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Spiegelgesetze

mMaueNrblu%hme


Wenn man die Verbindung solcher Gegensätze sehen kann, dann kann man auch leichter verstehen, warum viele Kinder, die mit viel Leid aufgewachsen sind, wenn sie erwachsen sind genau so werden wie ihre Eltern und ihren eigenen Kindern Leid zufügen... dahinter stehen dann die eigenen, unaufgearbeiteten Kindheitsthemen.

Wow, das ist ganz schön schwierig die Wurzel aufzuspüren, weil ja eine verknüpfte Handlung aus der Kindheit dahinter stehen könnte, die im Zusammenhang mit den damals aufkommenden Gefühlen verknüpft werden muss. Das kann im Falle von tatsächlicher, körperlicher Gewalt einfach sein, aber es gibt ja auch subtile, versteckte Gewalt wie Manipulation oder Liebesentzug.

Vielen Dank für diese tolle Erklärung, ich habe vieles besser verstanden! @:)

m6nxb


...das geniale ist: Das Schicksal konfrontiert uns immer wieder automatisch mit den Dingen, die für unsre Entwicklung wichtig sind :)z Es ist nicht zwingend notwendig, sich an die Ursprungssituation zu erinnern... denn die aktuelle Situation, die man durchlebt, bringt oftmals (vielleicht sogar immer) die Chance mit sich, gleichzeitig auch die alten Erlebnisse mit aufzuarbeiten, ohne sich nochmals neu mit ihnen konkret auseinandersetzen zu müssen :-) Aber ich weiß auch, wenn man sich den aktuellen Gefhlen stellt, fällt es einem manchmal auch wie Schuppen von den Augen und man erkennt, wie achtungslos, grausam oder schmerzhaft eine Situation in der eigenen Kindheit war, von der man immer dachte, dass dies "normal" sei... (z.B. dass Eltern ihr Kind anschreien)

m$nxb


Huch, mein Satzbau ist heute nicht ganz das wahre... ":/ ich glaub ich geh bald mal schlafen :) zzz

MMollinenchxen


@ mnb

Wegen den lauten Nachbarn...

Um mal böse zu sein : Dein verstecktes Problem liegt darin, dass du nicht anerkennen/hinnehmen kannst, dass deine Nachbarn nunmal anders sind als du und im Gegensatz zu dir gerne laute Musik machen Wobei das ansich noch gar nichit das eigentliche Problem sein muss, denn es ist in dem Moment kein Problem mehr wo du deinen Standpunkt durchsetzen kannst und die Nachbarn dazu bringen kannst, leise zu sein ... sind dir hier jedoch die Hände gebunden (z.B. durch Gesetze, die den Nachbarn das Recht geben laut zu sein), dann ist dein Problem, dass du die Realität bzw. die Gesetzeslage nicht anerkennen kannst, obwohl du nichts dagegen tun kannst. Andere (potentielle) Möglichkeit: Du traust dich möglicherweise nicht, zu deiner Überzeugung zu stehen und die Nachbarn (notfalls immer wieder) zu bitten, leiser zu sein -> Unterordnung, möglicher Glaubenssatz "Ich darf nicht kritisieren" usw.

Im Grunde also ähnlich wie beim vorigen Beispiel wobei ich hier nichts unterstellen will, sind lediglich mögliche Gründe, die ich mir vorstellen könnte. Irgend ein Thema, auch wenn es keins von diesen ist, steckt aber laut den Spiegelgesetzen (von denen ich bisher nie enttäuscht wurde) jedoch immer dahinter

Im konkreten Fall:

Es gibt zwar kein Gesetz, aber eine Hausordnung, die darauf hinweist, Musik stets auf Zimmerlautstärke zu lassen. Es gibt eine Nachbarin, die dies immer wieder ignoriert. Ich habe schon ungefähr eine Million mal bei ihr geklingelt und jetzt (weil ich keine Lust mehr habe zu klingeln) kriegt sie halt jedes Mal einen Zettel in den Briefkasten. Und es ändert sich: nichts.

Aber das nur am Rande.

Ich bin nicht gewillt, ihretwegen auf meine Bedürfnisse (Ruhe!!) zu verzichten, insofern fällt "sich einfach damit abfinden" schon mal flach. Natürlich bin ich unabhängig von allem auch wütend auf mich selbst, weil ich es nicht hinkriege, sie zur Ruhe zu bringen und es auch nicht hinkriege über die Musik hinweg zu hören (wobei, wie gesagt, ich mich frage, warum sollte ich…).

Klar, da werde ich auch mit meinen Schwächen konfrontiert = mein Unvermögen, sie davon zu überzeugen, ihre Musik auszulassen. Andererseits, wenn man alles versucht hat (freundlich, bestimmt, fordern, sauer, persönlich, Zettel…) und nichts fruchtet, dann darf ich meine Wut schon mal von mir auf sie richten und mag hier nicht mehr so recht an das Spiegelgesetz glauben. Dann ist es ihr Fehler und nicht meiner.

Oder etwa doch? Ohne dass ich es weiß? Weil ich eine negative Ausstrahlung habe, die dafür sorgt, dass sie meine Bitte ignoriert? Muss ich an dieser Ausstrahlung arbeiten?

(Ich will jetzt hier übrigens nicht mein Nachbarschaftsproblem breitwalzen und diskutieren, aber es dient mir als gutes Beispiel.)

mxnb


Hallo Mollienchen :)

[...] und nichts fruchtet, dann darf ich meine Wut schon mal von mir auf sie richten und mag hier nicht mehr so recht an das Spiegelgesetz glauben. Dann ist es ihr Fehler und nicht meiner.

Das ist eine reine Frage der Definition von "Fehler". Du kannst dir für alles mögliche ein Recht zugestehen, Tatsache bleibt jedoch immer, dass nur die Naturgesetze allgemeingültig sind und alles andere davon abhängig bleibt, ob man es durchsetzen kann. Du kannst dir z.B. das Recht zugestehen, im Lotto zu gewinnen. Aber aufgrund der niedrigen Wahrscheinlichkeit gewinnst du nicht. Durch deine Sichtweise wehrst du dich dann gegen die Realität, oder anders gesagt, du verletzt dich selbst dadurch, dass du die Realität nicht anerkennen kannst.

Oder etwa doch? Ohne dass ich es weiß? Weil ich eine negative Ausstrahlung habe, die dafür sorgt, dass sie meine Bitte ignoriert? Muss ich an dieser Ausstrahlung arbeiten?

Es muss nicht an deiner Ausstrahlung liegen, vermutlich ist die Nachbarin einfach so wie sie ist. Den eigentlichen "Fehler", wenn du so willst, bzw. wenn du konstruktiv an die Sache herangehen willst, kannst du dennoch bei dir selbst suchen: Du hast nicht die Macht, andere Menschen zu verändern... bzw. sie zu "erziehen", ihnen etwas beizubringen was für dich vielleicht selbstverständlich ist, wenn die andere Person hierfür nicht offen ist. Hier hilft nur die Realität so anzuerkennen wie sie ist... ihr zuzustimmen und seinen Änderungswunsch loszulassen. Oder eben auf anderer Ebene, in dem Maße wie du die Möglichkeiten dazu hast, für deinen Standpunkt zu kämpfen. Konkret könnte dies z.B. eine Beschwerde beim Vermieter sein (sofern er dir die Ruhe zugesteht bzw. dies evtl. sogar im Mievertrag irgendwo steht). Sprich du kannst den Mieter (der in der Miethierarchie über deiner Nachbarin steht) um Unterstützung bitten (sie aber nicht konsequent einfordern, so lange die Sache nicht astrein vertraglich geregelt ist, dass er für Ruhe zu sorgen hat). Zu besonders späten und frühen Zeiten (und evtl. auch mittags) handelt es sich hingegen um Ruhestörung, da könntest du dich z.B. an die Polizei wenden. Gegen den Lärm spielender Kinder kannst du zum Beispiel nichts tun, da dieser gesetzlich nicht als Störung gilt (außer vermutlich Nachtruhe).

Bei diesen Vorschlagen stellt sich evtl. die Frage, ob du dich traust, den Vermieter oder die Polizei einzuschalten. Wenn du da Hemmungen kast könnte DAS der Spiegel für dich sein... dass du dich z.B. nicht traust, um Hilfe zu bitten... evtl. Angst hast, dort nicht ernst genommen zu werden... oder du hast möglicherweise Angst, zu "Petzen"... dahinter könnten dann wieder frühere Erfahrungen und angelernte Muster stehen. Und wenn du all diese Wege bereits erfolglos gegangen bist, dann könnte der Spiegel für dich sein, dass es Situationen im Leben gibt, gegen die du nicht ankommen kannst (auch das ist etwas völlig natürliches!), und der Spiegel zeigt dir, dass du keine Chance hast... je mehr du dich dagegen wehrst, umso intensiver nimmst du dann deine Hilflosigkeit wahr. Und wie gesagt, in diesem Fall heißt die Lösung: Anerkennen und dem, was ist, zustimmen. Über die Unerfüllbarkeit des eigenen Wunsches zu trauern und den Wunsch loszulassen. Oder konsequent sein und dir eine andere Wohnung suchen (und dafür andere Dinge aufgeben, ohne die Gewissheit, dass es später besser ist).

Viele Grüße :)*

PS: Was mir eben noch aufgefallen ist, ist dieser Satz hier:

Weil ich eine negative Ausstrahlung habe, die dafür sorgt, dass sie meine Bitte ignoriert?

Als erstes suchst du den "Fehler" = die Schuld bei deiner Nachbarin. Die Schuld bei jemand anderem suchen bedeutet immer, die eigene Verantwortung abzugeben, wodurch man automatisch in eine "Opferrolle" rutscht, aus der es dann schwer ist, sich wieder zu befreien. Im nächsten Moment überlegst du dann, ob du den "Fehler" auch bei dir suchen könntest, was bedeuten würde, du übernimmst selbst die volle Verantwortung für dein Leben/Schicksal (und mit dieser Sichtweise hast du die meisten Möglichkeiten, tatsächlich etwas zu verändern). Hinter dem Satz, den ich eben nochmal zitiert habe, könnte aber auch eine Illussion bzw. Selbsttäuschung stecken: Du würdest davon ausgehen, dass du über den indirekten Weg, deine Ausstrahlung zu verändern, immer noch in letzter Konsequenz deine Nachbarin ändern könntest. Wohinter sich dann immer noch die Weigerung finden würde, die Situation so anzuerkennen wie sie ist. Wie gesagt, das ist nur eine Interpretationsmöglichkeit, aus einer anderen Perspektive könntest du auch nur "absichtslos", also ohne dich an die Veränderung deiner Nachbarin zu klammern und dadurch blind zu werden, für dich selbst überprüfen, ob es vielleicht doch noch eine Möglichkeit gibt, die du übersehen hast. Wollt mit dem PS nur allgemein nochmal aufgreifen, worauf man sonst noch achten kann und wo einen der Verstand manchmal an der Nase herum in genau das gleiche Muster wieder zurückführt, aus dem man eben zu entkommen versuchte :-D

RMandDloxs


@ mnb

Ich finde diesen Faden, insbesondere deine Ausführungen zu dem Thema sehr lesenswert und hilfreich . Ich konnte mir einiges davon "abschneiden" und lese im Hintergrund interessiert weiter.

Liebe Grüße

MioYlleiencxhen


@ mnb

Das heißt, ich muss hinnehmen, dass es Menschen gibt, die in ihrem Wesen einfach störend sind (meine Nachbarin) und dass man als Mensch, der niemanden stört (ich) eben das Nachsehen hat und schlimmstenfalls flüchten (= umziehen) muss. Wie in der Natur – mich stört der Wind, aber den Wind stört es nicht, mich durcheinander zu wehen. Ich muss halt vor dem Wind in ein Gebäude fliehen, wenn ich ihn nicht mehr haben will.

Beim Wind oder anderen Naturgegebenheiten fällt es mir relativ leicht, es hinzunehmen (was immer noch nicht gleichbedeutend ist mit toll finden), da die Natur keinen Verstand hat und keine Gefühle und man ihr nichts vorwerfen kann.

Die Nachbarin ist aber keine "Naturgewalt" und weiß, dass sie meinen Mann und mich stört, und macht es trotzdem… Deshalb fällt es mir sehr schwer, ruhig zu bleiben…

Hinter dem Satz, den ich eben nochmal zitiert habe, könnte aber auch eine Illussion bzw. Selbsttäuschung stecken: Du würdest davon ausgehen, dass du über den indirekten Weg, deine Ausstrahlung zu verändern, immer noch in letzter Konsequenz deine Nachbarin ändern könntest.

Jein.

Einerseits natürlich schon, ja.

Andererseits würde es mir auch schon reichen, das Verhältnis zwischen ihr und mir zu entspannen, so dass sie einerseits das Bedürfnis erlangt, mich nicht mehr so oft zu stören, und ich andererseits nicht jedes Mal ausklinke, wenn dann doch mal was von oben zu hören ist.

Wir hatten vorher eine andere Nachbarin über uns, die wir sehr mochten und mit der wir wunderbar klar kamen. Hin und wieder (selten) kam es vor, dass sie ihren Fernseher so laut hatte, dass wir ihn hörten. Komischerweise störte uns das aber gar nicht, weil wir sie mochten und weil wir wussten, wenn wir sie darauf hinweisen würden, wäre es ihr auch peinlich und sie würde versuchen, es abzustellen. Außerdem wussten wir, da steckt keine Gleichgültigkeit und "LMAA"-Einstellung (uns gegenüber) hinter, sondern in ihrem Fall Begeisterung für das Fernsehprogramm.

Die jetzige Nachbarin aber war von Anfang an "genervt" von mir, weil ich "dauernd" bei ihr klingelte (direkt nach ihrem Einzug wegen eines von ihren Handwerkern verursachten Wasserschadens! Was hätte ich tun sollen – das Wasser einfach laufen lassen, um Madame nicht zu nerven?), d.h. unser Verhältnis zueinander fing gleich unentspannt an… Als es dann kurz drauf direkt mit einer Feier mitten in der Woche bis 1 Uhr weiterging, konnte ich natürlich nicht wirklich entspannt sein, als ich bei ihr deswegen klingelte.

Ansonsten werde ich das von Dir Geschriebene noch mal in Ruhe in meinem Kopf wirken lassen. Wie "Randlos" schreibt, es ist wirklich sehr lesenswert und hilfreich.

Denn ich schwanke oft zwischen den Extremen – nur die anderen sind Schuld und ich das reine Opfer, oder nur ich bin Schuld und das Verhalten der anderen lediglich Reaktion. Keine gesunde Einstellung. Und vor allem wenig zielführend.

mxnb


Puh, schon wieder so viel zum antworten ;-)

Aber erstmal vielen Dank für die netten Worte :)_ Find es ja ganz toll, hier mal einen entspannten Faden erwischt zu haben :-D

Das heißt, ich muss hinnehmen

Müssen tust du gar nichts ;-) Ich finde es halt hilfreich zu erkennen, wann man an einer Grenze angelangt ist und Weiterkämpfen nur noch vergeudete Energie bedeutet. Und ja, der Vergleich mit der Natur bzw. den Naturgewalten geht in die richtige Richtung :)^

Beim Wind oder anderen Naturgegebenheiten fällt es mir relativ leicht, es hinzunehmen (was immer noch nicht gleichbedeutend ist mit toll finden), da die Natur keinen Verstand hat und keine Gefühle und man ihr nichts vorwerfen kann.

Jaaa, die Natur hat keine "bösen Absichten" ;-) Das war auch für mich immer der Grund, warum es mir leichter gefallen ist, Naturkatastrophen anzunehmen. Aber in Wahrheit sind auch wir Menschen Teil der Natur, und es gehört zu der Welt, in der wir leben, dass sich manchmal oder oftmals Achtungslosigkeit und Zerstörung durchsetzen und Rücksicht und Respekt unterliegen. Anders formuliert: Es gibt kein Naturgesetz das vorschreibt, dass "das Gute" (wenn man es so nennen mag) sich durchsetzen muss... das ist der Haken, den viele in ihren Denkweisen haben: Sie gehen davon aus, dass dies so sein müsse, und werden dann immer wieder mit der Realität (die nicht ihrer Vorstellung entspricht) konfrontiert. Auch das ist wieder ein Spiegel. Und er zeigt beispielsweise: Erkenne, dass auch du unterliegen kannst. Egal wie gut deine Absichten sind.

Die Nachbarin ist aber keine "Naturgewalt" und weiß, dass sie meinen Mann und mich stört, und macht es trotzdem… Deshalb fällt es mir sehr schwer, ruhig zu bleiben…

Ja... du kannst der Tatsache nicht zustimmen, dass es in dieser Welt Menschen gibt, denen es nichts ausmacht, andere zu stören. Und gleichzeitig kannst du nichts daran ändern. So gesehen kämpfst du gegen die Welt/Realität an, in der du lebst. Auch hier könnte man in deiner Vergangenheit bohren: Möglicherweise hast du als Kind beigebracht bekommen, dass man andere nicht sören darf... dass sozusagen nichts anderes in dieser Welt existieren darf als dieses "nicht stören". Wenn damals dein Weltbild keinen Raum für die Möglichkeit gelassen hat, dass es möglicherweise doch Menschen gibt, die stören, dann hattest du auch keine Gelegenheit, Strategien auszuprobieren und zu entwickeln, wie du mit "Störung" umgehen kannst. Gleichzeitig würde dich dann die aktuelle Stuation mit deiner Kindheit konfrontieren: Deine Nachbarin verletzt die Regeln, die deine Eltern damals gesetzt haben. In der subjektiven Wahrnehmung stehst du dann zwischen deiner Nachbarin und deinen Eltern: Indem du die Nachbarin für ihr Verhalten so unnachgiebig verurteilst, solidarisierst du dich gewissermaßen mit deinen Eltern... bestätigst ihr Weltbild (das offensichtlich keinen Raum für die Situation mit deiner Nachbarin lässt, bzw. keine Aussage macht, wie man konstruktiv damit umgehen kann), indem du es für dich selbst übernimmst.

Wieder eine Menge Hypothesen, aber es geht ja nur um das Erkennen möglicher Hintergründe ;-)

Andererseits würde es mir auch schon reichen, das Verhältnis zwischen ihr und mir zu entspannen

...das könnte man als Ausweichen vor Konfrontation deuten...

so dass sie einerseits das Bedürfnis erlangt, mich nicht mehr so oft zu stören

Hier willst du sie verändern...

und ich andererseits nicht jedes Mal ausklinke, wenn dann doch mal was von oben zu hören ist.

Und hier willst du der Konfrontation mit deinen eigenen Gefühlen ausweichen... kann sicher oftmals eine sinnvolle (und schnelle) Lösung sein. Auf der anderen Seite steckt hinter dem Ausklinken ein gewisses Thema, das man noch anschauen und möglicherweise lösen könnte... das wiederum kann aber viel Zeit, Aufmerksamkeit und Energie in Anspruch nehmen, um das nur mal nebenbei zu erwähnen...

Wir hatten vorher eine andere Nachbarin über uns, die wir sehr mochten und mit der wir wunderbar klar kamen. Hin und wieder (selten) kam es vor, dass sie ihren Fernseher so laut hatte, dass wir ihn hörten. Komischerweise störte uns das aber gar nicht, weil wir sie mochten und weil wir wussten, wenn wir sie darauf hinweisen würden, wäre es ihr auch peinlich und sie würde versuchen, es abzustellen. Außerdem wussten wir, da steckt keine Gleichgültigkeit und "LMAA"-Einstellung (uns gegenüber) hinter, sondern in ihrem Fall Begeisterung für das Fernsehprogramm.

Oh, hier kommen wir der Angelegenheit noch ein Stückchen näher... vielleicht ist das Thema gar nicht die Ruhestörung ansich, sondern die Frage, wie achtungsvoll man mit seinen Mitmenschen umgeht:

Die jetzige Nachbarin aber war von Anfang an "genervt" von mir, weil ich "dauernd" bei ihr klingelte

Fällt dir etwas auf: Deine Nachbarin ist (scheinbar grundlos) von dir genervt, und nach dem was du schreibst bist auch du ständig von ihr genervt. Ihr seid beide genervt von einander. Es könnte sein, dass du auch nur das Genervtsein deiner Nachbarin wahrnimmst und es ihr spiegelst – du konfrontierst sie mit ihrem eigenen Genervtsein! Ein Aspekt, der diese Theorie begünstigen würde, ist dein eben beschriebener Wunsch, Entspannung in den Kontakt zwischen euch zu bringen (dabei zum einen deine Absicht, sie zu verändern – dadurch nimmst du sie umso intensiver wahr! Und zum anderen der anderen dein Bedürfnis nach harmonischem Kontakt mit deinen Mitmenschen – du gehst mit deiner Nachbarin in Resonanz und spiegelst sie, das schafft ein (möglicherweise unbewusstes) Gefühl von Nähe und Verbundenheit, selbst im Streit. Könntest du hingegen gelassen mit dem Verhalten deiner Nachbarin umgehen, das sich so sehr von deinem unterscheidet, dann würdest du die Distanz zwischen euch beiden anerkennen... dich von ihr distanzieren).

Denn ich schwanke oft zwischen den Extremen – nur die anderen sind Schuld und ich das reine Opfer, oder nur ich bin Schuld und das Verhalten der anderen lediglich Reaktion. Keine gesunde Einstellung. Und vor allem wenig zielführend.

...wie ich glaub weiter vorne schon schrieb: Dies sind wieder die beiden Gegensätze, die in Wirklichkeit zwei Seiten der selben Medaille sind (oder sich gegenseitig in einander spiegeln).

Hast du dir schon einmal überlegt, was die Gründe sein könnten, dass deine Nachbarin so reagiert? So wie du schreibst scheint sie selbst überlastet zu sein und hat schlichtweg keine Kraft oder Aufmerksamkeit zur Verfügung um zu erkennen oder anzuerkennen, ob oder dass sich jemand durch ihr Verhalten gestört fühlt. Für mich gibt es keine "bösen Absichten"... jeder Mensch, der rücksichtslos handelt, trägt sein eigenes unverarbeitetes Thema in sich, das dafür verantwortlich ist... und ist schlichtweg nicht fähig dazu, anders zu handeln. Das bedeutet nicht, dass man alles nur akzeptieren und seine eigenen Bedürfnisse aufgeben soll. Aber diese Sichtweise ermöglicht einen liebevolleren Blick auf den anderen Menschen (mit all seinen Problemen), die Frage der "Schuld" verschwindet und es wird einfacher, die Situation so wie sie ist (mitsamt der eigenen Unfähigkeit, etwas zu verändern) anzuerkennen... schafft man dies nicht, dann wird man höchstwahrscheinlich an einem eigenen unverarbeiteten Thema konfrontiert (-> man selbstkann die andere Person nicht so anerkennen wie sie ist, mit ihren "Fehlern", sondern kämpft dagegen an) ... und dann sind wir wieder bei den Spiegelgesetzen angelangt: Das was einem die andere Person zeigt, geht in Resonanz mit dem unerlösten Thema, das man selbst in sich trägt... sieh es mal von der Seite: Indem du dich beschwerst, berührst du offensichtlich auch deine Nachbarin auch an einem für sie belastenden Punkt (ohne dass du dies willst) ;-) Sonst würde sie nicht gereizt reagieren, bzw. könnte liebevoll antworten, dass sie entweder die Musik leiser macht, oder eben nicht (und damit das Problem ganz bei dir lässt). Ihr scheint also gut mit einander in Resonanz zu sein :-p

Liebe Grüße *:)

M/olDli8enchexn


@ mnb

Eigentlich wollte ich gestern schon antworten, aber irgendwie kam ich in med1 nicht rein…

Es gibt kein Naturgesetz das vorschreibt, dass "das Gute" (wenn man es so nennen mag) sich durchsetzen muss... das ist der Haken, den viele in ihren Denkweisen haben: Sie gehen davon aus, dass dies so sein müsse, und werden dann immer wieder mit der Realität (die nicht ihrer Vorstellung entspricht) konfrontiert.

Ja, das kann man wohl sagen…

Wieder eine Menge Hypothesen, aber es geht ja nur um das Erkennen möglicher Hintergründe

Kann mich nicht erinnern, aktiv so erzogen worden zu sein, dass man niemanden stören darf, aber irgendwo wird es schon herkommen. Ich werde danach forschen in meinem Unterbewusstsein.

Vielleicht ist es auch einfach nur, dass ich nicht begreife, dass jemand anders empfinden kann als ich – mir ist es unangenehm, andere zu stören, also begreife ich nicht, dass es anderen Menschen nicht genauso geht wie mir. Ich projiziere meine eigene Vorstellung in die anderen hinein und frage mich (aus meiner Sicht), warum sie so gegen "ihre" (meine) Überzeugung handeln und nehme dies also persönlich. (Denn ich würde nur jemanden stören wollen, dem ich was anhaben will, also absichtlich.)

Fällt dir etwas auf: Deine Nachbarin ist (scheinbar grundlos) von dir genervt, und nach dem was du schreibst bist auch du ständig von ihr genervt. Ihr seid beide genervt von einander. Es könnte sein, dass du auch nur das Genervtsein deiner Nachbarin wahrnimmst und es ihr spiegelst – du konfrontierst sie mit ihrem eigenen Genervtsein!

Daran habe ich noch gar nicht gedacht, aber wenn ich so zurückdenke, auch an Gespräche mit ihr, kann das durchaus sein! Vielleicht war sie da, wo sie vorher wohnte, von etwas anderem schon genervt und hat sich hier eine Änderung erhofft, und nun komme ich (gezwungenermaßen) daher...

Hast du dir schon einmal überlegt, was die Gründe sein könnten, dass deine Nachbarin so reagiert?

Vorher nicht, seit Deinem Post schon. Rückblickend fallen mir auch einige Dinge ein, die sie mal sagte, z.B. dass sie im Stress ist und dass sie, wo sie früher wohnte, mit Ohropax schlafen musste, weil ihre Nachbarn im Schlafzimmer so laut waren.

Da sie das ertragen musste – wobei sich mir nicht erschließt, weshalb sie diese Nachbarn nie darauf angesprochen hat (den Vorschlag meines Mannes, dies in der nächsten ähnlichen Situation zu tun, empfand sie fast als etwas Unanständiges) – erwartet sie nun auch, dass ich ihre Störungen ertrage.

Ihr scheint also gut mit einander in Resonanz zu sein

Ja, das Gefühl hab ich auch… :-/

m/nxb


Vielleicht ist es auch einfach nur, dass ich nicht begreife, dass jemand anders empfinden kann als ich – mir ist es unangenehm, andere zu stören, also begreife ich nicht, dass es anderen Menschen nicht genauso geht wie mir. Ich projiziere meine eigene Vorstellung in die anderen hinein

...dafür gibt es auch ein Wort: Das ist das Ego ;-) Das Ego geht davon aus, dass es der Mittelpunkt der Welt ist (und seine Vorstellungen der "absoluten Wahrheit" entsprechen). Da dies nicht so ist, wird man von der Realität zwangsläufig immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt... man fühlt sich in seinem Ego gekränkt. Der Grund für ein starkes Ego kann übrigens sein, dass man mit der "Realität" einfach noch nicht angemessen umgehen kann (keine Strategien dafür entwickelt hat) und deshalb in der eigenen, "subjektiven Realität" gewisse Aspekte einfach ausblendet – so muss man sich nicht damit auseinandersetzen und kann schneller Entscheidungen treffen. Im Zuge der Evolution eine durchaus praktische Erfindung... denn wenn man fünf Minuten nachdenkt, ob man denn nun wirklich vor einem hungrigen Löwen davonlaufen möchte, dann ist man schn halb verdaut :-o

Hast du dir schon einmal überlegt, was die Gründe sein könnten, dass deine Nachbarin so reagiert?

Vorher nicht, seit Deinem Post schon. Rückblickend fallen mir auch einige Dinge ein, die sie mal sagte, z.B. dass sie im Stress ist und dass sie, wo sie früher wohnte, mit Ohropax schlafen musste, weil ihre Nachbarn im Schlafzimmer so laut waren.

...die Frage war größtenteils rhetorisch gemeint... es ging mir hauptsächlich um das Bewusstsein, dass die andere Person ihre ganz eigenen Gründe hat (und es einem nicht zusteht, darüber zu urteilen). Ein tatsächliches "nach den Gründen suchen" kann schnell dazu führen, dass man in sehr persönliche und verletzliche Bereiche einer Person vordringt und sich dort einmischt (oder unbewusst beginnt, darüber zu urteilen). Und das ist wiederum achtungslos... wollt das hier nur noch der Vollständigkeit halber anmerken.

Deine Worte sind trotzdem interessant: Zuerst musste sie sich vor ihren Nachbarn schützen, und nun hat sich die Rolle umgedreht: Nun müsstest du dich vor ihr schützen. Das hab ich glaub auch schon weiter oben beschrieben... ist das gleiche Muster wie bei Kindern, die erwachsen werden, und wenn die eigenen Eltern plötzlich "weg" sind, übernimmt man deren Rolle gegenüber den eigenen Kindern und lebt somit das gleiche Muster weiter... ähnlich könnte es auch bei deiner Nachbarin sein.

Eine kleine Erfahrung aus meinem Wohnheim: Dort gab es gelegentlich Leute, die spät nachts und viel zu laut "gefeiert" haben... richtige Schläge gingen durch das ganze Gemäuer. Irgendwann war es für mich so unterträglich, dass ich laute Musik angemacht hab... so laut, dass ich die anderen nicht mehr hören konnte. Damit hab ich bestimmt auch mehrere Leute gestört... aber ich "brauchte" es, um diese andere Störung und die Hilflosigkeit, die ich in diesem Moment empfand, ausgleichen zu können (und konnte schlichtweg keine andere Möglichkeit finden, so traurig es auch sein mag...)

...du siehst, Täter- und Opferrollen gehören zusammen und können sich schnell wechseln...

Ich werd in nächster Zeit weniger hier reinschauen können, hab eine Menge zu tun. Ich wünsch dir (und allen anderen) viel Erfolg beim Lösen eurer Probleme und beim Verstehen und Erkennen der Spiegelgesetze in eurem täglichen Leben :)*

M1olliFenchexn


Ich werd in nächster Zeit weniger hier reinschauen können, hab eine Menge zu tun. Ich wünsch dir (und allen anderen) viel Erfolg beim Lösen eurer Probleme und beim Verstehen und Erkennen der Spiegelgesetze in eurem täglichen Leben :)*

Danke! Ich bin schon kräftigst im Alltag dabei, die Situationen nach dem Spiegelgesetz zu analysieren! ;-)

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