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Schlimme Fantasien einfach nur Fantasien oder gefährlich?

DaieK{rFuemi


denn diese Dinge, die ihn in der Fantasie erregen, findet er in der Realität ja auch falsch. Das klingt zwar wie ein Widerspruch, aber ich denke schon, dass man zwischen Realität und Fantasie so strikt trennen kann

Das eine ist seine sexuelle Ausrichtung, das andere eben sein ethisches/moralisches Denken. Das erste steckt in einem, da kann man nichts für, das andere ist anerzogen und gesellschaftlich geprägt.

Das muss einfach jeder für sich selbst wissen, ob er einen Menschen, dessen sexuelle Ausrichtung man mit

und jeder "normale Mensch" wäre angewidert, entsetzt

beschreiben kann, an seiner Seite haben will.

E7milixeA


Ich meinte das nicht grundsätzlich, sondern in diesem speziellen Fall. Klar, in einer Beziehung vertraut man grundsätzlich erstmal und kann nur hoffen, dass das nicht enttäuscht wird. Garantien hat man nicht. Man kann nur sehen, wie offen der Partner mit einem umgeht und ebenso offen zu ihm sein.

Ich finde nur, dass die Dimension der "Gefahr" bspw. betrogen zu werden, eine ganz andere ist.

E miliexA


dessen sexuelle Ausrichtung

Aber nicht die generelle sexuelle Ausrichtung. Laut seiner Aussage macht das nur einen geringen Teil aus.

Bflac"k Sxky


Was mir noch etwas Kopfzerbrechen bereitet, ist die Frage, ob meine Akzeptanz seine Fantasien verstärken kann oder ihnen sogar den Weg in die Realität ebnet. Heißt das wiederum, dass ich ihm im Grunde doch nicht glaube, wenn ich diese Angst habe? Ich weiß es nicht, denn ich glaube ihm schon, dass es immer nur Fantasien waren und im Moment auch sind, aber ich kann halt nicht einschätzen, ob ich durch mein Verständnis eine Veränderung bewirke, weil ich der erste Mensch bin, der ihm sagt, es ist okay. Also wahrscheinlich kann niemand sagen, was die Zukunft bringt, das schrieb ich ja auch gerade selbst, aber ich vertraue einfach mal darauf, dass er auch weiterhin offen und ehrlich zu mir (und sich selbst) ist und darüber sprechen würde, wenn sich etwas verändert (also wenn er durch meine "Legitimation" plötzlich doch anfangen würde, über eine reale Umsetzung nachzudenken).

M%irsa@nmir


Ich oute mich dann mal als jemand mit übelsten Fantasien, die den Axtmörder noch als den netten Onkel von nebenan erscheinen lassen.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich es akzeptieren konnte, dass ich so bin. Es sind zwei Sachen. Die in meinem Kopf und die Realität, ich würde NIEMALS irgendjemandem geschweige denn mir selbst (bin eine Memme, was Schmerzen anbelangt) irgendein Haar krümmen.

Mir half es, mich anzuvertrauen und dennoch akzeptiert zu werden. Das gehört einfach zu mir, ich bin kein Mann, ich kriege bei bestimmten Szenen keinen Ständer sondern werde eben feucht, wie das so ist.

Ich glaube nicht, dass du Angst haben musst. Die Fantasien wurden bei mir im Lauf der Zeit gemäßigter, sie sind fest eingeschlossen in meiner Gedankenwelt und haben mit meinem realen Leben nichts zu tun. Da dein Freund darüber spricht, gehe ich davon aus, dass es bei ihm genau so ist, dass er einfach will, dass du diese zweite Seite an ihm auch kennst und ihn so akzeptieren kannst.

Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass jeder, der einen Horrorfilm oder ein Buch macht, diese Gedanken ja auch erst einmal haben muss, die sind ja in seinem Kopf entstanden. Ist Stephen King zu einem Massenmörder oder perversen Mörder mutiert? Wenn du seine Bücher liest, fragst du dich doch auch, was er im Kopf hatte (Hat? Lebt er noch?)

Du kannst eigentlich stolz sein, dass er es dir anvertraut hat, so etwas kostet Überwindung. Mein Mann hat das damals auch geschluckt, Details habe ich nicht genannt, weder auf unseren Sex noch auf unser Leben hat es irgendwelche Auswirkungen, es ist ganz einfach mein dunkler Teil meiner Seele und Gedankenwelt und bleibt da auch fest verschlossen für die reale Welt. Ich glaube – weil er eben davon gesprochen hat – dass es bei deinem Freund auch so ist.

SxinneMstGäter


Ich bin irgendwie ziemlich bestürzt über manche Antworten hier...fällt denn die klare Differenzierung zwischen dem, was im Kopf passiert und dem, was in der Realität passiert so schwer, bzw. ist das so unüblich?

Ich habe auch hin und wieder mal sexuelle Gedanken oder Phantasien, die strafrechtlich relevant wären. Und ich finde das schlicht...normal. Einem Menschen, den ich liebe, würde ich vielleicht davon erzählen, aber nicht, um ihm etwas aufzubürden (das würde ja voraussetzen daß es für mich eine Bürde ist), sondern einfach nur, um ihn an meinem Innenleben teilhaben zu lassen.

Die harte Verbindung Phantasie/Realität, die hier manche als gegeben voraussetzen, ist für mich völlig absurd. Ich kann z.B. kaum durch eine Menschenmenge laufen, ohne in Gedanken fremde Frauen im Vorbeilaufen auszuziehen. Der Wunsch, dies tatsächlich zu tun, hat sich noch nie über den absoluten Nullpunkt bewegt. Ich würde mir über manche meiner sexuellen Phantasien nicht mal Pornos ansehen, weil mir das schon "zu viel Realität" ist.

Mal ganz böse gefragt, wie phantasielos kann ein Mensch sein, wenn seine Gedankenwelt nicht größer ist als die Realität, in der er lebt?

MpiGrsan?mir


Wenn es ihn beunruhigt, wenn er Angst hat, dass er damit nicht fertig wird, wenn er sich vor sich selbst ekelt, würde ich ihm dennoch eine Therapie vorschlagen. Ursachen herausfinden, Wege finden, die Fantasien niemals ins reale Leben zu lassen, so was in der Art... Wenn er damit gut leben kann und nur wollte, dass du Bescheid weißt, ist es in meinen Augen unnötig.

M0irZsadnmoir


Sinnestäter, du hast es perfekt geschrieben! Kenne auch jemanden, der von der kleinen rothaarigen 16jährigen träumt und das schon relativ lange. Und wie er diesen Traum liebt, er käme gar nicht auf den Gedanken, ihn Wirklichkeit werden zu lassen...

BPlEack 9Skxy


Ich oute mich dann mal als jemand mit übelsten Fantasien, die den Axtmörder noch als den netten Onkel von nebenan erscheinen lassen [...] Mir half es, mich anzuvertrauen und dennoch akzeptiert zu werden [...] Die Fantasien wurden bei mir im Lauf der Zeit gemäßigter, sie sind fest eingeschlossen in meiner Gedankenwelt und haben mit meinem realen Leben nichts zu tun.

Das klingt gut, danke dass du das so offen hier schreibst.

Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass jeder, der einen Horrorfilm oder ein Buch macht, diese Gedanken ja auch erst einmal haben muss, die sind ja in seinem Kopf entstanden.

Der Unterschied ist aber schon, ob es einen erregt (ob es einem gefällt, Freude bereitet) oder ob man es sich einfach nur ausdenken kann. Ich kann mir auch die übelsten Horrorszenarien ausmalen, schlimme Verbrechen bis ins letzte Detail vorstellen, aber mir wird eben schlecht dabei, ich finde das einfach nur schrecklich.

Du kannst eigentlich stolz sein, dass er es dir anvertraut hat, so etwas kostet Überwindung

Ja, ich weiß das auch zu schätzen :)z

E-milixeA


Mal ganz böse gefragt, wie phantasielos kann ein Mensch sein, wenn seine Gedankenwelt nicht größer ist als die Realität, in der er lebt?

Zwischen fantasievoll und Erregung dadurch zu erlangen, dass man bspw. einen anderen Menschen zerstückelt, besteht aber immer noch ein himmelweiter Unterschied. Findest du nicht?

S:kKinnxy1


Ich bin irgendwie ziemlich bestürzt über manche Antworten hier...fällt denn die klare Differenzierung zwischen dem, was im Kopf passiert und dem, was in der Realität passiert so schwer, bzw. ist das so unüblich?

Ich habe auch hin und wieder mal sexuelle Gedanken oder Phantasien, die strafrechtlich relevant wären. Und ich finde das schlicht...normal. Einem Menschen, den ich liebe, würde ich vielleicht davon erzählen, aber nicht, um ihm etwas aufzubürden (das würde ja voraussetzen daß es für mich eine Bürde ist), sondern einfach nur, um ihn an meinem Innenleben teilhaben zu lassen.

Die harte Verbindung Phantasie/Realität, die hier manche als gegeben voraussetzen, ist für mich völlig absurd. Ich kann z.B. kaum durch eine Menschenmenge laufen, ohne in Gedanken fremde Frauen im Vorbeilaufen auszuziehen. Der Wunsch, dies tatsächlich zu tun, hat sich noch nie über den absoluten Nullpunkt bewegt. Ich würde mir über manche meiner sexuellen Phantasien nicht mal Pornos ansehen, weil mir das schon "zu viel Realität" ist.

Mal ganz böse gefragt, wie phantasielos kann ein Mensch sein, wenn seine Gedankenwelt nicht größer ist als die Realität, in der er lebt?

Schön geschrieben & dem habe ich nix hinzuzufügen :)^

MoirsanDmir


Wenn du diese Dinge schrecklich finden würdest, würdest du sie in einem Buch schreiben? Oder verfilmen? So etwas kann nur einer, der diese Fantasien hat und sie in irgendeiner Weise eben sichtbar machen will.

Also Freude bereiten mir diese Dinge nicht, sie machen mich geil, das ist ein Unterschied. Und ich schreibe jetzt extra etwas ordinär (was ich nicht bin) ich will es nur verdeutlichen, was da passiert. Würde ich es in Realität SEHEN, wäre es das Schlimmste, was mir passieren könnte :-o Wahrscheinlich würde ich k*** ohne Ende.

Ich will es nur in meiner Fantasie sehen, nur da, nirgendwo anders, nämlich da, wo ich es steuern kann. Ich könnte es im Gegensatz zu manchen Filmemachern oder Autoren nicht einmal aufschreiben. Ob das bei deinem Freund auch so ist, kannst du ja mal fragen.

a2.fixsh


Mirsanmir & Sinnestäter :)^ :-)


Was mir noch etwas Kopfzerbrechen bereitet, ist die Frage, ob meine Akzeptanz seine Fantasien verstärken kann oder ihnen sogar den Weg in die Realität ebnet.

Das glaube ich nicht. Du hast nicht gesagt: Diese Dinge sind in Ordnung, sondern: diese Phantasien zu haben, ist in Ordnung. Zudem ist das eine Sache, die man mit sich selbst, seiner Moral und seiner Menschlichkeit ausmacht, Legitimation durch andere spielt dabei keine Rolle.

Heißt das wiederum, dass ich ihm im Grunde doch nicht glaube, wenn ich diese Angst habe?

Ich denke, dass sind einfach ganz normale Zweifel aufgrund einer ungewohnten Situation. Glauben ist das eine, wirklich auf etwas vertrauen das andere und dieses braucht seine Zeit.

M%irs@anmxir


a.fish :)=

Ich fände es irgendwie auch ungewöhnlich, wenn dir jemand so etwas anvertraut und du würdest blindlings seinen Worten Glauben schenken ohne nachzudenken und ohne das Vertrauen langsam aufzubauen.

Bzlack0 Sky


Wenn du diese Dinge schrecklich finden würdest, würdest du sie in einem Buch schreiben? Oder verfilmen?

Na ja, ich könnte es, wenn ich die finanziellen und logistischen Mittel dazu hätte, ich hätte keine Mühe, einen üblen Horrorfilm zu produzieren, genug Vorstellungsvermögen dafür ist jedenfalls vorhanden.

Also Freude bereiten mir diese Dinge nicht, sie machen mich geil, das ist ein Unterschied.

Interessant, über diesen Unterschied habe ich noch nicht nachgedacht, muss ich ihn mal fragen, ob das bei ihm auch so ist.

Würde ich es in Realität SEHEN, wäre es das Schlimmste, was mir passieren könnte :-o

Das empfindet er genau so.

Ich will es nur in meiner Fantasie sehen, nur da, nirgendwo anders, nämlich da, wo ich es steuern kann.

Also auch nicht in Filmen, wo offensichtlich niemand zu Schaden kommt, wo es nur gespielt ist?

Ich könnte es im Gegensatz zu manchen Filmemachern oder Autoren nicht einmal aufschreiben. Ob das bei deinem Freund auch so ist, kannst du ja mal fragen.

Das ist bei ihm etwas anderes, er hat manche Fantasien schon aufgeschrieben.

Du hast nicht gesagt: Diese Dinge sind in Ordnung, sondern: diese Phantasien zu haben, ist in Ordnung.

Stimmt.

Zudem ist das eine Sache, die man mit sich selbst, seiner Moral und seiner Menschlichkeit ausmacht, Legitimation durch andere spielt dabei keine Rolle.

Ok

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