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Schlimme Fantasien einfach nur Fantasien oder gefährlich?

DDie?Kruexmi


Wie ist das bei Deinem Freund, leidet er selbst unter diesen Phantasien oder gefallen sie ihm sogar? Das fände ich auch sehr bedenklich... (wobei wenn er offen ehrlich drüber reden kann sicher auch nochmal ganz anders als bei jemanden ,der diese Dinge real auslebt, dies aber heimlich tut, als bei jemanden,der sich anvertraut ,weil er das selbst nicht gut findet wie es ist...)

wie du ja selbst geschrieben hast, du hast nicht so viel von dem inzwischen sehr langen Faden gelesen @:) Ihr Freund findet es sexuell stimulierend, sich Dinge vorzustellen, die er im realen Leben ich tun würde.(Gewalt gegen andere)

Was dir passiert ist und was es aus dir gemacht hat, tut mir leid, dein Leidensdruck ist in jeder Zeile les-und spürbar @:) @:)

cRapri/mxe


Ich hätte Bedenken, ob er Sexualität mit dir wirklich genießt, wenn ihn doch eigentlich was ganz anderes reizt.

Ansonsten haben denke ich viele auch mal "abartige" Fantasien. Wenn er wirklich 100% sicher ist, dass er das niemal in der Realität erleben will, dann sehe ich da kein Problem. Angenommen es geht um Pädophilie: sollte er beim Anblick von Kindern in der Realität erregt werden, sehe ich das bereits als einen Grenzüberschritt. Dann muss er in meinen Augen zum Psychiater und die Sache ergründen.

Ich hatte früher zB mal Fantasien vergewaltigt zu werden. Mir war aber zu 100% klar, dass wenn ein Mann mir gegenüber aufdringlicher etc. wurde, ich das nicht wollte. Real war es für mich nicht erregend, im Gegenteil.

Ich persönlich finde, dass ein gesunder erwachsener Mensch sich von so abartigen Fantasien trennen sollte. Wie gesagt früher fand ich auch abartiges erregend, was bei mir daran lag, dass es so "abwegig" war, und ich meine Sexualität noch nicht entdeckt hatte. Da war es für mich einfacher mich durch diese Fantasien kennenzulernen, schätze ich jedenfalls. Heute betrachte ich Sexualität als etwas zwischen Liebenden. Alles abartige "brauche" ich nicht mehr. Und mit dem Thema Vergewaltigung habe ich mich auch ausreichend auseinander gesetzt um zu wissen, dass ich das auch in der Fantasie abartig finde. Schlage ihm doch mal vor (oder macht das zusammen), euch genau mit dem Thema auseinaderzusetzen. Recherchiert und lest Berichte von Opfern. Irgendwann sollte der Funke auf ihn überspringen, wie unglaublich schrecklich sowas ist, und seinen Lust-Reiz verlieren.

B erryxfina


Also so eine extrem klare Abgrenzung gibt es nicht. Wenn ich etwas wirklich schlimm finde, dann kann ich es auch in meiner Fantasie nicht plötzlich stimulierend und erregend finden, außer ich male mir das ganze ein bisschen blumig aus. Aber da er ja auch Filme eine gewissen Genres schaut, die seine Fantasien bedienen, scheint er wohl doch auch bei realen Darstellungen nicht so abgeneigt zu sein. Er weißt zwar das es nur geschauspielert ist, ABER er findet es geil. Er würde es wohl nicht machen, weil er weiß wie schlimm es für das Opfer wäre, aber das ändert nichts an der Tatsache, das er es erregend findet und auch gerne visualisiert auf dem Fernseher sehen möchte.

Also du kannst mir nicht erzählen, dass seine Fantasie ausschließlich in seinem Kopf ist, und er alles reale verabscheut. Er macht es nur nicht, weil es dem Opfer leid zufügen würde. Also sein innerer Stopp kommt nicht durch die Handlung an sich, sondern durch das Leid der Opfer.

TtrauYmale


*DieKruemi *

@:) danke..

Ihr Freund findet es sexuell stimulierend, sich Dinge vorzustellen, die er im realen Leben ich tun würde.(Gewalt gegen andere)

... dann hätte ich doch den ganzen Faden lesen sollen und ist doch eine andere Situation als die von mir beschriebene..

BMla}ck xSky


Macht ihn zum Beispiel das Jammern und Leiden ganz besonders an (gipfeln die Phantasien in der Detailvorstellung schmerzverzerrter Gesichter) und er wäre der aktive Part, dann würde ich einfach Probleme haben, ihm seine Empathie im realen Leben zu glauben, wenn gerade die Empathielosigkeit seines Phantasie-Ichs ihn anregt.

Ich verstehe was du meinst. Für mich spielt es insofern keine Rolle, als dass ich mir denke: wenn es nur Fantasien sind, dann muss das Fantasie-Ich ja gerade deshalb rein gar nichts mit seinem Real-Ich zu tun haben, sondern kann sogar das glatte Gegenteil sein. So empfinde ich das bei ihm auch, denn real ist er hundert mal liebevoller, sanfter und fürsorglicher als viele andere Menschen die ich kenne ":/

Ich male mir zwar auch Dinge aus, die ich im realen Leben nicht machen würde- aber nicht, weil ich im realen Leben davon abgestoßen wäre oder es widerlich finden würde. Und vermutlich kann ich deshalb schwer nachvollziehen oder verstehen, dass man von etwas, dass man im Realen abstossend findet, real erregt wird, wenn man es sich ausmalt in der Phantasie.

Wie das funktioniert kann ich mir auch nicht ganz erklären, aber ich kenne es von mir selbst, dass ich mir im sexuellen Kontext auch manchmal Dinge vorstelle, die ich real widerlich und abstoßend fände und auch nie erleben wollen würde.

denke ich eher daß es ein psych.Problem ist nicht in der Form, daß er ein "Psychopath" ist, sondern im Sinne von daß es Zwangsgedanken sind, auch evtl viell von traumatischen Erlebnissen oder Dingen,die ihn vor langer Zeit mal sehr belastet haben, nicht mehr losgelassen haben und dann als Ventil sich so zeigten.

Viell sogar Dinge, an die er sich selbst gar nicht mehr erinnert?

Ich kenne mich Zwangsgedanken ehrlich gesagt nicht aus, der Verdacht wurde hier ja auch schonmal geäußert. Mir scheint es aber etwas anderes zu sein, weil er wohl nicht an diese Dinge denken "muss", obwohl er sie schlimm findet, sondern er sich diesen Fantasien schon durchaus bewusst hingibt, weil sie ihn sexuell erregen. Aber keine Ahnung, vielleicht schließt das Zwangsgedanken trotzdem nicht aus?

Er kann sich jedenfalls nicht daran erinnern, dass ihm je etwas schlimmes widerfahren wäre. Schon möglich, dass seine Psyche es zu seinem Schutz tief im Unterbewusstsein vergraben hat. Sowas soll es ja geben. Da kann man nur mutmaßen. Vielleicht macht er eines Tages ja doch noch eine Therapie, um der Ursache irgendwie näher zu kommen, falls das durch eine Therapie in dem Fall möglich ist.

Ich hätte Bedenken, ob er Sexualität mit dir wirklich genießt, wenn ihn doch eigentlich was ganz anderes reizt.

Ich sehe das eher so, dass ihn nicht eigentlich etwas anderes reizt, sondern auch noch etwas anderes neben unserer Sexualität. Der Schwerpunkt liegt aber nicht auf den "anderen" Fantasien, sondern auf der partnerschaftlichen Sexualität, wie er mir erklärt hat.

Schlage ihm doch mal vor (oder macht das zusammen), euch genau mit dem Thema auseinaderzusetzen. Recherchiert und lest Berichte von Opfern. Irgendwann sollte der Funke auf ihn überspringen, wie unglaublich schrecklich sowas ist, und seinen Lust-Reiz verlieren.

Ich glaube nicht, dass das funktioniert, weil reale Berichte für ihn ja jetzt schon genau so schlimm zu lesen sind, wie für dich und mich. Es ist ja nicht so, dass er die Dinge verharmlost bzw. harmlos empfindet, sondern es ist wirklich total paradox für ihn: Real schlimm und in der Fantasie (trotzdem) erregend.

Und mit dem Thema Vergewaltigung habe ich mich auch ausreichend auseinander gesetzt um zu wissen, dass ich das auch in der Fantasie abartig finde.

Was hast du denn durch deine Auseinandersetzung neues darüber erfahren, dass du es jetzt auch in der Fantasie abartig findest?

Also so eine extrem klare Abgrenzung gibt es nicht. Wenn ich etwas wirklich schlimm finde, dann kann ich es auch in meiner Fantasie nicht plötzlich stimulierend und erregend finden, außer ich male mir das ganze ein bisschen blumig aus.

Das was du mit "blumig ausmalen" meinst, ist vielleicht die Tatsache, die andere hier auch schon beschrieben haben: In der Fantasie hat man die Kontrolle, man ist der Regisseur und kann alles steuern. Ich selbst finde in der Fantasie auch manches erregend, was ich real schlimm fände. Ich finde in der Fantasie sogar manchmal Dinge erregend, die ich real schon erlebt habe und da als absolut schrecklich empfand. In der Fantasie fühlen sie sich für mich aber ganz anders an, als real.

Aber da er ja auch Filme eine gewissen Genres schaut, die seine Fantasien bedienen, scheint er wohl doch auch bei realen Darstellungen nicht so abgeneigt zu sein.

Es sind keine Filme eines gewissen Genres, sondern einzelne Szenen aus ganz normalen Filmen, die wahrscheinlich viele hier gesehen haben, ohne sich dabei etwas dieser Art zu denken. Klar sind das Darstellungen, die real aussehen, aber es weiß doch jeder, der im Kino sitzt, dass sie eben nicht echt sind. Sobald man es für echt hält / echt halten muss, wirkt es gleich ganz anders. Die meisten Horrorfilmfans würden wohl vor einem echten Snuff-Film auch zurückschrecken, obwohl sie eine ähnliche oder gar detailgenauere Darstellung im Spielfilm unterhaltsam finden.

Also sein innerer Stopp kommt nicht durch die Handlung an sich, sondern durch das Leid der Opfer.

Ja, kann man wahrscheinlich so sagen, aber wie greift Moral denn sonst?

D`ienKrxuemi


Es sind keine Filme eines gewissen Genres, sondern einzelne Szenen aus ganz normalen Filmen, die wahrscheinlich viele hier gesehen haben, ohne sich dabei etwas dieser Art zu denken.

Ich habe seit einigen Tagen durch diesen Faden hin-und her überlegt, in mich gehorcht, o ich da zu "engstirnig" bin o.ä., aber in einem bin ich mir sicher:

also, und das gilt hier ja nur für mich und ist sicher nicht allgemeingültig, würde mein Partner bei der Hinrichtungsszene von Braveheart z.B. einen Ständer kriegen, müßte ich mich vermutlich übergeben. Ich könnte mich nicht damit beruhigen, zu wissen, dass er im echten Leben keinem Mann die Gedärme bei lebendigem Leib rausschneiden würde.

Es gibt ja inzwischen digital bearbeitete Pronobilder, bei denen zarte erwachsene Frauen wie 10-jährige aussehen, als Versuch eben das "Kinderpornographie-Verbot" zu unterlaufen. Und auch da würde ich mich vor meinem Partner ekeln, wenn er das stimulierend finden würde.

Ich habe echt versucht, eine andere Sichtweise zu bekommen, um zu verstehen, wie hier andere denken, ich persönlich kann da nicht aus meiner Haut, und das finde ich nicht schlimm.

D>ieK5rxuemi


Also sein innerer Stopp kommt nicht durch die Handlung an sich, sondern durch das Leid der Opfer.

was bedeutet könnte, -und das findet sich ja leider in der deutschen Geschichte wieder- wenn man die Opfer entmenschlicht, sinkt die Grenze zur Realitätsumsetzung? Und das waren auch liebevolle Ehemänner und Väter .....

B6erryxfina


Ja, kann man wahrscheinlich so sagen, aber wie greift Moral denn sonst?

Moral ist für mich eine Grundeinstellung mit der es einem einfach widerstrebt bestimmte Dinge zu tun.

Wenn mein Freund nun Lust hätte sich eine Gummipuppe zu kaufen und auf die einzuschlagen, vollzukotzen und dann zu onanieren, würde ich das extrem abstoßend und krank finden, auch wenn er es im echten Leben niemals machen würde, weil ihm die Frau leid tun würde, würde mich doch die Lust auf diese Gewalttat zutiefst erschrecken. Ein Mensch, dessen Moral nicht fehlgeleitet ist, und der ein gesundes Verhältnis zu Gewalt und Gefühlen hat käme nicht auf die Idee so etwas zu tun.

was bedeutet könnte, -und das findet sich ja leider in der deutschen Geschichte wieder- wenn man die Opfer entmenschlicht, sinkt die Grenze zur Realitätsumsetzung? Und das waren auch liebevolle Ehemänner und Väter .....

Genau. Und das ist zutieft verachtenswertes Verhalten.

SFh6oj#o


Ich finde in der Fantasie sogar manchmal Dinge erregend, die ich real schon erlebt habe und da als absolut schrecklich empfand. In der Fantasie fühlen sie sich für mich aber ganz anders an, als real.

Ja, das geht mir ähnlich.

Ich habe echt versucht, eine andere Sichtweise zu bekommen, um zu verstehen, wie hier andere denken, ich persönlich kann da nicht aus meiner Haut, und das finde ich nicht schlimm.

Das ist es ja auch nicht. Ich denke, dass diese "Zweigeteiltheit" in stärkerer Ausprägung auch nicht normal ist im strengen Wortsinn, also nicht "die Norm". Bei den meisten Menschen, könnte ich mir vorstellen, gibt es da nur ganz leichte Dissonanzen – das ist dann etwa der eigentlich strikt für Gleichberechtigung eintretende und von "starken Frauen" angezogene Mann, der erstaunt feststellt, dass es etwas mit ihm macht, dass die neue Azubine ihn ganz unverblümt und etwas dusselig anhimmelt, oder die Frau, die sich nicht mal schief anschauen lässt, ohne auf den Tisch zu hauen, die sich beim Sex manchmal vorstellt, es sei halb gegen ihren Willen, und die Vorstellung erregend findet, ganz ohne dass sie solche Gedankenspielchen vertiefen möchte. Richtig abgründig ist es nur bei wenigen, vollkommen im Gleichklang wohl bei ebenso wenigen, und am einen Ende der Skala ist es schwer vorstellbar, wie man am anderen Ende der Skala wohl so tickt. Für mich etwa ist der vollkommene Gleichklang dessen, was man in der Realität gut und richtig findet, und dessen, was einen in der Vorstellung erregt, fast nicht vorstellbar. Dabei ist bei mir auch über lange Phasen beides nahezu identisch, aber wenn für mich Sexualität "nur das" wäre, dann käme es mir vor wie ein Malkasten, in dem es nur Grau- und Brauntöne gibt. Gerade die Dissonanzen machen für mich die Erregung aus. Die Spannweite dessen, was möglich wäre. Dass mein Kerl mich beispielsweise mit bloßen Händen erwürgen könnte, wenn er wollte, fasziniert mich, und es steigert für mich die Empfindung der Zärtlichkeit, dass er es eben nicht tut. Das ist so verkürzt aber möglicherweise schwer verständlich?

Zu den Filmszenen: Ziemlich privat, hm, aber was solls, anhand der Szene kann ich es am besten erklären – es gibt im Film "Der Soldat James Ryan" eine Szene, in der ein junger Soldat von einem anderen überrascht wird, und sie ringen in absoluter Stille (wenn ich mich recht erinnere), der eine hat ein Messer. Es endet damit, dass einer oben ist und das Messer in quälender Langsamkeit in die Brust des anderen drückt, langsam nicht um der Qual willen, sondern weil sie um jeden Millimeter ringen. Der junge Soldat stirbt, die Gesichter der beiden ganz nah beieinander, sie schauen einander in die Augen. Diese Szene, so schrecklich sie ist, hat mich sehr mitgenommen, berührt und zugleich auch erregt, beziehungsweise sie tut es im Nachhinein, es hat mich nie ganz losgelassen. Da sind zwei Fremde, die aus Gründen, die ihnen zwingend erscheinen oder es auch sind, Gegner sind und sogar Todfeinde, und sie teilen einen der intimsten Momente im Leben eines Menschen miteinander – den Tod des einen. Die Intensität darin löst in mir sehr viel aus, nennen wir es mal der Einfachheit halber "Erregung", ohne dass ich das in erster Sekunde sexuell verstanden wissen will, und bei mir ist es so, dass Erregung sehr schnell in sexuelle Erregung umgedeutet oder kanalisiert wird. In unterschiedlichsten Spielarten ist diese Szene bei mir in die Phantasien eingeflossen, und obwohl es eine deutliche Tendenz gibt, in welcher Position ich mich dabei befinde, waren beide dabei. Das hat aber nichts mehr mit den beiden Soldaten zu tun, es ist ihre Situation, nicht ihre Person, die da etwas mit mir macht. Ich bin weder in bemerkenswerter Gefahr, Soldaten zu erstechen, noch muss meine Familie befürchten, dass ich einen darum bitte, mich zu erdolchen. Im Kontext des Films finde ich die Szene großartig gemacht und fürchterlich, und wenn ich mir das in Wirklichkeit vorstelle, will ich die beiden auseinanderreißen, sie aus ihrer unlösbaren Situation herausrupfen und in ein Leben stecken, in dem sie zusammen ein Bier trinken gehen. Wie kann man beides zugleich fühlen? Das kann ich nicht so direkt beantworten, aber es ist so. Und sicher hat es auch damit zu tun, dass man die Personen ihrer Persönlichkeit "entkleidet". Aber so eine gewisse Entkleidung, zumindest von Teilaspekten der Persönlichkeit, findet doch nahezu immer statt. Ich beispielsweise würde beim Sex nicht meine Mutter danebensitzen haben wollen, obwohl ich in ihrer Gegenwart weder schamhaft bin, was Nacktheit betrifft, noch irgendwelche Neigungen, wir reden sogar recht vergnügt und offen über Sex. Trotzdem bin ich in dem Moment, indem ich Sex habe, nicht Tochter, der Tochterteil von mir ist ausgeschaltet, und andere Bereiche meiner Persönlichkeit sind aktiv.

was bedeutet könnte, -und das findet sich ja leider in der deutschen Geschichte wieder- wenn man die Opfer entmenschlicht, sinkt die Grenze zur Realitätsumsetzung? Und das waren auch liebevolle Ehemänner und Väter .....

Willst Du DAS Fass allen Ernstes aufmachen?

DnieKruuemxi


@ Shojo

Danke für deine Offenheit @:)

Willst Du DAS Fass allen Ernstes aufmachen?

mhh, für mich ist das kein Tabu-Thema, bei dem man zusammnezuckt, es unaussprechlich findet. Hängt aber wohl von meiner Familiengeschichte ab und wer da wo stand.....aber ok, ich verstehe, dass es nach wie vor für viele ein "Fass" ist, also bringen wir das Thema nach Lybien, nach Guantamo/Cuba oder wohin auch immer.Fakt ist ja, das Grenzen nicht bei allen gleichmäßig sinken, wenn man die Rahmenbedingungen ändert. Und meine eigentliche Frage (es war eine Frage und keine Mutmaßung): sinkt bei Menschen, die im realen Leben friedvolle, liebe Menschen sind, in ihrer Phantasie jedoch gewisse Gewaltszenen erregend finden, die Grenze zur Realitätsumsetzung bei geänderten Rahmenbedingungen schneller, als bei denen, die auch in der Phantasie Gewalt verabscheuen? (um mal ein Bißchen Humor reinzubringen: dieses Paar in der Schlagsahne-Webung "schlagen geht garnicht- nicht mal bei Sahne ;-) )

D~ieKrumemxi


Und um hier nicht als Schlagsahnen-Tussi darzustehen, die sich den jungfräulichen Heiligenschein poliert: würde man mich -rein fiktiv- mit dem Schänder meiner Tochter aleine lassen und die Rahmenbedingungen dahingehend ändern, dass es keine Konsequenzen hätte, was immer ich tue= ich denke, da wäre ich zu Grausamkeiten fähig......

SAho>jxo


mhh, für mich ist das kein Tabu-Thema, bei dem man zusammnezuckt, es unaussprechlich findet.

Für mich auch nicht. Aber ich finde es im Zusammenhang unpassend, und es ist ganz absehbar, wohin es dann führt. Zumal wenn ich bei der Diskussion dabei bin – ich hätte nämlich bei einer "Renaissance" der Nazizeit tendenziell wesentlich mehr Angst vor Leuten, die von ihrer eigenen moralischen Integrität zutiefst überzeugt sind und bereit wären, andere Menschen anzuzeigen, weil die eventuell mal "was Böses tun könnten, so moralisch verderbt, wie sie sind", als vor welchen, die mit ihren eigenen Angründen reflektierten Umgang pflegen.

SqhoAjo


Und um hier nicht als Schlagsahnen-Tussi darzustehen, die sich den jungfräulichen Heiligenschein poliert: würde man mich -rein fiktiv- mit dem Schänder meiner Tochter aleine lassen und die Rahmenbedingungen dahingehend ändern, dass es keine Konsequenzen hätte, was immer ich tue= ich denke, da wäre ich zu Grausamkeiten fähig......

Das ist doch inzwischen vollkommen salonfähig, oder? Theoretisch Kinderschänder zu massakrieren? Bei der derzeitigen verschwenderischen Verteilung von Bundesverdienstkreuzen würde mich nicht wundern, wenn man dafür nicht in ein paar Jahren sogar eins bekäme. Kinderschänder umbringen zu wollen kommt mir vor wie das moderne Äquivalent zum mittelalterlichen "Ich will die Hexe brennen sehen"-Geschrei auf dem Marktplatz.

Außerdem besorgniserregend, dass es vor allem von den Konsequenzen abhinge. Ist da das eigene Moralverständnis nicht stabil genug? o:)

Sqhojxo


Angründen

Öh.

BSlacfk xSky


was bedeutet könnte, -und das findet sich ja leider in der deutschen Geschichte wieder- wenn man die Opfer entmenschlicht, sinkt die Grenze zur Realitätsumsetzung? Und das waren auch liebevolle Ehemänner und Väter .....

Ja, aber dafür braucht man nicht mal zurück ins Dritte Reich oder andere Unrechtsstaaten gehen, dieser Mechanismus funktioniert bei vielen (wenn nicht sogar allen) Menschen und ganz besonders sogar bei jenen, die z.B. Sexualstraftäter anprangern, sie als "Monster" sehen und deshalb kein Problem damit hätten, ihnen die Eier abzuschneiden, wie es meist ganz offen ausgedrückt wird.

Shojo ist ja jetzt schon darauf eingegangen, aber ich was mir noch dazu einfällt: Ich hätte bei meinem Partner auch weniger Bedenken, dass seine Schwelle durch Entmenschlichung der Opfer sinkt, weil ich mir gar nicht vorstellen könnte, unter welchen Umständen er einen Mensch "entmenschlicht". Die Gefahr sehe ich eher bei jenen gegeben, die bestimmte Verhaltensweisen "unnormal" bzw. "abartig" finden und deshalb ganz leicht sagen können: "So verhält sich kein normaler Mensch -> dieser Mensch ist weniger wert als ein "normaler" -> das ist ein Monster, kein Mensch mehr, also darf man mit ihm alles machen". Mein Partner hingegen denkt weniger in solchen Kategorien, er sieht auch in Realtätern keine Monster. Er verurteilt ihre Taten, sagt auch, dass die Täter zum Schutze aller dann weggesperrt werden müssen, aber er entmenschlicht sie nicht.

Und im Gegensatz dazu schreibt dann jemand wie du, Kruemi, der Gewalt eigentlich total abstoßend findet, dass er/sie unter geänderten Rahmenbedingungen dann durchaus grausam sein könnte. Ich denke, die Frage, bei wem die Hemmschwelle schneller sinkt, hast du dir damit selbst beantwortet. Das kann man einfach nicht pauschal sagen, aber du selbst bist ja im Grunde ein gutes Gegenbeispiel.

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