» »

Ich fühle mich so einsam. Ich kann nicht mehr.

H`esse:n/VxWR hat die Diskussion gestartet


Liebes Forum,

seit längerem ist das mein Grundgefühl: Einsamkeit. Trotz vieler Kontakte, trotz Freunde, trotz der Menschen, die mich mögen.

Meine letzte Beziehung endete vor einem Monat und ich ergriff die Flucht zu meiner Familie. Dort wurde ich lange abgelenkt, doch vor einer Woche musste ich zurück in meine Studienstadt.

Ich bin so einsam. Ich komme in meine Wohnung, ich wohne alleine, und habe Angst. Ich verbringe den Tag vorm Laptop, gehe joggen oder einkaufen und habe die Woche über bei ganz vielen Bekannten angefragt, ob sie nicht Zeit für mich haben.

Letztes Wochenende war ich sogar auf einer größeren Party und mit mehreren verblieb ich so, dass wir uns diese Woche noch wiedersehen. Dann war ich immerhin am Montag mit zwei Leuten mittagessen und am Dienstag besuchte mich eine andere sehr gute Bekannte (ja, vielleicht sogar Freundin), am Mittwoch war ich auch mit einer anderen Freundin beim Sport und hinterher essen... und dann kam für gestern eine Absage und für heute auch...

Obwohl für heute, in dem Wissen, dass es mir schlecht geht (wegen der Trennung) noch eine zaghafte Einladung auf wenigstens ein Bier hinterhergeschoben wurde.

Aber all diese Kontakte sind so unverbindlich, so halbherzig. Ich fühle mich sehr, sehr einsam. Bestimmt könnte ich spontan 3 von den 20 Leuten hier anrufen und mich ausheulen und sie würden es dulden. Und danach hätte es unsere Bindung nicht gestärkt, sondern belastet. So habe ich es hier zumindest erlebt, weshalb ich über meine Trennung schon gar nicht mehr reden möchte.

Ich gebe mir wirklich Mühe. Ich habe große Angst vor Menschen und ich habe sehr spezielle Interessen, die niemand in meinem Umfeld teilt. Meinen Hobbies gehe ich halt schon alleine nach, das ist auch kein Problem für mich. Aber auch wenn wir reden, dann muss ich immer 5 Level runterschalten, weil die Menschen mir dann nicht mehr folgen können. Ich passe mich gut an, ohne opportunistisch zu wirken und zeige allen auch ehrlich, dass ich ein sensibler und nachdenklicher Mensch bin, ohne zu viel rumzuheulen oder Vorwürfe zu verteilen. Aber wenn ich für meine Begriffe "normal" bin, dann kommen die Leute nicht mehr mit und schalten sich mir gegenüber aus.

Ich bin durchaus glücklich, wenn ich dann alleine bin und mich meinem Kram widmen kann, der mir intellektuell das gibt, was ich brauche. Aber andererseits weiß ich, dass ich mich nicht sozial separieren sollte. Einerseits, weil mir mein Kopf sagt, dass das nicht gut für mich ist und andererseits, weil mein Bauchgefühl mir auch zu verstehen gibt, dass ich etwas Anschluss und soetwas wie Freunde brauche.

Ich glaube, ich bin nicht allein. Da gibt es viele Menschen, die für mich da sind oder da wären. Aber ich fühle mich so erdrückend einsam, dass ich mich am liebsten verabschieden würde.

Danke, dass ich mir das von der Seele schreiben durfte

Antworten
H essenk/VWR


Okay... ich weiß, dass es schwierig sein kann, auf solche Beiträge wie meinen dort oben eine Antwort zu finden. Meistens ist sie überflüssig, weil es nunmal so ist, wie es ist.

Aber mag mir dann vielleicht noch jemand vielleicht versprechen, dass dieses schreckliche Gefühl nach der Verarbeitung meiner Trennung weggehen wird? Kann da jemand aus Erfahrung sprechen?

Für heute Abend bin ich zum Glück verabredet. Ich fühle mich schon etwas armselig, weil ich gerade nach dem Motto "Man nimmt, was man kriegen kann" agiere und mich überhaupt nicht selbstbestimmt dabei fühle. Aber vielleicht vergesse ich dann für ein paar Stunden den Kummer und vergesse auch die Einsamkeit.

Danke an alle, die sich das alles hier vielleicht still durchgelesen haben.

C?hanceo0x07


Hallo *:)

Meine letzte Beziehung endete vor einem Monat

Wie lange ging diese Beziehung?

Ich frage nur deshalb, weil es natürlich – je mehr und enger man die Beziehung gelebt hat – um so schwieriger wird nach einer Trennung, sich neu zu "sortieren" und als einzelne Person wieder zu entdecken. Ja, das dauert dann eine Weile und natürlich fühlt man sich erst mal nicht gut dabei.

Wenn Dein Kummer noch sehr im Vordergrund steht (was nach nur einem Monat total normal ist), erscheint Dir sicher mehr als sonst alles andere sinnfrei und nicht besonders positiv. Ablenkung um der Ablenkung willen und nicht, weil Du Dich auf Freunde und die Unternehmungen freust. Dann wird auch verständlicher, warum Du möglichst jede freie Lücke trotzdem mit Unternehmungen stopfen möchtest.

Was machst Du mit der freien Zeit, die übrig bleibt? Kannst Du Dich schon auf Dinge konzentrieren, die Dir wichtig sind oder ist es ebenso nur ein Ablenken? Das Genießen von Deiner freien Zeit wird wieder kommen. :)z Mach Dir selbst keinen Druck, nur weil es im Moment vielleicht nicht gelingt. Auch Traurigkeit braucht Raum. Nimmst Du Dir diesen selbst, dauert es länger, bis es besser wird. Irgendwann wird es Dir wieder mehr und mehr Spaß bringen, unabhängig zu sein. Dann ist es auch nicht mehr so wichtig, ständig Gesellschaft zu haben. Und Du wirst auch wieder wählerischer, mit wem Du Dich wirklich umgeben willst. ;-)

H)essaenS/VWxR


Hey Chance,

danke. Es tut gut deine Worte zu lesen.

Die Beziehung ansich ging gar nicht so lange. Ein 3/4 Jahr. Aber es ist das erste Mal seit 6 Jahren, dass ich wirklich "single" bin. In diesen Jahren hatte ich 3 (eine sehr lange und zwei mittelmäßig lange) Beziehungen, die nahtlos ineinander übergingen.

Ich habe ja selbst beschlossen, dass ich jetzt alleine sein will. Ich will keine Abhängigkeit mehr und mich schlußendlich nochmal ein bisschen selbst finden, bevor ich dann in ein paar Jahren einen Partner finde, mit dem och soetwas wie Haus und Kinder haben möchte – eventuell.

Jetzt habe ich diese Freiheit gewählt... und sie tut weh. Ich kann noch gar nichts mit ihr anfangen. Kein Wunder. So ist das halt, wenn man jahrelang in der Höhle saß und dann ins Licht geht. Aber ich weiß, dass es richtig so ist. Ich muss mich nur noch irgendwie darauf einstellen.

... und hoffentlich dauert das nicht sooooo lange...

e*ins%aWmeSe}ele_81


Hallo

Eigentlich wollte ich einen eigenen Faden eröffnen, aber als ich deinen Thread las liebe Hessen/VWR, dachte ich mir ich scließe mich mal hier an.

Unsere Situationen ähneln sich sehr, dass es schon unheimlich ist ;-) !

Ich kann dich so unglaublich gut verstehen und weiß ganz genau wie es dir gerade geht.

Auch ich habe mich vor ein paar Monaten getrennt und bin nun -gefühlt- in ein riesiges Loch gefallen. :°(

Ich fühle mich trotz Freundeskreis total einsam, will auch niemandem zur Last fallen, mache Probleme meist mit mir selber aus, denke immer ich nerve meine Mitmenschen mit Rumgejammere und spiele vor anderen lieber die Starke!

Nur wenn ich dann alleine zu Hause bin kommt das große Heulen :°( .

Ich war nie alleine, habe immer einen Partner gehabt. Und nun sitz ich hier...alleine! :°(

Und das Schlimme ist, dass ich es selber so gewollt habe!! Am Anfang ging es mir damit auch total gut, hab die Freiheit genossen. Aber jetzt fehlt mir soviel :-(

Sobald ich mich nicht mehr ablenken kann, falle ich in dieses blöde Einsamkeitsloch, grüble ständig über den Sinn des Lebens und sehe auch irgendwie keine Perspektive.

Ich nutze jede Gelegenheit um mich abzulenken...selbst dann wenn ich eigentlich keine Lust dazu habe. Nur um nicht alleine zu Hause zu sitzen!

:°(

CIhanc^e00x7


Hallo nochmal *:)

Eigentlich jetzt an euch beide gerichtet. :-)

Ich habe ja selbst beschlossen, dass ich jetzt alleine sein will. Ich will keine Abhängigkeit mehr und mich schlußendlich nochmal ein bisschen selbst finden

Jetzt habe ich diese Freiheit gewählt

:)^ Auch, wenn Du es jetzt selbst noch nicht glauben kannst. Ich beglückwünsche Dich zu dieser Entscheidung! Du hast Dir damit wahrscheinlich selbst einen riesigen Gefallen getan. (das meine ich nicht ironisch!) Dabei rede ich nicht von der Trennung, sondern von der Entscheidung, Dich nicht sofort in die nächste Beziehung zu stürzen. Sich selbst finden ist eine große Aufgabe, die sich lohnt. :)z Und ganz sicher Dir ... aber auch der nächsten Beziehung zugute kommt. :-)

Es dauert eine Weile. Du bist doch gerade erst getrennt. Verbiete Dir nicht, traurig zu sein. Es ist doch auch traurig, sich von einem Menschen zu trennen, den man sicher mal sehr geliebt hat. Egal, warum man sich letztlich trennt, es gab Zeiten, da haben einen sehr viele schöne Dinge verbunden. Wäre schon ungewöhnlich, wenn man diesen dann so gar nicht nachtrauert. ;-)

Und es ist genau so eine riesige Umstellung, plötzlich mit sich selbst alleine zu sein. Im ersten Moment ebenso ungewohnt und fremd. Je mehr man vorher mit dem Partner verbunden war (aus positiven ebenso wie negativen Gründen), desto schwerer wird es am Anfang.

Ich weiß nicht wann, aber ich verspreche Dir, es wird besser. Und irgendwann kannst Du es genießen, mal NUR für DICH etwas zu tun (oder auch zu lassen ;-) ). Es ist wie beim Auto fahren (Fahranfänger oder auch Menschen, die ewig nicht gefahren sind). Vielleicht hatten sie einen Chauffeur, dem sie plötzlich kündigten ;-)

Anfangs, wenn alles noch neu ist, kann es schon mal deprimierend und anstrengend sein. So viele Hebel, Knöpfe, Pedale, Verkehrsschilder, Bodenmarkierungen, andere Menschen, Radfahrer ..... Man ist komplett auf den rein technischen Ablauf konzentriert. Hauptsache erst mal, dass es irgendwie funktioniert. Und dann ... mit jeder weiteren Fahrpraxisstunde ... nimmt man plötzlich freundliche Gesichter bei den Menschen wahr .... schaut gezielter hin und entdeckt die Sonne, die im Vorbeifahren wunderschön die goldenen Rapsfelder bescheint. Schmetterlinge, die über der blühenden Wiese schweben ... Und wenn dann das Anfahren + Parken reibungslos funktioniert, beginnt man auch mal, anzuhalten ... tief ein- und auszuatmen und sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Schaut noch genauer hin und entdeckt ... SICH selbst und das was einem SELBST gut tut. :-)

Freu Dich darauf und bis es soweit ist, akzeptiere Deine Traurigkeit als einen Teil von Dir. Lenk Dich ab, triff so viele Leute, wie Du magst, aber nimm Dir auch mal nur Zeit für Dich, verwöhne Dich (ein gutes Buch, ein Wannenbad, Spaziergänge in der Natur). Irgendwann stellst Du dann plötzlich fest, dass die Traurigkeit verschwunden ist, ohne dass Du es richtig bemerkt hast. ;-)

:)*

HMesse=n/VWxR


*:) @ einsameSeele_81

Willkommen im Club der einsamen Herzen! ;-D

Ich war letzte Nacht bei einer Freundin und wir haben lange und ausführlich über Gott und die Welt gesprochen. Das hat so gut getan! Ich habe einfach gemerkt, dass ich nicht alleine bin und auch, wenn sie und ich uns noch nicht so lange kennen, so habe ich doch ein leises Vertrauen fassen können und scheue mich nicht, sie auch als "Freundin" zu bezeichnen.

Erst hatte ich Sorge vor dem heutigen Tag, weil wirklich nichts ansteht und ich heute Abend auch keine Verabredung vereinbart habe... aber mir ist es heute gar nicht so schwer gefallen, etwas für mich zu tun. Ich habe Sport gemacht, habe eingekauft, habe viele Mails geschrieben und telefoniert und gute Musik gehört. Ich konnte das wirklich genießen, obwohl zwischendurch immer wieder Gedanken an meinen Exfreund hochkamen/kommen und ich irgendwie das Gefühl habe, dass ich ihn immernoch liebe... das ist das Schwierige daran:

Ich liebe ihn immernoch, aber diese Beziehung hätte keine Chance gehabt. Es sind zu viele Verletzungen vorgefallen und wir wussten beide, dass diese Verletzungen nicht aufhören werden, weil wir charakterlich dahingehend jeweils zu individuell und meinungsstark sind und vor allem grundsätzlich ganz unterschiedliche Vorstellungen von einer erfüllenden Beziehung haben. Leider. Ich liebe ihn wirklich, doch will ich weder ihn noch mich verändern müssen, um glücklich zu werden und deswegen können wir nicht zusammensein. Säusel.

;-D Dafür kann ich mich vor lauter Flirtangeboten kaum retten. Ha ha... wolle mer se reinlasse? NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!

:-)

eninsa meSeelxe_81


Hallo Hessen/VWR

ich freu mich so für dich, dass du dich mal richtig ausquatschen konntest. :-) So etwas tut wirklich gut!!!

Mich hat gestern ein befreundetes Päärchen zum Essen eingeladen. Die Zwei sind für mich meine besten Freunde und Zuhörer...aber sobald ich dann wieder alleine daheim bin, bricht die große Traurigkeit über mich hinein.

Ich habe in den letzten Monaten so viel Veränderung in meinem Leben durchlebt – alle aus meiner eigenen Entscheidung heraus- und jetzt zweifle ich an deren Richtigkeit! Aber es gibt kein zurück mehr, ich kann nichts mehr rückgängig machen.

Ich bin selber schuld nun einsam hier zu hocken....und das macht mich noch trauriger.

Dazu muss ich ständig an dieses Mann denken :-( . Das macht mich noch wahnsinnig!!! Es ist genauso wie bei dir auch. Ich liebe ihn noch...sogar sehr! Aber ich weiß auch, dass eine Beziehung nicht mehr möglich war :°(

Heute ist Sonntag! Ich hasse Sonntage, denn an diesen Tagen kann ich mich besonders schlecht ablenken. Die Gefahr einen Heulkrampf zu bekommen ist dann immer besonders groß :°( !

Dazu hab ich jetzt noch ein paar Tage Urlaub und mir graut es schon vor meinem Sommerurlaub im September...was soll ich denn 14 Tage daheim anstellen? Alleine!

:°(

HRefssetn/VxWR


Hey einsameSeele_81,

wir sitzen im selben Boot... das macht uns beide schonmal nicht ganz so alleine – auch wenn wir uns nicht persönlich kennen.

Ich hatte heute morgen, kurz vorm Aufwachen, einen Alptraum. Ich träumte von einer Exkursion, bei der mein Exfreund hätte anwesend sein sollen. Er war es aber nicht. Kurz darauf erhielt ich einen Brief. Eine junge Frau hatte ihn geschrieben. Sie schrieb, dass sie die neue Freundin meines Exfreundes sei und sie sich bei mir bedanken wolle, dass ich ihr diesen tollen Mann überlassen habe. Im P.s. schrieb sie mir dann noch, dass mein Exfreund nun auch Vater sei.

Ich war in diesem Traum geschockt und war hin- und hergerissen. Ich wollte nett sein, mich für meinen Freund freuen und gleichzeitig war ich geschockt. Ich legte den Brieg beiseite und da sah ich sie: Mein Exfreund und seine junge, blonde Freundin, die einen Kinderwagen mit Baby spazierenschob.

Mein Exfreund als fürsorglicher, liebevoller und vor allem stolzer Familienpapa. Das, was er nie werden wollte und dessen Vorstellungen davon er mir gegenüber immer heftigst abgewehrt hat.

Ich hätte im Traum lauthals lachen können (so richtig schön verzweifelt wahnsinnig) oder stumpf losheulen. Und nichts von beidem ging. Ich lächelte einfach grenzdebil.

Später treffe ich mich noch mit einer Freundin – Gott sei Dank. Und morgen kehre ich zurück an meine Bildungseinrichtung... und werde meinen Exfreund jeden Tag sehen müssen. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wieviel Angst ich vor dem morgigen Tag habe. Und am allerschlimmsten ist der Gedanke, dass mein Exfreund nicht annähernd diese Angst und Traurigkeit wie ich empfinden wird.

einsameSeele... wollen wir tauschen? Ich könnte zwei Wochen Urlaub gut vertragen und du checkst mal, ob mein Exfreund genauso tottraurig und reumütig ist, wie er es für meinen Geschmack sein sollte... ;-)

e&in2sameSe]eleS_81


Hallo Hessen,

ich bin geflüchtet!! ;-D

Ich hab es zu Hause einfach nicht mehr ausgehalten und habe kurzer Hand einen Mini - Urlaub bis Mittwoch gebucht.

Vielleicht hilft es mir ja, in dieser Zeit der absoluten Ruhe zu mir zu finden und meine alte Stärke zurückzuerlangen. Und viellicht bemerke ich hier ja auch, dass alleine sein gar nicht so schlimm sein muss. Ich hoffe es jedenfalls.....

Dein Traum ist ja der absolute Horror....aber da sieht man mal, mit welchen Ängsten wir uns so rumschlagen.

Und mach dir nichts draus, mein Ex hält es auch nicht für nötig mir gebührend nachzutrauern ]:D

Wir schaffen das schon liebe Hessen/VWR!!! Uns bekommt keiner klein...

Liebe Grüße

Kpleixo


Hessen/VWR

Aber all diese Kontakte sind so unverbindlich, so halbherzig. Ich fühle mich sehr, sehr einsam. Bestimmt könnte ich spontan 3 von den 20 Leuten hier anrufen und mich ausheulen und sie würden es dulden. Und danach hätte es unsere Bindung nicht gestärkt, sondern belastet. So habe ich es hier zumindest erlebt, weshalb ich über meine Trennung schon gar nicht mehr reden möchte.

Wundet Dich das? Es ist für Dich natürlich traurig, dass Du Dich getrennt hast, aber ich würde es auch nicht oft als Thema haben wollen, wenn ich mich mit jemandem treffe. Das ist mir zu therapeutisch.

Aber mag mir dann vielleicht noch jemand vielleicht versprechen, dass dieses schreckliche Gefühl nach der Verarbeitung meiner Trennung weggehen wird?

Das hängt von Dir ab.

Kann da jemand aus Erfahrung sprechen?

Ja, als ich mich noch von anderen abhängig gemacht habe, meinte, die Welt würde sich nur um meinen Partner drehen, war ich sehr einsam, nachdem wir uns getrennt haben. Ich wurde mir meiner bewusst und die Einsamkeit verschwand, genoss, die Dinge, die ich tat, sah, spürte, etc, denn meine Einsamkeit hatte nichts mit anderen, sondern mit mir zu tun. Ich empfand Leere und war der Meinung, das wäre etwas Schlimmes. Dabei ist es ein herrlicher Zustand. Ich kann sie füllen.

Für heute Abend bin ich zum Glück verabredet. Ich fühle mich schon etwas armselig, weil ich gerade nach dem Motto "Man nimmt, was man kriegen kann" agiere und mich überhaupt nicht selbstbestimmt dabei fühle. Aber vielleicht vergesse ich dann für ein paar Stunden den Kummer und vergesse auch die Einsamkeit.

Eben. Du meinst, dass Deine Einsamkeit verschwindet, wenn Du in Gesellschaft bist und dafür verstellst Du Dich sogar. Den Sinn dahinter kann ich nicht erkennen, also, warum Du meinst Dich verstellen zu müssen. Viele Menschen merken, wenn jemand nicht authentisch ist.

wir sitzen im selben Boot... das macht uns beide schonmal nicht ganz so alleine – auch wenn wir uns nicht persönlich kennen.

Für mich war es noch nie ein Trost, wenn ich andere fand, denen es ähnlich ging, wie mir. Es ändert ja nichts an meiner Situation.

Ich könnte zwei Wochen Urlaub gut vertragen und du checkst mal, ob mein Exfreund genauso tottraurig und reumütig ist, wie er es für meinen Geschmack sein sollte...

Warum solltest Du ihm das wünschen? Warum sollte es ihm nicht gut gehen?

HLesse8n&/VxWR


So, noch ein Feedback, nachdem ich zwei Tage im normalen Alltag gelebt habe.

Erst @ Kleio,

ja, autsch, so richtig du mit deinen Worten liegst – mir ist das durchaus alles bewusst! Ich vermag zwischen "alleine sein" und "einsam sein" sehr gut zu unterscheiden und eben weil ich weiß, dass ich mit der Einsamkeit alleine umzugehen lernen muss, habe ich mich schließlich getrennt.

Den einen Satz habe ich unglücklich formuliert. Ich heule den Leuten nicht ewig die Ohren voll wegen der Trennung und ich bin auch nicht so unsensibel, nicht rechtzeitig zu merken, wann es wirklich genug der Heulerei wäre. Allerdings bin ich dahingehend auch etwas zu "vorzeitig" und denke schon, dass allein die nüchterne Information "Ich habe mich von meinem Freund getrennt" meinem Umfeld zur Belastung werden könnte.

Das ist vermutlich meine Krux: Ich habe sehr große Angst davor, dass ich Menschen belaste, sie unsensibel behandeln könnte oder sie mich aus irgendwelchen Gründen nicht mögen könnten. Ich mache mir über alles einen Kopf. Daraus resultiert eine permanente Separation und eben auch "Einsamkeit". Insofern ist es bei mir gar nicht so falsch, die Einsamkeit zu bekämpfen, indem ich auf die Menschen wieder zugehe. Ich baue meine Ängste und meine Unsicherheiten ab, finde wieder einen gewissen Selbstwert und verliere meine Einsamkeit und schätze es dann wieder sehr, wenn ich auch mal für mich alleine bin.

Ich verstelle mich nicht. Authentizität ist mir wichtig und ich reflektiere mich viel zu oft und doll, als dass ich affektiert oder aufgesetzt daherkäme. Ich hatte auch kein Problem damit, meinen Leuten hier zu sagen: Passt auf, wegen der Trennung geht es mir schlecht, ich bin heute keine Stimmungskanone. Ohne, dass ich mich dann gleichzeitig ohne Ende hätte ausheulen müssen.

Vor allem in den vergangenen zwei Tagen habe ich erfahren können, dass mir die Menschen mit sehr viel Respekt in dieser "Trauerarbeit" begegnen, viel Verständnis aufbringen und mich dann eben auch wieder zuversichtlicher und zufriedener erleben, ohne, dass ich meinen Trauerkloß auf sie abgewälzt hätte.

Und im Fazit: Nein, ganz ehrlich, ich will nicht, dass es meinem Exfreund schlecht geht. Aber aufgrund der Trennung bin ich gerade zugegebenermaßen "eitel". Ich gestehe mir das ein und flachse rum, aber ich bin mir dessen bewusst, dass er ein Mensch ist, für den ich viel empfunden habe (und auch immernoch viel empfinde). Zurecht. Ich habe ihn gestern und heute erlebt und ich finde nach wie vor, dass er der tollste Mensch ist, der in meinem Umfeld rumrennt.

Ich weiß, wie schwer ihm Beziehungen fallen und ich weiß, dass er es schwer hat, Menschen zu finden, die ihn wirklich lieben so wie er ist. Mir geht es eigentlich bei dem Gedanken, dass ich ihm aufrichtig wünsche, dass er irgendwann einmal (wieder) eine Frau findet, von der er die Liebe annehmen und sie ihr wiederum genauso geben kann, gut. Es fühlt sich richtig an. Aber die besagte Eitelkeit, die eben auf dem Trennungsschmerz basiert, wirft auch mal so Ängste auf wie: Hoffentlich hat er nicht jetzt schon eine Neue! – ... was allerdings, ganz objektiv gesehen, absurd ist, da er einfach aktuell nicht in der Verfassung/Situation ist, sich gleich eine neue Beziehung zu suchen.

@ einsame_seele81

Ich glaube, so ein Kurzurlaub ist genau das Richtige, um Abstand zu gewinnen und durchzuatmen. Ich selbst bin mit einem Haufen Angst am Montag zur Arbeit gefahren und wusste nicht, wie wir (Exfreund und ich) aufeinander reagieren oder miteinander umgehen würden. Es war schmerzhaft, ihn wiedersehen zu müssen. Aber wir haben sehr umgänglich und freundschaftlich miteinander geredet, uns angelächelt und uns den Tag nicht unnötig schwer gemacht.

Es waren auch viele Leute da, die gleich das Gespräch mit mir suchten und mit mir noch etwas trinken gegangen sind. Und diesmal fühlte es sich ganz anders an. Es fühlte sich verbindlich und ehrlich interessiert an und wir hatten eine Menge Spaß. Abends holte mich dann noch ein Tief ein und ich musste einfach, als ich alleine zuhause saß, weinen und mich fragen, wie ich es nur aushalten soll, meinen Exfreund nun tagtäglich zu sehen. Nachdem ich bestimmt eine halbe Stunde bitterlichst geheult hatte, ging es mir wieder gut.

Heute bin ich mit einer etwas größeren Portion Mut zur Arbeit gegangen, der Umgang war wieder überhaupt kein Problem und wieder fanden sich Menschen, die mich gleich gefragt haben, ob ich mit ihnen noch essen gehen möchte.

Ich habe das Gefühl, als sei ich gerade innerlich doch wesentlich ausgeglichener, offener, freundlicher als noch während meiner Beziehung, die eben extrem problembehaftet verlief (mein Exfreund ist Borderliner).

Nach diesen zwei Tagen kann ich jetzt einfach durchatmen und mir ist eine große, riesengroße Angst vom Herzen gefallen. Ich kann mich also mit seiner Gegenwart arrangieren und werde im Zuge dessen auch die Trennung verarbeiten. Es wird bestimmt keine 3 Monate dauern und ich werde sicherlich ganz ohne ängstliche Gedanken hinsichtlichlich meiner Exbeziehung durch die Welt wandern – hoffe ich...

Danke für eure Beiträge und Anteilnahme

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Psychologie oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

 ·  ·


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH