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Schlimme Fantasien einfach nur Fantasien oder gefährlich?

Eshemaliger NWutzer (x#359873)


Martienchen

dass du deine behauptungen mit vielen "ichs" bereicherst, ehrt dich ja, aber ich darf doch sagen, dass ich (wie ich geschrieben habe) die genannte äusserung halt als verallgemeinerungen empfunden habe. ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso du so aggressiv reagierst. belassen wir es dabei, ok? @:)

M,artDienc)hen


@ Emilie

Na klar. Ich versuche, besser zu formulieren. Naja, eigentlich dachte ich, aus meine Beitrag geht hervor, was ich meine. "Schlimm" ist halt etwas, das zT subjektiv zu beurteilen ist und von daher in der Konnotation meines restlichen Geschreibes beurteilt werden sollte. ":/

Ich meine nicht, dass jeder Phantasien hat, die mit Kettensägen zu tun haben. Ich meine, dass jeder meiner Ansicht nach Phantasien hat, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen. Die irgendwie von dem abweichen, was angeblich normal ist und für die sich dann der ein oder andere schämt. Und ich denke, dass das nicht steuerbar ist. Mann, der eine hat n Fußfetisch, der andere hat krasse Machtphantasien. Der Dritte phantasiert davon vergewaltigt zu werden. Ich kann jetzt konkret jemanden, der zB auf Füße steht, überhaupt nicht nachvollziehen. Ich finde Füße blöd bis langweilig. Und manch einer schämt sich für seinen Fußfetisch, weil er eben nicht der "Norm" entspricht. Und ich bin eben der Ansicht, dass jeder Mensch die eine oder andere "abnormale" Phantasie hat. Die Spannbreite ist natürlich groß und reicht von akzeptabel bis nicht akzeptabel.

Und deshalb frage ich mich zB auch wirklich, was flo_eck für ein Problem mit meiner angeblichen Verallgemeinerung hat. Ich kann mir keinen Menschen vorstellen, der nicht ab und zu über etwas phantasiert, was in den Augen eines anderen zumindest schlimm sein könnte.

Mvarti=enchexn


flo_eck, wir kommen ganz offensichtlich nicht zusammen. ":/ Das mit dem "aggressiv" erstaunt mich mindestens so sehr wie das mit der Verallgemeinerung. Komm, wir akzeptieren, dass wir uns heute einfach nicht verstehen und widmen uns endlich wieder dem Fadenthema.

EQmijliexA


@ a.fish:

Stimmt schon. Aber das, was die TE ihrer Freundin erzählt hat, ist ebenfalls starker Tobak. Damit muss man erstmal selbst klar kommen und überlegen, wie man dazu steht. Wenn man aber erstmal den ersten Impuls rauslässt, kann sowas schonmal dabei herauskommen. Das Vertrauen der TE zu ihr scheint ja zumindest groß genug zu sein, dass sie es ihr überhaupt anvertrauen konnte. Und wir wissen ja nicht, worum es nun geht – die Freundin schon. Ich denke auch hier wären die Posts etwas differenzierter je nachdem, worum sich diese Fantasien nun wirklich drehen.

Sie hat ihr aber nicht geraten, vorsichtig zu sein, sondern:

Das war nur ein Halbsatz von mir. Ich denke schon, dass ich da etwas weiter ausholen und mehr dazu sagen würde. Die Quintessenz dessen könnte u.U. aber ganz ähnlich ausfallen wie das, was die Freundin der TE geraten hat. Einfach weil ich mir Sorgen um sie machen würde. Klar hört es sich so an, als würde die TE sicher und ihr Freund ehrlich sein. ABER tritt dann doch dieses 1%, 5% oder 33,33% zu und ihr würde etwas passieren – was für Vorwürfe würde ich mir als Freundin dann wohl machen.

ohlle' tanxte


Offensichtlich hat Dein Freund schon lange Jahre bewiesen, dass er sie nicht ausleben will.

Das ist keine Garantie für die Zukunft. Der Ex einer Bekannten hat sie erst mit Ende 40 ausgelebt, als er eine 12jährige traf, die ihn angehimmelt hat (ist übrigens aufgeflogen, weil sie doch jemandem von ihrer Verliebtheit erzählt hat).

Ich würde in an deiner Stelle darauf drängen, dass er so eine Präventiontherapie macht.

af.;fisxh


@ EmilieA

Sie hat Black Sky abartig genannt! :-o Mag ja sein, dass das einen empfindlichen Nerv bei mir trifft, aber für mein Gefühl ist das so ziemlich die übelste Beleidigung, mit der man einen Menschen belegen kann. Das hat in meinen Augen nichts mehr mit "erster Implus" oder nicht wissen, was man sagen soll, zu tun.

Eghema"liger N{utze/r (#359x873)


Martienchen

flo_eck, wir kommen ganz offensichtlich nicht zusammen.

ich glaube, ich weiss, wo das missverständnis liegt: ich habe deinen beitrag vielleicht ein bisschen vorschnell auf die doch ziemlich drastisch scheinenden fantasien von black skys freund bezogen. natürlich gehe ich mit dir überein, dass die meisten menschen (ich inklusive) wohl ab und an fantasien haben, die nicht der so genannten norm entsprechen. was ich meinte war, dass ich nicht glaube, dass jeder sadistische fantasien hat, wenn er sie nur zulässt. ich habe diese zum beispiel nicht. und da bin ich mir ziemlich sicher.

E>miKlie4A


Ich kann mir keinen Menschen vorstellen, der nicht ab und zu über etwas phantasiert, was in den Augen eines anderen zumindest schlimm sein könnte.

OK, so ist es verständlich. Aber das Problem bei deiner ersten Formulierung, war, denke ich zumindest, dass halt jeder sofort ein Bild vor Augen hat, was er als schlimm empfinden würde, was ihn aber nie und nimmer erregen würde. Dazu eine Fantasie, die ihn erregt, die man aber nicht als schlimm empfindet. Bei jedem, der deinen Beitrag liest, springt doch sofort das Kopfkino an, weil man natürlich Werte und auch Fantasien hat. Ich denke aber, dass bei den meisten diese beiden Sachen nicht komplett konträr veranlagt sind.

Und ich finde nicht, dass meine persönlichen Fantasien schlimm sind – denn sie sind ja genau das, Fantasien. Nein, ich würde die wahrscheinlich auch nie erzählen, aber sie sind für mich nicht schlimm. Von daher ist die Aussage, dass JEDER schlimme Fantasien hat, einfach bestenfalls irreführend.

D;ieKBruexmi


wieso unterstellt man anderen, die aktive Gewaltfantasien haben, dass sie real eine Gefahr darstellen?

Mir persönlich würde es garnicht darum gehen, ob er eine reale Gefahr ist in dem Sinne dass er seine Fantasie ausleben will, sondern ich würde mich wohl schwer damit tun:

wenn jemand bei so einem normalen Hollywoodfilm im Kino z.B. gemerkt hätte, dass es ihn sexuell erregt, wenn er bei Szenen, die die anderen "schlimm" finden, eine sichtbare Erektion bekommt...

Es geht wohl um sexuelle Erregung bei entweder "einfachen" Gewaltszenen (gegen wen oder was auch immer) oder Szenen sexueller Gewalt gegen Kinder. Und damit hätte ich als Partnerin ein Problem, wenn ich bei Szenen, die mich in einem Film entsetzen oder mein Mitleid wecken, meinen Partner neben mir schwer atmen hören würde oder sehe, dass seine Hose spannt.

MMartiTe~nchexn


@ Emilie

dass halt jeder sofort ein Bild vor Augen hat, was er als schlimm empfinden würde, was ihn aber nie und nimmer erregen würde.

Ja. Deshalb ja die Ergänzung, dass "schlimm" zumindest im Grauzonenbereich immer subjektiv zu definieren ist. Ich war der Meinung, das geht aus dem Kontext meines ersten Beitrages klar hervor. Schwann drüber.

@ flo_eck

was ich meinte war, dass ich nicht glaube, dass jeder sadistische fantasien hat, wenn er sie nur zulässt.

Gott bewahre. Niemals. Ich zB habe nicht die allerkleinste sadistische Phantasie. Naja. Offensichtlich verstehen wir uns ja doch alle.

EImiKliexA


Sie hat Black Sky abartig genannt! Mag ja sein, dass das einen empfindlichen Nerv bei mir trifft, aber für mein Gefühl ist das so ziemlich die übelste Beleidigung, mit der man einen Menschen belegen kann. Das hat in meinen Augen nichts mehr mit "erster Implus" oder nicht wissen, was man sagen soll, zu tun.

Würdest du diese Reaktion verstehen oder eher nachvollziehen können, wenn es sich nicht um Fantasien, sondern um einen vorbestraften Sexualstraftäter handeln würde?

ah.fSixsh


@ EmilieA

Würdest du diese Reaktion verstehen oder eher nachvollziehen können, wenn es sich nicht um Fantasien, sondern um einen vorbestraften Sexualstraftäter handeln würde?

Nein. Wenn ich einer Freundin etwas erzähle, was mich belastet, dann erwarte ich nicht, dass sie in jedem Fall vollkommen gelassen bleibt. Wenn etwas zu heftig ist, mag sie sagen: Okay, das muss ich erstmal verdauen, lass uns später darüber reden. Aber würde jemand, den ich als Freund (!) einschätze, mich beschimpfen – dann wäre das das Ende der Freundschaft und ich wäre wohl sekr geknickt darüber, wie falsch ich diesen Menschen eingschätzt habe.

Bwlac<k Skxy


Du kennst jetzt einen neuen Aspekt von ihm, den Du erst einmal in Dein Bild von ihm einordnen musst.

Ja, inzwischen finde ich halt, dass es mein Bild von ihm nicht wirklich verändert, denn diese Dinge, die ihn in der Fantasie erregen, findet er in der Realität ja auch falsch. Das klingt zwar wie ein Widerspruch, aber ich denke schon, dass man zwischen Realität und Fantasie so strikt trennen kann, siehe Vergewaltigungsfantasien bei Frauen, die real auch nicht vergewaltigt werden wollen.

Diese Fantasien ändern im Grunde nichts, weil sie nichts mit der Realität zu tun haben. Real ist er immer noch der sensible, einfühlsame Mann, den ich kennengelernt habe.

Was Deine Freundin macht, finde ich in einer Freundschaft noch viel schlimmer, als "Geheimnisse" weiter erzählen. Sie wirbelt mächtig Staub auf und hilft Dir nicht, im Gegenteil, sie macht Dir noch ein schlechtes Gewissen.

Ich verstehe ja, dass sie sich Sorgen macht, aber zuletzt hat sie mir wirklich nur noch ein schlechtes Gewissen gemacht, in dem sie meinte, ich wäre wohl auch so abartig, weil ich das "gut" finde und jeder "normale Mensch" wäre angewidert, entsetzt, würde ihn verurteilen.

Wenn die Fantasien so wichtig sind, dass sie immer zwischen ihm und seinen Beziehungen standen, wären sie für mich automatisch nicht mehr im "harmlosen" Bereich, dann würden sie wirklich einen solchen bedeutenden Anteil seiner Persönlichkeit ausmachen, dass man das nicht mit Vergewaltigungsfantasien etc. (weil du das Beispiel angeführt hast) vergleichen kann.

Ich denke, das ist ein bisschen anders, nicht die Fantasien selbst sind für ihn so bedeutend, sie machen in seiner Sexualität nur einen kleinen Anteil aus, sagt er. Er beschäftigt sich z.B. nicht täglich damit, für ihn steht die partnerschaftliche Sexualität immer im Vordergrund, 90% seiner Gedanken sind auf die geliebte Person gerichtet, sagt er. Zwischen ihm und den Beziehungen standen die Fantasien deshalb, weil sie gesellschaftlich so stark verurteilt werden und deshalb die Angst so groß war, bei diesen Gedanken "ertappt" zu werden. Durch die Angst wurden sie quasi so "bedeutend", weil er sie verstecken musste. Vergleichbar mit einem Kind, das ab und zu gerne ein Stück Schokolade isst. So lange es die Schokolade einfach essen darf, ist es keine große Sache, erst wenn es sie heimlich im Keller essen und Angst haben muss, beim Erwischtwerden dafür verprügelt zu werden, bekommt diese Schokolade einen anderen Stellenwert. Dabei ist Schokolade an sich gar nichts schlimmes und nur ein Genussmittel, nicht Hauptnahrung. Aber irgendwann belastet es einfach, nicht zwischendurch mal so ein Stück Essen zu dürfen, sondern immer Angst haben zu müssen und dann wünscht man sich jemanden, der es gar nicht schlimm findet, wenn man ab und zu ein Stück Schokolade isst.

Hat es bei dir keinerlei Auswirkungen gehabt, was euer Sex- und Beziehungsleben anbelangt?

Na ja, ich weiß es ehrlich gesagt noch gar nicht so lange, als dass es danach bereits wieder einen normalen Alltag hätte geben können. Sex hatten wir erstaunlicherweise aber kurz darauf, vielleicht auch, weil ich in dem Moment den "Beweis" wollte, dass es nichts ändert und unser Sex nicht von diesen Fantasien beeinflusst wird. Zugegeben, ich habe zwischendurch schon daran denken müssen, aber ich hatte das Gefühl, dass er ganz bei mir ist und nicht bei den Vorstellungen in seinem Kopf. Von daher hat es sich bisher nicht negativ ausgewirkt, aber es wird sicher noch den ein oder anderen Moment geben, in dem ich darüber nachdenke. Falls es mir zu schaffen macht oder ich zweifle, will ich es ihm aber sagen, dann kann er mir sicher weiterhelfen.

Oder auf die Achtung und dem Respekt vor ihm?

Nein, das überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich finde es sogar irgendwie mutig von ihm, dass er sich mir offenbart hat und ich bewundere ihn sogar ein Stück weit mehr für seine ruhige Art, das Gefestigtsein, die Überzeugung und Glaubwürdigkeit die er ausstrahlt.

Ich hoffe, du hast Grund ihm zu vertrauen und kannst es auch.

Na ja, welchen Grund hat man denn für gewöhnlich, seinem Partner zu vertrauen? Also wie entsteht das? Bei mir war es einfach da, weil ich mich in seiner Gegenwart wohl fühle. Er hat immer sein Wort gehalten, ist offen und ehrlich. Eigentlich ist gerade seine Offenbarung für mich ein Grund, ihm zu vertrauen.

Welche Grund hast du beispielsweise, deinem Partner zu vertrauen?

a+.fi%sh


Diese Fantasien ändern im Grunde nichts, weil sie nichts mit der Realität zu tun haben. Real ist er immer noch der sensible, einfühlsame Mann, den ich kennengelernt habe.

Oh man, kann man Dich klonen? Dein Freund ist ein sehr glücklicher Mann, also, hoffentlich, sollte er sein. :-)

Ich finde auch nicht, dass das ein Widerspruch ist – bzw. ich weiß, dass es keiner ist, mir geht es in vielen Belangen auch so. Und ein Partner, der einen da annimmt und verständnisvoll ist, ist wirklich Balsam für die Seele, auch wenn er Momente des Zweifelns und der Skepsis hat.

B%lack xSky


Das ist keine Garantie für die Zukunft.

Es gibt doch aber nie eine Garantie für die Zukunft, für rein gar nichts. Im Grunde müsste sich also am besten jeder Mensch präventiv in Therapie begeben, weil jeder irgendwann mal durchdrehen kann, auch ohne solche Fantasien im Vorfeld.

Ich denke, er ist da wirklich ehrlich, auch sich selbst gegenüber und würde sich in Therapie begeben, wenn er Angst vor sich selbst hätte bzw. fürchten würde, zu einem Realtäter zu werden. Ihm fehlt es ja nicht an Moral, er findet auch, dass Menschen, die so etwas real tun, dafür bestraft werden müssen und er empfindet real auch Mitgefühl für die Opfer.

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