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Zu sensibel, traurig und diese negative Gedanken in mir...

_+Cind@arexlla_ hat die Diskussion gestartet


Da ich mir selber irgendwie nicht mehr zu helfen weiß und mir immer mehr bewusst wird das ich etwas ändern muss wende ich mich heute an euch. Ich habe das Gefühl mein leben geht gerade irgendwie den Bach runter und ich bin wohl größtenteils selbst schuld daran. kann gar nicht mehr genau sagen seit wann ich mich so fühle – aber ich glaube bewusst nehme ich es seit Anfang des Jahres wahr und in letzter Zeit wird es immer schlimmer. Ich weiß nicht ob das "Problem" nur in meiner Beziehung besteht und mit meinem Freund und mir zusammenhängt oder ob es tiefer sitzt. Da ich dieses Verhalten an mir jedoch eigentlich nur im Zusammenhang mit meinem Freund wahrnehme, hat es wohl mehr mit ihm zu tun…

Ich bin oft traurig und nehme mir Dinge viel zu sehr zu Herzen bzw. nehme irgendwie alles persönlich. Ich habe seit 1,5 Jahren einen Freund den ich sehr gern habe. Eigentlich sollte ich total glücklich sein, ich bin mit dem Menschen zusammen den ich immer gesucht habe. Er will oft was mit mir unternehmen, wir verbringen meist das ganze WE miteinander, er nimmt mich überall mit, ich verstehe mich super mit seiner Familie, er sagt das er ich sehr lieb hat, fragt mich nach meiner Meinung, interessiert sich für mich usw. – ich könnte noch vieles aufzählen.

ABER das alles sehe ich nicht, ich führe es mir zwar vor Augen oder rede darüber – aber es dringt irgendwie nicht zu mir durch, ich weiß nicht wie ich das anders ausdrücken soll. Ich dagegen denke immer nur an andere dinge – wir können noch so ein schönes WE oder einen schönen Tag verbracht haben, dieses "schöne Gefühl" währt nicht lange, bei mir dagegen gehen sofort wieder die Gedanken los, ich zerlege den Tag regelrecht und suche nach irgendwelchen negativen aussagen, Verhaltensweisen etc – und dann geht es mir schlecht, ich denke dann nur daran das er mich sicher nicht mehr mag, das ich zu langweilig für ihn geworden bin, das ich mich in irgendeiner Situation falsch verhalten habe und ich damit wahrscheinlich alles kaputt gemacht habe. Und aus diesem Teufelskreis komme ich dann nicht mehr raus – ich steigere mich manchmal richtig rein und mahle mir die wildesten Fantasien aus, bei denen ich, wenn ich noch mal realistisch nachdenke, genau weiß das es wahrscheinlich absoluter Schwachsinn ist – aber dennoch dringt das nicht zu mir durch, ich kann dann einfach nicht mehr realistisch denken.

Das geht dann soweit das es mir sogar körperlich schlecht geht, ich beginne zu Zittern, mir wird heiß und kalt, mein Herz schlägt wie wild und ich bekomme richtige Heulkrämpfe.

Seit ca. 3 Monaten ist es jedoch so das ich nicht nur traurig werde wenn ich zu Hause bin und alles zerdenke, inzwischen ist es schon so das ich mir ständig negative Gedanken mache und öfter am Tag an einem Punkt bin wo ich sofort losheulen könnte, ich habe einen richtigen Kloß im Hals und sitze da uns starre in die leere, fühle mich hilflos, traurig, wertlos.

Ich will euch mal ein paar Beispiele schildern, damit ihr das vielleicht besser nachvollziehen könnt was ich meine:

Wenn ich zum Beispiel mit meinem Freund unterwegs und wir sitzen mit einigen Freunden in einer Bar, mein Freund geht dann zum Beispiel auf die Toilette, kommt zurück und setzt sich dann nicht mehr neben mich sondern zu einem anderen Freund von uns, dann denke ich mir sofort er will nicht mehr bei mir sitzen weil es langweilig mit mir findet, weil die andere Person interessanter für ihn ist….was auch immer. Oder wenn er sich länger mit anderen unterhält und ich ihn was frage und er nicht gleich reagiert, denke ich er ist jetzt sicher genervt von mir. Oder wenn ich andere Paare beobachte und diese sich gut verstehen und sich küssen, stelle ich irgendwie sofort vergleiche an…und die fallen grundsätzlich negativ für mich und meinen freund aus obwohl er auch oft herkommt, mich küsst oder streichelt…für mich ist es immer zu wenig und ein Zeichen davon das es den Bach runter geht.

Gestern zum Beispiel waren wir auf der Baustelle seines Hauses, er baut momentan einen kleinen Teil seines alten Elternhaus um und plant dann vielleicht darin zu wohnen oder dies zu vermieten – das weiß er selbst noch nicht – es wird sich auch sicher noch ca. 1 Jahr hinziehen bis alles fertig ist. Wenn es um Entscheidungen geht welche Boden oder was auch immer verwendet werden soll fragt er mich immer nach meiner Meinung und nimmt diese auch ernst. Er finanziert und baut das Haus allein (das Projekt gab es schon vor meiner zeit) und dennoch nimmt er viele meiner Vorschläge an und hat noch nichts über meinen Kopf weg entschieden. Wir haben noch nie drüber geredet bzw. er hat noch nichts drüber gesagt wie das wird wenn das Haus bzw. der Teil, es ist kein komplettes Haus, fertig ist, ob er allein drin wohnen wird/will oder ob ich vielleicht auch dort einziehe – es ist ja auch noch lange hin. Gestern waren wir wieder dort und haben über einige Entscheidungen diskutiert…er sagte dann das er im Schlafzimmer ja keinen großen Schrank braucht und diesen dann wo anders unterbringen kann und dort nur eine kleine Kommode reinstellen könnte in der er SEINE Sachen sicher alle unterbringt. Daraufhin entstand bei mir sofort wieder dieses negative Gefühl, gerade war ich noch total euphorisch, gut gelaunt und habe versucht ihn mit konstruktiven Vorschlägen zu unterstützen und im anderen Moment wurde ich immer stiller, hab nur noch kurz angebunden auf die Ideen meines Freundes reagiert. Ich dachte mir nur das er seine Zukunft ohne mich plant und das ich darin sicher nicht vorkomme…ich wurde dann sofort traurig und hatte eine Kloß im Hals und hätte weinen können. Und dieses Gefühl bekam ich auch nicht mehr so schnell weg. Mein Freund hat dann irgendwann später irgendetwas gesagt was mich doch wieder zum lachen brachte….erst dann ging es mir wieder besser und ich konnte den Gedanken wieder verdrängen.

Und so gibt es einige Beispiele. Ich habe schon mal versucht meinem Freund zu erklären was in mir vorgeht aber leider krieg ich es nie so rüber wie ich es gerne will. Es fällt mir selbst ja schon sehr schwer das alles Mal zu ordnen, umso schwerer ist es dies einem anderen Menschen zu erklären. Besonders weil ich ja irgendwie selbst nicht weiß was mit mir los is. Was noch dazu kommt ist das ich meinen Freund mit meinen Problemen nicht verscheuchen will…ich denke mir immer wenn ich ihm das sage was in mir vorgeht dann hält er mich sicher für komplett durchgedreht…ich halte mich ja selbst schon für nicht normal 

Das andere Problem ist das ich durch dieses Gefühl-Gedanken-Wirr-Warr oft schlecht gelaunt bin, antriebslos, traurig und zu nichts Lust habe und mich zu nichts aufraffen kann. Und das ist leider momentan ganz schlecht da ich in einem Monat Prüfungen im Studium habe und diese auf keinen Fall vergeigen darf. Jedoch schaffe ich es im Moment einfach nicht mich zu konzentrieren oder mich aufzuraffen. Mir fehlt komplett die Motivation…und wenn ich dann wieder mal nichts gemacht habe fühle ich mich noch schlechter. Ich habe Lust zu gar nichts mehr….ich mache zwar ab und zu noch was mit meinen freunden oder irgend ein anderes Hobby…aber Spaß habe ich daran nicht wirklich. Auch Entscheidungen treffen fällt mir schwerer….manchmal wenn ich einen "guten" Tag habe und zeit hätte für irgendwelche Unternehmungen fühle ich mich regelrecht unruhig…ich will dann immer gern irgendwas machen, aber zu nichts kann ich mich wirklich aufraffen…an allem finde ich dann irgendwas negatives…und umso länger es dauert das ich nichts mache umso unruhiger und launischer werde ich.

Gestern Abend lag ich nur da und weinte, ich musste nur noch weinen und war wahnsinnig traurig…traurig über meine Beziehung, über mein Leben…über die momentane Situation aus der ich keinen Ausweg weiß. Und was war der Auslöser….mein Freund hatte mich nach hause gefahren und musste dann noch viel erledigen und hatte somit keine Zeit für mich, er ist eh so im Stress und nimmt sich dennoch viel zeit für mich bzw. die freie Zeit die er hat "bekomme" ich und dennoch denke ich mir gestern…."er WILL dich nicht sehen".

Ich weiß dass es falsch ist, kann es aber nicht abschalten 

Antworten
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Hachje.... Ich finde, Du hast Deine Probleme sehr schön beschrieben.Klingt, als hättest Du irgendetwas zu verarbeiten bzw. aufzuarbeiten. Hast Du in Deinem Leben schon eine schwerwiegende Enttäuschung erleben müssen, oder ist so etwas innerhalb Deines Familienkreises passiert? Ich sehe in Deiner Problematik starke Verlustängste. Auch, dass Du das Glücklich sein nicht zulässt, scheint, als würdest Du somit einer grossen Enttäuschung vorbeugen wollen...

Gibt es denn jemanden, bei dem Du Dich ein wenig 'auskotzen' kannst? Vielleicht würde Dir das helfen, Deine Gedanken zu ordnen. Allein ist das bestimmt nicht so einfach.

Ich weiß dass es falsch ist, kann es aber nicht abschalten

Von falsch kann keine Rede sein. Das ist das letzte, worum Du Dir Gedanken machen solltest. Eher, welche Lösung für Dich die richtige wäre.

Lg @:)

_bCind#arelYla_


Eigentlich wüsste ich kein so einschlägiges Ereignis das so etwas ausgelöst hätte könne. Es war nur so das ich nach meiner 1 langen Beziehung (knapp 4 Jahre), die ich beendet habe, eigentlich nur noch Enttäuschungen erlebte, ich verliebte mich und wurde verarscht und irgendwann (meist plötzlich) "verlassen", kam ca. 3 mal vor...gut das könnten Auslöser sein, aber so etwas erlebt doch fast jeder einmal, es war zwar damals nie schön für mich aber ich bin danach nie in ein soo tiefes Loch gefallen als das ich mir heute denke, DAS war der Auslöser.

Ich kann von mir nur sagen das ich ein sehr gutgläubiger Mensch bin der gerne an das gute im Menschen und den Umständen glaubt – zumindest war ich das immer. Man muss dazu sagen als ich meinen Freund damals kennenlerne war es leider auch nicht von Anfang an gut, es begann zwar wunderschön und ich dachte es wäre gut wie es läuft aber dann kam irgendwann (nach ca. 2 Monaten kennen) ein Gespräch mit meinem "Freund" in dem er mir sagte das er momentan noch nicht bereit für eine Beziehung ist. Ich hab damals für mich die Notbremse gezogen und bin gegangen und hab gelitten wie ein Hund, ich hatte Angst das es wieder genau so abläuft wie die Male davor…ich lasse mich drauf ein und werde enttäuscht. Jedoch wurde mir nach 2 Wochen klar das ich nicht ohne ihn kann, die Zeit war so wunderschön, wie nicht zuvor und ich kam zu dem Entschluss das ich es noch einmal versuchen will – ich will mich auf das Ungewisse einlassen und hoffen das alles gut wird. Und so wurde es auch – von Tag zu Tag, von Monat zu Monat – und es war noch schöner als ich es mir jemals gedacht hätte. Und so ist es eigentlich bis heute. Und darum ist das für mich eigentlich paradox – denn er war der erste der mich vom Gegenteil überzeugt hat, warum zweifle ich genau jetzt so sehr? Ich werde aus allem nicht wirklich schlau…andere Leute haben viel schlimmere Erlebnisse erlebt und die schaffen es auch damit umzugehen, solche Kleinigkeiten wie bei mir können doch nicht Auslöser sein für mein absurdes Verhalten.

_9Cin&darzexlla_


Ich bin auch ein total romantischer, gefühlsbetonter Mensch, der anderen gerne zeigt das er ihn gerne hat. Aber gerade jetzt wo ich es am meisten fühle kann ich es nicht wirklich zeigen - also nicht das ich es nicht könnte, aber ich merke das es mir wahnsinnig schwer fällt. Ich mach mir dann viiel zu viel gedanken, ich kann nicht einfach mal so sagen "hey ich hab dich lieb" oder "schön das du da bist" oder was auch immer. Wenn ich es sage dann überlege ich mir das vorher ganz genau, ist die Situation gut, passt es gerade, nicht das es zuviel ist...tausend Gedanken in mir. Ich konnte das früher immer, ich war sogar jemand der es oft gesagt, geschrieben hat. Genau wie ich meinen Freund einfach nicht Schatz nennen kann...ich würde es gerne aber irgendwie kann ich es nicht weil es sich fremd anfühlt....ganz besonders vor anderen Leuten - es fühlt sich komisch an. Oder wenn ich meinem Freund eine SMS schreibe oder eine Karte zum Geburtstag, dann geht das nicht einfach so - ich überlege lange nach dem "richtigen" Text, obwohl ich genau weiß das es ja in einer beziehung eigentlich keine "richtig" und falsch" gibt wenn es um gefühle gibt. ich dagegen überlege ob es zu schnulzig ist, überfordere ich ihn, ist das vielleicht nervig. ich will wieder lockerer werden, so wie ich eigentlich immer war...und nicht diese verkrampften Gedanken, diese verkranfte Art. Denn ich habe fürchterliche Angst damit alles kaputt zu machen :-(

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