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Umgang mit depressiver Freundin – Psychiatrie

Euiszeitk_dr_oht hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen! *:)

Ich würde mich sehr über eine angeregte Diskussion mit euch, und vor allem über Vorschläge von euch, freuen! Ganz kurz zur Situation:

Meine beste Freundin leidet schon sehr lange an Depressionen. Immer wieder hat sie sich verliebt, oft, und vor allem immer in "die Falschen" – Ich sage das so, ohne das Verhalten der Jungs damit werten zu wollen.

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Sie hat sich regelrecht pathetisch, viel zu überstürzt auf Bindungen eingelassen – extrem, mit viel zu hohen Erwartungen – hat sich mit aller Kraft an "die Falschen" geklammert... damit ist sicherlich schwer umzugehen, es ist folglich nie das eingetreten was sie sich erhofft hat – und genauso schnell wie es anfing, endete es dann auch, für sie vollkommen unerwartet, tragisch und schwer zu verstehen.

Ich nenne meine Freundin jetzt einfach mal Juliette.

Juliette ist jedes mal -es waren bis dato 4-5 Bekanntschaften- vollkommen zusammengebrochen. Sie hat ununterbrochen geweint, war unendlich verzweifelt, schaffte es kaum ihren Alltag zu meistern. Kein Selbstwertgefühl, panische Angst vorm Alleinsein, alles schwarz, keine Freude. Zwischendurch euphorische Phasen bei neuen Bekanntschaften...

Dann lernte sie "Pete" kennen, die beiden wurden ein Paar – und glücklich. Ihr könnt euch vorstellen, ich habe aufgeatmet. Ich habe mich unglaublich über ihr Glück gefreut. Juliette ging in eine Tagesklinik und anschließend begab sie sich in psychologische ambulante Therapie. Nach einem halben Jahr sind Pete und Juliette zusammengezogen. In eine andere Stadt, aber nur 30 Minuten Autofahrt von "mir" weg.

Das war wieder zu viel, Eltern und Freunde schienen unerreichbar, viele Fehltage bei der Arbeit, die depressive Phasen häuften sich erneut.

Irgendwann ist mir aufgefallen das Pete sich Juliette gegenüber nicht immer fair und angemessen verhält – zum Beispiel zwei von vielen Situationen:

- Juliette war bei mir, wir wollten mal wieder in Ruhe über dies und das reden, da klingelt das Telefon. Kurzes Gespräch – auf der anderen Seite der Leitung höre ich nur: "wenn du nicht...dann...." (Als Juliette darauf antworten wollte hatte er schon längst aufgelegt.) Juliette packt sofort unter Tränen ihre Sachen zusammen – erklärt mir nur das sie nach Hause gehen muss um Abendessen zu kochen – und lässt mich verwundert stehen. Natürlich wurde das von meiner Seite angesprochen und hinterfragt... dies tut jetzt aber nichts zur Sache.

- Juliette und Pete haben einen Urlaub gebucht, zusammen mit den Eltern. Am Tag der Abreise macht er mit ihr Schluss, nimmt ihr den Ausweis weg, und haut ab. Urlaub im Ar***, Juliette verzweifelt, panisch, am Boden zerstört.

Er kommt in letzter Minute zurück, ohne eine Erklärung oder Entschuldigung von seiner Seite nimmt Sie Ihn bereitwillig wieder zurück.

Er hat schon häufig Schluss gemacht und sie emotional sehr verletzt. Er weiß um Ihre phsychische Situation, man könnte fast annehmen er nutzt diese auch aus. Und Juliette begegnet diesen Situationen so furchtbar unangemessen und, das tut mir am meisten weh, selbsterniedriegend.

Die derzeitige Situation sieht so aus:

Am Sonntag hat mich Juliettes Mutter angerufen. Er hat schon wieder die Beziehung beendet.

Ich bin sofort hin gefahren. Juliette ist am Boden zerstört, lässt sich kaum beruhigen und hat panische Angst das er es diesmal ernst meint. (Ich hoffe es sehr!)

Ich hab dann mit Ihr zusammen ihre Sachen gepackt und sie mit zu mir genommen. Ich hab getröstet und zugehört. Aber sie hat so furchtbar schlimme Verlustängste – ich kann das alles schwer nachvollziehen, da ich ziemlich konsequent darauf achte wie mich Freunde und mein Partner behandeln und ob mir diese gut tun oder eben nicht.

Sie hat dann die Nacht bei ihren Eltern verbracht. Hat sich einen Krankenschein geholt und wurde dann nachmittags wieder nach Hause gebracht. Da habe ich sie dann, nach dem zweiten Anruf, mit blauen Flecken und nervlich vollkommen am Ende, wieder abgeholt. Er hat sie offensichtlich geschlagen.

Ihren Eltern und mir gegenüber hat sie mit Selbstmord gedroht, sie hat sich an den Armen geritzt, und ununterbrochen geweint. Jetzt ist Sie in der geschlossenen Abteilung einer Psychiatrie untergebracht.

Das ist erstmal die Vorgeschichte, und gleich schicke ich das, worüber ich gerne diskutieren würde... Wie kann ich ihr jetzt am Besten zur Seite stehen?

Antworten
EJisz|eito_1drohCt


Ganz kurz vorweg. Ich kenne mich mit Depressionen aus. Ich weiß um den Umgang mit den Erkrankten.

Ihre Eltern habe sich damit glaube ich aber noch nicht wirklich befasst – und das, obwohl Juliette schon häufig diese Phasen durchmachen musste.

Ich weiß das die beiden Juliette nur helfen wollen und sich die größten Sorgen machen. Aber Kommentare wie:

- Reiß dich mal zusammen

- Du willst dich gar nicht umbringen, dafür bist du viel zu ängstlich

- Lenk dich doch einfach ab, dann wird das schon wieder

und viele weitere Floskeln sind meiner Meinung nach im Moment eher kontraproduktiv und vermitteln eher den Eindruck das die Eltern Juliette nicht ernst nehmen. Außerdem reden die Eltern ununterbrochen auf sie ein.

Wie kann ich die beiden darauf hinweisen ohne den Anschein zu erwecken ihnen etwas böses zu wollen?

Ich gehe im Moment auf Juliettes Äußerungen nicht konkret ein. Ich versichere Ihr das ich da bin, biete Ihr meine Hilfe an, höre geduldig zu. (Auch wenn ich innerlich koche vor Wut, dass sie nach allem was passiert ist nur diese "Beziehung" will)

Heute bin ich in die Klinik gekommen und habe Juliette mit einer Pflegerin angetroffen. Sie hat gezittert und geweint, die Arme wieder ganz blutig... Ich hab mich dann zu ihr gesetzt und ihre Hand festgehalten bis sie sich beruhigt hat. Sie hat erzählt das ihr Freund auszieht, dass hat ihre Schwester ihr am Telefon erzählt... Ich hab zugehört und gestreichelt und sie dann gebeten sich eben die Arme abzuwaschen -sie gefragt ob ich einen Verband organisieren soll – und bin dann mit ihr eine rauchen gegangen. Auf das ritzen an sich bin ich nicht eingegangen.

Dann kam der Vater rein und hat sie total zur Schnecke gemacht. Seiner Meinung nach ist sie total fehl am Platz, sie will doch nur Aufmerksamkeit, sie soll sich mal am Riemen reißen, kann sich doch nicht einfach schneiden usw.! Ich hab die beiden dann alleine gelassen, sonst wär mir der Hut hochgeflogen, bin nach Hause gefahren.

Ich möchte ihr so gerne helfen. Gott sei dank lässt sie sich jetzt helfen.

Was würdet ihr mir vorschlagen was ich tun könnte damit sie merkt das sie ernstgenommen und verstanden wird. Habt ihr Ideen? Was kann ich ihr raten, soll ich ihr überhaupt was raten?

Ich schreibe ihr jeden Tag einen kleinen Brief den Sie dann lesen kann wenn sie alleine ist. Heute habe ich ihr einen Block und Kullis gebracht damit sie, wenn sie das gerne möchte, antworten – oder einfach nur ihre Gedanken aufschreiben – kann.

Morgen wollte ich ihr Mandalas mitbringen.

Ich würde mich sehr freuen auch von Leuten zu hören die selbst betroffen sind – ob durch die Krankheit an sich, oder von Angehörigen die helfen wollten und konnten.

Vielen Dank schonmal fürs lesen!

Liebe Grüße!

E^is"zeitt_dr=ohxt


:)D

scchniOekxi


Hallo Eiszeit_droht,

ich bin nicht selbst betroffen, aber ich glaube nicht, das deine Freundin nur eine Depression hat. Ist sie vielleicht Borderlinerin?

Das sie von ihren Eltern so wenig unterstützt wird, liegt wohl auch da dran, das diese einfach total überfordert mit der Situation sind und die psychische Krankheit der Tochter nicht sehen wollen, sich nicht eingestehen wollen. Da wäre es vielleicht gut, wenn man die irgendwie coachen kann, damit sie damit besser umgehen können und auch angemessen reagieren.

Das deine Freundin sich immer solche A... wie den jetzigen aussucht, ist wirklich übel. Wenn sie da nicht die Kurve kriegt, dann wird sie immer in so ein Loch fallen. Die Beziehung zu Pete, hätte man eigentlich gleich beim ersten Erpressungsversuch beenden müssen. Er nützt ihre psychische Situation und ihre Schwächen wirklich absichtlich aus, da muss man nix schön reden! Dem Typen gehört eigentlich eine aufs Maul gegeben >:( Schade, das da ihre Eltern sich nicht so wirklich in der Pflicht sehen. Ich glaub, hätte ich so nen Typ als Freund und würde das mein Vater mitbekommen, da würde der dem schonmal die Leviten lesen.

EWiszeipt_droVhut


Hallo Schnieki,

vielen dank für deine Antwort!

Das sie von ihren Eltern so wenig unterstützt wird, liegt wohl auch da dran, das diese einfach total überfordert mit der Situation sind und die psychische Krankheit der Tochter nicht sehen wollen, sich nicht eingestehen wollen.

Da habe ich mich evtl. falsch ausgedrückt. Im Moment würden die Eltern warscheinlich durch die Hölle gehen damit es ihrer Tochter wieder gut geht. Allerdings bezweifle ich einfach das es mit diesem Druck funktionieren wird. Ich habe grade sehr lange mit der Schwester telefoniert und ihr das auch nochmal ans Herz gelegt – unter anderem auch, dass die Familie das Pflegepersonal um Rat bittet wie sie die Situation am besten meistern können. Vielleicht kommen wir jetzt etwas besser ins Gespräch. Wenn ich heute aus der Klinik komme wollen wir nochmal telefonieren.

ich bin nicht selbst betroffen, aber ich glaube nicht, das deine Freundin nur eine Depression hat. Ist sie vielleicht Borderlinerin?

Eine Persönlichkeitsstörung schließe ich auch nicht aus. Das liegt jetzt aber in den Händen der Ärzte. Des weiteren wird das Nervenwasser untersucht und sie hatte ein MRT. Die Ergebnisse hat meine Freundin noch nicht bekommen – ist das normal?

Die Schwester von Juliette kümmert sich um die Angelegenheit mit der Wohnung, jetzt ist rausgekommen, dass Pete sich eine Menge Geld bei Juliette geliehen hat.

Ich glaub, hätte ich so nen Typ als Freund und würde das mein Vater mitbekommen, da würde der dem schonmal die Leviten lesen.

Recht hast du, und um genau das, bzw. eine übereilte und evtl. unangemessene Reaktion zu verhindern, kümmert sich momentan die Schwester um diese Dinge. :)z

Gleich muss ich noch einen Brief schreiben? Habt ihr noch Ideen was ich ihr sagen könnte? Sie ist Momentan höchst suizidgefährdet... Ich bin unendlich traurig darüber...

s=chHniexki


Hallo,

dann hab ich das mit den Eltern wohl etwas falsch verstanden. Aber ich finde trotzdem, das sie damit nicht richtig umgehen, wenn sie der Tocher sowas sagen, wie sie soll sich halt einfach zusammenreissen etc.

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