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Intelligenz erkennen anhand von Gesprächen

Lsol<aXx5


Trauriges Beispiel: Ich hatte mal einen jungen lernbehinderten Arbeitskollegen (er machte seine Arbeit wirklich gut, aber die Lernbehinderung hatte er, da gab es nichts dran zu rütteln, er konnte z. B. nicht richtig zählen) und der Chef glaubte, er müsse ihn nur genug "fördern" bzw. ihm alles so erklären, dass er es versteht und er müsse es dann verstehen und können.

Mir hat der Junge nur leid getan, denn es lag ja nicht dran, dass er es nicht verstehen wollte. Er konnte es einfach nicht. Ich fand es auch nicht okay, dass der Chef das nicht einfach akzeptieren und ihn damit in Ruhe lassen konnte. Er wusste ja durch die Zeugnisse des Jungen Bescheid.

Hattest du den Eindruck, dass er unter den Versuchen den Chefs gelitten hat? Vielleicht hat er die Versuche ja sogar gemocht? ???

Und davon abgesehen: Glaubst du wirkich, dass er nicht eine einzige Erklärung des Chefs verstanden hat? ??? Selbst wenn er von 100 Erklärungen für irgendetwas nur 5 verstanden haben sollte, dann wäre das doch ein Erkenntnisgewinn gegenüber dem hypothetischen Zustand, dass es diese 100 Versuche gar nicht erst gegeben hätte...

Also ich finde es schon besser, etwas zu erklären versuchen, als von vornherein davon auszugehen, dass die Erklärungen sowieso nicht verstanden werden. ":/

g<wendNolynn


@ Lola

Genau mit einer solchen Einstellung, die sie mein ehemaliger Chef hatte, macht man Menschen wie diesem Jungen das Leben noch zusätzlich schwer.

Hattest du den Eindruck, dass er unter den Versuchen den Chefs gelitten hat? Vielleicht hat er die Versuche ja sogar gemocht?

Gemocht hat er sie garantiert nicht. Und gelitten darunter hat er auch, denn er konnte den Erwartungen des Chefs ja gar nicht gerecht werden.

Seine Arbeit, für die er eingestellt worden war, hat er ja super erledigt.

Selbst wenn er von 100 Erklärungen für irgendetwas nur 5 verstanden haben sollte, dann wäre das doch ein Erkenntnisgewinn gegenüber dem hypothetischen Zustand, dass es diese 100 Versuche gar nicht erst gegeben hätte...

Es war Unsinn, ihm Sachen beibringen zu wollen, die Fachlehrer in der Sonderschule ihm nicht hatten beibringen können (bestimmte Sachen zu zählen und zu rechnen z. B.).

s%ofiHa34-3h9 jahrex alt


@:)

liebe gwendolynn

;-D

:)_ *:)

JETZT hast du aber ein flüchtigkeitsfehler beim lesen gemacht und nicht aufmerksam gelesen ;-) :-)

ich schrieb:

das interesse beiderseits muß aber natürlich da sein, sich verstehen zu wollen, sonst geht es natürlich nicht.

sofia34-39 jahre alt

bei deinem beispiel gehe ich nicht davon aus, daß der junge interesse hatte bzw. man sollte schon darauf warten, daß der jenige interesse zeigt, es auch verstehen zu wollen und das er nur hilfe lediglich benötigt und diese hilfe nicht ablehnen.

bei so einem fall würde ich als "intelligenterer mensch" , weil ich halt zählen kann ;-D , dem jungen erstmal fragen, ob er überhaupt daran interessiert ist, gefördert zu werden und unterstützung zu erhalten, wenn er es ablehnt, würde ich das auch so akzeptieren.

ist doch klar, daß es von fall zu fall verschieden ist

genauso würde es mir nicht gefallen, wenn mein informatikerfreund mir sagen würde:

"du sofi, das verstehst du sowieso nicht" lassen wir es lieber, ich bin sehr erfreut daß er es nicht tut, und mir von seiner tätigkeit erzählt und wenn ich was nicht verstehe meld ich mich halt.

so jetzt muß ich kurz raus

LBewixan


Einige

Ist ja lieb, dass ihr euch so angenehm kontroverse Gedanken ueber die Verstaendlichkeit meiner Postings macht. Ich kann dazu nur sagen, ich schreibe, was ich denke, und wie ich gerade Bock drauf habe, und deswegen ist es mit Sicherheit nicht "gequaelt", aber eben auch nicht mit grossem Aufwand "geglaettet" und "verdaulicher gemacht", also allenfalls quaelend fuer die, denen mein Stil nicht passt, aber die koennen es ja ignorieren (gwendolynn, du musst aber anerkennen, dass ich dir zuliebe bisweilen verstaendliche Worte wie z.B. "und", "aber", "der/die/das" etc. einbaue und dafuer aber jede Menge Tippfehler, um das wieder auszugleichen ]:D ).

Meridion

Was ich grenzwertig finde: Du führst "Dinge", die für "die Intelligenz wichtig sind" und die der IQ nicht misst ganz lapidar ein; Jedoch ohne feste Definition von "Intelligenz", womit Du tatsächlich auf der Linie des ganzen Threads liegst: Nämlich eine schwammig-vage Idee von Intelligenz als Grundlage für die Einschätzung im Gespräch gelten zu lassen.

Ich gebe zu, dass das ein Problem ist. Es ist aber mit der Intelligenz so wie mit vielen Worten. Die Leute haben angefangen, das Wort zu benutzen und sich etwas darunter vorzustellen, als es noch nicht wissenschaftlich scharf definiert war, und dadurch entsteht ein Wildwuchs von Ideen, der in so einem Wort dann durcheinanderlaeuft. Natuerlich ist es ehrenhaft, wenn dann Wissenschaftler versuchen, es praezise und messbar zu definieren. Das Problem ist bloss, dass eine solche Definition den vorher vorhandenen Wildwuchs nicht vollstaendig ersetzen kann, weil sie durch die Praezisierung die Idee "Intelligenz" vereinfachen und veraendern muss, und sich aber gleichzeitig bemuehen muss, den Anschluss an das, was die Leute allgemein unter Intelligenz verstehen, zu behalten.

Ich finde durchaus sinnvoll, dass Wissenschaftler versuchen, Konzepte praezise zu machen, jedenfalls so lange sie das fuer ihre Arbeit sinnvoll benutzen. Es ist aber nicht so, dass die Wissenschaftler irgendein vorrangiges Definitionsrecht haben. Bloss weil die Wissenschaftler Intelligenz in einer gewissen Definition benutzen, muessen ihnen die Leute, die sonst so darueber reden, nicht unbedingt folgen (zumal ja der Wildwuchs zuerst da war; und mal ganz abgesehen davon, dass die Wissenschaftler sich, wie Lola schon anmerkte, auch nicht so ganz darueber einig sind).

Ich habe in einer neuropsychologischen Testambulanz promoviert und fand es zum Teil eine brachiale Ungerechtigkeit wie anhand von "Gesprächen", zum Teil von erfahrenen Klinikern (Ärzten, Psychologen), eine Einschätzung des poststationären Funktionsniveaus von Pat. getroffen wurde und auf neuropsychologische Testungen gänzlich verzichtet. Marke: Wir wissen schon wie der drauf ist, der soll mal ne Eingliederungsmaßnahme zum Schweißer machen. – > Bei den Pat., bei denen jedoch eine Testung gemacht wurde waren die Ergebnisse teilweise erheblich besser als sie nach der Einschätzung der lieben Kollegen hätten sein dürfen.

Ich kann dein Problem mit den Folgen der "subjektiven Einschaetzungen" hier gut nachvollziehen. Aus meiner Sicht ist das Problem dieser Kliniker aber nicht, dass sie ein persoenliches Konzept von Intelligenz haben, dass dem messbaren nicht entspricht, sondern eher, dass sie sich dessen nicht bewusst sind und denken, ihre eigene Einschaetzung sei "objektiv" (vermutlich haben die sogar geglaubt, dass sie den IQ der Leute erraten koennen, und waren sich gar nicht klar darueber, dass sie eher Teil des "Wildwuchses" sind).

LKoPlaxX5


Gemocht hat er sie garantiert nicht. Und gelitten darunter hat er auch,

Wie kommt es, dass du dir da so sicher bist? Hat er dir das gesagt? Hast du es an seiner Körpersprache abgelesen? Oder ist es nur eine Interpretation, die darauf beruht, dass du dich an seine Stelle versetzt hast, und annimmst, dass er genausowenig wie du Dinge erklärt haben möchte, die er gar nicht oder nur teilweise versteht? ":/

g`wendvolynxn


@ sofia

bei so einem fall würde ich als "intelligenterer mensch" , weil ich halt zählen kann ;-D , dem jungen erstmal fragen, ob er überhaupt daran interessiert ist, gefördert zu werden und unterstützung zu erhalten, wenn er es ablehnt, würde ich das auch so akzeptieren.

@ Lola

Wie kommt es, dass du dir da so sicher bist? Hat er dir das gesagt? Hast du es an seiner Körpersprache abgelesen? Oder ist es nur eine Interpretation, die darauf beruht, dass du dich an seine Stelle versetzt hast, und annimmst, dass er genausowenig wie du Dinge erklärt haben möchte, die er gar nicht oder nur teilweise versteht?

Warum ist das so schwer für euch zu verstehen? Es ging nicht darum, dass er nicht interessiert war oder nicht dazulernen wollte. Er konnte es einfach nicht, weil er eben über nicht genügend Intelligenz dafür verfügte (wie sich das jetzt anhört {:( )

Man kann dazulernen. Man kann etwas verstehen wollen. Aber die Intelligenz, die man dafür benötigt, die muss einfach da sein.

L;olaxX5


@ gewendolynn

Warum ist das so schwer für euch zu verstehen? Es ging nicht darum, dass er nicht interessiert war oder nicht dazulernen wollte. Er konnte es einfach nicht, weil er eben über nicht genügend Intelligenz dafür verfügte (wie sich das jetzt anhört {:( )

Ja, soweit konnte ich dir schon folgen. ;-) Aber warum gehst du automatisch davon aus, dass er unter dem Nicht-Verstehen gelitten hat? ??? Leidest du darunter, wenn du etwas nicht verstehst? Nein? Warum nimmst du dann bei ihm automatisch an, dass er unter den Versuchen gelitten hat? (Ich sage nicht, dass es nicht so gewesen sein kann, aber ich wundere mich warum du ein Leiden unter einem Nicht-Verstehen so stark vorraussetzt. ":/ )

Z0accha'riaxs M


Heisst: Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsakzentuierungen, leicht affektiv Erkrankte, Asperger-Autisten oder einfach schlicht dein nächstbester Schüchterner werden von ihrer Umwelt als "doof" eingestuft, weil sie vielleicht kommunikative Fähigkeiten nicht haben oder etwas schriftlich viel schneller lernen als mündlich. Es ist sogar noch schlimmer als das; Leute werden, dazu gibt es mehrere gute Studien, klüger eingeschätzt je mehr sie dem "Schönheitsideal" entsprechen.

Meridion

Nennt sich Vorurteil, Haloeffekt oder einfach Arroganz.

Schliesslich sieht von dem hohen Ross herab jeder kleiner aus.

Finde ich auch schlimm, erwische mich aber auch mal dabei, wie ich jemanden vorschnell abstempel und unbesehen in eine viel zu kleine oder zu große Schublade verfrachte. :-D

Außerdem würde ich Intelliganz und Bildung ein Stück weit trennen, und wie bei jedem IQ-Test kann mangelnde Bildung auch mal mit verminderter Intelligenz verwechselt werden.

kamillchen

Intelliganz, eine Wortkreation aus elegant und intelligent ? :-p Ansonsten stimme ich dem zu, Bildung ist nicht gleich intelligent, aber intelligent ist auch nicht zwangsweise belesen, raffiniert und "auf der Höhe der Möglichkeiten".

Nein, eben nicht das macht es doch gerade aus: Der weniger Intelligentere kann dasselbe eben nicht so verstehen wie der Intelligentere. Also kann dieser ihm auch nicht auf die Sprünge helfen.

Es ist ihm, wie man sagt, "zu hoch" (das mein ich weder böse noch abwertend. Mir sind selbst viele Dinge "zu hoch").

gwendolynn

Ich finde ja, dass sich eben ALLES vereinfachen und herunterbrechen lassen kann, vorallem dann, wenn man intelligent ist.

Meistens aber ist der gebildete so dermassen verbildet, dass er vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen kann, er keine Mühe investieren will, weil es ja doch so einfach sei oder eben fehlende Sozialkompetenz von seiner Seite aus. Eigentlich eine Mischung aus vielen Aspekten, dazu bestimmt auch die Unlust/das Desinteresse an bestimmten Themen des Gesprächpartners.

Die Menschen, denen ich bis jetzt begegnet bin, die wirklich (also so richtig) was auf dem Kasten hatten, waren grundsätzlich furchtbar sozial eingestellt, immer verständnisvoll, konnten super Dinge erklären, waren hilfsbereit und immer dafür, dem Anderen dabei zu helfen, eine Stufe weiter zu kommen, in dessem Weltbild.

Es gibt auch, ganz klar, die verschrobenen und arroganten, die sich für was besseres halten, aber dafür muss man nichts in der Birne haben.

Fazit für mich: Man kann mMn. höchstens eine Ahnung entwickeln, ob einer helle ist oder nicht und das dann eventuell durch Beobachtung und Erfahrung bestätigen.

Menschen können aber auch faszinierende Gesprächspartner sein, gebildet wirken, weil sie zu allem etwas erzählen können, schlagfertig sein, clever und gerissen und sogar humorvoll und ganz normal sein (in punkto intelligenz).

Die gleiche Wellenlänge, die Harmonie im Gespräch begünstigt die Intelligenz lediglich als einer von vielen Faktoren, wie ich finde.

PS:

Definiert wird Intelligenz allgemein mit Schnelligkeit(Auffassungsgabe) und Gedächtniskapazität, darauf werden auch die ganzen Tests getrimmt (alle modernen Formen der Teilintelligenzen mal aussen vor jetzt).

Dadurch kommt man beim Messen des IQ auch an eine Obergrenze, ab derer dieser dann nicht mehr wirklich in Zahlen ausdrückbar wird.

gSwendJoliynxn


Meistens aber ist der gebildete so dermassen verbildet, dass er vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen kann, er keine Mühe investieren will, weil es ja doch so einfach sei oder eben fehlende Sozialkompetenz von seiner Seite aus. Eigentlich eine Mischung aus vielen Aspekten, dazu bestimmt auch die Unlust/das Desinteresse an bestimmten Themen des Gesprächpartners.

Ich wusste, dass es falsch ankommt. :=o

g1wSendgoluynn


@ Lola

Aber warum gehst du automatisch davon aus, dass er unter dem Nicht-Verstehen gelitten hat? ??? Leidest du darunter, wenn du etwas nicht verstehst? Nein?

Doch, natürlich ärgert es mich, wenn ich etwas nicht verstehe. "Leiden" ist da vielleicht zuviel gesagt.

Ist es dir egal, wenn du etwas erklärst bekommst und verstehst es nicht?

LxolYaX5


Ist es dir egal, wenn du etwas erklärst bekommst und verstehst es nicht?

Hmm, so auf Anhieb fällt mir keine Situation ein, in der man mir etwas erklärt hätte, das ich dann nicht (oder sagen wir: nicht mal ansatzweise) verstanden hätte. ":/ Das soll jetzt nicht heißen, dass ich ein wahrer Ausbund an Intelligenz bin (mein IQ-Testergebnis wäre z.B. sicher nicht sonderlich beeindruckend), aber ich bin es eben gewöhnt zu verstehen, wenn irgendwas erklärt wird.

Im Allgemeinen fasziniert es mich außerdem eher, wenn ich etwas nicht so wirklich verstehe. Ich empfinde es als Herausforderung und habe mehr Spaß, daran dass ich einen Teil verstehe, als es mich stört, dass ich vielleicht (bzw. sicher) nicht alles verstanden habe. Jemand, der mir Dinge erzählen kann, die ich (teilweise) nicht verstehe wäre für mich also immer ein interessanter Gesprächspartner. Das ist doch genau der Punkt, an dem man gefordert ist und sich weiterentwickeln kann. :-D

ZTach(ari9as OM


Ich wusste, dass es falsch ankommt.

gwendolynn

Habe dein Beispiel lediglich als Aufforderung genommen, ganz allgemein etwas zu diesem Standpunkt beizusteuern.

Schorri wenn das von dir anders aufgefasst wurde, es bezog sich nicht auf deine Beispiele, sondern soll nur meine Meinung wiedergeben, wie ich ein solches kann/kann nicht sehe.

@:)

gZwXendcolyFnn


@ Zacharias

Ok @:)

@ Lola

Da spielt sicher eine Rolle, dass du wesentlich jünger und vermutlich (noch) neugieriger bist als ich ;-)

g^wenIdolBynn


Im Sinne von "neugierig auf neue Entdeckungen" gemeint.

LGolaxX5


Da spielt sicher eine Rolle, dass du wesentlich jünger und vermutlich (noch) neugieriger bist als ich ;-)

Ich kann's natürlich nicht wissen, aber ich glaube nicht, dass mir dieser Charakterzug irgendwann mal abhanden kommt. Und wenn ich mir jemanden wie Margarete Mitscherlich ansehe, dann ist es ziemlich deutlich, dass man auch mit über 90 noch extrem wach und interessiert sein kann. :-D

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