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(Selbst)disziplin

K9unaxmi hat die Diskussion gestartet


Hallo

Ich wollte mal wissen, ob jemand für sich einen Weg gefunden hat, Selbstdiszipliniert zu sein. Oder ist das überhaupt etwas, das man lernen kann?

z.b konsequent ein Sportprogramm durchziehen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das gleiche, und da ist es für mich persönlich interessant, langweilige Tätigkeiten wie Lernen für eine Prüfung, mit hohem Zeitaufwand, und Sorgfältigkeit zu erledigen.

Für mich heißt das, etwas zu erledigen, auch wenn es keinen Spaß macht oder nur sekundär etwas bringt. Wie schafft man das, und vor allem, wie hält man das durch?

Ich denke, dass ist die wichtigste Eigenschaft in unserer modernen Gesellschaft, das mag irgendwo traurig sein, aber so ist es nunmal. Ich möchte beruflich und persönlich einige Schritte weiter kommen, und habe gemerkt, dass das nur funktioniert, wenn ich an meiner Disziplin arbeite.

Wie kann man da an sich arbeiten? Und kann man das überhaupt?

Wie schafft man es, etwas zu erledigen, am besten täglich, von dem man erst nach Jahren profitiert, ich habe das nie geschafft. Ich bin das absolute Gegenteil, durch und durch undiszipliniert und weiß daher, wie wichtig es ist, sich selbst mal in den A*** treten zu können. Aber diese Redewendung hat keine Aussage, es ist auch nicht "einfach" sich zusammenzureißen, also mit solchen Tipps kann man rein garnichts anfangen.

z.B mit dem Rauche aufhören, abnehmen/zunehmen, sich auf eine Prüfung vorbereiten, sich in einer Arbeitstätigkeit reinhängen, an persönlichen Defiziten arbeiten, Ordnung beibehalten im Haushalt, sich eine Tagesroutine angewöhnen, vorgenommene Dinge erledigen (ganz typisch: Sich Neujahr etwas vornehmen, und es Januar schon aufgeben...), sich schlechte Angewohnheiten abgewöhnen, eventuell psychischen Krankheiten einhalt gebieten (Suchtkrankheiten, oder z.b regelmäßig ans Tageslicht bei Depressionen usw.)

...um wenige Beispiele zu nennen.

danke schonmal für die antworten

Antworten
A.minta


Tja, DAS frage ich mich auch schon länger...

NAandPanxa


Wenn darauf eine Antwort gefunden wird, dann wäre das den Nobel-Preis wert. Bin mal gespannt, was für tolle Ratschläge hier kommen. Bestimmt bald was aus der Kategorie "Das kann man bei einem erwachsenen, eigenverantwortlichen Menschen wohl voraussetzen!" :=o

SfunufloFwer_73


;-D Ich mich auch! ;-D

Spaß beiseite:

Ich habe persönlich festgestellt, dass solche Dinge für mich mit irgend einem (wichtigen und v.a. greifbarem!) Ziel verbunden sein müssen. Dann gehen auch unangenehme Dinge. Oder wenn der Druck zu groß wird, oder die negativen Folgen vom Nicht-Tun.

Das geht auch nur über kleine Schritte, die ich dann jeweils mit einer Belohnung verbinde. Und wenn's sowas ist wie "Ich muss erst das Bad putzen bevor in den Computer anmache". Erfordert Übung und eine Minimal-Motivation und klappt nicht immer, aber immer öfter.

Lerntheoretisch ist es so:

Kleine schnelle Belohnungen wirken verführerischer als große, späte Belohnungen. Kurzum: Ohne direkten positiven Effekt bringt alles nix. Also Belohnungen einbauen... und die langsam seltener & größer werden lassen... Abstrakte Ziele ("gesünder leben") mit Leben füllen.

Und: "Ich will XYZ" machen und nicht "Ich wil XYZ nicht mehr machen". Die Negativ-Formulierungen wirken auch nicht wirklich.

Und halt akzeptieren, dass man sich in manchen Bereichen nicht ändern wird. Ich werde den Rest meines Lebens lieber mit Krimi auf dem Sofa liegen als zu joggen. ;-D

mNaxim$umpokwer


es ist teilweise hart - aber ich denke wenn man es sich zur gewohnheit macht unangenehme Dinge sofort zu erledigen dann geht das irgendwann von selbst

ein anderer motivationsansatz der auf viele dinge anwendbar ist : es ist nur "schlimm" ins kalte wasser hineinzuspringen - wen du mal drinnen bist dann is es eigentlich überhaupt nicht mehr schlimm

ein weiterer guter Faktor : Die Gruppenmotivation - wenn du dich bspw zum Sport verabredest kannst du nicht so einfach sagen - oh mich freuts heute nicht - es verlässt sich jemand auf dein ersscheinen

Speziell beim sport sehe ich noch einen anderen Faktor : nach einer zeit ist es einfach geil zu sehen das man wo man sich früher abmüht hat jetzt locker schaft- bei mir war das eine zeit lang so das ich richtig süchtig danach war und nicht mehr ohne konnte- das ging so weit das ich nachdem ich mein ziel ereicht hate nicht aufhören konnte weil ich einfach so geil drauf war weiter zu machen

K4una&mxi


Wenn darauf eine Antwort gefunden wird, dann wäre das den Nobel-Preis wert. Bin mal gespannt, was für tolle Ratschläge hier kommen.

haha, ich wusste doch, dass sich die Leute eher der Frage anschließen, als sie zu beantworten. Aber vielleicht kommt hier einiges nützliches zusammen

Kleine schnelle Belohnungen wirken verführerischer als große, späte Belohnungen. Kurzum: Ohne direkten positiven Effekt bringt alles nix. Also Belohnungen einbauen... und die langsam seltener & größer werden lassen...

Das ist schonmal gut!

Jeder hat ja genug Dinge, die er gerne macht.

z.b bin ich Raucher, und wenn die Raucherei zumindest eine kleine Sache nützt, dann ist das, die Kippen direkt ans Belohnungssystem anzuknüpfen...aber sowas hält man ebenso nicht lange durch.

Meine einzige Erfahrung damit ist, je größer der Druck, die Angst, desto mehr gibt man sich Mühe. z.b je näher die Prüfung rückt, desto leichter fällt es mir, dauerhaft zu lernen.

Was mir auch noch was gebracht hat:

Es sind eher Hindernisse, die einem von der Selbstdisziplin abhalten; als Selbstdisziplin, die einfach fehlt.

z.b jemand der fleißig ist normalerweise, aber dann durch exzessives Internet-Surfen dusselig und schlampig wird in seinen Aufgaben, weil das Surfen einen größeren Stellenwert einnimmt.

Und die Lösung dafür ist, das Surfen einzugrenzen. Dann steht einem kaum noch etwas im Weg, die Aufgaben zu erledigen.

Oder wenn jemand mit dem Rauchen aufhört, ist das in Verbindung mit Essen (die Kippe nach dem Essen), mit Kaffee oder Alkohol am schwersten. Die Antwort darauf wäre, Situationen zu meiden, in den es einem schwer fällt.

Man es sich leicht(er) machen, indem man die Hindernisse beseitigt.

Wenn jemand sich dauernd vornimmt laufen zu gehen um abzunehmen, und es täglich scheitert, muss er beobachten, was er tut, anstatt zu laufen. Meistens ist das was Banales, Zeitvertreib etc., und wenn man sich zuerst diese Sache abgewöhnt und sie meidet, dann kann man zu dem zurück kommen, was man sich vorgenommen hat

Aber ganz erlich, ich finde diese Theorie ziemlich löchrig, daher warte ich weiter auf gute Antworten.

Nebenbei gesagt, ich finde man kann mit einem gesunden Maß an Selbstdisziplin viele seiner Probleme lösen, und noch dazu seine allgemeine Lebensqualität um einiges steigern. Daher ist mir das wichtig.

Kbleixo


Kunami

Ich wollte mal wissen, ob jemand für sich einen Weg gefunden hat, Selbstdiszipliniert zu sein. Oder ist das überhaupt etwas, das man lernen kann?

Meiner Meinung nach muss es jeder lernen, sonst hat er sie nicht.

Für mich heißt das, etwas zu erledigen, auch wenn es keinen Spaß macht oder nur sekundär etwas bringt. Wie schafft man das, und vor allem, wie hält man das durch?

Es mag ja sein, dass gewisse Dinge keinen Spaß machen, wobei auch da die Möglichkeit besteht, die Einstellung zu ändern, aber zumindest wird ein Ziel erreicht, um den nächsten Schritt machen zu können.

Ich denke, dass ist die wichtigste Eigenschaft in unserer modernen Gesellschaft, das mag irgendwo traurig sein, aber so ist es nunmal. Ich möchte beruflich und persönlich einige Schritte weiter kommen, und habe gemerkt, dass das nur funktioniert, wenn ich an meiner Disziplin arbeite.

Da hast Du ja Deine Motivation schon gefunden.

z.B mit dem Rauche aufhören, abnehmen/zunehmen, sich auf eine Prüfung vorbereiten, sich in einer Arbeitstätigkeit reinhängen, an persönlichen Defiziten arbeiten, Ordnung beibehalten im Haushalt, sich eine Tagesroutine angewöhnen, vorgenommene Dinge erledigen (ganz typisch: Sich Neujahr etwas vornehmen, und es Januar schon aufgeben...), sich schlechte Angewohnheiten abgewöhnen, eventuell psychischen Krankheiten einhalt gebieten (Suchtkrankheiten, oder z.b regelmäßig ans Tageslicht bei Depressionen usw.)

Ich mache es immer in kleinen Schritten. So habe ich ein Erfolgserlebnis. Sind es wirklich Dinge, zu denen ich meine Einstellung nicht ändern kann, dann gibt es eine Belohnung, wenn ich etwas mache. Funktioniert blendend. Es macht Spaß, mit etwas vorgenommen zu haben und es getan zu haben.

z.b bin ich Raucher, und wenn die Raucherei zumindest eine kleine Sache nützt, dann ist das, die Kippen direkt ans Belohnungssystem anzuknüpfen...aber sowas hält man ebenso nicht lange durch.

Der Will muss schon da sein und dann ist es auch nicht schwer, es durchzuhalten. Die Einstellung, "ich will", anstatt "ich muss", ist gewaltig. Die Selbstzufriedenheit und das Selbstbewusstsein wächst oder wenn es da ist, bestätigt sich immer wieder. Das wiederum macht glücklich, zufrieden und ausgeglichen.

Man es sich leicht(er) machen, indem man die Hindernisse beseitigt.

Manchmal schließt sich "leicht" und "ändern" oder etwas erreichen aus. Du musst Dich schon entscheiden, was für Dich wichtig ist.

gWa"uloixse


Nicht ergebnis-, sondern prozeßorientiert arbeiten. Will heißen, nicht auf ein Ziel in schwammig-ferner Zukunft hinarbeiten, sondern sich freuen an dem, was man jetzt! hier! heute! erreicht hat. Und Spaß haben an der Arbeit, am Training, während man dabei ist.

Ich mußte weg von dem Belohnungsprinzip ("wenn ich das jetzt alles lerne, kann ich das irgendwann...ph...irgendwann eben / wenn ich jetzt und für endlose Zeit meine Muskeln beanspruche, werde ich im nächsten Sommer bestimmt einen Bikini tragen können"), bis ich es endlich lernen konnte, disziplinierter zu sein. Als ich nämlich feststellte, mir macht das SPASS, was ich hier tue, nicht, weil ich dadurch irgendwann die nächste Bewußtseinsebene erreiche (und auch das nur vielleicht), sondern weil ich jetzt gerade, in diesem Moment, merke, was mein Kopf kann. Wie gut es mir tut, beim Schwimmen jeden Muskel zu spüren.

Morgen ist schrecklich weit weg. Und kann jeden Moment vorbei sein. Das JETZT zählt.

K(una9mi


Da hast Du ja Deine Motivation schon gefunden.

ja eben. Ich denke aber nicht, dass das mit Motivation zu tun hat, jedenfalls nicht in erster Linie. Und Montags am morgen um 8 Uhr, mit dem Wochenende in den Knochen, da bin ich nicht so motiviert wie sonst, es muss also auch ohne gehen.

Ich glaube nicht, dass ein Leistungssportler der jeden Tag etwa 5-10 Stunden trainiert, wirklich immer top motiviert ist. Es wird dauernd drauf aufgebaut, dass man seine Motivation steigern soll, und die bieten Kurse für sowas an, in den die Leute mit leuchtenden Augen "Ich schaffe das !!" den ganzen Tag vor sich hinbeten. Das ist unnötig, und viel zu einfach gedacht, so funktioniert das einfach nicht.

Meine Frage war eben, wie es funktioniert.

Es macht Spaß, mit etwas vorgenommen zu haben und es getan zu haben.

genau das ist es, das Gefühl ist wirklich gut. Allerdings auch nicht immer. Ich weiß auch z.b, dass ich mich nach dem Sport treiben gut fühlen werde, ich habe es nie bereut mich zusammen zu reißen. Aber ich habe nicht immer wirklich was davon. z.b nachdem ich 5,6 Stunden für eine Prüfung gelernt habe, bin ich nurnoch genervt, habe keinen Bock mehr und verfluche den ganzen Stoff den ich lernen musste. Und das bremst mich dann schon wieder aus.

Außerdem habe ich gemerkt, wie gut mir das tut, wenn ich mir selbst auf die Schulter klopfen kann für etwas, und Erfolge erziele. Aber soetwas geht zu selten bei mir. Irgendwas mache ich manchmal richtig, und manchmal falsch. Jedenfalls halte ich nie lange durch, ich lasse mich immer gehen nach einiger Zeit, bei allen Sachen. Mit Willen und Motivation ist man 2,3 Tage ganz gut dabei. Ich spreche aber von einem Zeitraum von Jahren.

KUunaxmi


@ gauloise

das klingt schon plausibel, damit kann ich etwas anfangen! Danke für die Antwort!

KSleio


Kunami

Ich denke aber nicht, dass das mit Motivation zu tun hat, jedenfalls nicht in erster Linie.

Bei mir funktioniert es mit Motivation. Ich weiß es allerdings, denn ich habe es probiert. Ich habe viele andere Dinge probiert, die nicht funktioniert haben. Es geht nur, unterschiedliche Wege auch zu gehen. Erst im Nachhinein weiß ich dann auch, was funktioniert und was nicht.

Und Montags am morgen um 8 Uhr, mit dem Wochenende in den Knochen, da bin ich nicht so motiviert wie sonst, es muss also auch ohne gehen.

Wer etwas will, tut es, er es nicht will, sucht Gründe.

Ich spreche aber von einem Zeitraum von Jahren.

Ich auch. :)z

KXlexio


gauloise

Das JETZT zählt.

:)^

KNunxami


Wer etwas will, tut es, er es nicht will, sucht Gründe.

Ja das sind so Weisheiten, die klingen ja ganz plausibel, aber mit Willen, Motivation und Spaß, das ist eben der Trugschluss, man braucht diese Dinge nicht um Selbstdiszipliniert zu sein. Es macht jemandem, der von seinem Job gestresst und fertig ist, sicher keinen Spaß sich täglich abzumühen, und dennoch kann man da Leistungsfähig sein. Man kann auch gezwungen sein, es zu tun, und genau darum geht es mir. Ich Muss diese Dinge machen.

Ich hatte mal einen Chef, ich war der einzige Angestellte in der Küche, und wir haben die Küche zu zweit geschmissen, er hatte 6 Kinder, hat so gut wie garnichts verdient, und musste täglich von 7 Uhr morgens bis 23 Uhr arbeiten, also 7 Tage die Woche. Er hatte garkein Leben mehr, es ging nur um die Arbeit, die Kinder und das Geld.

Und der sagt sicher nicht, dass er 16 Stunden täglich in einer winzigen Küche schuftet, weil er ja Will, weil es Spaß macht, weil er die Motivation hat. Das ist doch Quatsch. Andererseits habe ich ihm angemerkt, dass er eine interessante Art hatte, sich die Arbeit so angenehm wie möglich zu gestalten, und er war auch ausgeglichen, aber ich kann keine Gedanken lesen.

Vielleicht ist das mein Problem, mir fehlt der Druck, die Verantwortung.

Ich war auch bei der Bundeswehr, und trotzdem weiß ich rein garnichts über das Thema. Ich musste jeden morgen um 5 Uhr aufstehen und laufen gehen, und ich hab das nur gemacht, weil ich gezwungen war.

Ist das das "Geheimniss"? Das man manchmal nur aus persönlicher Freiheit herauß träge und faul wird?

z.b könnte ich jetzt niemals mit dem Rauchen auhören, ich wüsste nichteinmal wozu. Aber wenn mir ein Arzt irgendwann mal klar macht, dass meine Lunge schon aussieht wie ein faules Stück Obst, würde ich von heute auf morgen nie mehr eine Kippe anfassen (vielleicht doch, aber ich gehe mal davon aus, dass es nicht so heftig ist bei mir.) Alle die ich kenne, die aufgehört haben, konnten das weil sie Mussten, wegen Asthma, Geld etc.

und könnte das eine Erklärung sein?

K6leixo


Kunami

Gute Beweisführung für diese "Weisheit".

w1isxpy


ich schaffe das nur, wenn ich etwas ritualisiere, das ist anfangs mühsam, funktioniert aber auf Dauer ganz gut. Bei mir muß es auch "Sinn "machen.

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