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Spiegelgesetze

mLauerbKluhme hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben,

ich bin die Woche mit den Spiegelgesetzen in Berührung gekommen:

1. SPIEGELGESETZ

Alles, was mich am Anderen stört, ärgert, aufregt

und in Wut geraten lässt und ich anders haben will

habe ich selbst in mir.

Alles, was ich am Anderen kritisiere und bekämpfe oder verändern will,

kritisiere, bekämpfe oder unterdrücke ich in Wahrheit in mir

und hätte es gerne anders.

2. SPIEGELGESETZ

Alles, was der Andere an mir kritisiert, bekämpft und

verändern will und wenn mich das dann verletzt,

betrifft es mich – ist dies in mir noch nicht erlöst.

Mein Ego ist beleidigt – ist noch stark.

3. SPIEGELGESETZ

Alles, was der Andere kritisiert an mir und mir vorwirft

oder anders haben will und bekämpft

und mich dies nicht berührt, ist es sein eigenes Bild,

sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten,

die er auf mich projiziert.

4. SPIEGELGESETZ

Alles, was mir am Anderen gefällt, was ich liebe an ihm,

bin ich selbst, habe ich selbst in mir und liebe dies im Anderen.

Ich erkenne mich selbst im Anderen.

Wir sind in diesen Punkten eins.

Wer hat sich damit schon beschäftigt und hat Lust sich mit mir darüber auszutauschen?

Ich frage mich wie ich mit Verletzungen (z.B. durch Kritik) oder Aggressionen (die mein

Gegenüber in mir auslösen) umgehen soll und – noch einen Schritt weiter – die Wurzel

dieser Gefühle aufspüre um mich von diesen Reaktionsmustern zu befreien.

Hier zwei Beispiele:

- Ich lerne eine neue Person kennen und es ist so als würden wir schon ewig miteinander

befreundet sein. Die Gestiken und Mimiken sind ähnlich und er/sie versteht meinen Humor

auf Anhieb oder weiß sofort was ich meine.

- Ich arbeite etwas aus, was mir total wichtig ist und mache mir sehr viele Gedanken, weil

ich recht wenige Informationen zum Thema erhalten habe. Ich bespreche die Arbeit und

die Person beginnt an unwichtigen Nebensächlichkeiten herumzumäkeln. Sie findet immer

mehr, weil ich mir geduldig alles anhöre und die Empfindungen des Kunden ernst nehme.

Es kann sogar soweit gehen, dass nichts mehr von dem übrig bleiben würde wenn ich die

Änderungen berücksichtige. Ich fühle mich dann hilflos und verwirrt und denke darüber

nach zu sagen "wenn sie meine brillanten Gedanken nicht verstehen wollen, dann schieben

sie es sich sonst wo hin" ]:D

Wenn sich so etwas häuft würde ich am liebsten alles hinschmeißen und bin auch richtig

persönlich verletzt. Aber ich weiß einfach nicht wohin mit dem Gefühl, da hilft mir auch

das Wissen "dass ich Dinge zu persönlich nehme" nicht um mich zu schützen.

Antworten
pOetit)_sorceierxe


Tja, auf jeden Fall kompliziertes Thema.

Ich glaub ja eigentlichi nicht an so Spiegelgesetze und sowas, aber teilweise erkenne ich mich in den Beschreibungen wieder. Aber eigentlich nur, wenn ich sauer bin, dann übertrage ich meine negativen Eigenschaften auf andere :(v . Sonst (meiner Meinung nach) nicht.

Wie du mit Kritik umgehen soll: Denk über die Kritik nach, überlege dir in einem ruhigen Moment drüber nach, wenn dir der Einwand sinnvoll erscheint, dann ändere den kritischen Punkt ab, wenn nicht, belass es beim Alten. Oder frag Vertraute nach ihrer Meinung zu der Kritik.

T+ho)m;ascat


Ich persönlich bin ein manchmal oberflächlicher, nachlässiger Arbeiter, das weiß ich. Ich bin nicht stolz darauf. Aber ich leide darunter, wenn jemand anderes mich darauf aufmerksam macht. Denn unter Kritik leide ich sehr stark, vor allem, wenn ich hieran nichts machen kann.

Mir fallen allerdings die Fehler, die andere machen, sofort auf.

p~etit1_sor6ciexre


Stimmt, fremde Fehler findet man schneller ;-D

Ich hasse Kritik aus den gleichen Gründen wie Thomascat, allerdings bin ich, wenn ich ruhiger bin, dafür dankbar.

Stell dir vor, jemand sagt dir ewig: "Zora, deine Reden sind schlecht", und ich höre nicht drauf und denke nicht drüber nach und dann ist ;-D Klassenabschlussparty und die Klassensprecher sollen kurz was sagen und meine Rede wird total fürchterlich. Dann hätte ich das verhindern können, wenn ich auf die Kritik gehört hätte.

Andererseits kann es natürlich auch unsinnige Kritik geben, nach dem Motto. "Mädel, du bist zu fett!", wenn ich aber weiß, dass mein Gegenüber mich hasst und ich 55kg wiege, kann ich diese Kritik recht schnell abhaken ;-)

REandOloxs


Noch nie davon gehört, habe es gleich ergoogelt. Ist eine Wiederauffrischung von Gewussten und Vergessenen. Danke für den Tipp.

m*aauerb#luhme


... danke für euer Feedback, an und für sich kann ich mit Kritik umgehen,

ich bin jedoch der Meinung, dass Kritik "die richtig sitzt" einen wunden

Punkt in jedem von uns anspricht. Bei mir , liebe petit_sorciere, ist es zum

Beispiel tatsächlich mein Gewicht, mit dem ich sehr unglücklich bin! :)

Dabei ist es nicht so, dass ich total abstoßend bin, ich bekomme auch Komplimente,

aber wenn es dann mal doch passiert, dass mich jemand deswegen herabsetzt,

trifft mich das bis ins Mark. Diese Haltung schleppe ich seit sehr vielen Jahren mit

mir rum und hätte sie liebend gerne los. Hauptsächlich weil ich mich dann lange

Zeit sehr schlecht fühle, ganz gehemmt bin und mich nicht mehr so verhalte wie

ich es gerne tun würde. Geht es euch nicht manchmal genauso und wollt ihr

das dann nicht auch los haben? Oder habt ihr euch mit allem abgefunden?

pTetite_sorc iexre


Dieses blöde Gewicht immer, mein Beispiel war tatsächlich ich selber, und früher hab ich mich total runter machen lassen. Inzwischen stehe ich grundsätzlich drüber, auch, weil ich inzwischen verstanden habe, dass ich nicht dick bin. Trotzdem trifft es einen immer wieder ziemlich hart, weil man tief getroffen wird.

Abfinden ist so eine Sache, damit schiebt man eigentlich nur alles auf, und irgendwann, wenn es einem richtig schlecht geht, fallen einem alle schlechten Details auf einmal ein: zu dick, zu doof, zu hässlich, faul, nervig... Bei mir hat sich das "Aufstau"-Problem insofern gelöst, dass meine Freundin und ich einfach reden und dann werden halt auch fragen wie "Bin ich zu dick?" gestellt, und die Antwort ist grundsätzlich ehrlich, also auch mal "Prinzipiell nein, aber deine Hüfte ist schon recht breit, aber totzdem im absolut normalen Bereich", einfach als ausgedachtes Beispiel.

Wenn dich mal wieder jemand dumm anquatscht wegen deinem Gewicht, dann stell dich bloß nicht vor den Spiegel, dann denkst du, man würde auch das Frühstücksbrötchen sehen. Mir hilft dann am Besten ein Gespräch mit Freunden, ein Spaziergang oder oder oder. Schreib demjenigen einen Brief, warum du sein Verhalten doof findest, der sollte danach wenn möglich im Tagebuch oder in eienr Schublade landen, aber es befreit einfach unglaublich!!! :)_

LJichtKr+isntalFlxX


Wer hat sich damit schon beschäftigt und hat Lust sich mit mir darüber auszutauschen?

Ich. *:) Ich glaube an das Gesetz der Resonanz. Wie im Innen,so im Außen und auch daran,dass Gedanken Macht haben.

Was sagst Du hierzu? [[http://www.planet-wissen.de/natur_technik/forschungszweige/spiegelneuronen/index.jsp]]

g9esund(erschiinkexn


also ich kann mich damit überhaupt nicht identifizieren, ich hab viel eher gegenteilige erfahrungen gemacht...also dass ich zB gerade dann etwa an jemandem kritisiere, wenn es mir nicht passt, ich nicht so sein will und ich auchnicht so bin,...sonst würd ich es ja nicht kritisieren oder bekämpfen wollen...naja....für mich hört sich das alles sehr......schwammig an ;-)

Sc. ?walli@sii


Hallo

Ich finde das sind gute Indizien die einem viel über sich selbst sagen können. [wobei ich sagen muss: 2. & 3. find ich ein gutes Stück weniger hilfreich als 1. und 4. find ich in seiner Banalität und potentiellen Falschheit regelrecht gagga^^]

Will man diese Indizien nutzen sollte man viel Muße mitbringen sich selbst zu erforschen und ein gutes Gespür für sich selbst, denn es ist nicht damit getan darauf zu hören und die jeweilige eventuelle Wahrheit kurz zu sehn.

Allerdings beinhaltet dieses Spiegel-"Gesetz", v.a. wenn man es wirklich als unumstößliche Gesetz wahrnimmt, meiner Meinung nach auch gewisse Gefahren.

Z.B. ist die Psyche durchaus imstande nach Verinnerlichung des Indizienmechanismus eine Art inneren Emotionszensor zu erschaffen der Verärgerung verdrängt wenn man den Hinweis unter keinen Umständen wahrhaben will. Und generell wird jedes durch andere aktiviertes Aufregen oder jegliche Genervtheit Zeichen anstehender Selbstkritik, ich glaube nicht dass das gut ist. Emotionen sind Mechanismen der Psyche die in Funktion, Wirkung und Ursache viel zu vielfältig sind um sie derart eingeschränkt zu interpretieren.

Eine weitere potentielle Gefahr wäre die (2. & 3. Gesetz) Umkehrung : jede Einstellung, Äußerung, Eigenschaft von mir die jemand anderen aufregt ist und kann nur ausschließlich dessen Problem sein.

Alles, was der Andere kritisiert an mir und mir vorwirft

oder anders haben will und bekämpft

und mich dies nicht berührt, ist es sein eigenes Bild,

sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten,

die er auf mich projiziert.

"und mich dies nicht berührt" wird da beiläufig untergebracht^^ Es erfordert manchmal (davon wahrscheinlich häufig dann wenn's wichtig wär) aber einiges an Intuition sowohl dass es berührt als auch dass es nicht berührt genauer zu prüfen. Beides kann sehr verschiedene Gründe haben und im Falle von einer Menge davon würde man sich mit der Anwendung dieses "Gesetzes" jeweils in die Irre führen. In vielen Fällen mag's ein guter Grundsatz sein, die Fälle wo nicht machen es aber irrsinnig es Gesetz zu nennen.

Im 2. "Gesetz" ist furchtbar flach von Verletzung die Rede, hier gilt das gleiche. Meiner Meinung nach beinah fahrlässig 2. & 3. als Gesetz unterzujubeln.

@ mauerblume

Ich glaube die Spiegeltheorie hilft dir bei deinem zweiten Beispiel oder dem Thema Kritik nicht wirklich effektiv weiter, falls das Anlass des Fadens war wären Themen wie selbstbewusstes Auftreten und/oder Selbstwertgefühl vermutlich hilfreicher.

SM. owallxisixi


zu 2. & 3. hätt ich gern mehr geschrieben und so wirklich gefällts mir jetzt net^^ aber ich bin derzeit net so kommunikativ.

...

und ich hab ein h vergessen, sorry mauerbluhme :-)

m_auerb?luhmxe


Hallö ihr alle,

mir geht es nicht nur um Umgang mit Kritik, Übergewicht oder das eigene Selbstwertgefühl, das waren

nur Beispiele. Ist schwierig, weil ihr mich nicht als Mensch im Ganzen wahrnehmen könnt. Ich finde das

Thema einfach interessant und stolpere immer wieder mal im Leben darüber. Sehr spannend finde ich

natürlich Kritik an diesen Aussagen oder schlichtweg die individuelle Interpretation von euch, denn meine

Sichtweise kenne ich ja zur genüge. Ich will ja über den Tellerrand schauen. ;-)

@ S. wallisii ich finde gerade das zweite und dritte Gesetz sehr interessant, weil ich von mir behaupten kann,

dass ich einige meiner "wunden Punkte" in der Vergangenheit gelassen habe, denn es gibt Themen, die mich

früher sehr getroffen haben, wo ich inzwischen drüber lächeln kann.

2. SPIEGELGESETZ

Alles, was der Andere an mir kritisiert, bekämpft und

verändern will und wenn mich das dann verletzt,

betrifft es mich – ist dies in mir noch nicht erlöst.

Mein Ego ist beleidigt – ist noch stark.

3. SPIEGELGESETZ

Alles, was der Andere kritisiert an mir und mir vorwirft

oder anders haben will und bekämpft

und mich dies nicht berührt, ist es sein eigenes Bild,

sein eigener Charakter, seine eigenen Unzulänglichkeiten,

die er auf mich projiziert.

Wenn mich jemand provozieren oder aus der Reserve locken will, dann kann ich mich ganz locker entscheiden ob

ich die Person links liegen lasse oder darauf eingehe, aber es berührt mich nicht mehr. Im Gegenteil, ich habe

schon oft die Erfahrung gemacht, dass sich Menschen abmühen – man kann sich das bildlich wie ein wild gewordener

Kläffer vorstellen, der alle Energie darauf verwendet vor mir auf und ab zu hüpfen – mich dahin zu bekommen wo

SIE hin wollen und das ist ein Problem, somit eine "Unzulänglichkeit" der Person die mich angreift.

@LichtKristallxX Die Sache mit den Spiegelneuronen ist auch ein spannendes Thema, wenngleich dieser Prozess

unbewusst abläuft. Ich würde die gewagte Behauptung aufstellen, dass die Spiegelgesetze eine rationale "Fortsetzung"

davon sind. Gerade im Bezug auf diese Unterseite [[http://www.planet-wissen.de/natur_technik/forschungszweige/spiegelneuronen/spiegelneuronen_und_taeuschung.jsp]]

Wichtig ist die Reflexion, wie man die Eindrücke – vielleicht auch die Ausdrücke – seines Kommunikationspartners

für sich interpretiert um dann den weiteren Umgang damit zu bestimmen.

Interessant könnte es werden wenn die zweite Hälfte des ersten Spiegelgesetzes auf das zweite Spiegelgesetz trifft. ;-D

M)ollibencxhen


Mich trifft Kritik dann besonders, wenn sie an etwas geübt wird, was mich selbst an mir auch stört (egal ob äußerlich oder vom Verhalten her). Wenn ich schon immer fand, ich hätte zu große Füße (war mal eine Weile so) und dann ein dummer Spruch kommt, dann ist das furchtbar.

Seit ich mit meinen Füßen (die übrigens gar nicht so groß sind) Frieden geschlossen habe, kommen allerdings komischerweise auch keine Sprüche mehr...

Wenn jemand sagt, ich hätte eine lange Nase – was ich noch nie fand – zucke ich nur mit den Schultern.

Und mich regen auch am meisten an anderen die Sachen auf, die mich entweder an mir selbst auch aufregen oder die ich zwar nicht habe/mache, aber tierischen Schiss davor habe, dass ich es mal haben/machen könnte, oder die ich zwar nicht mehr habe/mache, aber mal hatte/gemacht habe.

Wenn ich mich allerdings über laute, störende Nachbarn o.ä. aufrege, kann ich da nix von Spiegelgesetzen erkennen, denn ich mache (z.B.) keine laute Musik und rege mich über die des anderen trotzdem bzw. gerade deswegen auf. Dann hab ich definitiv mit dem/der ein Problem und nicht ein verstecktes Problem mit mir.

mhnxb


Hallo *:)

Ich kenne die Spiegelgesetze schon lange und kann sie meiner Meinung nach auch in einem etwas größerem Rahmen einordnen.

Wie schon erwähnt geht es um Resonanzen... wenn jemand zum Beispiel unsicher ist oder einen wunden Punkt hat, dann strahlt er dies auf eine gewisse weise aus, und diese Ausstrahlung bringt dann wiederum andere Menschen unbewusst dazu, die entsprechenden Punkte zu berühren bzw. einen damit zu konfrontieren.

Hattet ihr schonmal das Gefühl, nicht ihr selbst zu sein? Etwas zu tun, das sich in diesem Moment "genau richtig" angefühlt hat, ihr aber wusstet (oder hinterher bemerkt habt), dass das eigentlich gar nicht eurem eigentlichen Wesen entspricht? So fühlt man sich zum Beispiel oft fröhlich, wenn man einem fröhlichen Menschen begegnet. Und man fühlt sich manchmal selbst niedergeschlagen, wenn man einem niedergeschlagenen (trauernden) Menschen begegnet. Das ist auch eine Form des Spiegelns :-) Und wenn sich ein Mensch für sein Aussehen verurteilt, dann neigt man in dessen Nähe eher dazu, sich auch selbst für sein Aussehen zu verurteilen – oder eben den anderen dafür zu verurteilen. Was im ersten Moment wie ein Gegensatz scheint, ist auf den zweiten Blick das Selbe: Das "Muster" ist Verurteilen fürs Aussehen. Ob man dieses Muster an sich selbst oder an einem anderen auslebt ist zweitrangig (und macht auch nur einen Unterschied, so lange man ein starkes Ego hat – wenn das Ego besiegt ist, dann fordert man für sich selbst keine "Sonderrolle" mehr ein sondern behandelt sich wie jeden anderen Menschen – mit dem gleichen Respekt und der gleichen Achtungslosigkeit). Abgesehen davon, stellt euch mal zwei eineiige Zwillinge mit gleichem Gewicht vor. Der eine Zwilling findet sich nun zu dick und hässlich. Wie glaubhaft ist er, wenn er dann dem anderen Zwilling sagt, dass dieser hübsch sei und nicht abnehmen brauche?

Um wieder auf die Spiegelgesetze zurückzukommen, zu diesem einen Kommentar möcht ich was sagen:

also ich kann mich damit überhaupt nicht identifizieren, ich hab viel eher gegenteilige erfahrungen gemacht...also dass ich zB gerade dann etwa an jemandem kritisiere, wenn es mir nicht passt, ich nicht so sein will und ich auchnicht so bin,...sonst würd ich es ja nicht kritisieren oder bekämpfen wollen...naja....für mich hört sich das alles sehr......schwammig an ;-)

Das was hier beschrieben ist, ist das Heimtückische an den Spiegelgesetzen ;-) Man blendet gewisse eigene Anteile aus und projeziert sie in andere Menschen. Der wunde Punkt wird dann berührt, wenn eine andere Person eine gewisse Verhaltensweise an den Tag legt. Man kann diese Person nicht so lassen und anerkennen, wie sie ist. Das ist der eigene Anteil. Die andere Person spiegelt einem dies, indem sie einen damit konfrontiert. Beispiel: Ich würde niemals über eine rote Ampel gehen. Dann sehe ich, wie jemand anderes über die rote Ampel geht. Und kritisiere es, weise ihn zurecht oder was auch immer... es steckt jedenfalls eine tiefe emotionale Reaktion in mir dahinter. DAS ist dann mein wunder Punkt, mein Schmerz, mein Thema. Die Ursache selbst kann vielfältig sein. So kann zum Beispiel ein guter Freund von mir beim Überqueren einer roten Ampel überfahren worden sein. Oder meine Eltern haben mit früher nicht liebevoll beigebracht, dass es gefährlich ist, eine rote Ampel zu überqueren, sondern mir Vorwürfe gemacht, mich vielleicht angeschrien (und damit das Gefühl gegeben, "schuldig" oder nicht gut genug zu sein). Oder irgend ein anderer Grund. Und DAMIT konfrontiert mich diese andere Person. Und DAGEGEN kämpfe ich in Wirklichkeit an. Nicht dagegen, dass jemand über eine rote Ampel läuft. Sondern gegen die Erfahrungen und Gefühle die ich in mir trage und mit denen mich diese Handlung konfrontiert. Um es vielleicht doch etwas besser auf die Spiegelgesetze zu übertragen: Ich kann nicht so selbstverständlich über die rote Ampel gehen wie der Mensch, den ich sehe (weil mich dies mit meinen eigenen Themen konfrontieren würde). Somit kämpfe ich gegen diesen anderen Menschen an, und damit gleichzeitig gegen das, was ich selbst in mir trage. Die Weisheit der Spiegelgesetze lautet dann: Es führt zu keiner Lösung, den anderen zu zwingen, an der roten Ampel stehen zu bleiben. Sondern bei mir selbst zu schauen, welche Gefühle das in mir auslöst, und mich mit diesen auseinanderzusetzen...

Übrigens, bei diesem Thema ist ein Punkt sehr wichtig: Das, was auf den ersten Blick Gegensätze zu sein scheinen, sind oftmals zwei Teile der selben Medaille. Das eine kann Spiegel für das andere sein. So zum Beispiel Wut/Gewalt und Hilflosigkeit. Jemand, der mit Gewalt reagiert/handelt, trägt in Wirklichkeit eine tiefe Hilflosigkeit in sich (er kann nicht gelassen mit der Situation umgehen). Und jemand, der total hilflos ist und sich nicht wehren kann, der fühlt auch Wut und Gewalt... nur ist diese dann meist nach innen bzw. gegen sich selbst gerichtet (man verurteilt sich selbst, bzw. selbstverletzendes Verhalten). Wenn man die Verbindung solcher Gegensätze sehen kann, dann kann man auch leichter verstehen, warum viele Kinder, die mit viel Leid aufgewachsen sind, wenn sie erwachsen sind genau so werden wie ihre Eltern und ihren eigenen Kindern Leid zufügen... dahinter stehen dann die eigenen, unaufgearbeiteten Kindheitsthemen.

Wenn ich mich allerdings über laute, störende Nachbarn o.ä. aufrege, kann ich da nix von Spiegelgesetzen erkennen, denn ich mache (z.B.) keine laute Musik und rege mich über die des anderen trotzdem bzw. gerade deswegen auf. Dann hab ich definitiv mit dem/der ein Problem und nicht ein verstecktes Problem mit mir.

Um mal böse zu sein ]:D : Dein verstecktes Problem liegt darin, dass du nicht anerkennen/hinnehmen kannst, dass deine Nachbarn nunmal anders sind als du und im Gegensatz zu dir gerne laute Musik machen ;-) Wobei das ansich noch gar nichit das eigentliche Problem sein muss, denn es ist in dem Moment kein Problem mehr wo du deinen Standpunkt durchsetzen kannst und die Nachbarn dazu bringen kannst, leise zu sein :)- ... sind dir hier jedoch die Hände gebunden (z.B. durch Gesetze, die den Nachbarn das Recht geben laut zu sein), dann ist dein Problem, dass du die Realität bzw. die Gesetzeslage nicht anerkennen kannst, obwohl du nichts dagegen tun kannst. Andere (potentielle) Möglichkeit: Du traust dich möglicherweise nicht, zu deiner Überzeugung zu stehen und die Nachbarn (notfalls immer wieder) zu bitten, leiser zu sein -> Unterordnung, möglicher Glaubenssatz "Ich darf nicht kritisieren" usw.

Im Grunde also ähnlich wie beim vorigen Beispiel ;-) wobei ich hier nichts unterstellen will, sind lediglich mögliche Gründe, die ich mir vorstellen könnte. Irgend ein Thema, auch wenn es keins von diesen ist, steckt aber laut den Spiegelgesetzen (von denen ich bisher nie enttäuscht wurde) jedoch immer dahinter :)*

@ mauerbluhme:

Du hattest gefragt, wie du mit den unangenehmen Situationen dann umgehen lernen kannst. Mein Vorschlag: Stelle dich den Gefühlen, die sie in dir auslösen! Der Spiegel, den dir andere Menschen vorhalten (gewollt oder ungewollt) bietet dir dir Chance, zu dir selbst (und deinen verdrängten Gefühlen) zu finden und unverarbeitete Situationen aufzuarbeiten. Meist geht das aufgrund des Umfeldes nicht an Ort und Stelle, dann kannst du dich zum Beispiel zurückziehen oder abends die Gefühle nochmals hochkommen lassen und dann einfach nur loslassen, ohne dagegen anzukämpfen... in dem Moment wo Tränen fließen und man trauern kann (selbst wenn man nicht genau weiß, worüber eigentlich) beginnt man, sich zu verändern... oder wissenschaftlich ausgedrückt: Das Gehirn beginnt, gewisse Neuronen zu reorganisieren und neu anzuordnen, und Trauer und Tränen können Ausdruck dieses Vorgangs sein.

Als kleine Orientierungshilfe: Hinter jedem (zwanghaften) Versuch, einen anderen Menschen zu "verändern", steckt ein unverarbeitetes eigenes Thema. Man kann einen anderen Menschen nicht verändern – nur sich sich selbst, indem man beispielsweise einen neuen Standpunkt einnimmt. Ein "idealer" Mensch ohne eigene Probleme und unverarbeitete Themen kann andere Menschen so achten und anerkennen wie sie sind. Ohne sie kritisieren oder verändern zu müssen. Mit dieser Lebensweise achtet er übrigens auch sich selbst (mit seinen eigenen Grenzen der Handlungsfähigkeit).

Puuh, langer Text, ich hoffe er hilft dem einen oder anderen ein Stückchen weiter :)*

mxaukekrbluh/mxe


Hallo mnb,

ich habe es noch nicht ganz durch und verinnerlicht, aber schonmal danke für diese wunderbare Erklärung,

das bringt mich um einiges weiter!! :)= Wie bist du mit den Spiegelgesetzen in Berührung gekommen

und wie lange befasst du dich schon damit?

Viele Grüße

erdenbuerger

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