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Emotionaler Missbrauch, emotionale Grausamkeit in der Kindheit

G/rottxig


ja, wahrscheinlich hast Du recht. Ich muss es irgendwie annehmen. Hab aber keine Ahnung wie. In mir wehrt sich alles. Es erinnert mich manchmal an ein trotziges Kind. Manchmal hasse ich mich dafür, dass ich immer und immer wieder mit der gleichen Leier komme.

Es ist nicht falsch, sich so zu fühlen. Ich hatte auch eine solche Phase, manchmal hadere ich auch noch, nur mittlerweile nur noch in Momenten. Ich glaube diese Phase gehört mit dazu, aber es bringt nichts dir zu sagen "wie arm du doch dran warst", das bedeutet Stillstand. Und ja, es tut verdammt weh, aber nicht immer und ständig.

K[ylhinn


Es ist einfach wahnsinnig unfair. Was habe ich nur falsch gemacht, dass mir das passiert ist. Bin ich ein schlechter Mensch? Hat mich Gott verflucht?

Da ich nicht an Gott glaube, kann ich zum Thema Fluch nichts sagen. Aber es wird niemand als schlechter Mensch geboren. Wir alle haben die Möglichkeit, gute Dinge zu tun oder schlechte Dinge zu tun. Oder eben auch gar nichts zu tun.

Ich bin nicht daran schuld aber alle Konzequenzen ihrer Fehler muss ich tragen.

Stimmt. Und das musst du begreifen. Nicht nur sagen, wirklich begreifen. Auch wenn du NICHT Schuld daran bist, so musst du es doch selbst ausbaden. Das wiederspricht unserem Sinn für Fairness, in dem jeder seine Fehler selbst ausbaden muss. Aber Fakt ist: es badet keiner für dich aus. Du hast die Wahl an Land zu schwimmen oder im Fluss Wasser zu treten mit der Gefahr, irgendwann unterzugehen, wenn du nicht mehr kannst.

Mit welchem Recht können Sie sich das erlauben. Sie wurden bisher nicht bestraft.

Es gibt kein Recht, das ihnen das erlaubt. Leider hat damals niemand eingegriffen. Letztendlich könntest du sie verklagen. Aber dazu müsstest du erstmal stabil werden. Dazu müsstest du an Land schwimmen. Es läuft immer wieder darauf hinaus: Schwimmst du an Land oder bleibst du im Wasser?

Auch wenn sie bestraft würden, jetzt gleich, heute. Es würde nichts daran ändern, dass du SELBST und ALLEIN an Land schwimmen müsstest. Also kannst du das auch direkt tun, und die Schuldfrage dann klären, wenn du dir ein Leben, wie du es möchtest, aufgebaut hast.

Auch wenn das sehr hart klingt: An der Misere damals warst du NICHT Schuld. Dass du dir aber JETZT noch dein Leben einschränken lässt (mehr als die Umstände das sowieso schon tun), daran kannst du etwas ändern. Und wieder sind wir an dem Punkt: An Land schwimmen oder Wasser treten auf die Gefahr hin, unter zu gehen.

Die Konzequenzen aus ihrem Handeln muss ich noch heute schmerzlich tragen. Ich bin 30. Ich habe schwere Depressionen, muss Medikamente nehmen und werde davon fett.

Ja, psychisch krank zu sein ist keine Schande. Das sagen vielleicht Menschen, die sich darüber etwas Gedanken machen, aber die breite Maße tut einem doch ab als verrückt.

Man muss es ja auch nicht der breiten Masse auf die Nase binden.

Und Beruf gut und schön. Aber was ist, wenn Du eben nicht in der Lage bist richtig durchzustarten und viel Leistung zu bringen? Ich habe auch ein Recht auf Glück und Erfolg. Ich bin sicher nicht blöd. Aber so leistungsfähig wie ich gerne wäre bin ich nicht, weil ich leider total labil bin und schwere Medikamente nehmen muss. Das interessiert im Job niemanden. Ist das gerecht?

Gerecht ist es nicht, aber du könntest sicher viel erreichen - im Rahmen deiner Möglichkeiten. Stattdessen setzt du dich hin und heulst lieber, weil dir das, was geht, nicht genug ist.

Ich hätte auch gern mit 16 Abitur gemacht und mit 21 mein Diplom. Hätte ich wohl schaffen können. Stattdessen bin ich Mitte 20 und habe "grade mal" eine abgeschlossene Ausbildung. Und alles nur, weil mir meine Persönlichkeitsstörung dazwischen gefunkt hat. Die Welt ist ja so schlecht.

Die Kunst ist doch, das Beste rauszuholen aus der Situation und damit zufrieden zu sein. Dann eröffnen sich auch immer wieder neue Chancen und Wege, ganz unverhofft. Ich glaube es auch oft nicht, wenn mein Vater mir das sagt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es tatsächlich so IST.

Die Wellen die solch eine Kindheit und Jugend schlägt sind leider weitreichend bis in die kleinste Ebene. Diesen Brocken schluckt man nicht so leicht. Ich hatte doch auch ein Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit.

Es IST unfair. Daran ist nichts zu rütteln. Aber es ändert nichts, wenn man sich auf den Boden schmeißt, mit Händen und Füßen trommelt und heult und schreit, wie ungerecht die Welt ist. Du kannst das tun. Ich habe das auch getan, mehr als einmal, und nicht nur im übertragenen Sinne. Aber lass nicht dein ganzes Leben davon bestimmen. Gönn dir ab und an diese "Auszeit", in der du dich über alles Unglück dieser Welt beklagst, aber dann lass es auch wieder gut sein und kümmer dich drum, dass du dir dein aktuelles Leben so gestaltest, wie es dir gut tut.

Was ich noch nicht ganz verstanden habe: machst du zur Zeit eine Therapie? Wenn nein - warum nicht?

wOeihDrauchxen


Erst mal Danke Kylinn für Deine Worte. Ich weis ich darf mich nicht gehen lassen. Aber manchmal ist mir einfach alles zu viel.

Ich habe vor 2 Monaten stationär eine Therapie gemacht und bin total zusammengebrochen. Die Medikamente mussten umgestellt werden und die Ausprobiererei gab mir den Rest.

Ich habe mittlerweile wieder Anspruch auf eine ambulante Therapie. Termin bei meiner Therapeuting nächste Woche habe ich schon, um genau das anzuleihern.

Anfang August werde ich noch mal stationär gehen. Das was ich da ins Forum gepostet habe ist mein Lebenslauf dafür. Den habe ich schon bei der letzten Therapie angefangen. Gestern habe ich weiter geschrieben und da kam mir alles wieder hoch und ich war wieder am 0 Punkt. Plötzlich war alles wieder präsent. Ich war aber auch stolz, dass ich trotzdem doch so viel erreichen konnte. Denn das ist bei vielen die mit mir im Heim waren nicht so selbstverständlich.

ein Schulabschluss ist nicht selbstverständlich, frei von Drogensucht zu sein ist nicht selbstverständlich, nicht frü ungewollt Schwanger geworden zu sein ist nich selbstverständlich oder keine Scheiß Beziehung zu führen ist nicht selbstverständlich. eine Ausbildung zu haben ist nicht selbstverständlich, und so viel zu verdienen wie ich zu letzt verdient habe ist auch nicht selbstverständlich als Frau nicht und mit dieser Geschichte erst recht nicht.

Ich habe trotzdem viel geschafft.

A!m~ita


Ich weis ich darf mich nicht gehen lassen. Aber manchmal ist mir einfach alles zu viel.

Doch, natürlich darfst du das. Und es ist auch okay, wenn manchmal alles zu viel ist. Aber eben nicht auf Dauer, sondern mehr ab und an in kleinen "Auszeiten", die du dir gönnst. Sei es um abzuschalten oder um wütend zu sein, auf deine Eltern, auf dich, auf alles Unglück dieser Welt. Natürlich hast du das Recht dazu. Nur wenn du das dauerhaft tust, stehst du dir selbst damit im Weg und das wäre sehr schade.

ein Schulabschluss ist nicht selbstverständlich, frei von Drogensucht zu sein ist nicht selbstverständlich, nicht frü ungewollt Schwanger geworden zu sein ist nich selbstverständlich oder keine Scheiß Beziehung zu führen ist nicht selbstverständlich. eine Ausbildung zu haben ist nicht selbstverständlich, und so viel zu verdienen wie ich zu letzt verdient habe ist auch nicht selbstverständlich als Frau nicht und mit dieser Geschichte erst recht nicht.

Ich habe trotzdem viel geschafft.

:)z :)^ :)= :)_

MJoll?iencxhen


Mein Partner meint ich müsse meinen Eltern vergeben.

Musst du nicht, spätenstens wenn du an einem Punkt der Gleichgültigkeit ihnengegenüber bist spielt es nicht mal mehr eine Rolle.

An dem Punkt war ich irgendwann. Auch wenn meine Kindheit und Jugend nicht so schwer war wie die von weihrauchen, hatte ich doch eine Weile genug Grund, meine Eltern so sehr zu hassen, bis ich es nicht mehr aushielt – dann kam die Gleichgültigkeit. Ein äußerst befreiendes Gefühl. Plötzlich gab es sie für mich einfach nicht mehr.

Eins ist dafür jedenfalls wichtig: Raus aus der Opferrolle.

Iqndiv7id@ualxist


@ weihrauchen

Ich habe trotzdem viel geschafft.

Meine Güte, genau das dachte ich auch die ganze Zeit während des Lesens deiner Geschichte! Alle Achtung! :)^

Du hast dich nie ganz unterkriegen lassen, hast nie aufgegeben, hast immer wieder tapfer gekämpft – und zwar produktiv auf der "Nützlichkeitsseite" und, soweit ersichtlich, nicht auf Wegen von Ersatz- oder Entlastungshandlungen! Du hast dich abgerackert, nach den im jeweiligen Moment bestmöglichen Lösungen gesucht, konntest Erfolge verbuchen. Und hast wirklich verdammt viel erreicht – trotz der brutal unfairen, belastenden Vorgeschichte, die Manchem sicherlich vollends das Rückgrat gebrochen und zur weitgehenden Lebensuntüchtigkeit gereicht hätte. Ich bewundere dich und habe größten Respekt vor deiner Leistung!

Deshalb bin ich auch zuversichtlich, dass du mit zunehmendem Abstand von all dem, was dir so zugesetzt hat, deinen ganz eigenen Weg in ein besseres, glückliches Leben finden wirst. Du hast das Zeug dazu! Und irgendwann werden selbst die schlechten Erfahrungen teils und in gewisser Weise auch zu innerem Reichtum, denn du hast so viel mehr vom Leben verstehen und aus eigener Kraft überwinden müssen, als viele andere, die behüteter aufgewachsen sind. Da wird ganz viel "Substanz" in deiner Persönlichkeit sein, man spürt es jetzt schon, und du wirst auch andere Menschen viel tiefer verstehen können als die meisten.

Der Groll, den du gegen deine Eltern hegst, ist völlig legitim und verständlich. Du solltest nur nicht zulassen, dass er DIR im Weg steht. Ich könnte mir z.B. vorstellen (und auch verstehen), dass es angesichts all dessen, was sie dir angetan haben, gar nicht so leicht ist, deinen Eltern überhaupt eine "trotz allem" glückliche und erfolgreiche Tochter zu gönnen. Denn das mag sich ja dann wie Verharmlosung ihres schädlichen Einflusses, ja fast wie "Freispruch" anfühlen. Ein Teil in dir würde ihnen vielleicht lieber übelste Schuldgefühle wünschen und zeigen: "schaut her, was ihr angerichtet habt". Solche Gefühle, solltest du sie denn haben (ich will sie dir auch nicht einreden), wären keine Schande, du hättest alles Recht der Welt darauf. Nimm sie, sofern vorhanden, ganz bewusst an und akzeptiere sie – aber erlaube ihnen keinen negativen Einfluss auf DEIN Leben! Es ist ggf. besser, bewusst damit umzugehen, als wenn sie unbewusst wirken und so deine Fortschritte behindern.

Und noch was möchte ich dir sagen: du schreibst brillant, hast schon jetzt so viel verstanden und klug reflektiert! :)^ Z.B. deine Äußerung hier zeugt davon:

Emotionale Misshandlung ist sowohl die verbreitetste als auch die am wenigsten verstandene Form von Kindesmisshandlung. Über ihre Opfer wird oft hinweggesehen, einfach, weil ihre Wunden nicht sichtbar sind.

Das hätte 1:1 von mir sein können, du sprichst mir sowas von aus der Seele – wie du (*such*) [[http://www.med1.de/Forum/Beziehungen/579704/16734719/ hier]] in dem Absatz, in dem Fettschrift vorkommt, sehen kannst. Ich denke du wirst erfreut sein über die Ähnlichkeit der Gedanken. Ich bin es jedenfalls. (Ich bin übrigens selbst kaum Opfer seelischer Misshandlung, jedenfalls nicht der Rede wert im Vergleich zu deiner Geschichte, aber anderweitig mit dem Thema befasst, und Erkennen, Aufklärung und Prävention liegen mir sehr am Herzen.)

@:) :)*

I%ndividmualisxt


Ein leider notwendiger Nachtrag

Da war ich vielleicht ein wenig zu überschwänglich...

Ich habe gerade die zitierte Äußerung mal aus einem Bauchgefühl heraus in eine Suchmaschine gegeben und festgestellt, dass sie gar nicht von dir stammt, sondern wörtlich von Andrew Vachss, einem amerikanischen Anwalt und Autor, der sich für Kinder und Jugendliche einsetzt.

Das sollte fairerweise und der guten Ordnung halber erwähnt werden.

Grundsätzlich ändert das aber nichts an meiner Zustimmung und Anerkennung deiner Leistung!

wQeihra&uchen


sorry, ne die letzten 3 Sätze sind nicht von mir. Aber ich fand sie super passend.

Ich frage mich schon seit tagen, und ich war schon kurz davor hinzugehen, ob ich meine Eltern anzeigen soll. Ich würde es herzensgerne tun damit sie sich zumindest mit der Sache rumschlagen müssen. Bin mir aber sehr unsicher. ich weis leider nicht was dann passiert. Wie das dann von statten geht. Vielleicht kommt mein Vater ja in den Knast. Aber einen Anwalt kann ich mir zur Zeit definitiv nicht leisten.

I-ndi~viduSalisxt


@ weihrauchen

sorry, ne die letzten 3 Sätze sind nicht von mir.

Na komm... ;-) Es sind schon mehr als nur 3 Sätze, nämlich zwei volle Absätze:

Emotionale Misshandlung ist sowohl die verbreitetste als auch die am wenigsten verstandene Form von Kindesmisshandlung. Über ihre Opfer wird oft hinweggesehen, einfach, weil ihre Wunden nicht sichtbar sind. In einem Zeitalter, in welchem neue Enthüllungen von unaussprechlichen Kindesmisshandlungen tägliche Kost sind, werden Schmerz und Qual jener, die "nur" emotionale Misshandlung erfahren haben, oft trivialisiert. Wir verstehen und akzeptieren, dass die Opfer von körperlicher und sexueller Misshandlung gleichermaßen Zeit wie eine spezielle Behandlung brauchen, um zu gesunden. Doch wenn es zu emotionaler Misshandlung kommt, glauben wir anscheinend, dass die Opfer "einfach darüber hinwegkommen", wenn sie Erwachsene werden.

Diese Annahme ist gefährlich falsch. Emotionale Misshandlung entstellt das Herz und schädigt die Seele. Wie Krebs verrichtet sie ihre tödlichste Arbeit im Inneren. Und, wie Krebs, kann sie, wenn sie unbehandelt bleibt, Metastasen bilden.

vgl. [[http://www.vachss.de/mission/dispatches/disp_9408_a.html]]

Nachdem das klargestellt ist, will ich da aber auch nicht weiter drauf rumreiten – es geht hier schließlich nicht um eine Doktorarbeit. ;-)

Aber ich fand sie super passend.

Zweifellos.

Und ich hoffe, du kannst meine übrige und ehrlich gemeinte Anerkennung trotzdem annehmen. :)_


Wenn du deine Eltern anzeigen willst, solltest du Folgendes bedenken:

1. Juristen ticken anders als "normale" Menschen. Und das müssen sie auch, denn für die juristische Bewertung eines Sachverhalts zählen andere Aspekte als im Alltag. Zum Beispiel bleibt subjektive Empörung völlig außen vor. Primär relevant sind allein objektive Fakten, die Gesetzesverstöße darstellen. Und die muss man beweisen können. Beweismittel könnten z.B. unabhängige Zeugenaussagen oder Akten von Krankenhaus oder Jugendamt sein. Oder auch psychiatrische Gutachten, wobei das schon wieder problematisch sein kann, einerseits weil die aufgrund des Einschätzungsspielraums immer etwas "vage" bleiben, vor allem aber, weil sie lediglich einen Istzustand festhalten, aber meist nichts Handfestes über dessen Ursache aussagen. Damit wäre also eine strafrechtliche Schuld deiner Eltern, die für eine Verurteilung ausreichen würde, womöglich immer noch nicht bewiesen.

Du musst auch damit rechnen, dass deine Eltern sich einen Anwalt (Verteidiger) nehmen, der die Tatvorwürfe nach Strich und Faden in der Luft zerreißen wird, der eifrig Indizien sammelt, um deine Glaubwürdigkeit in Zweifel zu ziehen, der Gegengutachten anfertigen lässt, und der versuchen wird, eigene Defizite und Traumatisierungen deiner Eltern ins Feld zu führen, um eine verminderte Schuldfähigkeit zu begründen. Das ist leider die Realität; wenn's eng wird für deine Eltern, wird sicherlich mit harten Bandagen gekämpft. Und dass sie auf dich keine Rücksicht nehmen würden, weißt du ja.

2. Bedenke auch, dass so ein Strafverfahren jede Menge deiner kostbaren Energie bindet und von eigenen Zielen abzieht, und dass es, wie der vorstehende Punkt schon ahnen lässt, sehr zermürbend werden kann. Möglicherweise fügst du dir also im Endeffekt selbst Schaden zu.

Auf all das musst du – leider – vorbereitet sein. Es kann so kommen, dass die juristische Maschinerie eine Eigendynamik annimmt, die du nur noch schwer kontrollieren kannst, und die am Ende unter Umständen nicht annähernd zu dem Ergebnis und der Genugtuung führt, die du dir gewünschst hättest, sondern die eher noch zu einem weiteren Baustein in deiner Erlebniskette von Enttäuschungen und ungerechten Erfahrungen wird.

Versteh' mich nicht falsch: ich heiße das nicht gut, dass es so ist, und schon gar nicht möchte ich einer "Schonung" deiner Eltern das Wort reden. Ich stehe mit dem Herzen voll auf deiner Seite! Aber ich möchte bzw. muss dich auch auf mögliche Komplikationen hinweisen. Das ist nun mal die Realität. Ich will dir also den Schritt nicht ausreden, ich möchte aber, dass du ihn dir sehr gründlich überlegst und dazu ggf. auch fachlichen Rat einholst. Wenn du dir nachweislich keinen Anwalt leisten kannst, gibt es Unterstützung aus öffentlichen Töpfen, aber da kenne ich mich nicht aus, vielleicht kann jemand anders dazu noch was sagen.

Isndivid2ualTist


@ weihrauchen

Hab ich dich jetzt verschreckt? @:)

wTeih;rauchxen


ne, ich befürchte Du hast recht. Bei einem Verfahren wird es vorallem um Beweise gehen. Meiner Meinung nach wussten sehr viele Menschen in unserem Umfeld, dass in der Familie Gewalt im Spiel ist. Aber Bei einem Arzt mit ner Wunde die genäht werden musst war ich nur einmal. Ich weis nicht wie lange so ein Arzt seine Unterlagen aufheben muss ??? ???

Mein Fall würde erst in 8 jahren verjähren. das ist schon mal gut. Aber damit bin ich auch schon fast am Ende mit meinem Latein. Ich habe vor mal einen Termin beim weissen Ring, opferverband, auszumachen und vielleicht da mal ne Meinung zu hören. Ich denke letztendlich wird Aussage gegen Aussage stehen. Dann darf ich vielleicht noch ein Glaubwürdigkeitsgutachten über mich ergehen lassen. Super. Nach all der Scheiße muss sich ein Opfer so was auch noch geben. Naja. Ich dachte ja bis vor kurzem ich hätte Schizophrenie, wurde mir auch so von einem Therapeuten bestätigt. Er kannte mich aber nicht besonders lange. Meine langjährige Ärztin sagte mir allerdings mit überzeugenden Begründungen (da gibt so eine Art Symtomkatalog die erfüllt sein müssen) dass das nicht der Fall sei. Kurz um bei so einem Glaubwürdigkeitsgutachten könnte man mir meine emotionale instabilität und meine schizoaffektiven psychotischen und manischen Schübe ganz schnell ankreiden. Wobei mir, und auch laut meiner Ärztin, klar ist dass die jahre bei meinen Eltern mich mindestens ein stückweit vielleicht auch in gänze erst krank gemacht haben.

Egal was nützts @:)

mir wäre bei einer anklage eben wichtig, dass ich mich gewehrt habe, dass er das nicht einfach so ohne irgendwas mit mir machen durfte. (Es war ja schon ne Verhandlung weil er mir die Nase gebrochen hatte, nur da war ich gleich beim Arzt und Polizei und wusste was zu tun ist) dass er bei einer letzten Begegnung nicht wieder raus geht und mich gebrochen unt unterjocht hat. Denn das ist im Moment so, ich bekam die Dresche, ging, und gut wars für ihn. fertig. Ich möchte ihm das Leben unangenehm machen z. B. in der Form, dass er sich mit der Sache ausseinander setzen muss, dass er einen Anwalt bezahlen muss, dass er zur Polizei muss, dass er darüber nachdenken muss, dass er deswegen Streit mit seiner Frau bekommt. Ja, denn für ihn ist alles vorbei, ich habe lebenslang.

wpeih'rauchexn


Hallo,

ich habe mich ja nun lange getragen meine Eltern anzuzeigen. Eigentlich möchte ich auch schon lange ein letztes Mal Kontakt zu ihnen aufnehmen.

Und habe diese Sache lange bearbeitet zusammen mit der Sache mit der Klage.

Ich würde gerne euer / ihr Feedback dazu hören

Danke

wzetihr'auchexn


ich habe mich entschlossen ein letztes Mal Kontakt zu euch aufzunehmen.

Da gibt es noch eine offene Rechnung die ich begleichen werde. Ich möchte mich noch für so vieles was ihr mir mit eurem Unvermögen in meiner Kindheit und Jugend angetan habt "bedanken".

Durch die Traumatisierungen, die ich in meinem Elternhaus und auch danach durch euer Unvermögen erleiden durfte ist mir erhebliches Leid entstanden.

Durch die Vernachlässigung und den seelischen sowie körperlichen Missbrauch habt ihr euch meiner Meinung und auch nach gängiger Rechtsauffassung strafbar gemacht.

Und so wie ich meinen Vater kenne wird er wieder sagen, was will die denn, so ein Quatsch, usw.

Nein es ist kein Quatsch. Mir ist großes Unrecht wiederfahren und wer mich kennt wird ja wohl wissen, dass Ich das nicht auf mir sitzen lasse.

Für mich war immer klar, sobald ich kann, werde ich Ausgleich der Schuld verlangen. Vor Allem bei den gravierenden Konsequenzen die das Fehlverhalten hatte, das ich hinnehmen musste.

Also kurz gesagt, wir sind noch nicht fertig miteinander.

Für mich ist da noch eine Rechnung offen.

Heute habe ich schwere gesundheitliche (physisch und psychisch) Einschränkungen, die ich auf euer Versagen, eure Unfähigkeit, die Misshandlungen durch meinen Vater, den Missbrauch meiner Mutter mich als Vertraute nach sexuellen Übergriffen des Vaters, die Alkoholkrankheit meines Vaters und all das was ich in diesem Elternhaus erleben musste und die Benachteiligung die ich während der Zeit im Elternhaus und danach, in meinem Leben erfahren musste und weiterhin muss. Nein, oft war es nicht nur Unvermögen, oft war es auch Feindseligkeit und schlicht Quälerei, die ich als Kind über mich ergehen lassen musste.

Ich muss dazu sagen, dass ich eine schwere Autoimmunkrankheit der Haut habe die unheilbar ist und die auf die Traumatisierungen in der Kindheit zurückgeführt werden kann. Nicht zu reden von schweren Depressionen und der allgemeinen Einschränkung meiner Lebensqualtät. Von der Beraubung meiner Chancen gegenüber gleichaltrigen in meinem Leben – Schule – Studium und all das, will ich gar nicht reden. Ein entsprechendes Gutachten ist kein Problem!

Jeder der meinen Lebenslauf ein bisschen kennt wird mir also zustimmen, dass meine Eltern große Schuld trifft. Dafür habe ich NIE zumindest mal eine Entschuldigung gehört. Ganz im Gegenteil, mir sollte eingeredet werden, ich, als Kind hätte Schuld. Unfassbar!

Ich habe mich also entschlossen ein letztes Mal Kontakt zu euch aufzunehmen, um euch die Chance zu geben euch zu der Sache zu äußern bevor ich langsam die Anzeige mit dem Anwalt und dem weißen Ring (Opferverband) vorbereite. Zur Info: Die Sache ist noch nicht verjährt. Die Verjährungsfrist ist erst 2019 abgelaufen.

Falls ich nichts höre ist für mich die Sache klar und ich weis es hat sich nichts geändert und ich werde wie oben angesprochen aktiv werden müssen.

Nein, das hier ist kein Scherz und es wäre vielleicht ratsam einen Anwalt aufzusuchen um gemeinsam über eine Antwort oder einen außergerichtlichen Ausgleich nachzudenken. Zu mal mein Vater ja schon wegen Gewaltdelikten gegen Familienmitglieder verurteilt wurde.

F2lacxk


@ weihrauchen

Deine Wut ist gerechtfertigt. Es gibt aber keinen "Ausgleich der Schuld", die offene Rechnung lässt sich nicht begleichen. Eine Klage wird Dir keine Genugtuung geben. Das ist die traurige Realität. Der Schaden ist angerichtet.

Dennoch, eine konkrete Rückmeldung zum Text. Wenn es Dir ernst ist, darfst Du diesen Text nicht so abschicken! Er scheint mir taktisch nicht klug. Verzichte auf Ratschläge, Drohungen und juristische Interpretationen. Verfasse ihn persönlich, schildere Dein Leiden, Deine konkreten Erfahrungen, mit Beispielen, wie Deine Eltern Dir Schaden zugefügt haben. Bitte Sie, appelliere an Ihre Menschlichkeit. Verlange etwas Konkretes: Eine ehrliche, tiefe Entschuldigung vielleicht? Werde Dir auch klar, was Du genau willst von Deinen Eltern. Geld? Dass sie bestraft werden? Einsicht in ihr Unrecht?

Wenn sie darauf abweisend, kalt oder aggressiv reagieren, wird sie das in schlechtem Licht darstellen, was Dir helfen kann, wenn Du wirklich eine Klage stellen willst.

Aber ich bin auch kein Jurist. Lass Dich von Fachleuten beraten. Keine vorschnellen Schüsse.

I|ndiv9idu8alixst


Ich schließe mich Flack an. Lass vor allem alle Anspielungen auf eventuelle juristische Schritte auf jeden Fall völlig aus so einem Brief raus! Alles andere wäre "unstrategisch".

Es spricht einiges dagegen:

- Es würde deine Eltern vermutlich nicht einschüchtern, dazu sind sie zu "abgebrüht". Eher erlaubt es ihnen, sich frühzeitig zu wappnen, sich ein Bild von deinen Absichten, Möglichkeiten und Handlungsoptionen zu machen und sich eine Abwehrstrategie zurechtzulegen.

- Du würdest dich damit selbst unter Zugzwang setzen. Und das, obwohl du noch nicht mal weißt, wie professionelle Berater (Anwalt, Weißer Ring usw.) die Sache beurteilen.

- Es klingt auch leider überhaupt nicht "stark", so wie es vermutlich soll, sondern liest sich eher so, als wenn du dir damit selber Mut machen müsstest.

Die möglichen Tücken des juristischen Weges hatte ich ja schon erwähnt. Dennoch erscheint es durchaus vernünftig, ihn nicht völlig auszuschließen, sondern ihn sich als Möglichkeit einstweilen offen zu halten. Aber eben diskret! Vergleiche es mit einem Jäger: Wenn der Schuss "sitzen" soll, muss a) gut gezielt werden (sprich: fachkundige Beratung!), und b) darf das Wild nicht schon vorher aufgescheucht werden. Ein falscher Schuss kann u.U. bewirken, dass auch zehn richtige nichts mehr bringen...

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