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Warum können Mütter sich nicht entschuldigen?

Mjm)e VaBlxois


Meiner Bekannten würde es sicherlich gut tun, wenn es auch mal andersrum ginge

wie oft hat sie ihrer mutter denn gesagt, dass sie das immer noch belastet? ":/

M$onEikxa65


hre Mutter ist ihr als Kind immer mit dem Spruch "Indianer kennen keinen Schmerz" auf den Keks gegangen. Sie ist jetzt im hohen Erwachsenenalter, selber Mutter und sie leidet immer noch darunter, dass sie sich ständig diesen dämlichen Spruch anhören musste. Auf irgendein "Es tut mir leid, dass ich Dich damit genervt habe", wartet sie vergeblich.

Vorab, ich habe mich öfter mal bei meinen Kindern entschuldigt, wenn ich überreagiert habe und sie umgekehrt auch.

Von meiner eigenen Mutter habe ich auch einigen Mist in Erinnerung, den sie selbst nie so wahrgenommen hat und ich denke, der Mutter deiner Bekannten geht es ähnlich. Wie soll sie wissen, dass dieser Spruch ihre inzwischen erwachsene Tochter IMMER NOCH kratzt? Ehrlich gesagt, da verstehe ich auch deine Bekannte nicht, damit muss man sich mal auseinandersetzen und es gut sein lassen. Wie kann denn so ein Spruch sie noch derart verfolgen oder missverstehe ich dich?

Wenn sie allerdings auf eine Entschuldigung wartet und es wirklich wichtig ist für sie, dann müsste sie das ihrer Mutter genau so mitteilen, vielleicht bekommt sie dann eine Entschuldigung. Ich denke, wenn es ihr immer noch so nachgeht, hat sie sich häufig nicht ernst genommen gefühlt von ihrer Mutter und das wäre dann das eigentliche Problem, während diese sie vielleicht nur trösten und ihr beibringen wollte, nicht jedes Wehwechen, weswegen kleine Kinder Zetermordio schreien, so wichtig zu nehmen.

dioreFmifaseoxl


@ avanti

Also, wenn ich mit meiner Mutter über meine Kindheit und Jugend rede, dann sind da sicherlich Punkte, die nicht gut für mich waren, bei meinen Geschwistern aber vielleicht super. Und meine Mutter entschuldigt sich sehr wohl dafür, warum auch nicht?

Genauso, wenn sie sagt, was an meinen Verhalten damals schlimm war, dann tut mir das auch leid und das kommuniziere ich.

Genauso, wenn wir heute Konflikte haben, die werden angesprochen und wenn da irgendwas ist, wofür man sich bei seinen Freunden entschuldigen würde, dann enthalten wir uns die Entschuldigung nicht vor, nur weil wir zufällig verwandt sind.

Das was Du da schreibst, klingt alles sehr schön. Ich kenn' das auch. Aus Hollywoodfilmen. Da sitzen Mutter und Tochter gemeinsam an einem Küchentisch und können sich als inzwischen erwachsene ganz entspannt über die Verletzungen und Ungerechtigkeiten aus vergangenen Zeiten unterhalten.

Wenn ich lese, was Du da so schreibst, dann denke ich: Hey, toll, so wünsche ich mir das auch.

Aber ich habe das Gefühl, im normalen Leben läuft das ein bisschen anders (Dein Glücksfall mal ausgenommen). Da ist man irgendwann auf der falschen Spur festgefahren und kommt nicht mehr raus.

Ich modifiziere meine Frage also mal etwas: Soll man so eine Hollywoodreife Beziehung zwischen Mutter und Tochter anstreben so wie Du sie hast, oder soll man irgendwann sagen: Nö, das ist halt so, da kann man nichts machen.

Es hat ja irgendwann keinen Sinn mehr, hinter seiner Mutter herzulaufen, weil man die Vergangenheit aufarbeiten möchte.

Das war die Motivation meiner Frage. Ich möchte gerne irgendeinen Satz der einem hilft, damit abzuschließen, sich zu sagen ok, das ist jetzt so, da kann man nichts mehr machen.

k,athari*na-%die-g,rowßxe


Meine Mutter hat sich bei mir entschuldigt. Für etwas, worunter ich auch als Erwachsene noch sehr gelitten habe und was sie wohl (mit)verschuldet hat. Aber da hat sie natürlich auch mitbekommen, dass es ein Problem gab und dass sie damit zu tun hat, hab ich ihr auch mitgeteilt, als ich es selbst rausgefunden hatte.

Gibt also durchaus Mütter, die das schaffen ;-)

J&ezYebel


Aber ich habe das Gefühl, im normalen Leben läuft das ein bisschen anders (Dein Glücksfall mal ausgenommen).

Nein, ich kenne das auch so, dass ich mich bei meiner Mutter später für Dinge entschuldigt habe und sie sich bei mir. Sogar für Dinge, für die sie eigentlich nichts konnte.

Ich möchte gerne irgendeinen Satz der einem hilft, damit abzuschließen, sich zu sagen ok, das ist jetzt so, da kann man nichts mehr machen.

Ich dachte, es ging um Deine Bekannte und den Satz "Indianer kennen keinen Schmerz." und nicht um Dich. ":/

C`hanc9e007


@ doremifasol

Es hat ja irgendwann keinen Sinn mehr, hinter seiner Mutter herzulaufen, weil man die Vergangenheit aufarbeiten möchte.

Wenn Du (oder Deine Bekannte) das wirklich versucht habt und keine adäquate Reaktion darauf erhalten habt, ja, dann bin ich auch der Meinung, dass man es irgendwann vorwiegend mit sich selbst abmachen muss und wenn irgend möglich, auch abhaken. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, da ihr eure Mütter schlecht zwingen könnt, sich zu entschuldigen.

Du schreibst, Deine Bekannte hat selbst Kinder. Sie kann dafür sorgen, dass dieser Kreislauf unterbrochen wird, indem sie ihren Kindern zeigt, wie man sich entschuldigt. Ich selbst habe mich auch schon mehrmals bei meiner Tochter (5) entschuldigt, wenn ich blöd bzw. überreagiert habe oder sie wegen irgendetwas zu Unrecht beschuldigt habe. Wie soll das Kind es sonst für später lernen, wenn nicht durch mich.

Ich denke, es ist ebenso Erziehungssache (durch Vorbildfunktion), dass die Kinder direkt und unverzüglich kommunizieren, wenn ihnen etwas gewaltig stinkt und nicht erst Jahre/Jahrzehnte später. Probleme kommen sofort auf den Familientisch und werden ausgesprochen, besprochen und möglichst gelöst. Dass das nicht in jeder Familienkonstellation gleich gut gelingt, dessen bin ich mir bewusst und lege deshalb wohl noch mehr Wert darauf, weil ich es wichtig finde.

Schade, dass das anscheinend bei Deiner Bekannten nicht so gelaufen ist. Das ist jedoch kein grundsätzliches Mütterproblem, eher ein spezielles Problem innerhalb einiger Familien.

MlonQika6x5


Haben denn Gespräche mit der Mutter stattgefunden? Auf diese Fragen bist du gar nicht eingegangen oder ich habe es überlesen, mir ist immer noch nicht klar, inwieweit der Mutter das Dilemma überhaupt klar ist.

d-oremyifRasoxl


@ Monika65

Haben denn Gespräche mit der Mutter stattgefunden?

Ich kann die Frage nicht direkt beantworten. Die Beziehung meiner Bekannten zu ihrer Mutter ist ja ihre Sache. Was da genau in der Vergangenheit gelaufen ist, weiß ich nicht. Jetzt in der Gegenwart ist es so, dass die Lebenssituation es gar nicht hergeben würde sich da auf irgendetwas einzulassen.

Ich kann die Frage natürlich auf meine Situation bezogen beantworten. Bei mir ist es so: Es gibt so etliche Themen, wenn ich damit bei meiner Herkunftsfamilie ankomme, dann sagen sie sofort: "Ach, nicht schon wieder das". Irgendwie ist man da über Jahrzehnte festgefahren. Das hat mich ja zu der Haltung bewogen, die ich in der Frage zum Ausdruck bringen wollte: Ich möchte für mich sagen: Ok, das ist so.

H=ekat$e18Q83


Aber ich habe noch nie gehört, dass eine Mutter mal gesagt hätte: "Es tut mir leid, dass ich Dich als Baby mal zu heiß gebadet habe."

Könnt ihr mir sagen, warum das so ist?

Hä? Also das beispiel find ich schon mal ziemlich..ähm..schlecht gewählt..achso..es ist ja eine Phrase..aber auch dann kann ich es nicht nachvollziehen. Hast du selbst Kinder? Würde mich mal interessieren.

Es macht einfach keinen Sinn. Nehmen wir das Beispiel mit dem Baden..oder dem wickeltisch -sowas tut einer Mutter augenblicklich und sofort leid! Und sagt vielleicht auch in dem Moment "Oh mein gott,du armer wurm..tut mir so leid"Das Kind wird sich 20 Jahre später nicht mal daran erinnern und da soll sie sich dann dafür nochmals entschuldigen? Also ich hab mich bei meinem Kind schon tausend mal entschuldigt..und es ist gerad mal 10 wochen alt. Dafür dass es Bauchweh hat weil ich Currywurst gegessen hab und ähnliches.

Ich hab das gefühl dass es dir um irgendwas anderes geht als um das was du schreibst..weil das macht irgendwie so wenig Sinn. Auch "Ein Indianer kennt keinen schmerz" wenn man mir sowas als Kind sagte dann antwortete ich darauf: ich bin auch kein Indianer " und damit war die sache gegessen.

Mütter können sich nicht entschuldigen? Also da muß echt was an mir vorbei gegangen sein.

Schade, dass das anscheinend bei Deiner Bekannten nicht so gelaufen ist. Das ist jedoch kein grundsätzliches Mütterproblem, eher ein spezielles Problem innerhalb einiger Familien.

So ist es. Daher wäre es sinniger gewesen die Frage zum Thema direkt zu stellen und nicht so "um den heißen Brei zu reden"...

d$oKremTifasoxl


Ich schreib noch mal ein paar Sachen zum Sortieren und zur Klarstellung:

@ Monika65

Vorab, ich habe mich öfter mal bei meinen Kindern entschuldigt, wenn ich überreagiert habe und sie umgekehrt auch.

Um so etwas ging es mir auch gar nicht. Deshalb habe ich den Spruch mit dem "zu heiß gebadet" gebracht. Der ist ja bereitwillig missverstanden worden. Ich weiß jetzt nicht, ob das regionalspezifisch ist, deshalb erkläre ich es noch mal. Es geht um irgendwelche Verletzungen aus der Kindheit, die man als Erwachsener immer noch mit sich rumträgt, wo man nur schulterzuckend den besagten Satz sagen kann. Oder andersrum gesagt, es geht mir nicht darum ob sich irgendwer entschuldigt hat, weil man die Milch verschüttet hat oder sowas.

Wie kann denn so ein Spruch sie noch derart verfolgen oder missverstehe ich dich?

Das hast Du schon ganz richtig verstanden. Dieser Spruch verfolgt sie. Ihre Mutter ist ihr damit 10 oder 20 Jahre auf die Nerven gegangen. Man kann sich fragen, warum ist das jetzt nicht vorbei? Ich weiß es nicht. Sagen tut die Mutter das natürlich nicht mehr.

Das verbindet jetzt meine Bekannte und mich. Mir geht es genauso mir ist meine Mutter auch jahrzehntelang mit derartigen Sprüchen auf die Nerven gegangen (das waren ganz andere Sprüche. Darum geht es mir gar nicht. Mir geht es darum: Da ist einem jemand jahrzehntelang mit irgendwas auf die Nerven gegangen).

Als Erwachsener habe ich es mir dann so vorgestellt: Ich sage es meiner Mutter ("Du hast mich eine Kindheit lang damit genervt"). Dann sagt sie: Tut mir leid. Fall erledigt. Aber so läuft es nicht. Im richtigen Leben ist mir noch nie jemand begegnet, wo sich so etwas mal aufgelöst hätte. Deshalb glaube ich, das ist irgendwie immer so, auch wenn ihr mir hier hartnäckig irgendwelche Weihnachtsmanngeschichten aus dem Bilderbuch erzählt.

Mein Plan war eigentlich: Ich geh' hier mal ins Forum und frag' nach. Dann schreibt irgendjemand: Ja das kenn' ich auch. Ich geh' so und so damit um. Dann könnte ich meine Bekannte anrufen und ihr sagen: Du ich hab' mich mal in einem Forum erkundigt, denen geht das genauso und das ist irgendwie so, weil...

Aber nein, ihr wollt mir jetzt kollektiv weiß machen, ihr kommt alle aus Familien, die einem Groschenroman entsprungen sein könnten. Soll ich Euch das glauben?

door+emi~fasol


@ Hekate1883

die Frage zum Thema direkt zu stellen

Was ist denn Deiner Meinung nach das Thema?

aWvanxti


Also, mir ist völlig wumpe ob du mir glaubst oder nicht.

Ich hab aber auch nirgendwo geschrieben, das ich ne hollywoodmäßige kinderbuchfamilie hab. Nur weil wir keine Probleme mit Kommunikation haben, heißt das sicher nicht, das alles wunderbar ist.

Davon mal abgesehen: jahrelang eingetrichterte Sprüche negieren sich nicht wegen einer Entschuldigung. Auch wenn die Mutter deiner Bekannten sich entschuldigt löscht das nicht die vermittelte Botschaft. Daran muss deine Bekannte jetzt als Erwachsene arbeiten.

M7onixka65


Oder andersrum gesagt, es geht mir nicht darum ob sich irgendwer entschuldigt hat, weil man die Milch verschüttet hat oder sowas.

Wie kommst du darauf, dass es mir um sowas Läppisches geht?

Ihre Mutter ist ihr damit 10 oder 20 Jahre auf die Nerven gegangen.

Hatte deine Bekannte einen Dauerschmerz, eine chronische Krankheit? Ich meine, diesen Satz sagt man doch nur, wenn jemand Schmerzen hat und wenn man damit 20 (!) Jahre lang genervt wird, kann ich mir das nicht anders erklären oder sie übertreibt maßlos.

Um dir Recht zu geben, meine Mutter hat sich auch nicht entschuldigt, für Etliches, womit sie mir "auf die Nerven ging" bzw. was mich verletzt hat. Auf die Nerven gehen... was soll das denn werden? Dafür würde ich mich auch nicht entschuldigen, hast du auch nur den Hauch einer Ahnung wie sehr einem Kinder auf die Nerven gehen können? In dieser Art hat das kein anderer Mensch je geschafft. Und Mütter sind auch nur Menschen und die gehen einem eben manchmal auf die Nerven.

Was Anderes sind Verletzungen, wenn man dem Kind etwas schuldig geblieben ist, es falsch behandelt hat. Also ist es das oder ging sie deiner Bekannten nur auf die Nerven? Genauso deine Mutter, kein Wunder, falls sie nicht bereit ist, dir das zuzugeben, wenn du das so rüberbringst.

Man kann sich fragen, warum ist das jetzt nicht vorbei? Ich weiß es nicht.

Weil vielleicht mehr dahinter steckt als nur Genervtsein. Möglicherweise fühlte sie sich nicht ernst genommen, sie müsste für sich selber mal erforschen, vielleicht kann sie dann besser damit umgehen. Und auch klarer mit ihrer Mutter reden. Kann mir gut vorstellen, dass ihre Mutter das sonst abwiegelt.

D)umaxl


doremifasol

Darum geht es mir gar nicht. Mir geht es darum: Da ist einem jemand jahrzehntelang mit irgendwas auf die Nerven gegangen

Womit denn? Wollte deine Mutter, dass du deine Hausaufgaben machst? Solltest du Klavier üben und wolltest es nicht? Werd doch mal konkret.

cahic8cox46


Es gibt Entschuldigungen und Entschuldigungen, welche die sich für etwas entschuldigen und kurze Zeit später wieder den gleichen Sch.... machen. Es gibt auch Leute die können sich nicht entschuldigen aber durch ihr Verhalten zeigen dass es ihnen nicht recht war (wie eine Katze wenn sie um die Beine streicht). Das mit den Eltern ist ein besonderes Problem, es gibt einiges das man ungern hatte und aufpassen muss das man nicht gleich wird. Und Sprüche haben wir einige gehört zB "hartes Brot ist nicht hart, kein Brot ist hart" und was würde ich manchmal am liebsten unseren Grosskindern sagen?? Wir hatten unter meiner Schwiegermutter gelitten (ich werde nicht auf dieses Thema eingehen) dem Frieden und Schwiegervater, Grosskinder zuliebe haben wir auf eine Entschuldigung verzichtet obschon wir im Recht waren. Eine Entschuldigung ist mehr als ein "Sorry" es sollte aus Überzeugung kommen!!! Zum Beitrag, weis diese Mutter eigentlich dass die Tochter unter diesem "Missstand" leidet, es gibt verschiedene "Schmerzgerenzen". Als nicht mehr der Jüngste noch eine Frage: hat diese einmal ihrer Mutter gedankt für alles was für sie getan wurde? Ich habe es nicht gemacht aber versuchte zu zeigen wie gern ich sie liebte! Es gibt viele Sachen die man eigentlich machen sollte aber es ist oftmals schwierig weil man die Situation ja nicht "verschlechtern" möchte.

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