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Internetbekanntschaft droht mit Selbstmord, wie verhalten?

a:.fixsh


Wenn Du den Kontakt abbrichst, informiere vorher die Polizei. Benny, auch wenn Dir das unangenem und peinlich ist, diese Verantwortung hast Du. Nicht die Verantwortung für sein Leben, aber die, andere Stellen zu informieren und ihn nicht einfach fallen zu lassen.

S)innUestäxter


Vielleicht bin ich einfach nicht altruistisch genug oder mir fehlt das Mutter-Theresa-Gen, aber ich würde den Teufel tun und mir von jemanden eine Verantwortung aufdrücken lassen, den ich nicht mal richtig kenne.

Wenn es ihm schlecht geht und er Hilfe braucht, soll er das sagen. Aber solche "Ich bring mich um"-Spielchen (Pillen auf Hand per Cam?!?!) machen mich einfach nur stinksauer, das ist emotionale Erpressung meiner Aufmerksamkeit, und ich lasse mich nicht erpressen, auch nicht von einem Kranken. Meine Reaktion wäre ein "Viel Spaß, Idiot", und anschließend ein Ignore.

IUl=lusxio


a.fish hat recht.

a4.fiXs%h


Sinnestäter, wenn ein Mensch mich um Hilfe bittet, spucke ich ihm nicht vor die Füße.

Syinnes;tätexr


Ich auch nicht.

Aber dieser Mensch hat nicht um Hilfe gebeten. Er hat einen Entschluß mitgeteilt, der einzig und alleine dazu dient mich zu schocken, mich an ihn zu binden und mich mit ihm zu beschäftigen.

cphuzp,e


Die welche sagen ruf die Polizei haben Recht.

Ich war selber auch schon mal "Opfer" dieser Hilfe, und ich muss sagen, ich sässe jetzt vermutlich nicht hier.

Seinerzeit war ich einfach nur fertig mit den Nerven, seit über einem Jahr krank geschrieben und vom Amt in ein Programm gesteckt, mehrere Nervenzusammenbrüche und am Tag meiner Entscheidung als Simulant beschimpft (trotz ärztlichem Attest mit 100% AUF).

Ich konnte nicht mehr, und suchte meiner Katze ein neues Zuhause, da diese nicht darunter leiden solle, nachts um 1 Klingelte es Sturm und an der Tür polterte es – der Horror. Da ich damals nur ein Zimmer bewohnte, und neben an noch jemand wohnte, hatte ich das Glück nicht selbst an die Tür gehen zu müssen, was auch relativ unmöglich war, da ich vor Angst wir gelähmt war {:(

Und als der Polizist dann noch meinen Namen sagte – Das war ein "Erlebnis"

Zum Glück für mich, war es ein recht verständnisvoller Polizist, schon älter, wir redeten, dann wollte er meinen Shrink anrufen (welcher zum Glück schon schlief er war eine Woche später noch wütend genug und mich danach vor die Wahl stellte, entweder bringe er mich jetzt zu meiner Mutter oder ins KZ – ich wählte meine Mutter

Damals war ich einfach nur enttäuscht über diesen "Vertrauensbruch" meiner Freunde, heute bin ich froh darum, es hat mich gelehrt dass man über solche Dinge besser redet, als sich umzulegen allerdings kommt es noch oft genug vor, dass ich darüber nachdenke "es" zu tun

Habe also keine Scheu und hilf ihm auf diese Weise, aber sei nicht geschockt wenn er Dich dafür anmeckert das war zumindest meine erste Reaktion nachdem ich wieder zu Hause war ":/

a[.@fyisxh


Ja, weil dieser jemand einsam ist und Dich als Rettungsanker sieht. Natürlich ist das nicht die nette, sympathische Art um Hilfe zu bitten, bei der man sich als Helfer wohlig und geschmeichelt fühlt. Aber es ist genauso ein Hilferuf und wenn man diesen ignoriert, ignoriert man einen hilfslosen, verzweifelten Menschen in seiner Not. Das kann man tun, sollte man sich aber bewusst machen. Ich plädiere nicht dafür, dass Benny sich weiter emotional involviert. Das wäre nicht gut für ihn und auch überhaupt nicht hilfreich. Er kann nicht helfen, auch wenn sein Bekannter sich das von ihm wünscht. Aber er kann die Verantwortung weitergeben, in professionelle Hände. Bzw. er kann es zumindest versuchen und nach meiner Auffassung sollte er das auch tun.

shchnrieki


Ich kann da Suzukerl nur zustimmen. Genau so würde ich es machen und nicht anders.

Wenn er dich "verarscht" wird ihm das eine Lehre gewesen sein, wenn auf einmal die Polizei vor der Tür steht. Hat mein Ex mit mir auch schonmal gemacht, leider war ich damals noch nicht so cool und gelassen und mir ist echt der Arsch auf Grundeis gegangen und war mit den Nerven fix und fertig. Ich denke mal, die Erfahrung muss man erst machen, damit man bei sowas einfach anders reagiert.

Du hast die Erfahrung noch nicht und dein Gegenüber weis das und nutzt das aus.

Er hat dir nur die "Leb Wohl"-SMS geschickt um dich doch zu ner Antwort zu verleiten, da hättest du am besten gar nimmer reagiert. Selbst wenn du ihm zurückschreibst, das du dich nicht erpressen lässt, du hast es schon damit getan, da du ihm geantwortet hast. Selbst wenn er sich jetzt "fasst" kannst du nur drauf warten, bis das Spiel von vorne anfängt.

Also bitte ruf die Polizei und teile denen mit, das er dir ständig mir Selbstmord droht (erwähne das mit den Pillen und mit dem Lied). Du solltest ihn aber nicht vorwarnen!

Du solltest jeglichen Kontakt mit der Person abbrechen. Sollte er dir SMS oder Emails schicken, mit wieder den gleichen Andeutungen, rufst du wieder die Polizei.

SHin nes"Nter


a.fish

Natürlich ist das nicht die nette, sympathische Art um Hilfe zu bitten, bei der man sich als Helfer wohlig und geschmeichelt fühlt

Es muß weder nett noch sympathisch sein, nur eindeutig. Drei Worte, "Ich brauche Hilfe". Ein "Hilf mir, du Arschloch" erfüllt denselben Zweck. Es muß sogar nicht mal eine Frage sein, denn wenn ich rieche, das jemand nicht mit der Sprache rausrücken kann oder will, frage ich nach, ob Hilfe gewünscht ist, und wenn ja welche. Derjenige muß nur Ja und Nein sagen können.

Aber ["Ich bringe mich um"] ist genauso ein Hilferuf

Erst dann, wenn du anfängst, Worte und Handlungen zu interpretieren und direkt darauf zu handeln – und das ist für mich sehr dünnes Eis. Noch dazu wenn mich diese Interpretation, wie bei chuzpe, gegen den aktuellen Willen des Anderen handeln läßt. Mag sein, daß der Andere es später anders sieht und mir vielleicht sogar dankbar ist – aber das ist eine Vermutung. Für den aktuellen Moment, die aktuelle Situation stellt es eine Entmündigung dar. Und da verhalte ich mich anderen gegenüber genauso, wie ich selbst (und für mich sind Suizidfantasien ein fast täglicher Begleiter) behandelt werden möchte: Handlungen gegen meinen Willen "zu meinem Besten" sind ein absolutes Tabu.

M:orel$la


Polizei rufen. Ich stimme allen anderen zu, es ist die einzig richtige Reaktion.

Stellen wir uns vor, das passiert hier im Forum: Eine Person XY äußert Suizidpläne im Psychologie-Bereich und setzt diese auch noch um. Eltern, Angehörige, Freunde finden die Seite, und stellen fest, dass hier Leute bescheid wussten und nichts unternommen haben.

User, Admin und Mitleser haben (m.E.) die rechtliche Pflicht, so etwas zu melden. Sonst könnte es sein, dass sie sich strafbar machen. Was, wenn die Angehörigen eine Klage anstreben? Das fällt dann in den Bereich "Unterlassene Hilfeleistung". Über die moralischen Aspekte müssen wir doch nicht reden, oder?

Es ist in meinen Augen die einzige Möglichkeit,

a) dich selbst zu schützen, denn die Sorgen, die du (völlig zu unrecht, weil unbeteiligt) mit dir rumträgst, kaum aushaltbar sind;

b) ihn vor der Tat zu bewahren (auch wenn vielleicht nicht zu erwarten ist, dass er es ernst meint) bzw.

c) ihn wachzurütteln – er müsste den Noteinsatz bezahlen, sich rechtfertigen und hätte vermutlich einen richtigen Schock. Ich denke nicht, dass er danach nochmal so leichtfertig andere emotional unter Druck setzen würde.

Du schreibst, du seist sein einziger "Freund" – umso mehr hast du die Pflicht, etwas zu unternehmen. Für dich und für ihn.

aW.fixsh


@ Sinnestäter

Für den aktuellen Moment, die aktuelle Situation stellt es eine Entmündigung dar.

Deswegen würde ich vorher meine Handlung bzw. die Konsequenzen ankündigen, so wie ich es getan habe. Wenn mir jemand seine Suizidabsicht mitteilt, verstehe ich das als Handlungsaufforderung und das lasse ich ihn wissen. Wenn er es mir weiterhin erzählt, möchte er offensichtlich, dass ich entsprechend handle. Kommunikation läuft nicht nur über Worte ab.

Wenn er nicht mehr mit mir darüber spricht und sich dann umbringt, gut, dann wollte er es so. Das halte ich bei jemandem, der immer und immer wieder davon spricht aber für unwahrscheinlich. Nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich und einen tatsächlichen Selbstmord würde ich dann auch als schiefgegangenen Selbstmordversuch interpretieren, wenn Du verstehst, was ich meine.

L5ewbian


Ich glaube nicht, dass es hier ein klares "richtig" und "falsch" gibt. Ich kann sowohl Sinnestaeter als auch a.fish gut nachvollziehen.

Ich kann keine \Verpflichtung\ sehen, irgendwie helfend einzugreifen (ich habe das vor einiger Zeit mal nachgesehen: rechtlich ist es anscheinend ein bisschen eine Grauzone, aber die juristische Praxis scheint zu sein, dass rechtlich wegen unterlassener Hilfeleistung nur jemand belangt wird, der konkret anwesend ist, wenn ein anderer schon quasi dabei ist, sich umzubringen). Aber dass viele finden, sie sollten das trotzdem tun, wer kann das kritisieren? Dass man andererseits diesem Menschen nicht seine Selbstverantwortung abnehmen will und ihm die freie Wahl des Selbstmords zugesteht, finde ich genauso verstaendlich und akzeptabel.

Letztlich entscheidet der selber, der in der Situation ist, und er hat in jedem Fall mein Mitgefuehl, denn es ist eine Scheiss-Situation.

s'perxminc,hen


Dass man andererseits diesem Menschen nicht seine Selbstverantwortung abnehmen will und ihm die freie Wahl des Selbstmords zugesteht, finde ich genauso verstaendlich und akzeptabel.

Naja...ich finde ja, dass jemand, der sich das Leben nehmen will, es tun kann, ohne dass ihm jemand dazwischen funkt. Und das ganz einfach, indem er es niemandem erzählt.

Wenn jemand aber wiederholt seinen Selbstmord ankündigt, dann gehe ich stark davon aus, dass er von seiner Absicht noch nicht so ganz überzeugt ist, und eigentlich nur um Hilfe schreit.

L|ewi|an


sperminchen

Das kannst du gerne so sehen, und ich finde es voellig in Ordnung.

Was ich allerdings seltsam finde, ist, dass es anscheinend vielen sehr schwer faellt, zu akzeptieren, dass andere eine andere Sichtweise haben.

I%llusUixo


@ Lewian:

In welcher Situation befindet er sich denn?

Die meisten, die Selbstmordabsichten äußern, appellieren an ihre Umwelt, ihnen zu helfen. Sonst würden sie sowas nicht groß ankündigen.

Gruß

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