlende Sachen, mühsame Einrichtungen etc.

Wenn sie irgendwas auszusetzen hat (nicht an mir sondern an irgendwas) bereite ich ihr binnen wenigen Augenblicken eine Lösung ihres Problems vor, aber sie will die Lösung nicht annehmen. Dies macht mich zum teil fast wütend. Ich kann nicht zusehen wie sie ein Problem hat, die lösung auf der Hand liegen würde, sie aber diese nicht annehmen will und danach auch noch Selbstzweifel hat. Ich kann solch unlogisches Verhalten absolut nicht nachvollziehen.

Wenn wir streit haben, dann ist es meist wegen irgend einer Kleinigkeit die aber dann ein Aufgestautes Problem auslöst. In dem Moment sehe ich nur den aktuellen Auslöser und kann absolut nicht verstehen wieso sie schon wieder ein Theater aus irgendwas macht und werde sehr wütend. Vor allem wenn ich mich noch als der ungerecht behandelte fühle. Was leider fast immer so ist. Aus meiner Sicht habe ich noch nie irgend ein Streit oder sonst was angefangen.

Dazu kommt, das ich wirklich sehr gut argumentieren und Diskutieren kann. Wenn wir uns streiten kann ich immer alles so drehen dass sie sich am Schluss schlecht fühlt. Dessen bin ich mir sehr bewusst und versucht mich auch zurück zu halten. Aber wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, kann ich mich kaum bremsen. Und irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass ich im recht sei.

Sie hat mir letztens vorgeworfen, ich sei immer so Kalt und Gefühlslos und gebe ihr nicht das Gefühl dass ich sie brauche und begehre. Zudem wirke ich in Diskussionen abschätzend und arrogant. Hinzu kommt noch das übliche, ich könne nicht zuhören, mache immer was ich will usw. Auch wirft sie mir hin und wieder vor, mir wäre alles scheiss egal auf der Welt. Ja, dies stimmt sicher zum teil. Mir geht sehr viel am Arsch vorbei. Aber nicht wie viele sicher denken würden, die Umwelt und Politik und ich sei Arrogant. Ich bin sehr Umweltbewusst, habe sehr grosse Achtung vor Tieren. Aber die Menschen gehen mir teilweise wirklich am Arsch vorbei. Der Mensch hat es sowieso nicht verdient zu existieren.

Das ich Gefühlslos sein könnte ist mir schon hin und wieder aufgefallen. Manchmal habe ich das Gefühl ich könnte nicht richtig Lieben. Klar, ich liebe meine Freundin. Aber als vor kurzem ein Freund von mir Selbstmord gemacht hatte und wir in der Kirche die Abdankungsfeier hatten, bekam ich fast angst weil ich irgendwie kaum traurig wurde. Obwohl ich sehr traurig über den Verlust bin und alles machen würde, damit es ihn noch gäbe. Aber das Gefühl der Betroffenheit, Traurigkeit fehlte irgendwie.

Ich fühle mich sehr angezogen von meiner Freundin und bin auch teilweise anhänglich. Trotzdem fühle ich mich teilweise so als würde ich nicht richtig Lieben können. Als würde ich die Gefühle (welche im Grunde nur ein Chemie Cocktail von Botenstoffen und so ist) nicht richtige Wahrnehmen können.

Oft kann ich Gefühle auch nicht richtig zuordnen. Beispielsweise fühle ich ab und zu in der Bauchgegend ein Unbehagen. Ob dies nun von der Arbeit, oder von einem Schlechten Gewissen oder von sonst was ist, kann ich nicht sagen. Ich merke nur dieses Unbehagen.

Was soll ich machen?

Soll ich ihr oberflächlich mehr Zuneigung zeigen in dem ich beispielsweise mehr SMS oder sonstigen Klischee scheiss mache? Solche Sachen hasse ich nämlich. Weil allgemein Worte für mich nicht so einen Bedeutung haben. Taten sprechen für sich. Worte kann jeder in den Mund nehmen.

Was würdet ihr machen? bzw was kann ich anders machen? oder soll ich sogar zu einem Psychiater gehen?

Vielen dank fürs Lesen

Gruss Oshovah

Antworten
Xeirt?am


Mein Freund und ich haben schon einige Jahre zusammen durchgemacht, viele Höhen, viele Tiefen. Wir eckten immer an den selben Problemen an. Er und seine ständige Kifferei, sein fehlendes Verantwortungsbewusstsein, er sah immer alles zu locker, nahm die Beziehung nicht Ernst und deutete meine Sorge und die daraus resultierenden Streits als "sie gönnt mir keinen Spaß". Mir fehlte es ständig an Zuneigung und die Bestätigung dass ich ihm wirklich wichtig bin. Er fing an herumzu nörgeln und seine Erwartungen von mir stiegen ins unerfüllbare. Hauptsache er hatte irgendwelche Gründe zur Hand, warum die Beziehung nicht funktioniert. Er suchte ständig nach Fehlern an mir und hielt mir diese vor, obwohl diese mit unserer Beziehung nicht mal wirklich zu tun hatten, fand er immer einen Weg, mir die Schuld für diese schwierige Beziehung zu zuschieben. Es war einige Male Schluss aber weil wir uns ja doch sehr lieben, fanden wir immer wieder irgendwie zusammen. Es ging fast immer von mir aus. Als er einen sehr verantwortungsvollen Job bekam, hörte er mit dem Kiffen auf. Endlich...

Als ich letzten Winter dann eine Affäre einging und diese ihm beichtete, veränderte er sich völlig. Ich war davon überzeugt, dass ich ausziehen werde (was er sich ja Monate zuvor immer wieder mal wünschte) und sehnte mich nach dem neuen Partner. Mein Freund reagierte erst beleidigt und gekränkt, dann aber merkte er scheinbar erst wieder was er an mir hat. Mir wurde bewusst, dass ich den neuen Partner nicht liebe, sondern nur dieses "Verliebtseinsgefühl" und die Aufmerksamkeit. Dinge, die ich einfach von meinem Freund nicht mehr bekommen habe, obwohl ich diese immer gegeben hatte. Mein Freund schlug verwundernswerterweise eine Paartherapie vor (ich hatte ihn schon öfter darum gebeten aber er belächelte das nur). Wir waren jetzt 4 mal dort und unsere Beziehung hat sich völlig verändert. Uns ist klar, dass es nicht unbedingt an der Therapie liegt, sondern einfach die Tatsache, dass wir beide uns öffnen. Mein Freund kann plötzlich offener über seine Gefühle reden und spricht über Dinge, die er mir Jahrelang vorenthalten hat. Er spricht (endlich) aus, dass er Scheiße in der Beziehung gebaut hat und vieles Absichtlich getan...

Ich kann dir nur raten, versuche dich zu öffnen und rede mit deiner Freundin. Rede mit ihr über deine Ängste, deine fehlenden Gefühle. Ich bin mir sicher, dass sie nicht fehlen, sondern nur tief vergraben liegen. Ihr müsst mal eure Streits in kleine Teile zerlegen. Versucht nachzuvollziehen, warum ihr überhaupt Streit hattet, woher kommt der Ursprung. Wie du schon schreibst, häuft sich das zusammen und man sieht nur noch einen Problemhaufen. Aber wenn man mal anfängt herum zu sortieren hat man nur viele kleine Häufchen die an sich gar nicht so schwer zu lösen sind.

UND: ein gewisses Maß an Streiten ist gesund und gehört in jede Beziehung. Versucht nicht, nicht zu streiten. Versucht einfach, gesund zu streiten.

Ich hätte mir nie Träumen lassen, dass es in unserer Beziehung wieder funktionieren kann. Vor kurzem war ich noch fest entschlossen eine neue Affäre haben zu wollen...

K$ylimnn


Du solltest dich mal näher über Alexithymie informieren. Eventuell gibt das deiner "Gefühllosigkeit" und damit verbundenen "Problemen", grade auch in der Beziehung, einen Namen.

Sowohl die Streitereien (nicht an sich, sondern die Art und weise, die du dargestellt hast) mit deiner Freundin wie auch deine Gefühllosigkeit, der Umgang mit dem Tod deines Freundes wie auch die nicht zuordenbaren Gefühle in der Bauchgegend wären jedenfalls typisch dafür.

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