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Wer kann es auch nicht akzeptieren dass wir alle mal sterben?

Jdest.em


Ich freue mich auf das eigene Älterwerden und den Tod (wenn er ungefähr in 40 Jahren kommt). Ich stelle mir das wirklich schön vor: Nach einem intensiv gelebten Leben werde ich mich mit einem Lächeln zurücklehnen und zu mir sagen "Es ist vollbracht. Jetzt hast du dir deine ewige Ruhe verdient, Jestem." :-)

m4oQrxi.


Mir persönlich geht es so, dass ich immer in Phasen, in denen ich einigermaßen glücklich und zufrieden bin, auch nicht so viel Angst davor habe, dass es irgendwann vorbei ist. Aber wenn ich selber durchhänge, macht mir das auch Angst. Es hat viel mit "Zufriedenheit mit dem Leben" zu tun.

Jan74

Das ist bei mir ganz ähnlich.


Ansonsten komme ich mit der Vorstellung des eigenen Todes ziemlich gut zurecht, was vielleicht daran liegt, dass ich schon öfter mal lebensmüde war, aber der Tod anderer treibt mich sehr um, es fällt mir schwer, diesen zu akzeptieren und ich trauere sehr lange. Ich komme mit dieser Endgültigkeit nicht gut klar, dass dieser Mensch (oder auch das Tier) nun für immer weg sein wird, ich ihn nie wieder sehen kann, nie wieder mit ihm sprechen oder seine Stimme hören kann. Ein einziger Mensch kann eine solch große Lücke hinterlassen, dass es kaum auszuhalten ist.

Es heißt so schön "jeder Mensch ist ersetzbar", was ich noch nie nachvollziehen konnte. Natürlich ist damit nicht konkret das Ableben eines Menschen gemeint, aber man könnte es grundsätzlich auch darauf beziehen. Jeder Mensch hat einen bestimmten wichtigen Platz innerhalb der Familie, innerhalb von Freunden und im Kollegenkreis und wenn dieser Mensch weg (oder tot) ist, verändert sich einfach das gesamte "Gefüge", es bleibt diese Leere, die er hinterlässt, alles verändert sich dadurch. Das habe ich schon viele Male erlebt und macht mich unsagbar traurig, weil ich wünschte, es würde alles so bleiben, wie es mal war. Mit dieser Art der Veränderung komme ich nicht zurecht.

Zusätzlich erschwert mir das Verhalten anderer sehr oft, den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Denn was ich abgrundtief hasse, ist das Schweigen über den Toten und das vermeintlich schnelle Vergessen dieses Menschen. Ich bin jemand, der sehr lange nicht zur gewohnten Tagesordnung übergehen kann, wenn jemand gestorben ist, und vor allem würde ich gerne und oft über ihn sprechen, schöne Erinnerungen austauschen, aber ich habe immer feststellen müssen, dass dies nicht möglich ist. Es wird sogar von einem erwartet, dass man spätestens nach einer Woche nicht mehr traurig zu sein hat, es zumindest nach außen hin nicht äußern sollte. Das werde ich nie begreifen.

MuollienXchexn


Ich habe keine Angst vor dem Tod. Und vor dem Sterben (dass es unangenehm sein könnte) auch nicht mehr als vor einer sehr unangenehmen Krankheit.

Der Gedanke "wozu reiße ich mir eigentlich den Allerwertesten auf, wenn ich tot bin, interessiert das doch eh keine Sau mehr, schon gar nicht mich", ist allerdings nicht immer dazu geeignet, meine Produktivität zu erhöhen.

Andererseits ist der Gedanke, dass es nicht ewig dauert, ungemein beruhigend. Denn das Leben kann so anstrengend sein, das hält kein Mensch ewig aus...

@ Jan74

Schon alleine das zugrundeliegende lineare Fortschreiten der Zeit in eine bestimmte Richtung (Zukunft) ist ein fragwürdiges Konstrukt.

Seh ich auch so.

SbveniKkxa


Hallo Mülli,

es ist ja schon eine halbe Ewigkeit her, dass du diesen Beitrag verfasst hast. Aber vielleicht liest du mwine Nachricht ja zufällig noch. Ich mich sehr gerne mal mit dir austauschen, da mich all diese quälenden Gedanken auch täglich verfolgen. Und ich immer das Gefühl habe, ich stehe alleine mit dieser doch recht düsteren Lebensansicht dar.

Ich habe einen Hund und beinahe jeden Tag muss ich mir die Endlichkeit seines Daseins vor Augen halten.

Würde mich sehr freuen, wenn du das hier liest und mir schreiben könntest :)_

Moann'0x42


Hallo Svenika,

was ist, wenn wir unsterblich sind? Also nicht unser Körper, sondern unsere Seele. Und das nicht im Sinne der christlichen Religionen. Einmal leben und dann immer im Himmel sein oder in der Hölle, sondern im Sinne der östlichen Religionen, zu deren Konzept die Reinkarnation gehört. Also die Wiedergeburt.

Klar wir leben hier im Westen und alle um uns herum erzählen entweder davon. dass es gar keinen Gott gibt, kein Davor und kein Danach oder eben die Christen mit ihrem einzigen Leben. Würden wir irgendwo in Asien leben, dann würden wir ganz selbstverständlich an die Reinkarnation glauben. Wer sagt denn, dass die Christen und Atheisten Recht haben? Ich sage nach dem Tod werden wir schlauer sein. Aber bis zu diesem Moment will ich mein Leben genießen und keinen Gedanke daran verschwenden wie's mal sein wird, wenn ich nicht mehr bin. In dem Moment wo ich mich mit dem Ende beschäftige bin ich ja am Ende, selbst, wenn ich in diesem Zustand 20, 30 Jahre lebe. Weil das kein Leben ist.

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