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Bin ich lern- oder gar allgemein geistig behindert?

J}etsnaxil


@ Bluespirit

Der Gedanke nicht studieren zu können bedrückt mich auch sehr. Ich vergleiche mich immer mit meiner Schwester, die Landschaftsarchitektur studiert hat. Komme mir im Vergleich zu ihr minderwertig vor, fühle mich ihr nicht ebenbürtig. Ich bin der Versager in der Familie, die große Enttäuschung. Das wirkt sich auch sehr auf mein Verhalten ihr und meiner Mutter gegenüber aus. Ich verschließe mich und bin sehr abweisend.

Schade, Geschichte und Germanistik klingen spannend. Lehrer zu sein könnte ich mir aber nicht vorstellen.

"Langweilig" klingt gut in meinen Ohren. Was ist denn eine Umschulung, musst du davor schon etwas verwandtes gemacht haben? Welche Qualifikationen braucht man dafür?

Ich kann mir unter dem Begriff "Umschulung" nicht viel vorstellen. War das eine komplette kaufmännische Ausbildung, die du gemacht hast? Was kannst du damit arbeiten?

S{millxi2


Hast du schon mal deine Schilddrüse untersuchen lassen?

Bei einer Unterfunktion hat man oft das Gefühl, dass man etwas "blöd" ist und Dinge nicht so versteht, wie andere.

JQetsxnaxil


@ Smilli2

Kann die Schilddrüse wirklich eine so große Auswirkung auf die geistige Kapazität haben?

Langsam im Kopf bin ich aber schon immer, das hat wohl nichts mit einer Schilddrüsenfehlfunktion zu tun.

S5milxli2


Ja kann sie!!

scensuaplixty


was mir als erstes in den Sinn kam: warum studieren, wenn du keine große Lust daran hast, Texte zu lesen? Warum interessierst du dich für den sozialen Bereich, wenn du Probleme damit hast, unter Menschen zu sein?

Vielleicht wärst du ein hervorragender Handwerker in einem Spezialbetrieb?

Vielleicht gäbe es dir Selbstvertrauen, wenn du die Resultate deiner Arbeit (bzw. deines Lernens) direkt sehen und anfassen könntest?

Das hat meines Erachtens auch nichts mit Intelligenz zu tun!

Ich denke daran, weil mein Vater soziale Defizite hatte (durch seine Erziehung) aber ein hervorragender Schreiner war. Er hat sehr gute und detailversessene Möbel gebaut in seiner Jugend.

Dabei war er stundenlang alleine in der Werkstatt und war glücklich dabei!

nur so als idee... ???

MIonikIax65


Langsam im Kopf bin ich aber schon immer, das hat wohl nichts mit einer Schilddrüsenfehlfunktion zu tun.

Du hast ja geschrieben, das du psychiatrisch untersucht wurdest, da gehört normalerweise immer eine Blutuntersuchung dazu, gerade in Hinblick auf Stoffwechselkrankheiten. Das könntest du sicher auch nachfragen.

Im übrigen sehe ich das wie Sensuality, ich wollte ja auch darauf hinaus, dass du vielleicht nicht offen genug bist für ganz andere Arten von Ausbildung und Beruf. Ich finde sie hat das gut analysiert, dass du ausgerechnet in den Bildungsgängen gelandet bist, die dir nach eigener Einschätzung im Grunde gar nicht liegen.

Mir scheint, der Schlüssel dazu ist auch dein Familienumfeld, der Vergleich mit deiner Schwester.

Uqlri7ki


Hi Jetsnail,

also von Deinem Schreibstil und der Grammatik/Rechtschreibung bist Du jedenfalls keineswegs "behindert".

Im Gegenteil finde ich Deine Erzählweise sehr gut und klar strukturiert, Du kannst Dich super ausdrücken und hast einen echt guten Schreibstil.

So manch einer könnte da eher noch was von DIR lernen, so fehlerfrei schreibst Du.

Ich denke eher, dass Deine Unkonzentriertheit und auch das Vergessen phsychologisch bedingt ist.

Ich bin auch in der 8. Klasse sitzen geblieben, habe nie zu den guten Schülern gehört (eher zu den ganz schlechten).

Ich leide auch seit meiner Kindheit an Depressionen, war immer mehr der Aussenseiter, wurde überhört und wenn ich dann mal zu Wort kam, konnte ich mich auch nie gut ausdrücken.

In der Berufsschule dagegen war ich erstaunlich gut, aber ich habe gemerkt, dass ich nur dann lernen kann, wenn die Situation für mich entspannt und stressfrei ist.

Wenn ich gute Freunde habe, die mir helfen.

Wenn ich mich mit einem Menschen wohl fühle, dann kann ich auch frei und gut mit ihm reden und mich richtig ausdrücken.

Kaum bin ich in einer negativen Situation, macht mein Kopf "dicht".

Ich lese ein Buch, das ich ein paar Tage später nur noch vage im Kopf habe.

Bei mir ist es mittlerweile so, dass ich alles ausblende, was ich nicht überlebenswichtig ist.

Ich merke mir auch nie Namen oder Personen, wenn diese mir vorgestellt werden, weil mir solche Momente peinlich sind. Ich bin dann so aufgeregt, dass ich alles vergesse.

Ich weiß auch kaum noch, was ich vorgestern getan habe.

Manchmal frage ich mich, ob ich nicht verfrüht (mit 37) schon Altersdemens bekomme.

Aber nein, das ist der psychische Stress.

Ich kann auch nicht lange arbeiten, da mir schon die Nähe, wenn ich mit anderen leuten in einem Raum sitze, zu viel ist. Da habe ich dann so wenig Ruhe, dass mir nicht mal mehr die einfachsten Computerfunktionen einfallen.

Ich fand es immer schlimm, nie dazuzugehören. Aber mittlerweile denke ich mir, dass auch die Randpflanzen schön blühen können.

Mein Bruder ist Arzt, ich dagegen arbeitslos. Ist mir mitlerweile egal, weil ich nur mit viel Zeit und Ruhe entspannt bin und eh keinen harten Job durchstehen könnte.

Ich versuche so zu leben, wie es gut für mich ist, und nicht den Erwartungen anderer zu entsprechen.

Ich habe immer wieder schlimme Depressionen, weil ich auch sehr einsam bin. Aber ich habe zwangsläufig immer sehr viel alleine unternommen und habe wenigstens ein paar gute Sozialkontakte.

Es ist echt schwierig, da ich auch keine ANtidepressiva vetrage. Die körperlichen Nebenwirkungen sind so stark, dass damit erst recht kein normaler Alltag möglich ist.

Ich habe es jetzt akzeptiert, dass ich halt mehr Ruhe und Abstand brauche. Meinen Freundeskreis wähle ich nach den Menschen aus, die mir ein entspanntes Gefühl geben.

Die richtige Arbeit zu finden ist da schwieriger. Da habe ich auch noch keine Lösung gefunden, bewerte mich aber nicht mehr danach.

Kuubnami


Hallo Jetsnail

als erstes, ich denke nicht, dass das zutrifft, was du im Titel geschrieben hast.

Du sagst, du kannst dieses und jenes nicht formulieren. Dabei habe ich in einigen Zeitungen Texte gefunden, die schlechter geschrieben waren als deine Beiträge. Du kannst sogar gut formulieren, so viel dazu.

Ich finde mich auch manchmal in diesen Artikeln und Beschreibungen von Symptomen wieder. Es ist aber nicht so leicht. Während das 10 Kriterien sind, die vielleicht bei dir zutreffen, würde ein guter Arzt hunderte von Fragen stellen, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Mit Sicherheit bist du nicht zu dumm. Und lass dich von soetwas nicht täuschen

Ich habe einen Kommilitonen immer beneidet, der binnen weniger Tage ganze über 100-seitige Skripte lernen und fast auswendig wiedergeben konnte

denn die Leute tun oft so, als würden sie alles ganz locker hinkriegen, oder sie wirken einfach so während man bei sich selbst meint, man müsse sich doppelt und dreifach anstrengen um die gleichen Leistungen zu erzielen.

Vielleicht hast du falsche Methoden, den Stoff zu lernen.

Und in welchen Maßstäben denkst du? Wäre jeder geistig Behindert, der nicht das schafft, was du in dem Zitat genannt hast?

Ich glaube, du zweifelst nur sehr schnell an dir selbst. Das kann auch die Symptome der paranoiden Persönlichkeitsstörung erklären, ebenso deine Sprechblockaden die du beschrieben hast. Eigentlich klingt fast alles von dem, was du geschrieben hast nach einem mangelnden Selbstwertgefühl, vor allem bezogen auf deine geistigen Leistungen (weil genau die gefordert sind).

J"etsn|aixl


@ sensuality

Klingt gut, doch sehe ich bei mir auch keine handwerkliche Begabung. In meiner Jugend habe ich mich schon viel daran versucht, u.A. in der Schule und in außerschulischen Werkkursen. Wie sich herausgestellt hat habe ich leider auch dafür absolut kein Talent. Wenn man Freude daran hat und gut darin ist, ist das sicher ein sehr schöner Beruf.

@ Monika65

Danke, werde ich machen. Ansonsten kann ich mir das Blut ja auch noch einmal untersuchen lassen. Ja, ich vergleiche mich ständig mit meiner Schwester und damit, was sie erreicht hat. Auch bedrückt es mich eben sehr, dass meine Mutter so schlecht von mir denkt und keine Hoffnung mehr für mich hat. Aber sie hat ja Recht und auch allen Grund dazu nicht mehr an mich zu glauben.

@ Ulriki

Es beruhigt mich zu sehen, dass ich nicht allein bin mit diesen Problemen, auch wenn es natürlich nicht schön ist, dass du auch darunter zu leiden hast.

Wenn ich mit fremden, wenig vertrauten Menschen oder einfach mit Menschen, in deren Gegenwart ich mich unwohl und unsicher fühle, spreche, ist mein Sprachproblem auch ausgeprägter. Doch gibt es in meinem Leben niemanden, in dessen Anwesenheit ich mich völlig wohl, ungezwungen und gelassen fühle, das schließt leider auch meine Mutter und meine Schwester ein. Besonders der Umgang mit meiner Mutter fällt mir schwer.

Die Frage mit der Demenz habe ich mir auch schon oft gestellt, vielleicht sollte ich das mal meinem Hausarzt oder einem Psychiater schildern. Dann kann das vielleicht genauer untersucht werden. Unter psychischem Stress leide ich ständig, auch wenn es gerade weitaus besser ist, da ich nicht den Stress wie damals im Studium habe.

Dein Bruder ist sogar Arzt, ich stelle mir das schwierig vor, im Schatten seines Erfolges zu stehen. Das meine Schwester Diplom Landschaftsarchitektin ist belastet mich ja schon so sehr, ein Arzt hat noch einen viel höheren gesellschaftlichen Status.

Es wäre schön, wenn ich mir überzeugend suggerieren könnte, dass mir das, was die Anderen von mir erwarten und von mir denken, egal ist. Leider ist mein Selbstwert völlig von der Anerkennung anderer abhängig. Da ich nichts erreicht habe und auch nichts leiste, was anerkennenswert wäre, habe ich auch keine Grundlage für ein besseres Selbstbild.

Es ist schön, dass du Freunde hast mit denen du dich unterhalten kannst, meine Einsamkeit macht mir sehr zu schaffen und ich merke, dass ich meine Familie auch nicht ständig mit meinen Problemen belasten kann.

Schade, dass du so empfindlich auf Antidepressiva reagierst, sie können das Problem zwar nicht grundlegend ändern, aber sie können einen doch ein Stück weit dabei unterstützen mit den Symptomen der Depression besser umzugehen. Mich haben sie allerdings auch immer sehr ermüdet und noch träger gemacht als sonst.

Du sagst, du warst auf einer Berufsschule und hast in einem Büro gearbeitet, was hast du denn für eine Ausbildung gemacht?

@ Kunami

Es hat mich erschreckt, dass ich wirklich all diese Symptome bei mir erkenne. Ich möchte auch wieder einen guten Arzt bzw. einen guten Therapeuten finden, bei dem ich mich wenigstens aussprechen kann, wenn mir der Druck zu groß wird. Leider sind die Treffen immer nur zu festen Terminen und dann auch meist höchstens einmal die Woche. Bei einer akuten psychischen Krise hilft mir das dann leider nicht. Psychologische Betreuung, die immer erreichbar ist, wenn man ein Gespräch braucht, gibt es wohl nicht.

Ich habe mich auf [[http://www.psychotherapiesuche.de]] umgesehen. Die bieten eine Telefonberatung für die Therapeutensuche an. Leider komme ich da schon seit Tagen nicht durch, es kommt immer nur das Belegtsignal. Vielleicht haben sie diese Dienstleistung auch bereits eingestellt. Dann vermute ich aber, dass sie das auf ihrer Seite entsprechend geändert hätten. Nun sollte ich aber wirklich bald einen neuen Therapeuten finden.

Sicher, das was mein einstiger Kommilitone kann ist wohl nicht die Regel, nicht üblich, aber ich habe mich eben immer mit ihm verglichen und das ist wohl ein Fehler gewesen. Meine Selbstzweifel sind sicher auf meiner Persönlichkeitsstörung begründet. Ich müsste etwas leisten, etwas erreichen um mir zu beweisen, dass ich nicht so viel Anlass zu Selbstzweifeln habe, wie ich mir einrede.

Ich hoffe nur, ich finde dieses Mal einen Therapeuten, mit dem ich besser zurecht komme. Vielleicht suche jetzt mal nach einer Therapeutin, bisher hatte ich nur Männer, außer in meiner frühen Kindheit.


Zwischenzeitlich hat mich der Studiendekan meiner alten Hochschule angerufen und mir gesagt, ich könne im 3. Semester weiter machen, müsste eben die ausgelassene Marketingprüfung nachholen und die zugehörigen Vorlesungen besuchen.

Er wird noch eine Bescheinigung über eine Studienberatung, die man für die Bewerbung für das 3. und höhere Semester braucht, an das Studienbüro schicken und wir haben dann auch gleich vereinbart, dass ich ihn am 10. Juli wieder anrufe, wegen der Einschreibung in die Wahlpflichtfächer, die es ab dem 3. Semester gibt. Das ich mich auch für etwas anderes beworben habe, habe ich ihm nicht gesagt.

Ich fühle mich jetzt völlig verpflichtet, dort weiter zu studieren. Das scheint mir alles schon so offiziell, er scheint nun absolut damit zu rechnen, dass ich wieder an die Hochschule komme und ins 3. Semester einsteige. Schließlich habe ich ihm auch keinen Grund gegeben zu glauben, dass ich das nicht möchte.

Ich habe ungeheuerliche Angst davor, war das Studium dort doch damals ein so großes Martyrium für mich. Zuletzt habe ich mich schon fast nicht mehr an die Hochschule getraut und mich in den Pausen vor den Leuten aus meinem Kurs versteckt, weil ich Angst vor dem Kontakt und mich auch geschämt hatte der Außenseiter zu sein und nicht wollte, dass man mich alleine sieht.

Nun käme ich ins 3. Semester, mit all den fremden Menschen, die sich schon 2 Semester kennen, bis zu 10 Jahre jünger als ich sind und die ganze Vorbildung aus den ersten beiden Semestern haben, während ich absolut nichts weiß und nichts kann. Ich werde ins 3. Semester eingestuft aufgrund von Prüfungen, die ich abgelegt habe, das Wissen allerdings, das die Prüfungsergebnisse bescheinigen sollen habe ich nicht, ich weiß nichts mehr.

Dann kommen wieder all die Projektarbeiten. Auch ein riesiges Programmierprojekt, in dem in Gruppen wohl ein großes Programm in Java geschrieben werden soll. Damals sagte mir ein Student, ihr Programm habe 5000 Zeilen Code umfasst. Die nötigen Javakenntnisse soll man in den ersten beiden Semestern gelernt haben und ich habe absolut keine Ahnung davon. Wie soll ich da Leute finden, die sich mit mir belasten, die ihre Note riskieren indem sie mich als nutzlosen Ballast mitschleppen. Das kann ich niemandem antun.

Das alles macht mir jetzt schon so große Angst, ich weiß nicht, was ich tun soll. Einerseits denke ich mir "versuche es, kämpfe dich da durch, 2 Semester sind schon hinter dir" andererseits jedoch überwältigt mich meine Angst und mein Wissen, dass mich das alles vollkommen überfordern wird.

Meine Mutter und meine Schwester haben auch schon gesagt, dass ein Wirtschaftsstudium nichts für mich ist, weil man sich in solchen Berufen durchsetzen müsse. Da braucht man Selbstsicherheit, soziale Kompetenz und Belastbarkeit.

Was soll ich nur machen. Einerseits freue ich mich, dass mir praktisch erlaubt wird 2 Semester, also ein ganzes Jahr, zu überspringen, andererseits weiß ich aber auch, dass das Studium mich völlig überfordern wird und das all meine psychischen Probleme, meine Ängste und Depressionen mich wieder zerstören werden.

Nach dem heutigen Gespräch mit dem Dekan fühle ich mich verpflichtet, mich dort wieder einzuschreiben. Mir kommt es vor, als sei das alles schon beschlossen, als könnte ich da jetzt nicht mehr absagen.

MBa:nonx43


Sag mal, bist Du schon auf ADS getestet worden?

Viele ADSler haben solche Konzentrationsstörungen und als Folge verlieren sie ihre Selbsicherheit, werden depressiv, unsicher, nervös, ängstlich und so verstärkt sich der Teufelskreis...

Lass das auch mal testen, weil DUMM BIST DU NICHT!!! Sonst könntest Du nicht auf diese Weise Deine Probleme schildern.

Viel Erfolg!!!

J_etssnaixl


@ Manon43

An ADS habe ich noch nicht gedacht, danke. Ich werde das bei meinem Hausarzt ansprechen.

MIanon-483


PS, mein Sohn hat ADS und die meisten ADSler sind sehr intelligent! ;-D

Mra,non43


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